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fauna.gif (2335 Byte) Tier- und Natursendungen
Samstag, 08.12.2018
09:30 - 10:00, B3
Rufe aus der Kalahari - die Sprache der Erdmännchen

Die nächsten Verwandten der Erdmännchen sind die viel größeren Hyänen. Erdmännchen leben in Clans, in Großfamilien in der Kalahari im Süden Afrikas. Sie stehen gemeinsam miteinander auf, einer schiebt meistens Wache, während die anderen nach Futter suchen. Erkennt das Tier eine Gefahr, gibt es sofort Laute von sich. Genauso sozial geht es bei der Nachwuchsversorgung zu. Die Weibchen bringen die Jungen zur Welt und säugen sie, aber auch die Männchen dürfen als Babysitter für einige Stunden die Mutterrolle übernehmen. Gemeinsam gehen die Erdmännchen auch gegen ihre Feinde vor: Bei einem Angriff aus der Luft verschwinden sie blitzartig, bei einem Angriff einer anderen Erdmännchen-Gruppe rotten sie sich zusammen, sträuben die Haare und rücken hüpfend in einer Art Kriegstanz gegen den Feind vor. Einer für alle - alle für einen, das ist ihr Motto. Die Schweizer Verhaltensforscherin Prof. Dr. Marta Manser hat seit Jahren die Sprache und das Verhalten der Erdmännchen in der Kalahari studiert. Filmautor Christian Herrmann hat sie mit einem Kamerateam begleitet.

10:00 - 10:30, B3
Leben mit dem Tiger

Sie sind die größten und die prächtigsten Wildkatzen der Erde und gehören zu der einzigen Tiger-Unterart, die in Schnee und Eiseskälte lebt. Sibirische Tiger bewohnen einen riesigen Raum, der sich über 150.000 Quadratkilometer vom Amur-Fluss bis zur pazifischen Küste Russlands erstreckt. Fast drei Meter lang und bis zu 300 Kilo schwer ist der Amur-Tiger und übertrifft damit sogar den "König der Tiere", den Löwen. Und er kennt nur einen Feind - den Menschen. Zwar nennen die Menschen das charismatische Tier "Herrscher der Taiga" und bewundern ihn für seine Schönheit, Stärke und Ausdauer. Doch das hat die Wilderer nicht daran gehindert, diese Großkatze skrupellos abzuschießen. In den 1930er-Jahren war die Population so gut wie ausgerottet und zählte vermutlich nur noch etwa 50 Tiere. Dank eines straff organisierten staatlichen Schutzprogramms konnte der Amur-Tiger in die heutige Zeit hinübergerettet werden. Die letzte Zählung vor zehn Jahren ergab 450 Tiere. Im Winter wurden die Tiere erneut gezählt. Die große Frage war: Wie viele dieser gefährdeten Einzelgänger gibt es aktuell noch in der Taiga? Um den letzten aktuellen Wildbestand zu erfassen, starteten russische Naturschützer und WWF-Experten eine spektakuläre Expedition in den sibirischen Urwald. Das Filmteam begleitet die Tigerhüter auf der Suche nach Spuren im Schnee - hinterlassen von der größten aller Raubkatzen. Galina Kirsunova und ihr Team erzählen die Geschichte eines kranken Jungtieres, berichten aber auch von dem oft überraschenden und durchaus gefährlichen Leben der Menschen Seite an Seite mit den Amur-Tigern, die selbst so sehr um ihr Überleben kämpfen müssen.

12:15 - 12:45, NDR
Winterparadies Schweden

Schwedische Winter sind lang und dunkel, heißt es. Aber die Schweden machen das Beste daraus. Sie lieben den Winter und sind am liebsten draußen. Claudia Buckenmaier und das Filmteam überzeugen sich vor Ort von den schönen Seiten der kalten Jahreszeit: Schnee und Eis, Sauna- und Sportbegeisterte und natürlich die wunderbare Landschaft in den Wäldern und an den Seen. Schwedische Winter sind lang und dunkel, heißt es. Aber die Schweden machen das Beste daraus. Sie lieben den Winter und sind Meister darin, die Freuden, die die kalte Jahreszeit bietet, auch zu nutzen. Am liebsten draußen. Claudia Buckenmaier drehte mit ihrem Team vom ARD Studio Stockholm für diesen Film: Schnee und Eis, Sauna- und Sportbegeisterte und natürlich die wunderbare Landschaft in den Wäldern und an den Seen. Das Team begleitet Eiskletterer bei ihren waghalsigen Touren die vom Eis erstarrten Wasserfälle hinauf, nimmt einen Tag lang teil am Training junger schwedischer Ski-Asse in ihrem Alpin-Gymnasium und beobachtet den berühmten Wasalauf, das größte Langlaufskirennen in Skandinavien. Der Wasalauf hat Tradition, und die Teilnehmer benötigen eine gehörige Portion Begeisterung, denn der Lauf findet bei jedem Wetter statt. Ganz anders die Tradition des Schlittschuhlaufens auf den unzähligen Gewässern Schwedens im Winter. Schon die Jüngsten erobern das Eis und im Rentenalter hört man noch lange nicht auf. Das langsame Gleiten, das Knirschen der Kufen vermittelt das Gefühl von Weite und Ruhe, das die Schweden am Schlittschuhlaufen so schätzen. Am schönsten ist es, wenn man dann abends im exklusiven Baumhotel im nordschwedischen Luleå Station macht. Das hat auch im Winter geöffnet, selbst die Sauna hängt hier im Baumwipfel. Hier birgt der Wald noch Überraschungen, zum Beispiel auch die Wolfssafari: Forscher und Touristen begeben sich auf die Pfade der Tiere in einem der aktivsten Wolfsreviere Schwedens. Früher war das eine nicht ganz ungefährliche Idee, heute ist es ein Kick für Touristen, wenn man dazu mit Schlafsack und Zelt bei Minustemperaturen im Schnee übernachtet. Gänzlich ungefährlich sind die Tiere, die Bosse, der Holzschnitzer vom Siljansee, fertigt: traditionelle Holzpferde. Sie gehören zum schwedischen Winter wie Sauna und Glögg.

Sonntag, 09.12.2018
14:30 - 15:15, B3
Der Shannon - Ein Fluss wie ein Gedicht

Irland, die grüne Insel, hat viele außergewöhnliche Naturwunder zu bieten. Am Shannon, Irlands großem Fluss, gibt es einsamen Plätze, wo man das Gefühl hat, dass alles noch so ist, wie vor tausend Jahren. Diese Naturdokumentation lenkt den Blick auf die wenig bekannte Tierwelt dieses stimmungsvollen Flusses. Früh am Morgen starten die Vögel in den Tag und begeben sich auf Partnersuche. Im Frühling ist das Erwachen des Tages besonders faszinierend, denn dann kann man die verschiedenen Lockrufe der Wasservögel wie Brachvögel, Wasserläufer oder Kiebitze verfolgen. Auch die Wasserfledermäuse sind perfekt ans Leben am Fluss angepasst: Wenn sie nachts aus ihren Verstecken kommen, sind sie unentwegt auf Futtersuche und scannen die Wasseroberfläche nach Insekten. Naturfilmer Colin Stafford-Johnson zeigt die Wunder am Fluss. Wie zum Beispiel die Seidenreiher, die sich erst seit wenigen Jahren am Shannon heimisch fühlen. Dramatische Tiergeschichten, beschauliche Naturbeobachtungen und Expeditionsberichte - die Themen von natur exclusiv sind alle Naturerscheinungen: Pflanzen und Tiere genauso wie Landschaften und Ökosysteme sowie die Dynamik unseres Planeten Erde. Umfassende Reihen vermitteln Überblicke und ermöglichen Orientierung.

19:30 - 20:15, ZDF
Russland von oben

"Russland von oben" ist das bisher einmalige Unternehmen, die endlosen Weiten des Landes aus der Vogelperspektive erlebbar zu machen. Ein atemberaubender Flug über ein unglaubliches Land. Das Team der vielfach preisgekrönten "Terra X"-Reihe "Deutschland von oben" ist neun Monate lang immer wieder über das Riesenreich zwischen Europa und Asien geflogen und hat dabei erstaunliche Landschaften, kleine Geheimnisse und große Bilder entdeckt. Russland ist das mit Abstand größte Land der Erde. Doppelt so groß wie die USA, fast 50 Mal größer als Deutschland. Von Kaliningrad an der Ostsee bis zur Meerenge der Beringstraße, von der aus man Alaska sehen kann, sind es elf Zeitzonen und 7000 Kilometer Luftlinie. Aber auch nur, wenn man die Abkürzung über den Nordpol nimmt. Dieses riesige Reich für "Terra X" zu porträtieren, erforderte in vielen Bereichen echte Pionierarbeit: Manche Orte schienen unerreichbar, viele hat vermutlich noch kein Mensch je gesehen, schon gar nicht aus der Luft. Dabei ist es vielleicht gerade die Perspektive "von oben", die die Seele des Landes und seine kaum zu fassende Vielfalt zumindest ein Stück weit greifbar werden lässt. Für den "Terra X"-Dreiteiler sind spektakuläre Aufnahmen gelungen - von unberührten Landschaften, zauberhaften Städten, von wilden Tieren, Wüsten und Wäldern, aber auch von harter Arbeit in der Kälte Sibiriens, vom Leben in ewigem Eis und kargen Gebirgsregionen. Gedreht aus Hubschraubern und mit den besten Luftbild-Spezialkameras der Welt. In "Russland von oben" offenbart das Land sein Wesen und gibt etwas von seinem Innersten preis. Die dritte Folge Terra X "Russland von oben" folgt der Küstenlinie von der mächtigen nordeuropäischen Hafenstadt Murmansk bis nach Kamtschatka im Pazifischen Ozean und zum südöstlichsten Eckchen des Riesenreichs - nach Wladiwostok. Über 25 000 Kilometer erstreckt sich die russische Küste - allein entlang der Arktis. Hier wird es so kalt, dass die Hilfe eines Atomeisbrechers nötig ist, um den Schiffen ihren Weg zu bahnen. An dieser Küste liegt die Halbinsel Jamal mit ihren riesigen Erdgasvorkommen und Ureinwohnern, den Nenzen, und auch das Lena-Delta, dessen gefrorener Boden einzigartige Muster ins Land zeichnet, die aus der Luft besonders eindrücklich sind. Eine ganz andere Welt offenbart sich weiter östlich auf der Landspitze Cape Schmidt in der Tschuktschensee, wo sich Eisbärfamilien und Walrosse tummeln. Nicht weit entfernt, auf der für russische Verhältnisse eher kleinen Insel Wrangel, lebten die letzten Mammuts in Eurasien, heute sind Eisbären und Moschusochsen die Herren des Eilands. Wieder ganz anders präsentiert sich Kamtschatka in Russlands fernem Osten - mit 29 aktiven und 150 nicht aktiven Vulkanen, Geysiren und Lachs fressenden Braunbären. Die Halbinsel besticht durch ihre bizarre Schönheit und Einsamkeit, die aus der Vogelperspektive ihre volle Wirkkraft entfalten. Genauso, wie "von oben" das Gedrängel auf der winzigen Insel Tjuleni richtig sichtbar wird: Tausende von Seebären, Seelöwen und Lummen tummeln sich hier auf wenigen Metern, während vor der Küste von Magadan bis Wladiwostok Orcas auf Jagd gehen. Dort, an der Grenze zu Nordkorea und fast schon in Sichtweite zu Japan, ist das Riesenreich zu Ende und blickt Wladiwostok - das "San Francisco" Russlands - auf Asien.

Montag, 10.12.2018
09:45 - 10:40, arte
Argentinien - Der Jaguar ist zurück

Jaguare, die größten Raubkatzen Südamerikas, waren schon immer beliebte Jagdobjekte. Die indigenen Völker der Region waren auf ihre Felle aus, die spanischen Eroberer ebenso, und die Viehzüchter sahen in ihnen eine Bedrohung für ihre Herden. Aber erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Lebensraum der Jaguare durch die Viehzüchter so stark eingeschränkt, dass sie als ausgerottet galten. Heute sollen die Katzen wieder angesiedelt werden. Fünf erwachsene Jaguare wurden dafür aus der Gefangenschaft in ein eigens gegründetes Aufzuchtzentrum auf den Esteros del Iberá, dem größten Feuchtgebiet Argentiniens, gebracht. Hier sollen sie für Nachwuchs sorgen, der dann ausgewildert werden soll. Das Problem ist, dass besonders die drei weiblichen Tiere Defizite haben, die eine Zucht erschweren: Tanja fehlt ein Hinterbein, das sie als Jungtier verloren hat. Isis ist so sehr an Menschen gewöhnt, dass sie Angst vor den eigenen Artgenossen hat. Und Tobuna ist mit 17 Jahren fast zu alt für die Zucht. Die Wissenschaftler haben damit die Qual der Wahl. Dennoch soll das Unternehmen unbedingt gelingen. Zwei Jahre und viel Geld waren nötig, um den Auslauf für die Jaguare zu bauen. Vier Areale von jeweils 1.200 Quadratmetern, zwei für die Mütter und ihre Nachkommen von anderthalb Hektar und ein riesiges Gebiet von 30 Hektar für die Phase vor der endgültigen Auswilderung. Für welches Tier werden sich die Experten um die Biologin Maite Rios Noya am Ende entscheiden? Und wird die Paarung klappen? Wenn ja, könnten in frühestens zwei Jahren wieder wilde Jaguare durch die Esteros del Iberá streifen.

11:30 - 12:15, arte
Singvögel in Not

Es existieren mehr als 5.000 Singvogelarten auf unserer Erde, doch immer mehr Singvögel sind vom Aussterben bedroht. In den nächsten 50 Jahren wird ihr Bestand um die Hälfte dezimiert sein. In China ordnete Mao Tsetung 1957 an, den Spatz auszurotten. Jeder Haussperling sollte zum Wohle der Landwirtschaft getötet werden. Er ging davon aus, dass dies die Ernteerträge erheblich steigern würde. Doch unmittelbar danach wurde das Land von einer gewaltigen Insektenplage heimgesucht. Dieses Beispiel hat gezeigt, wie riskant es ist, wenn bestimmte Vogelarten aussterben: Das Ökosystem gerät aus dem Gleichgewicht, die Tier- und Pflanzenwelt verändert sich drastisch. Denn Vögel sorgen für die Ausbreitung von Samen, bestäuben die Pflanzen mit Pollen und halten die Insektenpopulationen im Gleichgewicht. Was ist die Ursache für den alarmierenden Rückgang der Singvögelbestände? In den Niederlanden untersucht ein Forscherteam aus Leiden die Auswirkungen der Lärmverschmutzung durch Städte und Autos auf den Weidenlaubsänger. Das Ergebnis ihrer Studien zeigt, dass das Fortpflanzungsverhalten der Vögel durch den Lärm erheblich beeinträchtigt wird. In Kanada, wo sich in den borealen Waldgebieten über sieben Milliarden Zugvögel einfinden, um sich fortzupflanzen, besteht ein ähnliches Problem. Ein Großteil der kanadischen Wälder, wichtiger Lebensraum etwa für den Kanadawaldsänger, wurde von der Rohöl- und Erdgasindustrie gerodet. Aufgrund des Lärms, der die Förderung der Rohstoffe mit sich bringt, können die Singvögel ihre Jungen nicht mehr aufziehen, da sie ihre Rufe schlicht nicht mehr hören. Der Rückgang der Sumpfschwalbe ist in Kanada ebenfalls zu beobachten. Ursache hierfür ist, dass aufgrund des Rapsanabaus großflächig Insektizide zum Einsatz kommen, so dass die Insektenfresser keine Nahrung mehr finden. In Costa Rica wiederum sind Entwaldung und Kaffeeanbau Ursachen für die Dezimierung der Singvögel. In der Osttürkei wirkt sich der Klimawandel auf die Singvögelpopulation aus. Aufgrund des Gletscherrückgangs trocknen die Feuchtgebiete aus. Der Lebensraum des Drosselrohrsängers ist akut bedroht. In der zweiteiligen Dokumentation kommen Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern zu Wort, die sich alle für den Erhalt des Lebensraums der Singvögel einsetzen, den ihnen der Mensch zunehmend streitig macht.

11:55 - 13:25, B3
Reisen in ferne Welten: Tansania

Der Kilimandscharo steht im Nordosten Tansanias nahe der Grenze zu Kenia. Er ist das höchste freistehende Bergmassiv der Erde und mit 5.893 Metern der höchste Gipfel Afrikas. Höhepunkt der "Reise in ferne Welten" ist die Besteigung des Kilimandscharo. Glück und Verzweiflung, Hochgefühl und Enttäuschung liegen im Urlaub selten so nah beieinander wie hier. Dreißigtausend Wanderer suchen jedes Jahr das Gipfelglück. Zehntausend kapitulieren allerdings vor den Strapazen und geben vorher auf. Entschädigung bietet die Natur rund um den Kilimandscharo. Hier liegen einige der schönsten afrikanischen Nationalparks mit atemberaubender Landschaft und einer überwältigenden Vielfalt an wilden Tieren. Das Filmteam begleitet einen Ranger, der sich Giraffen zu Fuß bis auf wenige Meter nähert, fliegt im Ballon über den Tarangire Nationalpark und beobachtet in der Serengeti Millionen von Gnus bei der Überquerung des Mara-Flusses. Big Migration heißt die weltweit größte Wanderung von Landsäugetieren - ein einzigartiges Naturereignis.

12:15- 13:00, RBB
Vom Winde verweht

Die Sahara Brasiliens ist eine einmalige Gegend, die man in den Tropen nicht erwartet. Sie liegt im Nordosten des Landes, direkt am Atlantik. Nach der Regenzeit sind hier die Dünentäler für einige Monate mit kristallklaren, azurblauen Lagunen versehen. Lencois Maranhenses - "Bettlaken von Maranhao" - heißt der Nationalpark. Denn die Region sieht aus der Luft betrachtet aus wie ein ausgeschütteltes Bettlaken. Der Nordostwind weht ständig und modelliert bis zu 40 Meter hohe, sichelförmige Dünen. Wie ein Meer aus Sand schlängeln sie sich bis zum Horizont. Und sie wandern. Manche bis zu 70 Meter im Jahr. Die Dünen verschlingen alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Hin und wieder auch die Hütten der Einheimischen. Zwei Oasen gibt es in dieser einmaligen Landschaft. Rund 90 Menschen leben dort unter einfachsten Verhältnissen von dem, was die karge Natur hergibt. Vom Fischfang im Atlantik vor allem. Diesen erreichen sie allerdings erst nach einem anstrengenden Fußmarsch durch die Wüste.
15:35 - 16:20, 3SAT
Die Schatzinsel des Robinson Crusoe

Der Roman "Robinson Crusoe" ist weltbekannt. Wahrscheinlich inspirierte den Autor Daniel Defoe das Schicksal des englischen Seemanns Alexander Selkirk. Selkirk wurde im Jahr 1704 wegen Meuterei auf der Insel Más a Tierra im Südpazifik ausgesetzt. Die strategische Bedeutung des 700 Kilometer vor der chilenischen Küste gelegenen Archipels für das spanische Weltreich war immens. Englische Freibeuter versuchten von dort aus, die Vorherrschaft der Spanier vor den Küsten Südamerikas zu brechen, indem sie spanische Gold-Galeonen auf ihrem Weg nach Panama kaperten. Ein verschollener, legendärer Piratenschatz soll auf der kleinen Insel verborgen sein. Der amerikanische Geschäftsmann Bernhard Keiser entdeckte 1970 eine Schatzkarte, suchte aber jahrelang erfolglos. Ein Tsunami zerstörte 2010 die Küsten der Inselgruppe. Daraufhin machte sich eine Gruppe von Wissenschaftlern auf den Weg, um neue Erkenntnisse über die Geschichte der Insel zu erlangen. Professor Dr. Hans-Rudolf Bork, Direktor des Ökologie-Zentrums der Universität Kiel, und Dr. rer. nat. Andreas Mieth, ebenfalls vom Ökologie-Zentrum der Uni Kiel, kennen die Hauptinsel, die heute auch "Robinson-Insel" genannt wird, bereits von früheren Expeditionen. Der Marine-Historiker Andrew Lambert aus London ist Experte für die Zeit der englischen Piraten. "Terra X" begleitet die Expedition der Forscher, denen aufsehenerregende Entdeckungen gelangen. So konnten sie den bis dahin unbekannten Lagerplatz des wahren Robinson, Alexander Selkirk, identifizieren. Und sie fanden Steingräber, deren Lage und Anordnung Fragen aufwerfen: Stehen diese Gräber in einem Zusammenhang mit dem vermuteten Versteck des Schatzes?
18:35 - 19:20, arte
Die Karibik

Die türkisblauen Wasser der Karibik stellen ein vielfältiges Ökosystem dar. Bizarre Korallen und verschlungene Mangroven stehen in geheimnisvoller Verbindung mit den bunten Rifffischen und den großen Räubern. Doch seit der Mensch immer gnadenloser in diese einzigartige Welt vordringt, gerät das Gleichgewicht unter Wasser aus den Fugen. Die Jäger, wie Haie, Zackenbarsche, Barrakudas (Foto) oder die majestätischen Segelfische werden selbst gejagt. Das wäre an sich noch kein Problem. Doch der boomende Tourismus, Umweltverschmutzung und ausländische Hightech-Fangflotten lassen den Herrschern unter Wasser, den „Jägern“, kaum eine Chance. Zudem drohen globale Veränderungen: Planktonfressende Kleinfischschwärme wie Sardinen bleiben plötzlich aus, weil die Wetterphänomene „El Nino“ und seine kleine Schwester „La Nina“, die Vorboten einer vom Menschen beschleunigten Klimaveränderung, ganze Strömungen durcheinanderwirbeln. Auch die sensiblen Korallen, die „Wälder der Meere“, sterben. Und mit ihnen verschwinden die bunten Kleinfische und andere bizarre Riffbewohner. Die Raubfische finden kaum noch genug Nahrung. Und eines ist klar: Das Verschwinden der Jäger ist ein eindeutiges Zeichen, dass der Rhythmus des Lebens hier aus dem Takt gerät. Doch es gibt noch Hoffnung: Überall kämpfen Wissenschaftler für die großen Jäger. Sie forschen nicht nur, sie schmieden auch Allianzen, um Schutzgebiete und Schonzeiten durchzusetzen.

20:15 - 21:00, ARD
Geheimnisvolles Mittelmeer

Schroffe Felsen, blaues Meer und idyllische Sandstrände, so kennt man das Mittelmeer. Doch dieser ruhige und beschauliche Eindruck täuscht. Das Mittelmeer befindet sich in ständigem Wandel. Noch heute bewegen sich die afrikanische und die eurasische Kontinentalplatte aufeinander zu. Kräfte von gigantischem Ausmaß erschufen im Mittelmeerraum einige der aktivsten Vulkane der Erde! Tiere, die in diesen Extremen überleben wollen, müssen einen Weg finden, den tödlichen Gefahren zu entkommen. Der Oktopus ist eines dieser Tiere. Er weiß von Vulkanausbrüchen lange bevor sie stattfinden. Aber wie macht er das? Die geologischen Kräfte der Plattendrift warfen nicht nur Gebirge wie die Alpen auf, sie schufen auch gewaltige Tiefseegräben im Mittelmeer. Dort unten leben Tiere, die nahezu unbekannt sind: Tiefseehaie und Kalmare. Letztere sind die Beute des größten Raubtieres der Erde, dem Pottwal. Eine kleine Population dieser Zahnwale lebt in den Tiefseegräben und hat dort tief unten eine Heimat im Mittelmeer gefunden. Ungeachtet der geologischen Prozesse zwischen Europa und Afrika, könnten die beiden Kontinente kaum unterschiedlicher sein. Europas Küstenregion ist geprägt von Bergen und verschiedenen Vegetationszonen, während an der afrikanischen Küste verschiedene Wüstenformen überwiegen. Welche Tiere leben an den Mittelmeerküsten Afrikas? Ein Wüstenfuchs-Weibchen meistert die Aufzucht ihrer Jungen in einer der erbarmungslosesten Küstenregionen der Sahara. Zwischen Wüsten und Vulkanen sind die Herausforderungen für die Tiere enorm. Während der langen Drehzeit ist es dem Team um Tierfilmer Thomas Behrend gelungen, in seltenen Aufnahmen zu zeigen, wie die Tiere das Leben in diesen Extremen meistern.

Dienstag, 11.12.2018
10:25 - 11:10, B3
Nach der langen Nacht - Der Winter in Spitzbergen

"Nach der langen Nacht" zeigt sich die hohe Arktis von einer ganz besonderen Seite: Es wirkt bizarr und anmutig, wenn anfangs nur für Minuten mit der Sonne das Licht wiederkommt. Wild und unbändig, wenn Kälte und Sturm Spitzbergen im Griff haben. Geheimnisvoll, wenn die letzten Nordlichter am Himmel spuken. Doch genau jetzt beginnt alles neu, erwacht das Leben. Wer das Ende der Polarnacht erleben will, sollte jetzt mit dem Hundeschlitten in die weiße Wildnis aufbrechen - oder mit Schneeschuhen vor Sonnenaufgang einen Gipfel erobern. Es ist die beste Zeit, um Eishöhlen unter Gletschern zu erforschen oder im Packeis Eisbären zu beobachten.

11:10 - 11:55, B3
8000 Meilen bis Alaska

Nach Tausenden von Kilometern Anreise quer durch den amerikanischen Kontinent ist das Filmteam zunächst auf der historischen Great Northern Railway durch die Rocky Mountains unterwegs und quartiert sich in einem Hotel ein, das Eisenbahnwaggons zu Zimmern umgebaut hat. Zudem besucht Reporter Klaus Scherer ein Bootsbauer-College an der Pazifikküste im Bundesstaat Washington. In Alaska trifft er auf Ranger, die verwaiste Grizzlybären aufziehen, und auf ein Aussteiger-Paar aus West Virginia, das gerade eine alte Wohnform wiederentdeckt: die Jurte. Am Ende hält ein Schneesturm Scherers Team tagelang zwischen der Goldgräberstadt Nome und den Diomedes-Inseln gefangen, bis endlich der Wind abflaut und die nächste Landepiste auf der Eisdecke wieder vom Schnee befreit ist. Das geschieht gerade noch rechtzeitig, bevor das Frühlings-Tauwetter Landungen unmöglich macht.
15:15 - 16:00, SWR
Myanmar - Leben am Großen Strom

Myanmar, das einstige Birma, hat sich nach fünf Jahrzehnten Militärdiktatur geöffnet und demokratische Reformen begonnen. Ein Fluss prägt das Land völlig, der Ayeyarwady. Über 2170 Kilometer durchfließt er das Land - als Lebensader, Kulturstifter und zentraler Verkehrsweg. Er verbindet die wichtigsten historischen Orte Myanmars wie Mandalay, Bagan, Yangon und ist gesäumt von goldglänzenden Stupas, Tempeln und Pagoden. Und nirgendwo sonst in Asien reihen sich so viele buddhistische Klöster auf wie am Ayeyarwady, den die Briten Irrawaddy nannten und der von der Mündung bis fast an die chinesische Grenze schiffbar ist.

18:35 - 19:20, arte
Die Karibik

„Die Reise der Krokodile“ ist eine Reise durch die Zeit. Eine Reise zu den unbekannten, überraschenden Seiten der beiden tropischen Paradiese Kuba und Hispaniola. Sie sind die ältesten Inseln in der Karibik. Mit Salzseen, frostigen Dreitausendern, Karstgebirgen und Sümpfen. Diese Inseln entstanden, bevor sich die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika schloss, bevor es die Karibik gab. Auf ihnen entwickelten sich eigene Säugetierfamilien, die sich aufgrund der Isolation und der fehlenden Raubsäugetiere bis zur Ankunft des Menschen gut behaupten konnten. Auf Kuba leben zwei grundverschiedene Krokodile: Das Spitzkrokodil an den Küsten und das Kubakrokodil im Landesinneren, im Süßwasser. Die Krokodile auf Kuba sind eng miteinander verwandt, und doch ganz unterschiedlich. Während das Spitzkrokodil nach wie vor ein Wasserraubtier ist, jagt das Kubakrokodil oft an Land. Besonders kräftige Beine machen es auf trockenem Boden beweglicher als jedes andere Krokodil. Das Kubakrokodil frisst lieber für sich alleine – anders, als man es von den Krokodilen erwartet und am Festland beobachten kann. Die Dokumentation erzählt, wie Kuba zu seinen beiden Krokodilarten gekommen ist, und stellt die seltenen, teilweise noch nie zuvor gefilmten endemischen Tiere der Inseln Kuba und Hispaniola vor. Hutia, Nashornleguan oder der Schlitzrüssler hingegen leben schon bis zu 35 Millionen Jahren isoliert auf den beiden Inseln. Spektakulär sind die Aufnahmen vom Schlitzrüssler, einem Säugetier mit Giftzähnen, das man nur selten zu Gesicht bekommt. Alle Geschichten rund um die Krokodile zeigen, wie die Isolation auf Inseln über lange Zeiträume hinweg Arten formt, aber auch Arten erhält, die anderswo längst verschwunden sind.
Mittwoch, 12.12.2018
10:25 - 11:10, B3
Wie ein einziger Tag - der Sommer in Spitzbergen

"Wie ein einziger Tag" erscheint der Sommer in Spitzbergen, wenn die Sonne auch nachts nicht untergeht. Und nie ist es in der hohen Arktis lebendiger - am Vogelfelsen oder im Wasser, in der Tundra oder auf dem Eis. Nur wenige Wochen bleiben der unerwartet vielfältigen Tierwelt, um den Nachwuchs großzuziehen oder sich genügend Winterspeck anzufressen. Mit einem Segelboot ist das Filmteam unterwegs unter der Mitternachtssonne - zu Polarfüchsen, Walrossen oder Blauwalen. Natürlich steht die Frage im Raum: Wie geht es den Eisbären in der sich verändernden Arktis? Antworten finden sich im Packeis ebenso wie an Land - und sind oft überraschend. Ob es heute unter Eisbären vermehrt Kannibalen gibt, auch das erfahren die Zuschauer in diesem Film.
12:15- 13:00, RBB
Gesichter im Urwald - Muriqui

In den Urwäldern Brasiliens erzählt man eine seltsame Geschichte: Menschen werden für ihre schlechten Taten in Affen verwandelt. Vielleicht, weil das Verhalten dieser Affen sehr ungewöhnlich ist ... Der Muriqui-Affe, endemisch im Atlantischen Wald Brasiliens, ist die größte Affenspezies auf dem amerikanischen Kontinent. Eine Gruppe von etwa 100 dieser Affen lebt auf einer Kaffeplantage. Einst häufig verbreitet in dieser Region (an die 400.000 Individuen), hat es vor Jahrezehnten vielleicht noch 300 dieser Tiere gegeben. Der Grund liegt in der Abholzung des Regenwaldes, der Goldsuche und dem Anbau von Kaffee. Die Tiere wurden voneinander isoliert, nur wenige überlebten in den restlichen, weit auseinander liegenden Waldinseln.
14:05 - 14:50, 3SAT
Im Bann des Yukon

Das "Yukon Quest", das vom kanadischen Whitehorse bis nach Fairbanks im US-Bundesstaat Alaska führt, gilt als das schwierigste Hundeschlitten-Rennen der Welt. Der Film begleitet zwei Musher. Einer der Favoriten des Rennens: William Kleedehn. Zweimal war der aus Niedersachsen nach Kanada Ausgewanderte schon Zweiter, nun will er es an die Spitze schaffen. Sein Konkurrent ist sein Freund Hugh Neff, der einst aus der Vorstadt Chicagos nach Kanada kam. Bei Temperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius müssen die Gespanne 1600 Kilometer durch verschneite Wälder und über steile Pässe zurücklegen. Der Kurs folgt der Postroute, auf der Hundegespanne vor über 100 Jahren Briefe in die Goldgräbergebiete brachten. Der Film verfolgt das gesamte Rennen bis zum hochdramatischen Finale an den Berghängen des "Eagle Summit". Die aufwendig gedrehte Dokumentation bietet außerdem einmalige Einblicke in die atemberaubende Winterwildnis des Yukon. Scherer und sein Team waren mit Buschfliegern, Motorschlitten und Helikoptern unterwegs in Gegenden, die sonst unerreichbar sind.

14:50 - 15:30, 3SAT
Im Bann des Yukon

Das "Yukon Quest", das vom kanadischen Whitehorse bis nach Fairbanks im US-Bundesstaat Alaska führt, gilt als das schwierigste Hundeschlitten-Rennen der Welt. Der Film begleitet zwei Musher. Einer der Favoriten des Rennens: William Kleedehn. Zweimal war der aus Niedersachsen nach Kanada Ausgewanderte schon Zweiter, nun will er es an die Spitze schaffen. Sein Konkurrent ist sein Freund Hugh Neff, der einst aus der Vorstadt Chicagos nach Kanada kam. Bei Temperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius müssen die Gespanne 1600 Kilometer durch verschneite Wälder und über steile Pässe zurücklegen. Der Kurs folgt der Postroute, auf der Hundegespanne vor über 100 Jahren Briefe in die Goldgräbergebiete brachten. Der Film verfolgt das gesamte Rennen bis zum hochdramatischen Finale an den Berghängen des "Eagle Summit". Die aufwendig gedrehte Dokumentation bietet außerdem einmalige Einblicke in die atemberaubende Winterwildnis des Yukon. Scherer und sein Team waren mit Buschfliegern, Motorschlitten und Helikoptern unterwegs in Gegenden, die sonst unerreichbar sind.

16:15 - 17:00, 3SAT
Im Bann der Arktis

Die Arktis ist eine der wunderbarsten Landschaften unseres Planeten. Sie wird sich infolge des Klimawandels vermutlich unwiederbringlich verändern. Die Welt beklagt das, ohne zu handeln. Gerade im hohen Norden indes passen sich Bewohner längst der Wirklichkeit an. Sie züchten in Grönland Kartoffeln und Kräuter, erschließen Tauchgründe in Island, verändern den Hausbau in Russland. Und sie kämpfen um Mitsprache - allen voran die Inuit. Sie wollen nicht, dass allein die Ölkonzerne über die Zukunft ihrer Heimat entscheiden. Acht Jahre nach seiner ersten Polarkreis-Tour um die halbe Welt hat Grimme-Preisträger Klaus Scherer 2013 die andere Hälfte bereist: von Grönlands Ostküste aus durch Island, Nordskandinavien und Russland bis zu Amerikas nördlichem Außenposten Point Hope in Alaska, wo er seine Weltumrundung damals begonnen hatte. Überall trifft er auf Menschen, die ihm von ihrem Leben zwischen Tradition und Zeitenwende erzählen, vom Wandel ihrer Welt, von der Arktis im Aufbruch. Im ersten Teil des Films besucht Scherer grönländische Küstendörfer, die sich zwischen driftenden Eisbergen von der Jagd auf Fischfang umstellen, und einen Gartenbau-Pionier, der Rhabarber erntet. In Island taucht er mit Einheimischen im eiskalten Wasser durch die Silfra-Schlucht. Das Naturwunder zwischen Amerikanischer und Eurasischer Kontinentalplatte gilt unter Wassersportlern als Geheimtipp. Die Reiseroute folgt dem Polarkreis durch die Nordinsel Grimsey, die norwegischen Fjorde und mit der nördlichsten Bahnverbindung nach Schweden. Im Klimaforschungszentrum von Abisko erfährt Scherer, wie sich die Tundra verändert, und im Städtchen Arjeplog, wie ein Unternehmer mit Extremwetter Geld verdient: Er schiebt auf einem See Rennstrecken ins Eis, auf denen Autohersteller ihre Technik testen. Auch Klaus Scherer durfte ans Steuer.

17:00 - 17:45, 3SAT
Im Bann der Arktis

In Teil zwei begleitet Klaus Scherer unter anderen eine finnische Studentin, die Rentiere züchtet, die Ureinwohnersprache der Sami studiert und als Drummerin in einer Heavymetal-Band spielt. Das Filmteam beobachtet eine Nacht lang in den Grenzwäldern nahe Russland Bären und geht in Murmansk an Bord des größten Atomeisbrechers, der für die Schifffahrt neue Routen freihalten soll. In Jakutsk erklären Architekten, wie sie die Arktis besiedeln wollen. Im amerikanischen Point Hope trifft Scherer schließlich seinen Inuit-Freund Steve Oomittuk wieder, der dort Bürgermeister ist. Sein Dorf in Alaska lebt seit Jahrhunderten vor allem von Walfang und Karibu-Jagd. Jetzt drängen die Ölkonzerne in die Region, doch das Dorf klagte erfolgreich dagegen. Die Risiken einer Ölpest, urteilten Gerichte, seien zu hoch. Die Arktis ist eine der wunderbarsten Landschaften unseres Planeten. Sie wird sich infolge des Klimawandels vermutlich unwiederbringlich verändern. Die Welt beklagt das, ohne zu handeln. Gerade im hohen Norden indes passen sich Bewohner längst der Wirklichkeit an. Sie züchten in Grönland Kartoffeln und Kräuter, erschließen Tauchgründe in Island, verändern den Hausbau in Russland. Und sie kämpfen um Mitsprache - allen voran die Inuit. Sie wollen nicht, dass allein die Ölkonzerne über die Zukunft ihrer Heimat entscheiden. Acht Jahre nach seiner ersten Polarkreis-Tour um die halbe Welt hat Grimme-Preisträger Klaus Scherer 2013 die andere Hälfte bereist: von Grönlands Ostküste aus durch Island, Nordskandinavien und Russland bis zu Amerikas nördlichem Außenposten Point Hope in Alaska, wo er seine Weltumrundung damals begonnen hatte. Überall trifft er auf Menschen, die ihm von ihrem Leben zwischen Tradition und Zeitenwende erzählen, vom Wandel ihrer Welt, von der Arktis im Aufbruch.
17:45 - 18:30, 3SAT
Island am Polarkreis

Die Isländer leben auf einem Pulverfass: Regelmäßig bebt der Boden, strömt heiße Lava, legen Aschewolken das Leben lahm. Aber die Menschen auf der größten Vulkaninsel der Welt bleiben entspannt. Sie machen sich die Natur bestens zunutze: Brot aus dem Vulkanbackofen, schmackhafte Möweneier, beheizte Freiluft-Swimmingpools für alle, Strom zum Nulltarif und fröhliche Fischerkinder, die auch im eiskalten Hafenbecken stundenlang planschen, gehören zum Alltag. "mare TV" erzählt Geschichten aus Islands Norden, wo die Fjorde lang und einsam sind und wo gleich vor der Küste das Polarmeer beginnt. Mitten im Skagafjördur, einem der größten Fjorde der Region, liegt die Insel Drangey, ein steiler, schroffer Felsen-Brutplatz von Möwen und Papageientauchern. Für die Bewohner des Fjordes waren die Eier der Vögel in harten Jahren oft die letzte Rettung. Auch heute noch machen sich die Eriksons auf zum "Eierklau", ein großes, nicht ganz ungefährliches Familien-Abenteuer auf der Felseninsel. Weiter im Nordosten von Island, in Myvatn, verwandeln heiße Quellen und Schwefeldämpfe die Landschaft in eine brodelnde Hexenküche. Dagny Hallgrimsdottir hat hier schon als kleines Mädchen "Backe, backe, Kuchen" gespielt. Jetzt macht sie sich jeden Morgen auf den Weg zum Brotbacken in heißer Erde. Eine uralte Methode, simpel aber wirkungsvoll: Dagny hat alte Waschmaschinentrommeln in den Boden eingegraben. Deckel drauf - und fertig ist der Erdofen mit 100 Grad heißem Dampf. So backt sie ein ganz spezielles Brot, das ihr kleines Café in ganz Island bekannt gemacht hat. Vor 100 Jahren löste die Heringsfischerei im Norden einen regelrechten Fisch-Rausch aus: "Das Silber des Meeres ist Islands Gold", hieß es damals. Heute sind die großen Heringsschwärme längst weg. Fischer wie Sigurdur Oddsson gehen auf Kabeljau- und Schellfischfang. Sigurdur fischt mit "Longlines", 500 Meter langen Köderschnüren. Er findet das Fischen mit der langen Leine fair. "Bei mir haben die Fische die Wahl. Es zwingt sie ja niemand, den Köder zu fressen!" Das Kilogramm Fisch bringt Sigurdur rund 1,50 Euro, aber nach Abzug der Kosten für Kutter, Diesel und Kühlhausgebühren bleibt gerade mal die Hälfte übrig. Jetzt, in der Fangsaison, arbeitet Sigurdur fast Tag und Nacht, denn er muss das Geld für das ganze Jahr verdienen. Heimir Hardarson hat andere Sorgen. Er kämpft gegen das Abwracken alter Holzboote. Heimirs neuestes Restaurationsprojekt ist der Kutter "Bjössi Sör": Baujahr 1975, solide Eiche, eines der letzten in Island gefertigten Holzexemplare. Sechs Monate lang hat er an dem Kutter gewerkelt, den Motor komplett auseinandergenommen und dem Schiff einen neuen Anstrich verpasst. Jetzt ist endlich der Tag des Stapellaufs gekommen - für die "Bjössi Sör" der zweite Geburtstag.

18:35 - 19:20, arte
Die Karibik

Blumentiere, wie Korallen auch genannt werden, sind die Baumeister der Karibik. Sie schaffen artenreiche Riffe – diese werden in Hunderttausenden von Jahren durch Verkarstung zu verschachtelten Unterwasserhöhlen, nach Erosion zu weißen Sandstränden und nach tektonischen Hebungen zu ganzen Inselwelten. Doch die Baumeister sind angeschlagen, stellenweise sind über 90 Prozent der karibischen Riffe abgestorben. Besonders im Süden des Subkontinents, in Costa Rica und Panama, haben Rodungen und Bodenabtragung deutliche Spuren im Meer vor der Küste hinterlassen. Die Riffe wurden, zusätzlich zu den Auswirkungen von Wassererwärmung und -versauerung, von Sedimenten buchstäblich zugeschüttet. Über weite Strecken sind die Korallenstöcke erstickt, von Algen überwuchert. Welche Wege der Wiederansiedlung finden statt, wenn die Ursachen des Sterbens verringert werden? Welche Tricks und Wege kennt die tropische Natur, sich anzupassen und Lebensräume zurückzuerobern? Einmal im Jahr finden die magischen Nächte der karibischen Unterwasserwelt statt – eines der größten Wunder und zugleich Rätsel der Unterwasserwelt. Verschiedenste noch lebende Korallenstöcke entlassen Milliarden von Eiern und Spermien ins Meer, in einer Region von mehreren Quadratkilometern, fast auf die Minute genau. Ihre Mission ist, sich zu finden und als Larven neuen Untergrund zu besiedeln. Die Hoffnung für abgestorbene Riffregionen. Der Film dokumentiert diese Unterwasserorgie der Karibik in nie gesehenen Aufnahmen. Fluoreszenzkameras erlauben einen faszinierenden Einblick in das Leben einer Korallenlarve vom Zeitpunkt des Laichens bis zur Ansiedlung auf einem abgestorbenen Riff. Auch an Land besteht Hoffnung. Werden abgeholzte Berghänge wieder sich selbst überlassen, übernehmen Pionierpflanzen wie der Ameisenbaum den Anfang eines neuen Urwaldes. Samenverbreiter wie Papageien, Pakas, Brüllaffen und der schillernde Quetzal-Vogel helfen dabei über ganz besondere Strategien. Werden sie sich selbst überlassen, können gerodete Regionen wie der Panamakanal binnen weniger Jahrzehnte zu neuen Lebensräumen werden. Und die Schlammfracht auf die Riffe würde deutlich verringert – so hätten auch die Blumentiere und damit die Unterwasserwelt der Karibik wieder eine echte Chance. Am Ende steht die Erkenntnis, dass die Küsten und Riffe Zentralamerikas angeschlagen, aber nicht geschlagen sind.
22:00 - 22:45, RBB
Big Five Asien

Für Tiere in der Größe von Elefanten, die zudem in großen Herden umherstreifen, ist es nicht leicht, im immer dichter besiedelten Asien genügend Raum zum Leben zu finden. Die Situation der Asiatischen Elefanten wird vielleicht nirgendwo so deutlich wie in Sabah im Nordosten Borneos: Entlang des Flusses Kinabatangan macht sich ein Filmteam auf die Suche nach den grauen Riesen Asiens, und schneller als erwartet wird es dort fündig. Elefanten ziehen entlang dieses Flusses in Herden, die manchmal aus mehr als hundert Tieren bestehen. Auf den ersten Blick denkt man, das Paradies für Elefanten gefunden zu haben.
22:45 - 23:30, RBB
Die Tricks des Überlebens

Eine Reise von den klaren Bergflüssen über den sumpfigen Pantanal bis ins Korallenriff und tief in die Regenwälder - eine Reise auf den Spuren außergewöhnlicher Tiere und Pflanzen. Etwa zehn Millionen Tier- und Pflanzenarten leben auf der Erde - doch kein einziges Lebewesen kann alleine überleben. So sind im Laufe von Jahrmillionen komplexe und außergewöhnliche Beziehungen zwischen den verschiedenen Organismen entstanden, die die Fortpflanzung sichern oder Schutz und Nahrung bieten. Zu den artenreichsten Lebensräumen gehören der tropische Regenwald und die Korallenriffe.

Donnerstag, 13.12.2018
10:25 - 11:10, B3
Wildes Deutschland: Vorpommerns Küste

An der Ostsee liegt eine der schönsten Naturlandschaften Deutschlands mit ihren berühmten Wahrzeichen: Die Kreidefelsen von Rügen ragen knapp 120 Meter in den Himmel empor und bieten den seltenen Wanderfalken geschützte Brutmöglichkeiten. In den Buchenwäldern von Jasmund am Rande der weißen Klippen ziehen Dachse und Damhirsche ihre Jungen auf. Die Bodden auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst sind nur durch schmale Meerengen mit der Ostsee verbunden. Mit ihrem türkisfarbenen Wasser gleichen sie karibischen Lagunen und bieten Nist- und Rastplätze für eine Vielzahl von Vögeln. So rasten im Herbst bis zu 60.000 Kraniche in der Region und Seeadler gehen auf die Jagd. Im Darßer Urwald kommen die Hirsche bis in die Dünengürtel der Strände, wo sich die Bullen zur Brunft erbitterte Kämpfe liefern. Ein Anblick, den man so nur an Vorpommerns Küste erlebt. Im Schatten des Leuchtturms am Dornbusch auf Hiddensee kann man eine der wenigen Zwergseeschwalben-Kolonien an der Ostsee beobachten. Es handelt sich bei den Vögeln um die kleinste und hierzulande seltenste Seeschwalbenart. Ende September beginnt die Wanderung der Meerforellen in die Flüsse Mecklenburgs zu ihren Laichplätzen. Engagierte Tierschützer fangen etwa 250 Weibchen und 50 Männchen, um die Tiere unter kontrollierten Bedingungen zu vermehren. Im Frühjahr setzen sie 70.000 kleine Jungforellen wieder aus. Auf diese Weise hoffen sie, den Bestand der Art zu stabilisieren.

12:15- 13:00, RBB
Das Elefantenkrankenhaus von Thailand

Elefanten gelten in der thailändischen Kultur als Glücksbringer. Doch wenn es um die Pflege von kranken Tieren ging, war lange Zeit niemand zuständig. Seit 1993 gibt es ein Elefantenkrankenhaus - eine weltweit einmalige Auffangstation für kranke und verletzte Elefanten. Ein Elefantenkrankenhaus, professionell ausgestattet, rund um die Uhr geöffnet, mit einer kostenlosen Behandlung für jeden Elefanten, der Versorgung benötigt - eine bis dato weltweit einmalige Auffangstation für kranke und verletzte Elefanten. Das Filmteam war drei Wochen mit den Tierärzten und Tierpflegern unterwegs.
13:35 - 14:20, 3SAT
Namib - Zauber der Wüste

Sand – so weit das Auge reicht. Je nach Tageszeit wechselt die Farbe von fahlem Gelb hin zu leuchtendem Rot. Die Namib ist die älteste Wüste und einer der unwirtlichsten Orte der Erde. Leer, trocken, lebensfeindlich: So ist der erste Eindruck, den die Autorin Olivia Mokiejewski auf ihrer 4000 Kilometer langen Reise durch Afrikas Küstenwüste hat, doch schnell verfällt sie der Faszination und dem Zauber eines der letzten Naturparadiese. Verwilderte Pferde – Relikte des Ersten Weltkrieges - fügen sich seit 100 Jahren nahtlos in die Natur ein. Seit wenigen Jahren sind sie vom Aussterben bedroht, genauso wie die Wüstenlöwen, die sich ganz anders verhalten als ihre Verwandten in der Savanne und perfekt an die extreme Trockenheit angepasst sind. Ihr größter Feind ist der Mensch. Der Biologe Philip Stander sieht sich als Konfliktmanager der letzten 150 Wüstenlöwen und der ortsansässigen Bevölkerung. Eines der letzten Wüstenvölker der Erde sind die Topnaar. Ihr Überleben ist eng mit dem Wachstum der Nara-Melone verknüpft. Die endemische Pflanze dient als Lebens- und Futtermittel und als Medizin. Jetzt soll sie kultiviert und angebaut werden, um das Überleben des alten Stammes zu sichern. Die Wüste ist ein fragiles Ökosystem: Gerät sie aus dem Gleichgewicht, tötet sie Mensch und Tier und erobert ihr Terrain zurück. Geht jedes Lebewesen sorgsam mit ihr um, kann sie ein Paradies, ein Garten Eden sein.

15:00 - 15:45, 3SAT
Wunder der Erde

In Teil eins geht es um Küsten. Tosende Wellen nagen ständig an den Küsten, tragen Sand ab und höhlen Felsen aus, formen ganze Felslandschaften. Sie schaffen Naturwunder wie die "Zwölf Apostel" in Australien. Die Kreideklippen von Dover begrüßen jeden, der per Schiff nach Großbritannien reist. Und die Klippen von Moher an der irischen Westküste bieten von ihren über 200 Meter hohen Steilwänden einen faszinierenden und schwindelerregenden Blick in die Tiefe.

15:45 - 16:30, 3SAT
Wunder der Erde

Sie bestehen nur aus Wasser und haben doch die Oberfläche unserer Erde geformt: Gletscher. Die Eismassen bedecken zehn Prozent des Festlandes, in polaren Regionen und auf hohen Bergen. Der größte Eisschild der Erde bedeckt die Antarktis. Sie ist der südlichste und kälteste Kontinent der Erde. Der Antarktische Eisschild ist bis zu 4900 Meter dick. Rund 70 Prozent des Süßwassers der Erde sind darin gefroren. In Kanada liegt das Kluane-Eisfeld, die größte zusammenhängende Gletschereisfläche außerhalb der Polregionen. Auch sie verliert, wie nahezu alle Gletscher, dramatisch an Masse, was auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Zahlreiche Nationalparks in den USA und in China, atemberaubende Landschaften auf Kamtschatka und in Island bezaubern mit ihren einzigartigen Landschaftsformen und mächtigen Eisströmen Forscher und Touristen.

16:30 - 17:15, 3SAT
Wunder der Erde

Gut ein Fünftel der Erde ist von Wüsten bedeckt, und keine von ihnen gleicht der anderen. Es gibt Sand-, Salz-, Stein- und Felsenwüsten - und klirrend kalte Eiswüsten. Sie alle haben eines gemeinsam: ein extremes Klima und den Mangel an Vegetation, der das Überleben von Mensch und Tier nahezu unmöglich macht. In Wüsten liegen aber auch heilige Stätten wie das Katharinenkloster am Berg Sinai. Der Uluru im trockenen Zentrum Australiens ist für die Aborigines von großer Bedeutung. Das "Tal des Todes" in der großen arabischen Wüste wurde von Lawrence von Arabien als "weitläufig, einsam und göttlich" beschrieben. In den Felslandschaften des Uluru findet man in Stein geritzte prähistorische Zeichnungen und Inschriften. Entschlüsselt hat man die Zeichen bis heute nicht. Auch die berühmten Nazca-Linien, die gigantischen Geoglyphen in der südperuanischen Atacama-Wüste, geben Wissenschaftlern noch heute Rätsel auf.

16:45 - 17:10, arte
Wildkatzen

Sie ist geheimnisvoll, sagenumwoben und so scheu wie kaum ein anderes Tier: die Wildkatze. Nur wenige Menschen bekommen die hervorragenden Jäger jemals zu Gesicht. Fast unsichtbar streifen sie durch unsere Wälder – seit rund einer halben Million Jahren. Wildkatzen wurden lange so erbarmungslos gejagt, dass sie fast als ausgestorben galten. Heute brauchen sie unseren Schutz. Wie der gelingen kann? Auf der Suche nach Antworten begeben sich Gunnar Mergner und Caroline du Bled heute auf Spurensuche im Nationalpark Hainich in Thüringen – dort wollen sie der bedrohten Art ganz nah kommen. Mit Hightech-Methoden versuchen das auch Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstituts. Ihr Ziel ist es, die seltenen Wildkatzen mit winzigen DNA-Spuren wie einzelnen Haaren zu identifizieren. Nur so lässt sich herausfinden, wo sich die Tiere in Deutschland tatsächlich aufhalten. Denn in viele Waldgebiete ist die Wildkatze bis heute nicht zurückgekehrt. Naturschützer versuchen sie dort wieder anzusiedeln – mit Hilfe von sogenannten grünen Korridoren. Wie unterscheidet sich eine Wildkatze von unserer Hauskatze? Und kann man Wildkatzen zähmen? „Xenius“ findet es heraus.
17:15 - 18:00, 3SAT
Wunder der Erde

Vulkanausbrüche: Kaum eine andere Naturerscheinung ist so machtvoll, furchteinflößend – und faszinierend. Es ist eine zerstörerische, aber auch Leben spendende Kraft. Sie prägt unseren Planeten mit seinem Reichtum an Arten und Landschaften. Knapp 1400 Vulkane der Erde gelten als aktiv. Manche ruhen seit Jahrhunderten, gar Jahrtausenden, andere stoßen täglich Lava, Felsbrocken und Asche aus. Sie liegen in Bereichen, wo tektonische Platten aufeinanderstoßen oder auseinanderdriften, wie dem Pazifischen Feuerring und dem Ostafrikanischen Grabenbruch. Auch haben Vulkane ganz unterschiedliche Eigenschaften. Manche gehören dem explosiven Typ an, wie der Krakatau, aus anderen, wie den Vulkanen von Hawaii, fließt dünnflüssige Lava. Sie sind berechenbarer und eine Touristenattraktion. Interessante Naturphänomene sind auch vulkanische Erscheinungen wie Solfatare, Fumarolen, heiße Quellen und Geysire.

18:35 - 19:20, arte
Die Karibik

Keine Insel der Karibik gleicht ihren Nachbarn. Jede hat eine andere Geschichte, Flora und Fauna. Eine ganz besondere Stellung innerhalb der Vielfalt der karibischen Inselwelt besitzen Trinidad und Tobago. Die beiden Inseln liegen zwar in der Karibischen See, haben aber eine enge Verbindung zum südamerikanischen Kontinent. Beide waren einst Teil des Festlandes, sie besitzen eine reiche, dem Kontinent ähnliche Fauna und Flora. Und doch sind sie ganz anders: Die Zeit der Isolation hat sie verändert. Eine Legende der Warao-Indianer erzählt von der „großen Flut“, die Trinidad vom Festland trennte. Das war vor 1.500 Jahren, wissen die Geologen heute. Für viele Arten bedeutete das einen Glücksfall, ihr Leben ist nun karibisch entspannt. Denn die großen Räuber konnten sich auf der Insel nicht halten. Die größten Räuber an Land sind ziemlich klein, wie die etwa dackelgroße Tayra aus der Familie der Marder und der Ozelot, eine kleine Raubkatze. Das gibt anderen Inselbewohnern Raum. Nur in den Flüssen und Sümpfen herrschen noch Anakonda und Krokodilkaiman. Aber auch dort ist Trinidad für eine Überraschung gut: Kapuzineraffen nutzen Äste als Amboss, um an das Fleisch großer Schnecken zu gelangen, den Kaiman haben die schlauen Affen dabei immer im Blick. Tobago, die kleinere der zwei Inseln, ist schon seit 10.000 Jahren vom Kontinent getrennt: Hier haben sich am Boden nur wenige Arten wie Boa constrictor, Agutis oder das Gürteltier gehalten. Die Insel ist ein Vogelparadies und sicherer Hafen für zahllose Meeresvögel. Die Dokumentation „Nach der Flut“ zeigt, wie sich Flora und Fauna entwickeln, wenn sich die Voraussetzungen ändern. Auf einmal Insel: Was macht das mit der Natur? Was blieb vom Kontinent? Wer gewinnt, wer verliert im Überlebensspiel der Insel? Für die Natur sind die Inseln ein Sprungbrett zwischen Südamerika und den Kleinen Antillen. Diese Brückenlage und die vielfältigen Lebensräume machen sie reich an Arten. Dank besonders lichtempfindlicher Kameras aus der Weltraumforschung kann die Dokumentation mit sensationellen Bildern aus den dunkelsten Höhlen und tiefster Nacht aufwarten. Extrem lichtempfindliche Vögel konnten zum ersten Mal überhaupt gefilmt werden, und bei der Eiablage von Lederschildkröten konnte erstmals das natürliche Verhalten beobachtet und gefilmt werden.
20:15 - 21:00, NDR
Norwegens schönste Jahreszeit - Der Winter

Mittelnorwegen, nahe der schwedischen Grenze, kann eine sehr ungemütliche Gegend sein, besonders im Winter. Gut 400 Kilometer nördlich von Oslo liegt die ganz aus Holzhäusern gebaute einstige Bergbaustadt Røros, seit 1980 UNESCO-Weltkulturerbe und einer der kältesten Orte Norwegens. Minus 50 Grad wurden hier schon gemessen und Schnee gibt es reichlich von November bis Anfang Mai. Ella Kjøsnes liebt Schnee, für sie gibt es keine schönere Jahreszeit als den Winter. Die 16-Jährige ist Musherin, Schlittenhundführerin. Mehrmals in der Woche trainiert sie mit ihren sechs Huskys für den 200 Kilometer langen Femund-Lauf, eines der härtesten Rennen Europas. Ella ist in Norwegen schon fast so etwas wie eine Legende. 2015 überraschte ein heftiger Schneesturm die jugendlichen Hundeschlittenfahrer. Manche verbrachten die Nacht ohne Kontakt zur Außenwelt im Sturm. Ella erreichte damals als Einzige das Ziel. Auch in diesem Jahr will sie wieder ganz vorne mit dabei sein, egal, was kommt. Schnee bedeutet für Morton Svendsen und seine Kollegen von der Stadt Røros, dass ihnen die Arbeit nicht ausgeht. Tagtäglich ist das Schneeräumkommando in den engen Gassen und Straßen unterwegs. Manchmal liegt so viel Schnee oder er ist so hart, dass nur schweres Gerät hilft. Mit einem riesigen Schneehobel und einer ebenso beeindruckenden Fräse wird er von den Straßen geholt und mit Lkws abtransportiert. Der eisige norwegische Winter lässt aber auch Flüsse und Seen gefrieren. Für den begeisterten Angler Jan Moen aus Hessdalen kein Problem. Statt mit dem Boot, wie im Sommer, geht es jetzt mit dem Motorschlitten auf den See, Saiblinge angeln. Schnell ein Loch in das Eis bohren, etwas hausgemachten Käse als Lockfutter hineinschütten, tiefgefrorene Maden auf den Haken ziehen und warten. Auch wenn er nichts fängt, hofft er, dass sich stattdessen mal wieder eine der geheimnisvollen Lichterscheinungen blicken lässt. Seit Jahrzehnten beobachten die Menschen im abgelegenen Tal von Hessdalen seltsame Lichter am Himmel, für die es bis heute keine Erklärung gibt. Ungewöhnliche Lichter lassen sich am Femundsee, Norwegens drittgrößtem See, zwar nicht sehen, im Winter jedoch auch kaum Touristen. Schlecht fürs Geschäft von Tone und Rolf Eriksen, Besitzer der Femund Fjellstue, einem kleinen Hotel und Restaurant im abgelegenen Dörfchen Elgå. Der See ist monatelang zugefroren, die Fähre fährt dann nicht und die einzige Straße, die hierher führt, gleicht oft einer Eisbahn. Das Ehepaar machte aus der Not eine Tugend: Es eröffnet jedes Jahr, wenn das Eis auf dem Femund stark genug ist, "Elgå International Airport", einen sehr ungewöhnlichen Flugplatz für Kleinflugzeuge mitten auf dem Femundsee. Nicht weit vom Flugplatz entfernt, auf einem alten Gehöft am Südende des Sees, herrscht Aufbruchstimmung. Eine Gruppe von Schweden und Norwegern packt ihre Pferdeschlitten. Die hölzernen Gefährte sind rustikal, kein Dach, nur ein PS, kein Navi, keine Sitzheizung. Manche sind noch original und damit knapp 200 Jahre alt. Mitten im kältesten Winter folgen 20 Schlitten einem jahrhundertealten Handelsweg vom schwedischen Falun ins norwegische Røros. Knapp zwei Wochen dauert die 350 Kilometer lange Tour quer durch einsame tief verschneite Wälder, über zugefrorene Seen und Flüsse.

21:00 - 21:45, NDR
Sibirien - Die Eisstraße ins Polarmeer

Im Norden von Russland baut man Straßen nicht aus Pflastersteinen, Beton oder Asphalt. Man setzt stattdessen auf "Väterchen Frost" und errichtet Verkehrswege aus Eis und Schnee. Im Norden Sibiriens verläuft eine der härtesten und kältesten Straßen der Welt. Sie wird erst befahrbar, wenn die Temperatur unter minus 30 Grad fällt. Erst dann sind die Flüsse und die Sümpfe der Tundra knochenhart gefroren. Dann entsteht auf Eis und Schnee eine russische Winterstraße, ein so genannter "Simnik", nach dem russischen Wort "Sima" für Winter. Obwohl nur drei Monate im Jahr befahrbar, ist sie die Lebensader für alle Menschen, die nördlich des Polarkreises siedeln. Kostja und Ljoscha, zwei technische Mitarbeiter des "Instituts für Perma-Frostboden-Forschung" in Jakutsk, begeben sich Ende März auf eine abenteuerliche Reise. Sie sollen Forschungs-Ausrüstung in die Arktis bringen: Fässer mit Bohrflüssigkeit, Thermobehälter für tiefgefrorene Bohrkerne, Messgeräte und andere wissenschaftliche Geräte. Weit draußen, im eisigen Polarmeer, liegt das Ziel ihrer Reise: die Arktisstation Samoylov. Ausgangspunkt ist Jakutsk, die Hauptstadt der größten föderalen Republik Russlands. Hier in Sacha, der Republik der Jakuten, gibt es die strengsten Fröste, unter denen Menschen leben - minus 60Grad und noch kälter. Die Erde ist viele Meter tiefgefroren und taut im Sommer nur an der Oberfläche auf. Kostja und Ljoscha fahren einen russischen Lkw der Marke "Ural". Einst als geländegängiges Militärfahrzeug entwickelt, wird er noch heute produziert. Er gilt als unverwüstlich und zuverlässig in den unwegsamen Regionen Sibiriens. Den nächsten größeren Siedlungspunkt werden die beiden erst nach 13 Tagen und 2.000 Kilometern erreichen, weit im Norden, am Ufer des Eismeeres: die Polarhafenstadt Tiksi. Auf der Fahrt lauern so manche Gefahren. Besonders am über 1.200 Meter hohen Werchojansker Gebirgsrücken. Die Berge zeigen sich zwar bei strahlender Sonne und bester Sicht, über den Pass führt sogar eine geräumte Straße. Doch genau hier passieren jedes Jahr viele Unfälle, so auch dieses Mal. Und auch danach bleibt es tückisch. Hunderte Kilometer geht es durch eine unberechenbare Eiswüste. Wie wird die Tour verlaufen? Hält die Fahrzeug-Technik durch? Bleibt das Eis stabil? Der "Simnik" ist auch für erfahrende Sibirien-Fahrer eine echte Herausforderung.
Freitag, 14.12.2018
10:35 - 11:10, B3
Winterwelten

Der Winter ist eine Zeit voller Gegensätze. Neuschnee umhüllt Berge und Täler mit einem weißen Schleier und verzaubert das Land auf märchenhafte Weise. Glitzernde Eisskulpturen entstehen wie zerbrechliche Kunstwerke aus Kälte und Wasser. Und wenn die Sonne scheint, funkelt die Welt plötzlich in einem ganz neuen Licht. Für viele Tiere beginnt jedoch eine Zeit der Entbehrungen und ein täglicher Kampf ums Überleben. Ob Fuchs, Maus, Wildschwein, Hirsch, Eichhörnchen oder Vogel - jeder versucht auf seine Weise dem Hunger und der Kälte zu trotzen. Ein dichtes Winterfell oder Daunenkleid schützt vor der Kälte, aber die Nahrung ist für alle knapp. Hirsche fahren ihren Stoffwechsel herunter, um mit dem kargen Futter auszukommen und bewegen sich möglichst wenig, um keine Energie zu verschwenden. Wasservögel müssen sich bewegen, denn sonst frieren sie auf dem Eis fest. Eichhörnchen haben gut vorgesorgt und machen sich auf die Suche nach ihren heimlichen Nahrungsvorräten, die sie bereits im Herbst versteckt haben. Der Fuchs dagegen muss ständig jagen. Es ist kein leichtes Unterfangen unter dem Schnee Mäuse zu fangen, und häufig auch vergebens. Die Strategien der Natur sind vielfältig und voller Wunder und führen oft zu erstaunlichen, aber auch heiteren Begebenheiten.

17:00 - 17:45, 3SAT
Wunder der Erde

Menschenfeindliche Wüsten, imposante Gebirgslandschaften, brodelnde Vulkane, Leben spendende Flüsse: "Wunder der Erde" stellt Landschaften der Superlative vor. Diesmal geht es um Gebirge. Die Gebirge unseres Planeten – eine Urlandschaft aus Felsen, Schnee und Eis. Heimat von Tieren und Pflanzen, die sich den extremen Lebensbedingungen angepasst haben, und Sehnsuchtsorte. Für viele Menschen ist das Gebirge sogar ein Sitz der Götter. Die steilen Sandsteinfelsen von Meteora in Griechenland sind beispielsweise seit einem Jahrtausend Rückzugsort von Einsiedlern und Mönchen, auch viele Gipfel des Himalaja werden als heilig verehrt. In den australischen Snowy Mountains banden sich bereits 1860 europäische Goldsucher Bretter unter die Füße und erfanden so das Skifahren, und in den neuseeländischen Südalpen entdeckte der Erstbesteiger des Mount Everest, Edmund Hillary, seine Begeisterung für die Berge.

17:40 - 18:35, arte
Virunga, der Kampf für die Berggorillas

Ein Nationalpark im Ostkongo, einer der krisenreichsten Regionen der Erde, wo fünfhundert Berggorillas mehr Aufmerksamkeit erfahren als die Menschen, die in seinem Umfeld leben? Das weckt Neid und Begehrlichkeiten – und auch Gewalt. Die Verteidigung des Virunga-Nationalparks und seiner Bewohner, der letzten Berggorillas auf der Welt, ist eine tägliche Herausforderung. „360° Geo Reportage“ porträtiert beide Seiten: Ranger, die täglich ihr Leben riskieren, und Menschen, die sich durch den Nationalpark um ihr Eigentum gebracht sehen. Nur noch knapp 900 Berggorillas gibt es weltweit – 500 davon im Virunga-Nationalpark im Osten des Kongos, an der Grenze zu Ruanda. In der von immerwährenden Spannungen belasteten Region besteht für die Verteidiger des Nationalparks ständig Lebensgefahr. Über 170 Ranger kamen in den letzten 20 Jahren im Kampf gegen Wilderer und Rebellen zu Tode. Kurz nach den Dreharbeiten starben bei Angriffen sieben Ranger, darunter eine Frau. Der Nationalpark ist derzeit für Touristen gesperrt. Christian Shamavu ist einer der erfahrensten Ranger im Nationalpark, motiviert durch seine Liebe zu Tieren. „Ich war erst 15, als ich zum ersten Mal einen Gorilla gesehen habe. Ich war beeindruckt, sie sind so menschenähnlich. Menschen aus aller Welt kamen, um diese Tiere zu sehen. Das hat mich so begeistert, dass ich die Tiere beschützen wollte.“ Christians Arbeit ist ein Einsatz zwischen Leben und Tod. Denn die Bauern rund um den Park können die Fürsorge für den Park und seine Bewohner nur schwer nachvollziehen. Sie erheben Anspruch auf den Park, liefert er ihnen doch das überlebenswichtige Holz, das sie zur Herstellung von Holzkohle benötigen. Seit das Wildern und Abholzen verfolgt wird, kommt es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Rangern und Banditen, die die Konflikte brutal für ihre Zwecke nutzen. Wird es gelingen, den Nationalpark und seine Berggorillas dauerhaft zu schützen?

17:45 - 18:30, 3SAT
Wunder der Erde

Flüsse verändern und formen die Erdoberfläche. Sie stürzen über Felskanten und bilden riesige Wasserfälle. Sie überschwemmen, bilden weite Täler und münden in Deltas und Ästuaren ins Meer. Der Amazonas gilt als der mächtigste Fluss der Erde. Er trägt rund zwei Drittel allen Wassers, das auf der Erde in Flüssen fließt, zum Atlantik. Entlang des Nils hat sich eine fruchtbare Oase gebildet. Der Nil gilt als Lebensader Ägyptens. Das Mekong-Delta mit einer Größe von über 70 000 Quadratkilometern ist die Reiskammer Vietnams.

18:35 - 19:20, arte
Die Karibik

Der Vulkanismus, einerseits eine Ursache für die Artenvielfalt der Karibik, bedeutet gleichzeitig auch eine große Gefahr. Auf den Inseln Dominica und Guadeloupe hat dieses Naturphänomen viele Gesichter: Es gibt kochende Seen, giftige Schwefelaustritte, blubbernde Flachwasservulkane wie das weltberühmte Champagne Reef und, in Tausenden Metern Tiefe, die Tiefseevulkane. Doch gerade weil die titanischen Kräfte aus dem Erdinneren so rasend schnell zerstören, eröffnen sie auch immer wieder neue Nischen. So konnte hier eine Tier- und Pflanzenwelt entstehen, die für die Karibik untypisch ist, sowohl über wie unter Wasser. Tonnenschwere Lederschildkröten legen im schwarzen Vulkansand ihre Eier ab. An den steilen Berghängen der Vulkane konnten sich im Laufe der Evolution riesige Frösche und Insekten, wie der über 15 Zentimeter lange Nashornkäfer, entwickeln. Fast jedes der tief eingeschnittenen Täler beherbergt Tierarten, die es nur hier gibt. Wegen dieser speziellen Voraussetzungen konnten auch besondere Verhaltensformen entstehen. Die Pottwale von Dominica fressen kleinere Tintenfische als anderswo, tauchen viel öfter pro Tag und leben anders als ihre Artgenossen in direkter Küstennähe. Sie haben aufgehört zu wandern und erziehen ihren Nachwuchs gemeinsam. Doch ihre Population schrumpft scheinbar unaufhaltsam. Wird die Entwicklung nicht gestoppt, wird es wohl schon 2030 hier keine Pottwale mehr geben. Ähnliches gilt für die Lederschildkröten und die Riesenfrösche, die hier immer noch gejagt werden. Die Dokumentation ist nicht nur eine Reise zu diesen einzigartigen Tieren. Die Dreharbeiten begleiten auch Einheimische und Wissenschaftler, die versuchen, die zerstörerischen Entwicklungen aufzuhalten.
Samstag, 15.12.2018
07:20 - 08:10, arte
Die Eloquenz der Tiere 

Mit Tieren in einen echten Austausch zu treten, könnte dazu beitragen, ihre Weltsicht besser zu verstehen. Doch geht das überhaupt? Oder handelt es sich nur um einen weiteren verrückten Traum des Menschen? Und wie könnte eine solche Verständigung aussehen? Der zweite Teil der Dokumentationsreihe erforscht verschiedene Formen der Kommunikation zwischen Menschen und Tieren. Schon heute interpretieren Hunde menschliche Gesten und Gesichtszüge, und Menschenaffen können die Zeichensprache erlernen. Doch die größte Herausforderung besteht darin, "Übersetzer"-Schnittstellen zu schaffen. Forscher arbeiten bereits an der Entwicklung von Software, die Mensch und Tier eine gemeinsame Sprache gibt. Das Ziel all dieser Anstrengungen besteht darin, sich endlich mit Tieren zu "unterhalten" und herauszufinden, wie sie die Welt und den Menschen sehen.
09:30 - 10:00, B3
81° Nord - Auf den Spuren der Eisbären

Nirgendwo macht sich der globale Klimawandel so gravierend bemerkbar wie an den beiden Polen. Vor allem der arktische Eispanzer schmilzt dahin - die Nord-West-Passage ist immer häufiger eisfrei. Diese Veränderungen in der nördlichen Polarregion haben erhebliche Folgen für ihre Bewohner: Prognosen schüren die Sorge, dass noch zu Lebzeiten heutiger Großmütter und -väter der letzte frei lebende Eisbär verhungert.

10:00 - 10:30, B3
Mein kleines Alpaka

Im Hochland von Peru leben Alpakas Seite an Seite mit dem Hochlandvolk der Qéros. In 4.000 bis 5.000 Metern Höhe sind die Menschen auf die flauschige, wärmende Wolle ihrer Alpakaherden angewiesen. Es gibt keinen Strom, keine Autos und keine Telefonverbindung. Jede Familie hält eine oder mehrere Herden Alpakas. Zum einen brauchen sie die Wolle für die eigene Kleidung und zum anderen als einzige Einnahmequelle für den Verkauf. Mädchen wie die 8-jährige Berta bekommen die Aufgabe, neugeborene Alpakas zu adoptieren, für sie zu sorgen und sie zu beschützen, bis sie aus dem Gröbsten heraus sind. Dieser Bund hält darüber hinaus oft sogar ein Leben lang. Die Kinder sind mit Begeisterung dabei und versuchen ihr Möglichstes, damit es ihren kleinen Schützlingen gutgeht. Berta wartet voller Ungeduld und freut sich sehr, als ihr der Vater verspricht: Das nächstgeborene Alpaka wird das ihre. Und dann ist es soweit - "ihr" Baby ist da. Und in der kargen steinigen Landschaft entsteht ein starkes liebevolles Band.

10:30 - 11:15, 3SAT
Wilde Wasser, steile Gipfel - Das steirische Ennstal

Ein reißender Fluss, bunte Streuwiesen oder ein atemberaubender Blick vom 2700 Meter hoch gelegenen Dachstein - das Ennstal ist sehr facettenreich. Doch die Landschaft war lang gefährdet durch Flussbegradigungen im 19. und 20. Jahrhundert. Ein EU-Projekt schuf wieder naturnahe Auen- und Flusslandschaften sowie neue Lebensräume. Der Film erzählt die Geschichte des Tals und zeigt das Leben seiner Bewohner. Ursprünglich schlängelte sich die Enns kurvenreich durch ein lang gezogenes Tal. Dann wurde immer mehr Anbaufläche gewonnen, wurden Nebenarme gekappt, Moore trocken gelegt. Flora und Fauna verarmten. Immer öfter gab es verheerende Hochwasser. 1995 startete das EU-Projekt "Life". Naturnahe Flusslebensräume und Auwälder entstanden, aber auch ausgedehnte Moorlandschaften. Die für diese Landschaft typischen Torfmoose wurden angebaut, bald siedelten sich seltene Vogelarten wie der Wachtelkönig, der Wanderfalke oder der Eisvogel wieder an. Aber auch der Braunbär kehrte zurück. Heute ist die einmalige Flusslandschaft das ganze Jahr über ein Gebiet für sanften, naturnahen Tourismus: Im Mai und Juni locken ganze Wiesen voller blauer Schwertlilien Wanderer und Naturbegeisterte an, aber vor allem die Ski-Gebiete im Ennstal sind ein Publikumsmagnet. Darüber hinaus ist das Ennstal seit Jahrhunderten durch Handel und Verkehr geprägt. Das Eisen vom Erzberg oder Lebensmittel wurden auf der Eisenstraße und auf der Enns befördert. Waren es früher Fuhrwerke, Flöße und Enns-Schiffe, übernahmen später Bahn und Lkw den Transport der Güter.

15:30 - 15:50, 3SAT
Blühende Geheimnisse

Der "Potager du Roi", der Gemüsegarten Ludwigs XIV., und das schwarze Périgord mit seiner Märchenlandschaft aus Buchsbäumen sind die Stationen einer Tour zu französischen Gärten und Parks. Bei dieser Entdeckungsreise kann man nicht nur die Liebe der Franzosen für die Gestaltung der Natur erleben, sondern auch einen Spaziergang durch die Jahrhunderte machen. Von den Rokokogärten im Schloss Villandry an der Loire bis zu dem Park von Jean-Jacques Rousseau wird deutlich, wie sich der Gartenbau von der strengen Symmetrie absolutistischer Herrscher zu den spielerischen Freiheiten moderner Parklandschaften entwickelt hat.
Sonntag, 16.12.2018
11:05 - 11:20, 3SAT
Grand Canyon: Panorama der Erdgeschichte

Es gibt tiefere und engere Schluchten, aber so grandios und ehrfurchtgebietend wie der Grand Canyon ist keine zweite. Ein Flug über den Rand des Canyons ist überwältigend. Im Nordwesten Arizonas gelegen, ist der Grand Canyon 1,8 Kilometer tief, 450 Kilometer lang und bis zu 30 Kilometer breit. Geologen schätzen, dass sich das Gebiet in den vergangenen 40 bis 50 Millionen Jahren herausgebildet hat. Für die europäischen Eroberer war der Canyon jahrhundertelang unbezwingbares Niemandsland. Erst 1869 erforschte Major John Wesley Powell auf einer legendären Befahrung des Colorado das Innere der großen Schlucht. Er gab ihr auch den Namen "Grand Canyon". Heute ist der Grand Canyon zusammen mit dem Empire State Building der am meisten besuchte Ort der Vereinigten Staaten. Fünf Millionen Menschen kommen jedes Jahr dorthin. "Treten Sie an den Rand des Grand Canyon, schauen Sie hinab, immer tiefer in seine erschreckenden Abgründe. Dann erfahren Sie ihre eigene, völlige Bedeutungslosigkeit": So die amerikanische Psychologin M. E. Hart über die Wirkung dieses Naturwunders. Für Simone de Beauvoir galt der Grand Canyon als "geheimnisvolles Inbild aller Landschaften".

19:40 - 20:00, 3SAT
Yosemite Park: Jahreszeiten eines Naturwunders

"Ahwahnee", ein vor Staunen geöffneter Mund, diesen Namen hatten die Indianer ursprünglich dem Yosemite-Tal gegeben. Der Film stellt den Yosemite-Nationalpark im Lauf der vier Jahreszeiten vor. Der Yosemite-Nationalpark ist eines der am meisten besuchten Naturwunder der USA. Millionen von Touristen bestaunen jedes Jahr die Granitfelsen El Capitan oder Half Dome und vor allem die unzähligen Wasserfälle, die nach der Schneeschmelze im Frühjahr zu Tal stürzen. Vier große Wasserfälle haben den Park berühmt gemacht: der Yosemite-, Vernal-, Nevada- und der Bridalveil-Fall. "Yosemite" wurde 1864 vom amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln als "Public Preserve" dem Staat Kalifornien zugesprochen, 1890 zum Nationalpark erklärt und 1984 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Für John Muir, den legendären amerikanischen Pionier, war das Tal in der Sierra Nevada Kaliforniens gar, "das glorreichste Wunder der Natur".

Montag, 17.12.2018
10:25 - 11:20, arte
Neuseeland - Die Tiere vom Ende der Welt

Die Maori, das indigene Volk Neuseelands, nennen ihre Heimat „Aotearoa“ – „Land der langen weißen Wolke“. Das jüngste Land der Erde liegt mitten im Pazifik und besteht aus einer Nord- und einer Südinsel. Mit einer Bevölkerungsdichte von gerade einmal 18 Einwohnern pro Quadratmeter ist die Naturvielfalt der beiden Inseln noch vergleichsweise unberührt. Auf der Südinsel, in der Region Otago, brüten die nur hier lebenden Königsalbatrosse. Obwohl sie extrem geschützt sind und sich ihnen niemand ohne Erlaubnis nähern darf, haben in dieser Saison nur 14 Küken überlebt, halb so viele wie in den Vorjahren. Warum, das kann niemand sagen. Königsalbatrosse können 190.000 Kilometer am Stück fliegen – ohne den Boden zu berühren. Nur alle zwei Jahre kehren sie an den Ort ihrer Geburt zurück. Pro Brutzeit legen sie ein Ei – wenn überhaupt. Keine leichten Voraussetzungen für Nachwuchs. Ranger Hoani Langbury versucht die Ursachen für das Schrumpfen der Population zu ergründen. Auch weiter nördlich auf der Südinsel sind Tiere bedroht – Gelbaugenpinguine, die zweitgrößte Pinguinart Neuseelands. Zwei Frauen betreiben hier ein Pinguin-Krankenhaus und päppeln verletzte und kranke Tiere liebevoll wieder auf. Am stärksten betroffen sind derzeit jedoch die Maui-Delfine auf der Nordinsel. Im angesagten Sportlerparadies Raglan sind Surfer früher noch mit den kleinen Delfinen geschwommen – heute bekommt sie niemand mehr zu Gesicht. 55 Tiere soll es angeblich nur noch geben. „360° Geo Reportage“ hat Menschen getroffen, deren Leben vom Kampf um den Erhalt dieser Tierarten geprägt ist und zeigt, wie sehr die Neuseeländer um ihre traumhaft schöne Natur kämpfen.

10:45 - 11:30, 3SAT
Das Große Barriere-Riff

Es ist das bekannteste Korallenriff der Welt – und ein Naturparadies voller Geheimnisse: Das Große Barriere-Riff vor der Nordostküste Australiens ist eines der sieben Weltwunder der Natur. Mit einer Ausdehnung von 2200 Kilometern ist es selbst vom Weltall aus mit freiem Auge sichtbar. Die dreiteilige Reihe zeigt eine vielgestaltige, magische Welt voll pulsierender Aktivität. Im ersten Teil geht es um das "Paradies im Ozean". Korallenriffe wie das Große Barriere-Riff gehören zu den komplexesten Ökosystemen unseres Planeten. Wenige Millimeter kleine Korallen bilden den Lebensraum für Millionen Tiere und Pflanzen – alle ausgestattet mit speziellen Überlebenstechniken und in ungewöhnlichen Symbiosen anzutreffen. Dank modernster Makroaufnahmen sind Einblicke in diese atemberaubende Lebenswelt aus nächster Nähe möglich. Verblüffende Zeitrafferaufnahmen offenbaren, dass die scheinbaren reglosen Korallen sich in der Nacht in hyperaktive Kampfsterne verwandeln. Tag und Nacht, Ebbe und Flut – die Kamera von BBC-Regisseur James Brickell zeigt auf faszinierende Weise, welchen Einfluss die Gezeiten, der Sonnenstand und die Mondphasen auf das weitverzweigte System aus Korallenbänken und Inseln, die gemeinsam das Große Barriere-Riff bilden, haben. Wenn die Ebbe zweimal pro Tag große Teile der Riffgürtel freilegt, geraten sowohl die Korallentiere als auch viele andere Meeresbewohner in eine Extremsituation. Manche – wie etwa der Epaulettenhai – haben sich auf eindrucksvolle Weise an das ständig wechselnde Lebensumfeld angepasst. Dieser kleine Hai kann über Wasser auf festem Grund spazieren gehen und auf diese Weise in kleinen Wasserstellen jagen. Ebenfalls ein ausgeklügelter Jäger ist der Weißspitzenriffhai. Er ortet seine Opfer mittels elektrischer Impulse, die jede Muskelbewegung eines lebenden Tieres aussendet. Die nachtaktive Kegelschnecke wiederum macht ihre Langsamkeit mit einem hochwirksamen Nervengift wett, mit dem sie ihre Beute im Schlaf überrascht und diese dann bei lebendigem Leibe in einem Stück verschlingt. An die extremen Bedingungen der Gezeiten haben sich auch die Korallen selbst angepasst – mit einer speziellen Schleimschicht schützen sie sich bei Ebbe vor dem Austrocknen. Die Mondphasen steuern auch ein Ereignis, das nur ganz selten in bestimmten Frühsommernächten stattfinden kann – die Massenablaiche der Korallen, eines der größten Fortpflanzungsphänomene im ganzen Tierreich. Millionen kleiner Korallenlarven gehen mit der Strömung auf eine Reise mit unbekanntem Ziel. Die Korallen schaffen ferner das Fundament für eines der faszinierendsten Paradiese im Ozean – das Große Barriere-Riff.

11:10 - 11:55, B3
Die Husky-Familie

Dave und Kristen Olesen leben mit ihren beiden Töchtern Annika und Liv, völlig isoliert in der unberührten Wildnis der kanadischen Nordwestterritorien. 37 Huskys gehören zur Familie, mit ihnen wachsen die Teenager auf. Der nächste Nachbar wohnt zwei Schlittenstunden entfernt. Die Olesens fischen und jagen, auch bei minus 40 Grad. Die Tage sind kurz, die Winter lang. Der Große Sklavensee, der vor ihrer Haustür liegt, ist acht Monate im Jahr zugefroren, ideal für Schlittenhunde. In diesem Winter stehen alle Zeichen auf Hundetraining, denn Annika bereitet sich auf den Junior Iditarod vor, ihr erstes Hunderennen. Die ganze Familie zieht an einem Strang und verbringt mehrere Monate mit der Vorbereitung. Als Familie Olesen sich schließlich mit zehn Huskys auf die beschwerliche Reise ins 4.000 Kilometer entfernte Alaska macht, häufen sich die Widrigkeiten. Nach einem furchtbaren Hundekampf steht das große Familienabenteuer auf der Kippe.

11:30 - 12:15, 3SAT
Das Große Barriere-Riff

Das Große Barriere-Riff ist mit 3000 einzelnen Riffen und mehr als 600 Inseln nur Teil eines größeren Lebensraums an der Nordküste Australiens. Der Film stellt dieses Ökosystem vor. Es ist ein Gebiet, das von faszinierenden Gegensätzen geprägt ist - von Lagunen und Mangrovensümpfen, von Riffen und Regenwäldern. Eingebettet zwischen zwei extremen Lebensräumen, dem Korallenriff im Meer und dem tropischen Regenwald am Festland, liegt eine riesige Lagune. Über Jahrtausende hinweg entstanden, ist sie mehr als 100 Meter tief. Zwei Drittel des Lagunenbodens sind mit Sand bedeckt, eine Wüste unter Wasser. Hier überlebt nur, wer sich perfekt tarnen kann. Wie der Röhrenaal, der niemals sein solides Erdloch verlässt, Steinfische, die sich im Sand vergraben und auf Beute lauern, oder der Eingeweidefisch, der zum eigenen Schutz im Darm einer Seegurke haust. Die Lagune ist ein Ort ständiger Gefahr: Hammerhaie und Stachelrochen schweben wie Detektoren über den sandigen Böden. Sie orten die elektrischen Impulse von Herzschlag und Gehirnströmen der gut getarnten Meeresbewohner. Gelegentlich gleiten an der Wasseroberfläche auch Würfelquallen durch die Lagune. Das Nesselgift ihrer meterlangen Tentakel zählt zu den stärksten im ganzen Tierreich. An manchen Stellen haben sich Oasen im sandigen Lagunenboden gebildet. Hier sind Pflanzen und Weichkorallen für eine Formenvielfalt verantwortlich, die ausreichend Deckung für zahlreiche Jungfische bietet. Dank ausgedehnter Seegraswiesen können hier auch seltene Meerestiere wie Meeresschildkröten oder Dugongs überleben. Letztere werden etwa drei Meter lang und sind weitläufige Verwandte der Elefanten: Vor der australischen Küste befindet sich eines ihrer letzten Refugien. Der tropische Regenwald auf dem Festland hat eine Schlüsselfunktion für das vielfältige Ökosystem des Großen Barriere-Riffs. An durchschnittlich 120 Tagen im Jahr ergießen sich hier sintflutartige Regenfälle über das Land. Der dichte Wald hält die Wassermassen in Zaum und regelt die Zufuhr des Süßwassers in die Brackwasserzone, in jene Bereiche also, in denen es zu einer Durchmischung des süßen Flusswassers mit dem salzigen Meerwasser kommt. In den Mangrovengebieten an der Küste wiederum zersetzen Mikroorganismen das Sediment zu Schlamm. Dieser ist Nahrungsquelle für Wellhornschnecken oder Siedlerkrebse, deren Exkremente wiederum wertvolle Futterquelle für die Mikroorganismen im Meerwasser sind. Der Regenwald und die Mangroven, die Lagune und das Barriere-Riff: Sie alle fügen sich wie Puzzlesteine zu einer aufeinander abgestimmten Wirkungskette zusammen. Verändert sich eine Landschaftsform, beeinflusst dies alle Bereiche des komplexen Ökosystems.

12:15 - 13:00, 3SAT
Das Große Barriere-Riff

Diese Folge beleuchtet eine völlig neue Seite des Großen Barriere-Riffs: die beeindruckenden Wanderungen von Tieren, die das Riff zum Ziel für Fortpflanzung und Familiengründung haben. Direkt aus dem ewigen Eis der sturmumtosten Antarktis kommen zahlreiche Wal-Arten. Die Meeressäuger legen Tausende Kilometer in den Gewässern des Südpazifiks zurück, um sich in den warmen Regionen zu paaren und ihre Jungen zur Welt zu bringen. Mit ihren melodiösen Gesängen bringen Buckel- und Zwergwale eine völlig neue Klangkulisse in die Unterwasserwelt des Großen Barriere-Riffs. Das gigantische Riffsystem beherbergt auch eine der wichtigsten Brutstätten der Grünen Meeresschildkröte: Die Insel Raine Island ist Schauplatz eines atemberaubenden Ereignisses. Jahr für Jahr finden sich hier Tausende Grüne Meeresschildkröten ein. Die Schildkröten mit einem Gewicht von bis zu 250 Kilogramm schleppen sich bei Sonnenuntergang an Land und suchen nach dem idealen Platz für ihre Eiablage. Haben sie diesen Ort gefunden, graben sie in der Nacht ein 50 Zentimeter tiefes Loch. Meist ist es für die Schildkröten ein Wettlauf gegen die Zeit: Steht die Sonne einmal im Zenit, droht ihr Körper auszutrocknen, und im Meer lauern Tigerhaie, die extra hergekommen sind, um leichte Beute zu machen. Trotz der Gefahren beherbergt Raine Island die größten Tierkolonien. Jedes Fleckchen Erde wird zur Aufzucht genutzt – auch von insgesamt 84 Vogelarten, die hier ihre Nester bauen. Doch das empfindliche Gleichgewicht des Großen Barriere-Riffs ist bedroht. Große Naturkatastrophen können in wenigen Stunden alles zerstören, was über Jahrhunderte gewachsen ist. So begünstigt die Erderwärmung heftige Wirbelstürme mit orkanartigen Windgeschwindigkeiten. Sie fegen mit Geschwindigkeiten jenseits der 100 Stundenkilometer über Meer und Land hinweg – und vernichten dabei alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Auch unter Wasser entfaltet die globale Erwärmung ihre zerstörerische Kraft. Wird das Meerwasser zu warm, verlieren die Korallen ihre intensive Farbgebung – Korallenbleiche heißt diese Stressreaktion. Bleibt die Hitze zu lange bestehen, verlieren die Korallentiere nicht nur ihre Farbe, sondern sterben ganz ab. Es grenzt an ein Wunder, dass sich das Große Barriere-Riff trotz dieser negativen Begleitumstände noch immer ausdehnt. Zu verdanken ist das allein der unglaublichen Regenerationskraft des mehr als 2200 Kilometer langen Großen Barriere-Riffs.

13:15 - 13:30, 3SAT
Geheimnisvoller Nebelwald

Hans Giffhorn beobachtet in den Anden während eines Jahres das Heranwachsen von drei jungen Bären und beschreibt die Besonderheiten von Flora und Fauna der archaischen Wälder. Außerdem stellt er die Tsáchila vor, einen der wenigen kleinen Indianerstämme, die dem Wüten der spanischen Konquistadoren entkommen konnten.
15:30 - 16:15, 3SAT
Wildes Russland

Die Reihe "Wildes Russland" zeigt die Natur des riesigen Landes zwischen Schwarzem Meer und Pazifischem Ozean. Die erste Folge führt den Zuschauer in den wilden Kaukasus. Zwischen Europa und Asien, eingezwängt zwischen Schwarzem Meer und Kaspischem Meer, ragen gewaltige Berggipfel über 5000 Meter hoch in den Himmel: der Kaukasus. Eine Welt voller Vielfalt und Gegensätze, wo Sandwüsten und eisige Gletscher aufeinandertreffen. In dieser nahezu unberührten Wildnis verwandeln Blumen, die man sonst nur aus unseren sorgfältig kultivierten Gärten kennt, die Gebirgshänge und Steppen in farbenfrohe Blütenmeere. Es ist ein Land, in dem Bären und Wisente leben, Luchse jagen und Geier auf der Suche nach Aas kreisen. Die vielfältigen Landschaften haben einen riesigen Artenreichtum hervorgebracht - hier sind im Laufe der Evolution Tierarten entstanden, denen man sonst nirgends begegnet. Geradezu außerirdisch mutet die Saiga-Antilope an, deren aufgeblähte, flexible Nase eher an einen Rüssel erinnert. Dem Langohrigel als echtem Wüstenbewohner erleichtern seine langen Beine das Fortkommen im Sand. Für viele bedrohte Arten ist die Region der letzte Zufluchtsort: Kaukasusgämsen und Ture erklimmen die schroffen Felsen, während Störe, urtümliche Wesen aus der Urzeit, die Tiefen des Kaspischen Meeres durchschwimmen. Doch dieses Paradies ist bedroht. Obwohl gut 3000 Quadratkilometer des Hochgebirgssystems streng geschützt sind, nimmt die Wilderei überall zu. Die einzigartige und kostbare Wildnis am Kaukasus muss um jeden Preis geschützt werden.

16:15 - 17:00, 3SAT
Wildes Russland

Geheimnisvolle Steinmonumente markieren die Grenze zwischen Europa und Asien: Auf einem Felsplateau des nördlichen Ural-Gebirges ragen die "Sieben starken Männer" bis zu 50 Meter in den Himmel. Den Einheimischen gilt "Manpupuner" als ein Ort, an dem sich die Geister versammeln. Die Ausläufer des Urals erstrecken sich von der Küste des Nordpolarmeers über 2000 Kilometer bis an die kasachische Grenze. Dichte Nadelwälder bedecken die Hänge und laufen sanft in der angrenzenden Steppenlandschaft aus. Hungrige Wölfe durchstreifen den Wald auf der Suche nach Beute, stets auf der Hut vor Bären. Die sind die unangefochtenen Herrscher im Wald. Die größte Wildnis Europas versorgt die Bären nicht nur mit Beutetieren, sondern auch mit Beeren und Honig. Um an den süßen Saft zu gelangen, müssen sie sich mit kämpferischen Bienen anlegen. Ein paar Stiche machen ihnen nichts aus, und so klettern sie geschickt auf die höchsten Bäume, um die von den Menschen der Region Baschkortostan aufgehängten Bienenkörbe herunterzureißen. Der Ural ist auch die Heimat von Elchen - die großen Tiere finden auch dann noch Nahrung, wenn Bären schon bis zum Bauch im Schnee versinken. Erstmalig wurde gefilmt, wie Gruppen von Elchen am Ende des Winters große Flüsse durchschwimmen, um in neue Nahrungsgründe zu gelangen. Hohle Baumstämme dienen dem Uralkauz als Bruthöhle, zumindest solange die Küken es darin noch aushalten. Mit acht Wochen sind sie zwar noch nicht flügge, erklettern aber schon umliegende Bäume. Die vielen Bäche des Urals bieten ideale Bedingungen für zwei andere Tierarten: Europäische Nerze sind geschickte Fischer und andernorts selten geworden. Der Desman, ein Verwandter des Maulwurfs, den es nur in Russland gibt, taucht lieber nach Schnecken. Seine lange Nase benutzt er dabei als Schnorchel.

18:35 - 19:20, arte
Russlands versteckte Paradiese

Mit einer Fläche von über 17 Millionen Quadratkilometern ist Russland mit Abstand das größte Land der Erde – und auch eines der abwechslungsreichsten. Seine gewaltige Ausdehnung umfasst mehr als einhundert Naturschutzgebiete, Nationalparks und Biosphärenreservate zwischen der Tiefebene im Westen und den Feuerbergen auf Kamtschatka im Osten. Engagierte Forscher und Naturschützer kämpfen täglich dafür, dass dieser Schatz erhalten bleibt. Vier spektakuläre Regionen stehen stellvertretend für Russlands versteckte Paradiese. Den westlichsten Zipfel Russlands bildet die Exklave Oblast Kaliningrad zwischen Litauen und Polen und die vor ihrer Küste liegende Kurische Nehrung: ein schmaler Landstreifen, der in die Ostsee ragt. Für Zugvögel ist die Nehrung Rastplatz auf ihren Reisen zu den Brutgebieten im Norden und zu den Winterquartieren im Süden. Hier befindet sich auch die älteste ornithologische Forschungsstation der Welt. Dort wird seit mehr als hundert Jahren das Treiben der Vögel beobachtet. Im fernen Osten auf Kamtschatka liegt der Kurilensee, ein Paradies für die größten Braunbären der Welt. Zur Zeit der Lachswanderung finden sie Nahrung im Überfluss. Eine engagierte Anti-Wilderer-Einheit schützt die etwa 500 Bären. Hoch im Norden in einer Wüste aus Eis leben die Rentierherden der Nenzen. Seit Jahrhunderten sind die Huftiere und die nomadisch lebenden Menschen bestens an die extremen Bedingungen auf der Halbinsel Jamal angepasst. Im Süden begrenzt der mächtige Kaukasus das Land. Die uralten Bergwälder in Nordossetien bieten ideale Lebensräume für Europas größte Ur-Rinder, die Wisente.
Dienstag, 18.12.2018
07:15 - 08:00, arte
Sibirien, im Reich des Amur-Tigers

Rund 8.500 Kilometer von der russischen Hauptstadt Moskau entfernt, direkt an der Grenze zu China, erstreckt sich das raue Reich des Amur-Tigers. Hier durchstreift er ein Gebiet, das etwa halb so groß wie Deutschland ist. Dank eines strikten staatlichen Schutzprogramms konnte sich die zuvor stark bejagte Population der Amur-Tiger auf heute etwa 560 Tiere erholen. Der Sibirische Tiger ist ausgewachsen mit einem Gewicht von fast 300 Kilo und einer Länge von fast vier Metern der größte seiner Art und der einzige, der in Eis und Schnee lebt. Und das fast unsichtbar, denn die majestätische Großkatze jagt meist nachts.Die Wälder Ussuriens sind artenreich, und die Tiger hatten bislang meist reiche Auswahl: Rehe, Hirsche und Wildschweine sind ihre Beutetiere. Doch deren Bestand ist bedroht – und mit ihnen erneut der Tiger. Denn durch teils illegalen Holzeinschlag verschwinden aus der Taiga viele Bäume, auch die Mongolische Eiche. Und ohne deren kalorienreiche Eicheln können die für den Tiger wichtigen Wildschweine den harten Winter nicht überstehen. Noch sind die Wälder des Sikhote Alin-Gebirges intakt. Aber das aufstrebende China in direkter Nachbarschaft lechzt nach immer mehr Holz.Mit dramatischen Folgen: Das stetige Verschwinden der Eichen, gefolgt vom Dezimieren der Wildschweine, lässt viele wilde Tiger hungern. In ihrer Not sucht so mancher von ihnen in den Taiga-Dörfern nach Nahrung – und wird so zum „Problem-Tiger“. All dies beunruhigt den Tigerschützer Alexander Batalow. Sein Herz schlägt für den Tiger, und er engagiert sich für ihn seit über 30 Jahren. In seinem Pachtwald betreibt er Jagdwirtschaft und schützt zugleich die wichtigen Beutetiere des Tigers.

10:25 - 11:10, B3
Ein Jahr am Kirchsee

Der Kirchsee - Einheimische lieben den flachen Moorsee, der etwa einen Kilometer lang und 300 Meter breit ist. Wie eine schwarze Perle liegt er mitten in einer urtümlichen Moorlandschaft, die sich nach der letzten Eiszeit bildete. Sogar das Baden ist im Naturschutzgebiet an einigen Stellen erlaubt. Das Moor im Süden vom See ist dagegen streng geschützt, dort herrscht das ganze Jahr über Betretungsverbot mit empfindlichen Strafen. Der Naturfilmer Thomas Dammer jedoch darf sich ein Jahr lang mit Erlaubnis der Behörden nicht nur rund um den See, sondern auch in seinem Moor umsehen. Begleitet von Andrea Rüthlein und ihrem Kamerateam erlebt er die urtümliche Landschaft in allen Facetten. Denn im Moor sieht es jeden Monat anders aus, entsteht ein Farbenspiel, das weder er noch das BR-Team vor den Dreharbeiten erwartet hätte. Zwei Kamerafallen zeichnen auf, welche Vierbeiner das Moor besuchen oder sich an einem Dachsbau blicken lassen. Am Ende empfinden alle dasselbe: Das Jahr am Kirchsee ist wie im Flug vergangen. Die Zeit im faszinierenden Moor wird keiner von ihnen vergessen ...
11:30 - 12:15, arte
Singvögel in Not

Es existieren mehr als 5.000 Singvogelarten auf unserer Erde, doch immer mehr Singvögel sind vom Aussterben bedroht. In den nächsten 50 Jahren wird ihr Bestand um die Hälfte dezimiert sein. In China ordnete Mao Tsetung 1957 an, den Spatz auszurotten. Jeder Haussperling sollte zum Wohle der Landwirtschaft getötet werden. Er ging davon aus, dass dies die Ernteerträge erheblich steigern würde. Doch unmittelbar danach wurde das Land von einer gewaltigen Insektenplage heimgesucht. Dieses Beispiel hat gezeigt, wie riskant es ist, wenn bestimmte Vogelarten aussterben: Das Ökosystem gerät aus dem Gleichgewicht, die Tier- und Pflanzenwelt verändert sich drastisch. Denn Vögel sorgen für die Ausbreitung von Samen, bestäuben die Pflanzen mit Pollen und halten die Insektenpopulationen im Gleichgewicht. Was ist die Ursache für den alarmierenden Rückgang der Singvögelbestände? In den Niederlanden untersucht ein Forscherteam aus Leiden die Auswirkungen der Lärmverschmutzung durch Städte und Autos auf den Weidenlaubsänger. Das Ergebnis ihrer Studien zeigt, dass das Fortpflanzungsverhalten der Vögel durch den Lärm erheblich beeinträchtigt wird. In Kanada, wo sich in den borealen Waldgebieten über sieben Milliarden Zugvögel einfinden, um sich fortzupflanzen, besteht ein ähnliches Problem. Ein Großteil der kanadischen Wälder, wichtiger Lebensraum etwa für den Kanadawaldsänger, wurde von der Rohöl- und Erdgasindustrie gerodet. Aufgrund des Lärms, der die Förderung der Rohstoffe mit sich bringt, können die Singvögel ihre Jungen nicht mehr aufziehen, da sie ihre Rufe schlicht nicht mehr hören. Der Rückgang der Sumpfschwalbe ist in Kanada ebenfalls zu beobachten. Ursache hierfür ist, dass aufgrund des Rapsanabaus großflächig Insektizide zum Einsatz kommen, so dass die Insektenfresser keine Nahrung mehr finden. In Costa Rica wiederum sind Entwaldung und Kaffeeanbau Ursachen für die Dezimierung der Singvögel. In der Osttürkei wirkt sich der Klimawandel auf die Singvögelpopulation aus. Aufgrund des Gletscherrückgangs trocknen die Feuchtgebiete aus. Der Lebensraum des Drosselrohrsängers ist akut bedroht. In der zweiteiligen Dokumentation kommen Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern zu Wort, die sich alle für den Erhalt des Lebensraums der Singvögel einsetzen, den ihnen der Mensch zunehmend streitig macht.

13:20 - 14:05, 3SAT
Europa ungezähmt

Der erste Teil der Reihe "Europa ungezähmt" widmet sich "eisigen Welten": Während auf dem Großteil des Kontinentes mildes Klima herrscht, müssen sich die nördlichen Regionen auf Temperaturen bis zu minus 40 Grad einstellen. Ein Härtetest für jede Form von Leben. Trotzdem findet sich eine enorme Vielfalt: vom weltgrößten Landraubtier, dem Eisbären, der die eisigen Polarregionen durchstreift, bis hin zum kleinsten Wiesel, das in den tief verschneiten Wäldern auf die Jagd geht. In dieser lebensfeindlichen, weiß umhüllten Welt überleben nur die Stärksten. Wer hier nicht perfekt angepasst ist, hat keine Chance.

14:05 - 14:50, 3SAT
Europa ungezähmt

Im zweiten Teil der Reihe geht es um die großen Wälder Europas. In den Karpaten beispielsweise haben sich bis heute unberührte Wälder erhalten. Sie sind Heimat des Eurasischen Luchses. Die Neuansiedlung europäischer Wisente in den Karpaten war erfolgreich. Die urtümlichen Tiere sind natürliche Landschaftsgärtner: Als Grasfresser sorgen sie für artenreiche Lichtungen, Lebensraum für Blütenpflanzen, Insekten und Vögel. Ein ganz anderes Landschaftsbild findet sich in der Taiga: In den tiefen, dunklen Nadelwäldern nahe am Polarkreis haben Braunbären, Wölfe und Bartkäuze ganz unterschiedliche Strategien entwickelt, um die langen schneereichen Winter zu überleben.

15:35 - 16:20, 3SAT
Wildes Russland

Eine riesige Wildnis im Herzen Russlands, wo die Kälte dominiert - das ist Sibirien. Jenseits des Urals gelegen, umfasst Sibirien rund zehn Prozent der gesamten Landmasse der Erde. Keine Frage, dass es sich um ein Land der Superlative handelt: riesige Temperaturschwankungen um etwa 80 Grad, die widerstandsfähigsten Tiere unseres Planeten und der tiefste und älteste See der Welt. Der harte Winter fordert Anpassung - der dichte Pelz des Zobels wurde ihm allerdings fast zum Verhängnis. Inzwischen liegen Pelze nicht mehr im Trend, und die einheimischen Raubtiere stellen dem Zobel häufiger nach als der Mensch. Sibirien ist die kälteste bewohnte Gegend der Erde, und man lebt meist in einfachen Verhältnissen. Die Männer züchten die berühmten jakutischen Pferde und halten große Rentierherden - ihre Haustiere kennen jedoch keinen Stall und keine Futterzeit, sondern sorgen in der Wildnis für sich selbst. Zugefrorene Flüsse dienen im Winter als Straßen, auf denen Rentierschlitten und Lastwagen gleichermaßen unterwegs sind. Der Baikalsee ist dann nicht nur der größte See der Welt, sondern auch ein riesiges Eishockeyfeld. Für die scheuen Baikalrobben bleibt immer noch genug Platz - auch wenn sie sich im Sommer um die wenigen Sonnenplätze auf den Felsen streiten. Den Filmemachern gelangen spektakuläre Unterwasseraufnahmen der einzigen Süßwasserrobbenart unseres Planeten.

16:20 - 17:00, 3SAT
Wildes Russland

Ussurien an der russischen Pazifikküste ist ein zerklüftetes Land aus Wasser und Eis mit sanften waldbedeckten Hängen und einer schroffen Küste. Der Herrscher dort ist der Amur-Tiger. Die gepunkteten Sika-Hirsche kommen aus dichtem Wald häufig an die Küste, um angespülte Algen zu fressen. Doch das Leben im Jagdrevier des Sibirischen Tigers ist nicht ganz ungefährlich. Sensationelle Aufnahmen zeigen erstmalig einen wilden Amur-Tiger am Strand. Junge Kragenbären verstecken sich lieber in den Baumwipfeln, sobald ein hungriger Tiger aufkreuzt. Doch der Amur-Tiger hat selbst gefährliche Feinde: Wilderer machen den Jäger zum Gejagten, und durch Rodung schrumpft sein Lebensraum unaufhaltsam. Das gleiche Schicksal teilt der Amur-Leopard. Schätzungsweise gibt es weltweit nur noch 40 Tiere. Der Amur-Leopard konnte bei der nächtlichen Jagd gefilmt werden.
17:00 - 17:45, 3SAT
Unser blauer Planet

Der renommierte Naturfilmer Alastair Fothergill war fünf Jahre unterwegs, um die Weltmeere filmisch zu dokumentieren. Die dabei entstandene Filmreihe enthüllt die Geheimisse der Ozeane. Im Mittelpunkt der ersten Folge steht die Erkenntnis, dass alles Leben in den Ozeanen abhängig ist von einer ständigen Versorgung mit Nährstoffen. Deren Verteilung übernehmen die Meeresströmungen, indem sie nährstoffreiches Wasser an die Oberfläche treiben. Im Ostpazifik, wo Cocos und die Galapagosinseln wie isolierte Berggipfel aus dem Meer ragen, treffen die Meeresströmungen auf ein Unterwassergebirge, das sie die Hänge aufwärts zwingt. Diese planktonreichen Gewässer locken riesige Schwärme von Fischen an, diese wiederum Haie und andere Raubfische. Auch vor der Küste Südafrikas ziehen Millionen Sardinen mit den küstennahen Strömungen vom Kap nordwärts, dicht gefolgt von Kaptölpeln, Haien und Delfinen. Nährstoffe allein reichen jedoch nicht aus, um Leben gedeihen zu lassen. Auch die Sonne ist lebenswichtig. Die Rückkehr der Sonne im Frühjahr der nördlichen Hemisphäre lässt Millionen Heringe zum Laichen nach Alaska ziehen. Die Fische und ihr Laich stehen am Beginn einer langen Nahrungskette, die von Krabben über Vögel bis zu Eisbären reicht. Der Frühling in Alaska lässt auch die Grauwale aus ihren Fortpflanzungsgebieten in der Sea of Cortez ins Beringmeer zurückkehren. Die Weibchen mit Kälbern ziehen langsamer und sind verwundbarer als ihre Artgenossen. Sie werden oft von Gruppen von Orcas verfolgt, an deren Verhalten erkennbar wird, weshalb sie auch Killerwale genannt werden: Sie haben es auf die Grauwalkälber abgesehen.

17:45 - 18:30, 3SAT
Unser blauer Planet

Die Tiefsee ist der unbekannteste aller marinen Lebensräume. Der Film unternimmt eine Reise von der Wasseroberfläche bis in die scheinbar lebensfeindliche Welt der Tiefseegräben. In tausend Metern Tiefe herrscht ewige Nacht, in der nur noch Tiere überleben können. Pflanzen, die Licht für die Photosynthese brauchen, können dort nicht mehr existieren. Aber gerade die ewige Dunkelheit ist der Lebensraum der bizarrsten Tierarten. Die Raubfische der Tiefsee haben gewaltige Zähne und riesige Mäuler. Es schwimmt so selten Fressbares an ihnen vorbei, dass sie fähig sein müssen, Beute jeglicher Größe zu überwältigen. Um Energie zu sparen, stehen sie wie geduldige Mäusefallen reglos im Wasser und warten auf Beute. Mit empfindlichen Fühlern und ihrem Seitenlinienorgan registrieren sie die kleinste Bewegung in der Finsternis. Biolumineszenz ist die einzige Lichtquelle in der Tiefsee. Laternenfische besitzen eine Reihe von Leuchtorganen, die der Kommunikation dienen. Potenzielle Beutetiere bedienen sich der Biolumineszenz, um Angreifer in die Flucht zu schlagen, während Anglerfische mit ihren Leuchtorganen regelrecht Beute ködern. Die mittlere Tiefe des Ozeanbodens liegt bei etwa 4000 Metern. Die meisten Tiere, die in dieser kalten Finsternis, in der immenser Wasserdruck herrscht, existieren, sind Aasfresser. Ihr ausgezeichneter Geruchssinn führt Tausende Schleimaale zu den Fisch- oder Walkadavern, die ab und zu von der Wasseroberfläche zum Meeresboden sinken. Oft tauchen sogar riesige Eishaie an solchen Fressplätzen auf. Alles Leben in der Tiefsee ist völlig unabhängig vom Sonnenlicht. In mehreren Tausend Metern Tiefe ist Vulkanismus die Lebensgrundlage. Entlang von Vulkanketten hat sich eine ganze Tiergemeinschaft darauf spezialisiert, ihre Energie aus heißen Tiefseequellen zu gewinnen. Hier steht Schwefelwasserstoff am Beginn der Nahrungskette, in die sich Muscheln und Krebstiere ebenso reihen wie Fische und Kraken. Der renommierte Naturfilmer Alastair Fothergill war fünf Jahre unterwegs, um die Weltmeere filmisch zu dokumentieren. In acht Teilen enthüllt die dabei entstandene Reihe "Unser blauer Planet" die Geheimisse der Ozeane.

18:30 - 19:20, arte
Russlands wildes Meer

Das Ochotskische Meer am östlichsten Rand Russlands ist ein rauer Ort, an dem Stürme häufig tagelang das Meer aufwühlen und Tod und Verderben bringen. Im Winter herrschen am Nordrand des Meeres Temperaturen bis unter minus 40 Grad Celsius. Das Klima ist extrem, die Vegetation karg. Und doch sind zahlreiche Tierarten hier beheimatet, die sich den klimatischen Bedingungen über Jahrtausende angepasst haben. Darunter der Braunbär Kamtschatkas, der bis zu 600 Kilogramm wiegt und zu den größten Landraubtieren der Welt gehört. Er verbringt einen Großteil der langen Wintermonate in seiner Höhle. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten wurden am Ochotskischen Meer Wale fast bis zur Ausrottung gejagt. Glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei und die großen Meeressäuger kehren allmählich in die Gegend zurück. Insbesondere Buckelwale sind regelmäßig anzutreffen, aber auch Orcas. Bei der Nahrungssuche wenden beide Walarten völlig unterschiedliche, jedoch gleichermaßen erfolgreiche Jagdstrategien an. Vereinzelt leben auch Menschen am Ochotskischen Meer: Die Koryaken sind das indigene Volk dieser Region. Als Nomaden ziehen sie an der Seite von Rentieren durch die Tundra. Rentiere bieten den Koryaken Nahrung, Wärme und Transport. Dafür schützen die Menschen sie vor den Angriffen der Wölfe. Über Jahrtausende hat sich diese einzigartige Lebensgemeinschaft entwickelt. Der Winkelzahnmolch wiederum führt das Gegenteil eines Nomadenleben und hält die Stellung: Er verbringt die Wintermonate tiefgefroren im Eis und produziert zum Überleben sein eigenes Frostschutzmittel. Ein ständiger Wandel ist hier die einzige Konstante, alles Lebendige muss sich dem anpassen.
20:15 - 21:00, NDR
Die Reise der Schneeeulen - Ein Wintermärchen

Vielen Harry Potter Fans ist die Schneeeule "Hedwig" bestens bekannt. Sie überbringt in Potters Zauberwelt als Postbotin wichtige Botschaften. Doch in unserer realen Welt führt die Schneeeule ein geheimnisvolles Leben nördlich des Polarkreises. In ganz besonderen Jahren tauchen Schneeeulen sogar in Deutschland auf. So werden immer wieder Schneeeulen in Mitteleuropa gesichtet und gelten dann als ornithologische Sensation. Doch was treibt die hervorragend an die arktische Tundra angepassten Schneeeulen plötzlich in unsere Breiten? Schneeeulen und Lemminge bilden seit Jahrtausenden eine Schicksalsgemeinschaft. Etwa alle vier Jahre vermehren sich die Lemminge massenhaft. In dieser Zeit gibt es für die Schneeeulen genug Futter für die Jungenaufzucht. Die Eulen legen dann bis zu 11 Eier und können erfolgreich ihre Küken groß ziehen, denn zwei bis vier Lemminge verschlingt ein Küken täglich. Doch in den letzten Jahren scheinen in einigen Regionen der Tundra die zyklischen Massenvermehrungen auszubleiben. Was passiert mit Lemmingen und Schneeeulen? Wie sind die ökologischen Zusammenhänge? Und was passiert, wenn der Winter doch einmal viel zu früh kommt? Die Lösung ist, rechtzeitig in den Süden zu fliehen, wie es die meisten Zugvögel tun. Die Lemminge allerdings können nicht abwandern und müssen bei Temperaturen bis zu -40 Grad °C ausharren. Doch die Eulen können ihr Gebiet verlassen, eine abenteuerliche Reise beginnt. Der Film von Klaus Weißmann, Dietmar Nill und Brian McClatchy nimmt uns mit auf diese ungewöhnliche Reise der Schneeeulen. Dabei erlebt der Zuschauer, wie sich Tiere vom Norden bis in den Süden den unwirtlichen klimatischen Bedingungen des Winters anpassen, welche ökologischen Zwänge auf die Tierwelt lasten und welche phantastischen Strategien es gibt, die lebensbedrohliche Kälte draußen zu überleben. So erfährt der Zuschauer beispielsweise, weshalb Wasservögel trotz splitternackter Füße in eisiger Kälte nicht erfrieren und welche cleveren Strategien Tiere in der Wunderwelt des Winters anwenden, um zu überleben. Ein besonderer Film, der es schafft, mit traumhaften Bildern eine faszinierende Naturgeschichte zu erzählen, die sich nur alle paar Jahre in unseren Breiten ereignet. "Die Reise der Schneeeulen" wird so zum erlebnisreichen "Wintermärchen" für die ganze Familie!

Mittwoch, 19.12.2018
10:25 - 11:10, B3
Winterzauber in Japan

Allein 2.000 Riesenseeadler aus Sibirien und Kamtschatka überwintern auf Hokkaido, Japans nördlichster Insel. An der fischreichen Küste warten die größten Adler der Welt mit ihren leuchtend gelben Schnäbeln auf Beute oder lassen sich über dem Meer bei atemberaubenden Flugspielen beobachten. In eisfreien Meeresbuchten und Vulkanseen versammeln sich Scharen von schneeweißen Singschwänen und balzen bei Eiseskälte um einen Partner für die nächste Brutsaison in der fernen Taiga. Nordjapan ist in den Wintermonaten aber auch Anziehungspunkt für einen der seltensten Vögel Asiens: den Mandschurenkranich. Kein anderer Vogel genießt in Japan eine solche Bewunderung wie er. Die Ainu, ein Volk auf Hokkaido, verehren ihn als Gott der Moore und Sümpfe. Die eiskalten Nächte verbringen die Kraniche in flachen Flüssen. Hier sind sie nicht nur sicher vor Füchsen. Es ist vor allem eine Anpassung an ihre bitterkalte Umwelt, denn bei Lufttemperaturen von minus 28 Grad bereiten Wassertemperaturen von plus 2 Grad ein angenehmes Fußbad. Bei Sonnenaufgang verlassen sie ihre in rote Nebelschwaden gehüllten Übernachtungsplätze und fliegen zur Arena der tanzenden Kraniche. In Jigokudani, das "Höllental" der japanischen Alpen, haben 300 Schneeaffen einen sicheren Zufluchtsort. Die Schlucht mit ihren heißen Quellen wurde sogar extra für die Affen als Nationalpark ausgewiesen. Aber der geheimnisvolle Ort hat noch etwas Besonderes: Menschen und Schneeaffen gehen hier in den heißen Quellen genussvoll den Badefreuden nach.

11:55 - 13:25, B3
Reisen in ferne Welten: Kanada

Das Kamerateam beginnt die Fahrt in den Norden Kanadas auf dem legendären Dempster Highway, der vom einstigen Goldgräberort Dawson City im Yukon 700 Kilometer weit nach Norden in die Northwest Territories nach Inuvik führt, dem Versorgungsort der Region. Dort beginnen die Eisstraßen ins Delta des Mackenzie River und hinaus bis ins Polarmeer zum Inuit-Ort Tuktoyatuk. Familien und Trucker nutzen sie, aber auch Jäger, Rentierzüchter und sogar der Pfarrer von Inuvik, der im Winter seine abgelegenen Kirchengemeinden gut über das Eis erreichen kann. Die wenigen Monate, in denen die Eis-Highways bestehen, bedeuten für die Menschen im weiten Delta des Mackenzie River in Kanada die beste Reisezeit des Jahres. Dann können sie zum Einkaufen in der Stadt nach Inuvik fahren und bei Festen wie dem "Muskrat Jamboree"-Festival Verwandte und Freunde treffen. Tagsüber werden sportliche Meisterschaften wie Motor- und Hundeschlittenrennen ausgerichtet - aber auch skurrile Wettbewerbe wie Bisamratten-Häuten. Abends trifft man sich in der großen Sporthalle der Schule Inuviks zu traditionellen Trommeltänzen und einem Festmahl mit gebratenen Wildgänsen und Karibu-Eintopf. Doch die Ära der Eis-Highways neigt sich dem Ende zu. Eine neue Schotterstraße wird ganzjährig Inuvik mit Tuktoyaktuk am Eismeer verbinden, nur einige kürzere Strecken werden in Zukunft noch auf dem Eis angelegt werden.
12:45 - 13:00, 3SAT
Unsere wilde Schweiz

Der Aletsch ist der größte Gletscher der Alpen: ein Eisgigant von magischer Schönheit. Seine einmalige Lage begeistert besonders Forscher und Künstler. Jetzt kämpft man gegen das Abschmelzen. Der Klimawandel macht dem Gletscher gewaltig zu schaffen: Der Eispanzer schrumpft jedes Jahr rund 50 Meter in der Länge und zwölf Meter in der Höhe. Sein Verschwinden bedroht nicht nur Landwirtschaft und Tourismus, sondern die gesamte Flora und Fauna.

13:25 - 14:10, 3SAT
Europa ungezähmt

Europa ist ein grüner und fruchtbarer Kontinent – dank seines gemäßigten Klimas und seines Wasserreichtums. Mit 2857 Kilometern Gesamtlänge ist die Donau der zweitlängste Fluss Europas. An der Donau in Ungarn ereignet sich regelmäßig ein ungewöhnliches Schauspiel: Die großen Theiß-Eintagsfliegen starten zum Hochzeitsflug, Millionen tanzen in der Abenddämmerung über dem Wasser, paaren sich, legen ihre Eier und sterben. Im Donaudelta leben verwilderte Pferde und eine seltene Spezies: der Goldschakal, dessen Lieblingsspeise Karpfen ist.
14:10 - 14:40, 3SAT
Abenteuer Hurtigruten

Viele Passagiere meinen, es sei die schönste Schiffsreise der Welt. Tradition und Moderne, atemberaubende Winterlandschaften - die Hurtigruten. Eine Schiffsreise auf den Hurtigruten ist ein Erlebnis. Im Süden Norwegens beginnt das Abenteuer. Es geht entlang der zerklüfteten Fjordlandschaft hoch in den Norden zum Polarkreis. 1893 wurde die Strecke von einem Postschiff erstmals befahren. Endlich gab es damals eine Verbindung zwischen den Handelszentren im Süden und den unerreichbaren Fischerdörfern im Norden Norwegens. Aus der Transportroute von damals ist längst ein Touristenmagnet geworden. Besonders im Winter, wenn Schnee und Eis die Küsten in eine faszinierende Landschaft verwandeln und Reisende vom Polarlicht verzaubert werden. Von Menschen, die sich mit dieser Reise einen Lebenstraum erfüllen, von Besatzungsmitgliedern, die das einzigartige Erlebnis möglich machen, und von Norwegern, die die "MS Nordkapp" für Behördengänge oder Arztbesuche nutzen, erzählt der Film. Teil eins der Reise beginnt in Bergen, der zweitgrößten Stadt Norwegens. Umgeben von sieben Bergen, wird sie auch das "Tor zu den Fjorden" genannt und ist zentraler Ausgangspunkt für Norwegen-Reisen. Die Mischung aus Lokalkolorit und Geschichte kann man am besten im Hafenviertel Bryggen kennenlernen. Das UNESCO-Weltkulturerbe und ein Besuch auf dem Fischmarkt stimmen die Passagiere auf die kommenden Tage an Bord der "MS Nordkapp" richtig ein. Die Reise führt durch den atemberaubenden Nordfjord auf das offene Meer. Erster Halt ist Ålesund. Mit ihren Jugendstil-Türmen ist die Stadt schon aus der Ferne gut zu erkennen. Im Hafen werden Waren, Lebensmittel und Post aus- und wieder eingeladen, Arbeitsalltag für die Crew. Weiter geht es zur drittgrößten Stadt Norwegens, nach Trondheim. Es ist Zeit zum Verweilen. Der Wikinger und spätere König Olav Tryggvason gründete die altertümliche Stadt 997 nach Christus. Hier befindet sich die Kathedrale "Nidarosdom", die einzige Norwegens aus gotischer Zeit. Am vierten Tag wird der Polarkreis überquert und dieser Augenblick mit einer zünftigen Polarkreis-Zeremonie zelebriert. Dann tauchen schon bald die Lofoten auf, mit einer 1000 Meter hohen Eiswand am Horizont. Den Charme der Inselgruppe erleben die Passagiere, vorbei an den kleinen, malerischen Fischerdörfern auf dem Weg zum Städtchen Bodø. Bei einer Winterwanderung außerhalb des Stadtzentrums von Bodø hat man einen beeindruckenden Ausblick auf die 13 schneebedeckten Gipfel der Bergkette Borvasstindan.

14:40 - 15:30, 3SAT
Expedition ins Eismeer

Die "Vagabond" ist ein außergewöhnliches Forschungsschiff. Mit nur 15 Metern Länge und einem geringen Tiefgang dringt sie in Regionen vor, die mit großen Schiffen nicht erreichbar sind. Auf dem kleinen Boot lebt der französische Kapitän Eric Brossier mit seiner Frau und seinen sechs und neun Jahre alten Töchtern. Im Winter lassen sie sich im Packeis bei Temperaturen unter minus 30 Grad einfrieren, im arktischen Sommer geht es auf Expedition. Wissenschaftler aus aller Welt schätzen das kleine, wendige Boot und chartern es für ihre Forschungsprojekte. Wie der Klimatologe Jochen Halfar, der sich für die Entwicklung des Meereises in den letzten 1000 Jahren interessiert. Er erhofft sich Einblicke in das Auf und Ab des Klimas während dieser Zeit, was wiederum wertvolle Rückschlüsse auf den heutigen Klimawandel erlaubt. Auf der "Vagabond" will er drei Wochen lang durch das Nordpolarmeer zwischen Grönland und Kanada reisen, durch eine der unwirtlichsten und gleichzeitig faszinierendsten Regionen der Erde. Taucher sollen am Meeresboden nach jahrhundertealten Korallenalgen suchen, aus deren Jahresringen Halfar die Dicke des Meereises rekonstruieren will. Ein Film-Team ist auf der abenteuerlichen Reise dabei, auf der sich das kleine Schiff durch das Treibeis der Nordwestpassage arbeitet, Stürmen trotzt und immer wieder die Route ändern muss, um den schlimmsten Wetterkapriolen auszuweichen. Wird es gelingen, trotz der widrigen Bedingungen genügend Korallenalgen zu sammeln? Die Forscher könnten damit ein einmaliges Klimaarchiv der Arktis schaffen.
15:30 - 16:15, 3SAT
Wildes Russland

Auf der Halbinsel Kamtschatka treffen Feuer und Eis aufeinander. Feuer speiende Vulkane herrschen über Himmel und Erde. 20 verschiedene Klimazonen gehen ineinander über. Vulkanschlote rauchen neben Gletschern, meterhohe Schneewehen grenzen an kochend heiße Geysire. Im "Tal der Geysire" sind die heißen Wasserfontänen besonders konzentriert. Es wurde daher zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. In einem verheerenden Erdrutsch 2007 wurden jedoch viele von ihnen unter Schlammmassen begraben. Kamtschatka gehört zu den geothermisch aktivsten Gebieten der Welt, wie die zahlreichen Vulkankrater, Geysire und Fumarolen deutlich vor Augen führen. Trotz der launischen Natur ist die heimische Tierwelt einen gewissen Komfort gewöhnt: Bachstelzen finden "beheizte" Kinderstuben, und Bären lieben das Bad in den Thermalquellen. Das warme Wasser befreit sie von Flöhen, Zecken und anderen Parasiten. Überhaupt ist Kamtschatka ein Paradies für Bären: Im feuchten Sommer finden sie genug Kräuter und Beeren, und im Spätsommer stehen täglich 40 Kilogramm Lachs pro Bär auf dem Speiseplan. Auch der seltene Riesenseeadler ist hier heimisch und jagt im Herbst Lachse für seine Jungen. Im Meer finden Orcas und Pottwale Nahrung im Überfluss. Im Winter schlägt die Stunde der kleineren Raubtiere: Während die Bären Winterschlaf halten, konkurrieren Vielfraß und Rotfuchs um kleine Beutetiere und vor allem Aas. Die Adler belagern die wenigen offenen Wasserstellen und kämpfen untereinander um die wenigen Fische. Noch stehen sechs Monate kalter Winter bevor - im Land der Bären und Vulkane. Die Reihe "Wildes Russland" zeigt die Natur des riesigen Landes zwischen Schwarzem Meer und Pazifischem Ozean in HD-Qualität. Fernab der Metropolen Moskau und St. Petersburg offenbart sich eine ursprüngliche Welt mit rauen Gipfeln und endloser Weite, ungezähmten Flüssen und einer unvergleichlichen Tier- und Pflanzenwelt.

16:15 - 17:00, 3SAT
Wildes Russland

Russland hat mehr arktische Gebiete als jedes andere Land der Erde. Die Eiswüsten und Tundren ziehen sich von der russisch-finnischen Grenze bis in den äußersten Nordosten der Beringstraße. Hier, nur einen Steinwurf von Alaska entfernt, liegt auch die Wrangel-Insel. Im Sommer sammeln sich dort die Eisbären, um auf die Ankunft der Walrosse zu warten. Nach mageren Wochen hoffen die größten Bären der Erde auf leichte Beute, aber die Walrosse sind wehrhaft. Im äußersten Westen der Arktis, im Weißen Meer, liegt die Kinderstube der Belugawale. Die "Geister der Meere" finden hier ideale Bedingungen, um ihre Jungen aufzuziehen. Einen härteren Start haben Schneekraniche in Tschukotka. Ihre Eltern legen am Ende des arktischen Winters ihre Eier und müssen sie immer warmhalten. Denn die eisige Luft kann die Brut innerhalb kürzester Zeit zerstören. Schneekraniche gibt es nur in Russland. Sie müssen sich vor den diebischen Polarfüchsen in Acht nehmen, die es sowohl auf ihre Eier als auch auf die Küken abgesehen haben. Im kurzen arktischen Sommer versuchen die Füchse, so viel Nahrung wie möglich für ihre Jungen zu finden. Denn eines ist sicher in der russischen Arktis: Nach wenigen Wochen des Überflusses regiert wieder der dunkle Winter.
17:00 - 17:45, 3SAT
Unser blauer Planet

Tiefes Blau dehnt sich in alle Richtungen bis zum Horizont aus. Vom Meeresspiegel bis zum Grund sind es mancherorts unheimliche 10 000 Meter. Die filmische Reise führt ins offene Meer. Das offene Meer ist eine unermessliche Fläche zwischen sengender Sonne und kalter Finsternis. Wer dort überleben will, sollte groß und kräftig genug sein, um aus eigener Kraft überallhin gelangen zu können. Delfine etwa legen auf der Suche nach Beute Hunderte Kilometer zurück, Gestreifte Marline können den Geruch von Sardinen wahrnehmen und folgen ihnen kilometerweit, und über Wasser folgen Sturmtaucher den jagenden Fischen, die sie zu einem sicheren Fressplatz führen. Die Reise führt unter anderem in Korallenriffe. Wenn sich dort Drückerfische fortpflanzen, gelangen Millionen befruchteter Eier ins Wasser, die mit den Strömungen ins offene Meer treiben. Ihre Überlebenschance ist gering: Von einer Million Eier werden vielleicht zwei heranreifen. Noch bevor die Jungfische schlüpfen, verschwinden unzählige Eier im Schlund von Teufelsrochen, die mit weit aufgesperrten Mäulern durch die Ei-Wolken gleiten. Plankton kann nicht gegen die Strömung schwimmen, stattdessen treibt es mit den Wassermassen - manchmal ins Verderben. Immer wieder erheben sich Vulkane mehrere Tausend Meter hoch über den Meeresboden. Wenn die Strömung an die Flanken des Seeberges prallt, wird sie aufwärts gelenkt und mit ihr das Plankton. Dann brechen fette Zeiten für die Planktonfresser an, die sich an den Seebergen versammelt haben. Aber das Leben auf dem offenen Ozean ist nicht weniger gefährlich. Zahlreiche Tiere haben sich auf das Hochsee-Leben spezialisiert. Die Kammqualle etwa jagt Plankton an der Grenze von Wasser und Luft, darunter durchsieben riesige Sardinenschulen das Meer nach Nahrung, über Wasser lauern die Schnäbel von Sturmvögeln. Klein zu sein ist auf dem offenen Ozean von Nachteil. Daher zieht jede Art von Treibgut sowohl Plankton als auch Jungfische wie ein Magnet an, denn jeder Zufluchtsort vergrößert ihre Überlebenschancen. Junge Drückerfische wachsen unter dem Schutz von Treibholz heran, während Entenmuscheln sich auf dem driftenden Floß festsetzen und Plankton aus dem Wasser filtern. Oft halten sich Tausende Fische gleichzeitig unter dem Treibgut auf - zum Beispiel riesige Schwärme von Drachenköpfen.

17:45 - 18:30, 3SAT
Unser blauer Planet

Das Leben der Tierwelt an den Polarregionen ist geprägt von der unerbittlichen Umklammerung des Eises im Winter und einer kurzen Periode des Überflusses im Frühjahr und im Sommer. Aber der Überfluss dauert nur wenige Wochen, dann kehren Eis und Finsternis zurück. Ein- und Ausstiegslöcher sind für die Bewohner der Arktis lebenswichtig. Walrosse kehren jeden Winter an dieselben Stellen zurück, an denen sie sicheren Zugang zum Wasser finden. Alle Robben der Arktis müssen bei der Aufzucht ihrer Jungen die ständige Gegenwart von Eisbären fürchten. Die meisten Tiere verlassen die Antarktis im Winter. Nicht so die Kaiserpinguine. Bei denkbar schlechtestem Wetter beginnen sie, ihre Eier auszubrüten und die Jungen großzuziehen. Sobald die Frühjahrssonne durch das Eis dringt, beginnt sich an seiner Unterseite Plankton zu vermehren. Es zieht riesige Schwärme von Fischen an, denen Vögel, Narwale und Belugas folgen.

20:15 - 21:00, NDR
Die Weihnachtsinsel und der Palmendieb

Sie ist nicht mehr als ein winziger Punkt im Indischen Ozean: Die Weihnachtsinsel. Ihre paradiesische Kulisse ist die Bühne für ein besonderes Tier - bis zu einem Meter groß und an die 100 Jahre alt. Es knackt Kokosnüsse und zieht den Menschen das Essen vom Teller. Der Palmendieb ist ein Rüpel mit harter Schale und weichem Kern, wachsamen Facettenaugen, acht Beinen und zwei kräftigen Scheren. Der Palmendieb ist ein Krebs und die "willensstarke" Hauptperson der Naturdokumentation über die Trauminsel am Ende der Welt. Auf der Weihnachtsinsel im Indischen Ozean findet man Krebse überall, nicht nur im Meer: hoch oben in den Palmen, im Wald, auf dem Golfplatz, in Tempeln und in den tiefsten Höhlen. Auf der Weihnachtsinsel, die mit 135 Quadratkilometern etwa ein Drittel größer ist als die Nordseeinsel Sylt, gestalten Krabben das gesamte Ökosystem, sie kultivieren den Boden und bestimmen, was im Wald wächst. Ihren Namen verdankt die Weihnachtsinsel dem britischen Kapitän William Mynors, der sie im Jahr 1643 am 25. Dezember entdeckt hat. Australien, zu dessen Staatsgebiet die Insel gehört, liegt mehr als 1.000 Kilometer südlich. Und auch der nächste Nachbar Java ist Hunderte Kilometer entfernt. Berühmt ist das Eiland für die Roten Krabben. Jedes Jahr zu Beginn der Regenzeit wandern sie ans Meer, um an der Küste ihre Eier abzulegen. Kurz vor Neumond ist es so weit: Die bis zu 120 Millionen Krebse färben die Strände blutrot. Ein Spektakel, das auch den wahren Herrscher der Insel aus der Deckung lockt: den Palmendieb. Palmendiebe sind die größten Landkrabben der Erde. Für sie ist das Schauspiel vor allem aus kulinarischer Sicht interessant, denn die Roten Krabben stehen bei den Palmendieben ganz oben auf dem Speiseplan. Der Film folgt dem Lebenslauf des Palmendiebs, vom tropischen Ozean, in dem er als Larve die ersten Monate verbringt, bis tief in den Wald. Nichts ist vor seinen Scheren sicher, die kräftiger sind als der Kiefer eines Löwen. Palmendiebe werden bis zu 100 Jahre alt und können einen Durchmesser von einem Meter erreichen. Auf der Suche nach Nahrung machen sie vor nichts Halt, selbst Opfergaben in Tempeln sind vor ihren Scheren nicht sicher. Auch die anderen Bewohner der Weihnachtsinsel kommen im Film nicht zu kurz, denn sie alle sind mit den Krabben auf die eine oder andere Art verbunden. Seien es die zahlreichen Seevögel, die auf der Weihnachtsinsel nisten, die geselligen Flughunde oder die Menschen, die es aus allen Erdteilen hierher verschlagen hat. Kameramann und Regisseur Moritz Katz und sein australischer Filmpartner und ehemaliger Ranger der Weihnachtsinsel Braydon Moloney filmten über zwei Jahre lang das Leben der skurrilen Krabben. Entstanden ist ein humorvolles Bild der Insel und ihrer ungewöhnlichen Bewohner.
22:00 - 22:45, RBB
Big Five Asien

Der Komodowaran ist die größte lebende Echse unserer Zeit. Grund genug, ihn in die Big Five Asiens mit aufzunehmen. Er kann über 3 Meter lang werden und vollgefressen ein Gewicht von 150 Kilogramm auf die Waage bringen. Oft wird der Komodowaran als "der letzte überlebende Dinosaurier" bezeichnet. Es gibt ihn aber erst seit 4 bis 5 Millionen Jahren, während die letzten Dinosaurier bereits vor etwa 65 Millionen Jahren ausgestorben sind. Nur auf fünf der etwa 17.500 Inseln Indonesiens lebt der Komodowaran. Der aktuelle Bestand wird nach einer aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung auf nur noch etwa 2.400 Exemplare geschätzt. Auf der großen Insel Flores gibt es nur noch wenige Tiere. Die meisten leben auf Komodo und Rinca, den beiden Hauptinseln des Komodo-Nationalparks sowie den beiden kleinen Inseln Gili Motong und Gili Dasami.

22:15 - 23:00, ZDF
Russlands versteckte Paradiese

Russland ist mit Abstand das größte Land der Welt. Seine gewaltige und abwechslungsreiche Natur zieht die Menschen seit jeher in ihren Bann. Mehr als 100 Naturschutzgebiete, Nationalparks und Biosphärenreservate gibt es zwischen der Tiefebene im Westen und den Feuerbergen auf Kamtschatka im Osten. Engagierte Forscher und Naturschützer kämpfen täglich dafür, dass dieser Schatz erhalten bleibt. Vier dieser spektakulären Regionen stehen stellvertretend für Russlands versteckte Paradiese. Den westlichsten Zipfel Russlands bildet die Exklave Kurische Nehrung, ein schmaler Landstreifen, der in die Ostsee ragt. Für Zugvögel ist die Nehrung ein beliebter Rastplatz auf ihren Reisen zu den Brutgebieten im hohen Norden und zu den Winterquartieren im Süden. So wundert es nicht, dass hier die älteste ornithologische Forschungsstation der Welt seit mehr als 100 Jahren das Treiben der Vögel beobachtet. Heute werden die unterschiedlichsten Zugvögel in gigantischen Reusen aus Fischernetzen kurz gefangen, auf ihren Gesundheitszustand untersucht und beringt. Die gewonnenen Daten liefern der Forschung unter anderem eindeutige Nachweise für den globalen Klimawandel. Im fernen Osten auf Kamtschatka liegt der Kurilensee, ein Paradies für die größten Braunbären der Welt. Zur Zeit der Lachswanderung finden sie hier Nahrung im Überfluss. Seit eine engagierte Anti-Wilderer-Einheit die etwa 500 Bären im Blick hat, sind die pelzigen Giganten in Sicherheit. Zuvor haben Wilderer immer wieder Jagd auf die Braunbären gemacht und einen florierenden Markt für Bärenprodukte in China bedient. Hoch im Norden in einer Wüste aus Eis leben die Rentierherden der Nenzen. Seit Jahrhunderten sind die Huftiere und die nomadisch lebenden Menschen bestens an die lebensfeindlichen Bedingungen auf der Halbinsel Jamal angepasst. Doch trotz aller Flexibilität verändern Klimawandel und Gasförderung die Welt der Nenzen und ihrer Tiere rasant. Im Süden begrenzt der mächtige und wilde Kaukasus das Land. In den Schutzgebieten von Nordossetien gibt es große Flächen mit uralten Bergwäldern - ideale Lebensräume für Europas größte Urrinder, die Wisente. In einer beispiellosen Anstrengung gelang es Naturschutzorganisationen, hier die erfolgreichen Nachzuchten aus zoologischen Gärten der bereits ausgestorbenen Kolosse wieder anzusiedeln. Neben den gigantischen Landschaftsräumen geben zahlreiche Wissensinseln mit modern gestalteten Animationen einen Eindruck von der unendlichen Weite und Vielfalt Russlands.
Donnerstag, 20.12.2018
13:20 - 14:05, 3SAT
Europa ungezähmt

Mit Gipfeln und über 82 Viertausendern liegt der mächtige Gebirgszug der Alpen mitten in Europa. Ihre schwer zugänglichen Hochgebirgsregionen bilden einen weitgehend naturbelassenen Lebensraum. Oberhalb der Baumgrenze sind die Reviere der Murmeltiere. Sie legen große unterirdische Höhlensysteme an, die zum Schutz und Überwintern dienen. Dort können sie sich auch vor dem Steinadler in Sicherheit bringen, dessen Lieblingsspeise Murmeltiere sind. 1200 Adler-Paare haben sich in den Alpen wieder angesiedelt.

17:00 - 17:45, 3SAT
Unser blauer Planet

In den Meeren der gemäßigten Breiten herrscht eine schier unendliche Vielfalt an Leben. Zu jeder Jahreszeit gibt es erstaunliche Aktivitäten im und am Wasser. Wenn im Hochwinter 15 Meter hohe Wellen gegen die Klippen des nordamerikanischen Kontinents prallen, verlassen viele Tiere die ungastlichen Küsten und überdauern den Winter in ruhigeren, tieferen Gewässern. Doch manche entscheiden sich auch dafür, zu bleiben. Im Januar drängen sich Tausende Kegelrobben an den sturmumtosten Stränden von Sable Island zusammen, rund 280 Kilometer vor der Küste Neuschottlands. Ebenso wie manche Fische, pflanzen sie sich dort zur kältesten Jahreszeit fort. Sie setzen sich den eisigen Winden aus, damit ihr neugeborener Nachwuchs von der Fülle an Nahrung im Frühjahr profitiert. Wenn die Tage wieder länger werden, vollzieht sich förmlich eine Explosion mikroskopisch kleinen Lebens - die Planktonblüte. Das Sonnenlicht ist die lebenswichtige Energiequelle für Milliarden Planktonpflanzen, die sich jedes Frühjahr und jeden Sommer im warmen Wasser der gemäßigten Breiten in unvorstellbaren Massen vermehren. Die Überfülle an Plankton lockt immense Schwärme zarter, durchscheinender Nesselquallen ebenso an wie Riesenhaie, die mit drei Tonnen Körpergewicht das Wasser durchpflügen. Wenn im Sommer das Sonnenlicht in die Tiefe dringt, streben vor der kalifornischen Küste Wälder aus Riesentang dem Licht entgegen. Mehr als 14 000 verschiedene Meeresalgen gedeihen in den Meeren der gemäßigten Breiten, doch am eindrucksvollsten ist der Riesentang. Er beeindruckt nicht nur mit seiner Länge, er ist auch die am schnellsten wachsende Pflanze der Welt. Die Wälder aus Tang bieten unzähligen Tierarten Lebensraum. Im November streben mehr als 500 Millionen Tonnen erwachsene Atlantische Heringe ihren Überwinterungsgründen entgegen, den Fjorden Norwegens. Sie meiden die Winterstürme über dem offenen Ozean und lassen die Fjorde wie brodelnde Ströme aus Fisch erscheinen. Ihnen folgen kleine Gruppen von Schwertwalen, die die Heringsschwärme das ganze Jahr über begleiten. Auch die Schwertwale bleiben drei Monate lang in den norwegischen Gewässern, während sie sich mit Heringen vollstopfen. Doch selbst 500 hungrige Schwertwale haben nur wenig Einfluss auf die riesigen Heringsschwärme, die im Frühjahr scheinbar ohne Verluste wieder aufs offene Meer ziehen.

17:45 - 18:30, 3SAT
Unser blauer Planet

Korallenriffe sind mit ihrer unvergleichlichen Vielfalt an Farben, Formen und Arten die Regenwälder des Meeres. Umgeben von weiten ozeanischen Wüsten gleichen sie üppigen submarinen Oasen. Bei so viel Leben auf begrenztem Raum herrscht heftiger Wettbewerb zwischen Arten und Individuen. Aber der gewaltige Überlebensdruck hat auch eine Vielzahl von Allianzen entstehen lassen. Den Mittelpunkt dieser Folge bilden die eindrucksvollen Korallenformationen. Sie entstehen aus winzig kleinen Polypen, die nach der Korallenblüte im Wasser treiben und jede Möglichkeit nutzen, sich festzusetzen. Die Korallen besiedeln unseren Planeten seit rund 600 Millionen Jahren. Dank ihrer Bewaffnung mit Nesselkapseln haben sie nur wenige Feinde. Ein weiteres Erfolgsgeheimnis ist die Symbiose, die viele Arten mit einzelligen Algen eingehen. Jene Arten, die nicht in Symbiose mit Algen leben, filtern mit ihren gefiederten Tentakeln unablässig Kleinstlebewesen aus dem Wasser. Trotz ihres Kalkskeletts sind die Korallen erstaunlich verwundbar: Drückerfische haben lange, spitze Zähne, die es ihnen erlauben, ganze Korallenäste vom Stock zu brechen. Ihre Vorliebe für Korallen teilen die Drückerfische mit den Papageifischen. Deren Zähne sind zu einem Schnabel verwachsen, mit dem sie die Korallen abschaben. Der gefürchtetste Korallenräuber ist jedoch kein Fisch, sondern ein mit giftigen Stacheln übersäter Seestern, der bis zu einem halben Meter im Durchmesser erreichen kann - die Dornenkrone. Sie stülpt ihren Magen über eine Kolonie und verdaut alles lebende Gewebe. In einer einzigen Nacht kann sie eine jahrzehntealte Kolonie vernichten. Der Wettbewerb um Lebensraum am Riff ist so intensiv, dass manche Tiere ihre Behausung erbittert verteidigen. Anemonenfische etwa leben zwischen den nesselnden Tentakeln der Anemonen. Ihre Körper sind von einer Schleimschicht überzogen und gegen das Anemonengift immun. Bei Gefahr suchen die Clownfische zwischen den Tentakeln Schutz, und auch die Anemone profitiert von ihren Bewohnern, die sie vor Fressfeinden schützen. Andere Tiere setzen auf artenübergreifende Zusammenarbeit: Manche Garnelen und Lippfische haben sich darauf spezialisiert, andere Tiere von Algen und Hautparasiten zu reinigen. Systematisch suchen die Putzer die Haut nach Pilzen und Bakterien ab. So wird der eine ungebetene Mitbewohner los, während der andere Nahrung erhält. Grund genug für Meeresschildkröten und sogar für die riesigen Mantas, am Riff Rast zu machen und sich reinigen zu lassen. Die wahre Vielfalt am Riff offenbart sich oft erst nach Einbruch der Dämmerung: Dann verlassen Heere von Seeigeln und Seesterne ihre Verstecke in den Riffspalten und weiden Algen und organische Abfälle ab, während Muränen und Weißspitzen-Riffhaie das Riff nach unvorsichtigen, schlafenden Fischen durchforsten. Korallenriffe locken sogar so manchen Meeresriesen an: Die Buckelwale ziehen Tausende Kilometer weit, um in den warmen Korallenmeeren ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen.

18:35 - 19:20, arte
Seekühe auf Reisen

Der Amazonas ist einer der artenreichsten Lebensräume der Erde, sein einzigartiges Ökosystem ist größtenteils noch unerforscht. Doch das sensible Gleichgewicht ist aus den Fugen geraten, seit der Mensch den größten Fluss der Erde immer mehr verändert. Für die dort beheimateten seltenen Seekühe könnte der Eingriff in die Natur schon jetzt zur existenziellen Bedrohung werden. Niemand weiß, wie viele der sanften, fast blinden Meeressäuger es im Amazonasgebiet noch gibt, denn für ihr Fleisch werden sie gnadenlos gejagt. Oder sie werden beim Luftholen durch Schiffsschrauben verletzt und durch Abwassereinleitungen der boomenden Großstädte vergiftet. Einer, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Amazonas-Seekuh zu retten, ist der Biologe Diogo Alexandre de Souza. Nicht nur mit Rettungsstationen für Seekuhwaisen, die ihre Mütter verloren haben. Er hat auch ein einzigartiges Auswilderungsprogramm auf die Beine gestellt. Doch es ist ein riskantes Unternehmen, denn die Waisen können nicht von ihren Müttern lernen und der Amazonas ist ein Lebensraum mit Tücken: Zwischen Trocken- und Regenzeit schwankt der Wasserstand hier um bis zu 15 Meter. Den in künstlichen Becken aufgewachsenen Jungtieren ist der natürliche Lebensraum fremd und sie laufen Gefahr, in den austrocknenden Nebenarmen des Flusses zu verenden. Die Auswilderung der Tiere aus Diogos Rettungsstation gleicht einem Abenteuer. Das größte Männchen der Aufzuchtstation, Aboré, wurde einst am Amazonas geboren. Jetzt soll er nach Hause zurückkehren. Doch Aboré macht unerwartete Schwierigkeiten. Werden Diogo und sein Team es schaffen, Aboré und den anderen Seekühen eine neue Heimat zu geben? Haben die Tiere eine Chance zu überleben?

20:15 - 21:00, NDR
Thailands Trauminseln. - Der Archipel von Ko Samui

Die 60 Eilande des Samui-Archipels mit ihren dschungelbedeckten Hügeln, den endlosen Sandstränden und dem klarem Meer sind das Traumziel schlechthin. Weltberühmt ist das quirlige Ko Samui, Thailands drittgrößte Insel. Gleich nebenan auf Ko Phangan geht es deutlich ruhiger zu. Hier haben viele Buchten noch keine Straßenanbindung und sind nur per Boot zu erreichen. Die Bewohner der Inselgruppe pflegen Traditionen, die es so auf dem Festland nicht mehr gibt. Seit Wochen fiebert Pon Makcharoen auf diesen Tag hin: Heute steigt endlich der Wasserbüffelkampf auf Ko Samui. Sein Büffel Thong ist der Favorit und tritt gegen Kontrahent Jao an. Wobei Kampf eigentlich das falsche Wort ist. Wasserbüffel sind von Natur aus friedliebend. Meist beschnuppern sich die Gegner einfach minutenlang und stieren sich an, anstatt zu kämpfen. Nicht selten verliert dann irgendwann einer die Lust, trabt vom Platz und hat damit den Kampf verloren. Dabei geht es um viel: Das Preisgeld beträgt bis zu 25.000 Euro. Für Buasri Kongchoos Spezialität kommen die Menschen sogar aus Bangkok nach Ko Phangan - auch wenn das Rezept ziemlich einfach ist. Buasri legt rohen Fisch in eine Truhe und wartet ein paar Tage, bis sich ein streng riechender Sud gebildet hat. Erst dann kommt etwas Salz dazu. Nach einer Woche ist der Gammelfisch fertig. Busaris Geheimnis: Der Frischfisch kommt in den Sud des Vorgängers. Die Stammkundschaft ist sich einig: So leckeren "Pla Raa" gibt es nur auf Ko Phangan. Vom Festland nach Ko Phangan benötigen die Schnellfähren rund 90 Minuten. Wit braucht mit seiner alten Holzfähre die ganze Nacht. Sieben Stunden dauert die Tour mit Passagieren und Fracht. Trotzdem brummt das Geschäft. Wit hat seinen Kahn mit Matratzen ausgelegt, oft ist jede belegt. Das Konzept: perfekte Sauberkeit an Bord, persönlicher Service und vor allen Dingen Pünktlichkeit. Um 23 Uhr geht´s los, und um 6 Uhr früh wird angelegt. Und zwar auf die Minute genau. Auf Ko Samui hat Decha Rittirong vor zwei Wochen einen neuen Laden aufgemacht, einen Wahrsage-Salon. Insbesondere die jungen Frauen auf der Insel lieben den Blick in die Zukunft. Decha versucht sie mit dem Eröffnungsangebot zu ködern: einmal wahrsagen für 99 Baht, rund 2 Euro 50. Die ersten Kundinnen haben schon angebissen. Im Samui-Archipel lieben die Menschen Froschschenkel-Curry. Vor einem Jahr hat Piromya Raksa deshalb eine kleine Froschfarm aufgebaut. Und weil Frösche sich am liebsten bei Gewitter paaren, hatte sie eine Idee: Einmal die Woche zieht jetzt ein künstliches Gewitter auf. Piromas Sohn ist fürs Donnern mit einem Stück Wellblech zuständig, sie selbst für die Blitze mit der Taschenlampe. Der Regen kommt aus dem Gartenschlauch. Und die Frösche lieben es - und sich.
21:00 - 21:45, NDR
Vietnam - Im Mekongdelta

Das Delta des Mekongs ist der fruchtbare Irrgarten im Süden Vietnams. Dort leben auf einer Fläche, die fast so groß wie die Niederlande ist, etwa 18 Millionen Menschen, an und auf Meeresarmen und Flussläufen, auf Inseln, Sandbänken und in Mangrovenwäldern. In dem amphibischen Leben geht ohne Boot gar nichts. Bei Familie Nguyen beginnt der Tag mit einem Gebet. Die Wassergöttin soll für die Fahrt zum schwimmenden Markt gnädig gestimmt werden. Denn im Mekongdelta lauern viele Gefahren: Strömungen, Sandbänke und die Rushhour, die hier praktisch rund um die Uhr herrscht. Familie Nguyen hat fast nie festen Boden unter den Füßen. Drei Generationen leben auf ihrem Sampan, einem hölzernen Hausboot, das immer mit Obst und Gemüse voll beladen ist. Zum Leben an Bord bleiben nur winzige Nischen. Die fruchtbaren Schwemmlandböden des Mekongdeltas bescheren der Region drei Reisernten jährlich. Madame Dinh Thi Ha, die Herrin des Reiskontors von Cái Bè, schlägt am Tag 100 Tonnen Reis um. Die Ware wird säckeweise angeliefert, unter Aufsicht der rüstigen Chefin von ihren Neffen umgeladen und von Zwischenhändlern weiter transportiert - bis nach Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon. Wenn alles reibungslos läuft, wischt Madame Dinh am Ende des Tages fröhlich ihr Reislager. Wenn nicht, müssen die Neffen Überstunden machen und kriegen das Taschengeld gekürzt. Reis ist in Vietnam noch immer eine verlässliche Größe für das Einkommen. Die Arbeiter der Venusmuschel-Kooperative von Binh Dai hingegen kämpfen mit den unterschiedlichsten Widrigkeiten. Winzige Baby-Venusmuscheln müssen erst mühsam großgezogen werden. Danach kann man sie nur bei Niedrigwasser ernten, denn die Muscheln verstecken sich im Schlick. Die Kooperative ist mit 400 Leuten bei der Ernte dabei, das Plansoll muss erfüllt werden. Es winkt ein kapitaler Gewinn: pro Tonne werden 5.000 Euro für die Delikatesse bezahlt. In einem der unzähligen Flussarme des Mekongs ist Vuong Hung Trang, der Chef der Wasserstraßenmeisterei, mit seinen Kollegen auf Patrouille. Sie sind verantwortlich für 18 von mehreren Tausend befahrbaren Flusskilometern. Sie sorgen dafür, dass der Verkehr auf den Wasserstraßen "fließt" und schrubben auch schon mal verschmutzte Verkehrsschilder. Ordnung und Orientierung müssen sein, denn das Delta ist permanent in Bewegung. Steigende Wasserpegel und Unwetter lassen neue Verbindungen zwischen den Flussarmen entstehen, während alte verschwinden. Dann muss die Wasserstraßenmeisterei neu ausschildern, damit die gewohnten Wege im Delta nicht ins Nirgendwo führen.

Freitag, 21.12.2018
10:25 - 11:10, B3
Wilde Heimat - Der Winter

Für Adler, Luchs und Fuchs wird es im Winter immer schwerer, Beute zu machen. Oft hängt ihr Überleben von den Opfern ab, die der Winter fordert. Doch es gibt auch Tiere, die ausgerechnet in eisiger Kälte ihren Nachwuchs bekommen: Kreuzschnäbel ziehen ihre Brut bevorzugt im Winter groß und an der Nordseeküste kommen zur Jahreswende die ersten Kegelrobbenjungen zur Welt. Im Südwesten Deutschlands wird es schon im März merklich wärmer. Feldhasen beginnen mit der Paarung, und Wildschweine haben bereits Nachwuchs. Die Hochalpen sind dagegen noch weit über den Winter hinaus von Schnee bedeckt. So manche Lawine bringt eine Gams ums Leben und Kolkraben wie Steinadler bekommen ihre Chance. Die Menschen begehen seit jeher gerade im Winter einige ihrer buntesten Feste: Lichtfeste wie Weihnachten, das nordfriesische Biikebrennen und der Hexensabbat haben ihren Ursprung in uralten vorchristlichen Winterritualen - eine Antwort auf die Dunkelheit der Jahreszeit.

10:15 - 11:00, 3SAT
Die Macht der Jahreszeiten: Herbst & Winter

So wie die Schneeschmelze den Frühling ankündigt, läuten die fallenden Blätter den Herbst ein. Wie verändert sich die Landschaft, und wie beeinflussen die Jahreszeiten unser Leben noch heute? Mit den sich färbenden Blättern beginnt in der Natur die größte Umbauaktion des Jahres: Gelb, Rot und Braun dominieren plötzlich das Landschaftsbild. Die Farben sind die Folge eines Notprogramms im Stoffwechsel der Pflanzen. Damit reagiert die Vegetation auf die abnehmende Tageslänge und die schwindende Lichtausbeute. Das Grün der Fotosynthese wird abgebaut. Übrig bleiben gelbe und braune Farbstoffe, die den typischen Look des Herbsts ausmachen. Aber das ist nur eine der vielen Facetten der dritten Jahreszeit. Eine andere ist die Landwirtschaft. Selbst im Herbst herrscht dort noch Hochbetrieb. Alle Hände werden gebraucht. Auch bei den Winzern wie Kilian Franzen und Angelina Lenz am Calmont an der Mosel, dem steilsten Weinberg Europas. Seit einigen Jahren fangen sie mit der Lese immer früher an. Die Klimaerwärmung macht es möglich. Sie sorgt nicht nur für eine zeitigere Fruchtreife, sondern vor allem für neue Rebsorten, wie sie eigentlich nur in Italien oder Frankreich wachsen. Ein verlässlicher Indikator, dass sich der Sommer verabschiedet hat, ist der Zug der Kraniche auf ihrem Weg in den Süden. Auf der Ostseehalbinsel Darß fallen sie zu Tausenden ein, um Rast zu machen und neue Nahrung aufzunehmen. Weiter westlich an den Küsten ziehen langsam aber sicher frische Winde auf. Manche wachsen zu Orkanen an und fegen über ganz Deutschland. Die höchste Windgeschwindigkeit mit 263 Stundenkilometern wurde am 24. November 1984 auf dem Brocken gemessen, Kyrill im Jahr 2007 tobte so heftig, dass er Schäden in Höhe von 4,2 Milliarden Euro verursachte. Die Experten vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach prophezeien, dass die Herbststürme in Zukunft an Stärke zunehmen werden.

11:00 - 11:30, 3SAT
Abenteuer Hurtigruten

Die Autoren sind mit der "MS Nordkapp" unterwegs auf den Hurtigruten - von Bergen im Süden Norwegens bis in den hohen Norden nach Kirkenes. Die Linie der alten Postschiffe wurde 1893 zum ersten Mal befahren. Sie war die einzige Verbindungsstrecke zwischen den Handelszentren im Süden und den abgelegenen Fischerdörfern im Norden Norwegens. Heute ist aus dem Transportmittel längst auch ein touristisches Unternehmen geworden, das jährlich viele Tausende Touristen anzieht. Sie wollen die Urgewalten der zerklüfteten Fjord-Landschaften erleben, meterhohe Eiswände bestaunen und sich von den bizarren Polarlichtern verzaubern lassen. Eine Reise im Winter kann zudem sehr abenteuerlich werden. Schnee, Kälte und Sturm sind vor allem für die Besatzung eine Herausforderung. Das Wohlfühlprogramm an Bord, Wandertouren und Schlittenfahrten an den verschiedenen Orten werden für die Passagiere zu einem einzigartigen, unvergesslichen Erlebnis. Mittlerweile ist die "MS Nordkapp" nördlich des Polarkreises und steuert die "Hauptstadt der Arktis", Tromsø, an. Während das Schiff im Hafen liegt, ist Zeit für einen Stadtbesuch. Sehenswürdigkeiten gibt es viele, hier steht beispielsweise die am nördlichsten gelegene Kathedrale der Welt. Nach kürzeren Stopps im hohen Norden erreicht das Schiff das Tor zum spektakulären Nordkap. Per Bus geht es dann an der schroffen Felsenküste entlang zum Plateau des Globus-Denkmals, dem Symbol für das Nordkap. Nur 2000 Kilometer entfernt befindet sich der geografische Nordpol. Mit dem Gefühl, am Ende der Welt zu sein, geht die Schiffsreise weiter ins Kernland der Samen. Im Fischerdorf Kjøllefjord gehen viele Passagiere von Bord, um eine aufregende Fahrt mit dem Schneemobil durch die entlegensten Landschaften in Lappland zu erleben. Schneebedeckte Täler und - mit etwas Glück - das hypnotisierende Nordlicht am klaren Sternenhimmel sind die Highlights. Der Ausflug endet in Mehamn in der Nähe des nördlichsten Punkts des europäischen Festlands an der stürmischen und wilden Küste der Finnmark. Endstation der Schiffsreise ist Kirkenes im äußersten Nordosten Norwegens. Viele Touristen gönnen sich hier eine Hundeschlittenfahrt mit heimischen Huskys, um noch einmal den Zauber des verschneiten Nordens zu erleben. Die "MS Nordkapp" wird hier umdrehen und nach geschäftigem Ein- und Ausladen von Gütern, wie Lebensmitteln oder Medikamenten, die Rückreise antreten.

13:15 - 14:00, 3SAT
Europa ungezähmt

Trockenheit und Hitze im Sommer, milde Winter mit geringen Niederschlägen: Im fünften Teil der Reihe "Europa ungezähmt" geht es um den "trockenen Süden". Auf der Iberischen Halbinsel wachsen einzigartige Wälder aus immergrünen Korkeichen und Steineichen – Lebensraum des Pardelluchses, einer extrem seltenen Raubkatze. Es gibt nur noch 150 Tiere dieser Art. Dank menschlicher Hilfe wird er vielleicht überleben. Die ist für ihre großen Geier-Vorkommen bekannt. Die gefiederten Gesundheitspolizisten sind wahre Flugkünstler und kreisen in Höhen von bis zu 6000 Metern. Die wüstenhaften trockenen Regionen sind Heimat von Perleidechsen, Hornottern und Chamäleons, und an der rauen Atlantikküste Portugals haben sich Weißstörche eine ökologische Nische erobert.
14:45 - 15:35, 3SAT
Auf dem Dach des Kaukasus

Der Elbrus ist der höchste Berg Europas und liegt mitten im Kaukasus. Ein konfliktreiches Gebiet von atemberaubender Schönheit. Jedes Jahr fordert der Berg seine Opfer. Ein bergunerfahrener Politkorrespondent stellt sich der Herausforderung. Christof Franzen ist in seiner Korrespondentenzeit viel rumgekommen in Russland, gerade auch im Kaukasus mit seinen diversen Konfliktherden. Immer wieder blieb sein Blick am Elbrus hängen. Der Elbrus steht auf der legendären Liste der „seven summits“, den höchsten Gipfeln jedes Kontinents. Einmal im Leben wollte Christof Franzen auf dem Dach Europas und Russlands stehen. Warum nicht jetzt, kurz bevor seine Korrespondentenzeit endet? Doch Christof Franzen ist kein Bergsteiger. Obwohl in den Walliser Bergen aufgewachsen, hat er noch nie einen Fuß auf über 3000 Meter über Meer gesetzt. Der Elbrus ist 5642 Meter hoch. Alexey Shustrov, ein russischer Bergführer, führt den Journalisten ins ABC des Bergsteigens ein, und klärt ihn über die Gefahren auf. So harmlos der erloschene Vulkan aussieht, so gefährlich kann er sein. Und die politische Lage im Gebiet ist labil. Die Nähe zu Georgien und die Lage mitten im Kaukasus, mit seinen vielen Volksgruppen und Kulturen schaffen ein konfliktgeladenes Umfeld. Auch das spürt man. In den Tälern rund um den Elbrus trifft er während der Akklimatisierung auf fanatische Pferdezüchter, erfährt von den goldenen Zeiten des Sowjettourismus und von Wunderheilungen durch das Wasser des Berges. Und er lernt einen muslimischen Weinproduzenten kennen, der rauschende Märchenhochzeiten organisiert. Hier ist schon der Weg zum Berg ein wahres Abenteuer. Und auch am Berg ist einiges los. Aus der ganzen Welt pilgern Menschen an den Elbrus. Was hier oben abgeht, hat sich Christof Franzen in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Doch je näher der Gipfel rückt, desto mehr zweifelt er, ob das, was er sich in den Kopf gesetzt hatte, wirklich eine gute Idee war. Ob er es trotzdem bis zum Gipfel schafft?

17:00 - 17:45, 3SAT
Unser blauer Planet

Mehr noch als Tag und Nacht diktieren Ebbe und Flut den Lebensrhythmus der Gezeitenzone, und nirgendwo sonst offenbart sich die Kraft der Gezeiten stärker als an Flussmündungen. Die Flut bezwingt das Flusswasser, und das Meerwasser schießt in einer Flutwelle oft zig Kilometer stromaufwärts. Der Film zeigt eine sechs Meter hohe Flutwelle, die sich ihren Weg gegen den Lauf des Amazonas bahnt und selbst riesige Bäume an den Ufern mit sich reißt. Der Tidenhub, der Höhenunterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser, ist im offenen Ozean gering, doch in Buchten ist er deutlich spürbar. In der Bay of Fundy in Kanada etwa hebt und senkt sich der Meeresspiegel täglich um 16 Meter. Die Leben spendende Flut überschwemmt nicht nur Hunderte Quadratkilometer schlammigen Grunds, der Gezeitenstrom konzentriert auch dichte Planktonmassen vor der Küste, die ein Magnet für hungrige Mäuler sind. Jeden Sommer versammeln sich ungeheure Mengen von Meerestieren in der Bucht - Heringe, Delfine, Glatt- und Buckelwale drängen sich unter Wasser, Tölpel gesellen sich aus der Luft dazu. Wattflächen gehören zu den produktivsten Revieren des Meeres. Vor allem während der Ebbe finden sich Massen von Räubern ein und zwingen die Bewohner des Meeresbodens - Krabben, Schnecken, Muscheln, Würmer und viele andere -, im schlammigen Grund Schutz zu suchen, bis die Flut sie wieder erlöst. Waschbären und sogar Riesen wie Grizzlys pflügen den Strand um und befördern Muscheln, Krabben und andere Kleintiere zutage. Für manche aber bringt die Flut nicht Erlösung, sondern den Tod. Große Tümmler starten dann und wann einen außergewöhnlichen Jagdzug. Bei Ebbe sind Fische, die im Flachwassertümpeln geblieben sind, vor ihnen sicher, doch wenn der Meeresspiegel steigt, geraten sie in Reichweite der Delfine. Ein Tümmler hat dabei die Aufgabe, den Schlamm aufzuwühlen und die Fische den wartenden Artgenossen zuzutreiben. Die Teamarbeit der Delfine ist nicht nur erstaunlich - sie ist auch überaus effektiv. Sie können sich so lange vollfressen, bis die Ebbe ihnen den Zugang zum Flachwasser wieder versperrt. Eine Reihe von Tieren stimmt ihren Fortpflanzungszyklus auf die Mondphasen und den Stand der Gezeiten ab. In bestimmten Nächten entlassen Seesterne, Seeigel, Muscheln und andere ihre Eier und Samen in unvorstellbaren Mengen ins Wasser, um eine neue Generation zu zeugen. Der Einfluss der Gezeiten ist so groß, dass sie selbst an Land den Startschuss für eine riesige Wanderung geben. Auf der Weihnachtsinsel nördlich von Australien erfüllt sich der Wald mit Leben, wenn Millionen Rote Landkrabben sich aufmachen und zur Fortpflanzung Richtung Küste marschieren. An die nassen Klippen geklammert, warten sie oft tagelang, bis der Gezeitenstand perfekt dafür ist, ihre Eier in den offenen Ozean zu tragen. Dann, bei Nippflut, wenn der Wasserstand am niedrigsten ist, drängen sie sich im Flachwasser, schütteln ihre Eier in der Brandung ab und flüchten so schnell wie möglich wieder an Land. Denn - und das ist das außergewöhnlichste daran - schwimmen können die erwachsenen Tiere nicht. Sie ertrinken jährlich zu Tausenden in demselben Wasser, das ihre Larven erst leben lässt.
17:45 - 18:30, 3SAT
Unser blauer Planet

Über Zigtausende Kilometer säumen Küsten die Weltmeere. Der schmale Streifen zwischen Land und Wasser ist auch die Grenze zwischen zwei Welten. Doch es ist alles andere als ein Niemandsland. Hier herrscht ständiges Kommen und Gehen. 95 Prozent aller Seevögel, die das ganze Jahr über auf dem offenen Meer jagen, kommen an Land, um sich in riesigen Kolonien zu paaren und zu brüten. Und diese ziehen Nesträuber von beiderseits der Küste an. Riesenseeadler und Skuas sind ebenso unermüdlich hinter den Eiern und Küken von Dreizehenmöwen her wie Polarfüchse und Bären. Nicht nur Schildkröten verlassen das Meer, um ihre Gelege im Schutz der Nacht im Sand zu vergraben. Auch so mancher Fisch tut es ihnen gleich: Lodden, die zu den Lachsfischen zählen, werfen sich an den Küsten Neufundlands an den Strand, um an die 10 000 Eier in Sandfurchen abzulegen. Die Eier bleiben am Boden haften, wo sie sich entwickeln werden. Die erwachsenen Tiere kehren nach dem Ablaichen ins Meer zurück. Nur wenige Arten, die die Küsten bevölkern, sind sesshaft. Eine Ausnahme bilden die Meerechsen der Galapagosinseln. Sie sind perfekt an das Leben in der Gischt angepasst. Ihre Hauptnahrung, Algen, finden sie im Meer. Während Wale ihren Nachwuchs im Meer zur Welt bringen und säugen, müssen Walrosse und andere Robben an Land gehen, um ihre Jungen zu gebären. In der Antarktis kehren die See-Elefanten jeden Frühling an die Küsten von South Georgia zurück. Wenn sich bis zu 10 000 See-Elefanten an einem einzigen Strand drängen, verwandeln sich abgelegene Meeresbuchten zeitweilig in Kampfarenen, in denen die Bullen versuchen, die Oberhand über ihre Rivalen zu gewinnen und ihren Harem unter Kontrolle zu halten. An den Stränden Patagoniens, der Kinderstube der Mähnenrobben, ereignet sich regelmäßig ein dramatisches Schauspiel. Hier sind die jungen Robben nur so lange vor jagenden Schwertwalen sicher, bis sie das trockene Land erstmals verlassen. Die jungen Mähnenrobben haben noch keine Erfahrung mit den Walen, die in ihrem Jagdverhalten zeigen, weshalb sie auch Killerwale genannt werden: Sie schießen aus der Deckung der Gischt auf die Jungtiere zu, wobei sie sogar riskieren, zu stranden. Haben die Wale eine Jungrobbe gefasst, ziehen sie ihre Beute ins tiefe Wasser, wo sie, während sie noch am Leben ist, mit ihr Katz und Maus spielen. Ein bizarres Geschehen, das sich auch die Wissenschaftler noch nicht erklären können, die die Dreharbeiten begleiteten. Doch die Jagdsaison der Schwertwale dauert nur kurz. Die Jungrobben lernen schnell und bleiben in sicherer Entfernung, die Attacken der Wale verlieren an Erfolg. Nach nur zwei Wochen ziehen sie weiter, und am Strand der Mähnenrobben kehrt wieder Ruhe ein. Sobald der Nachwuchs groß genug ist, leeren sich die Strände wieder. Wo sich noch vor Kurzem Robben und Seevögel in Kolonien drängten, herrscht nun Stille. Alles Leben aus dem Ozean kehrt zurück, woher es gekommen ist. Eine Wendung, die typisch ist für die Küsten der Ozeane: Nichts in diesem dynamischsten aller marinen Lebensräume bleibt lange unverändert.

18:30 - 19:20, arte
Geheimnisvolle Eichhörnchen

Kaum sind sie da, sind sie auch schon wieder weg: Europäische Eichhörnchen, die quirligen Baumtänzer unserer Wälder, sichtbar und unsichtbar zugleich. Mit ihrer roten, braunen, grauen und bisweilen schwarzen Färbung sind sie überall gern gesehen und doch führen sie zumeist ein verborgenes Leben. Das Team um die Tierfilmer Hubert Doppler und Johannes Pötscher hat sich an die Fersen der flinken, unberechenbaren Sprungakrobaten geheftet. Als sogenannter Kulturfolger hält sich das Europäische Eichhörnchen zwar gern in der Nähe menschlicher Siedlungen auf – fällt hier schließlich regelmäßig Nahrung für den kleinen Nager ab – doch im Allgemeinen bleibt es auf Distanz und nur Wenigen ist ein Einblick in sein Baumkronenreich möglich: Zu groß sind für die kleinen, geschäftigen Tiere die Gefahren, die von den vielen Fressfeinden am Boden oder aus der Luft, ausgehen. Ihre Kobel bauen sie in Astgabeln oder in hohlen Baumstämmen, um sich vor ihren Feinden zu verbergen. Schon im Herbst beginnen sie große Futtermengen, bestehend aus Samen und Nüssen, im Waldboden zu vergraben, um den kalten Winter zu überstehen. Und doch sind ihre Überlebenschancen verhältnismäßig gering. Nur wenige Tiere vollenden ihr erstes Lebensjahr. Häufig fallen sie Jägern aus der Luft, wie dem Habicht oder Mäusebussard, zum Opfer, und auch die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Vorräte von Futterkonkurrenten entdeckt und geplündert werden, ist groß. Doch gerade aus den eigenen Reihen kommt seit Jahren eine tödliche Bedrohung: Das im 19. Jahrhundert aus Amerika importierte Grauhörnchen verdrängt das heimische Nagetier mehr und mehr aus seiner ökologischen Nische.

21:00 - 21:45, H3
Die Eisbären von Manitoba

Die kleine Stadt Churchill im äußersten Nordwesten der kanadischen Provinz Manitoba gilt als "Eisbären-Hauptstadt der Welt". Jedes Jahr im Spätherbst sammeln sich rund um die Kleinstadt zahlreiche Eisbären. Sie haben irgendwo gemütlich den Sommer verbracht, sich vorwiegend von Früchten und Pflanzen ernährt und warten sehnlich darauf, dass endlich die Hudson Bay zufriert. Dann nämlich können sie vom Eis aus wieder ihre Leibspeise jagen: Robben. Doch bevor es so weit ist, treibt der Hunger die Kolosse nicht selten in das Hafenstädtchen. In Churchill hat man gelernt; mit der pelzigen Gefahr zu leben. Kinder dürfen dann nach 17 Uhr nicht mehr allein auf die Straße, Abfälle werden penibel unter Verschluss gehalten und zur Entsorgung weit weg gebracht. Autos und Haustüren sind grundsätzlich nicht verschlossen, damit man sich bei "Bärenalarm" schnell in ein Auto oder ein Haus flüchten kann. Bewaffnete Ranger patrouillieren rund um die Stadt und haben ihr Betäubungsgewehr stets bereit. Falls sich das größte aller Landraubtiere doch einmal zu weit in die Stadt vorwagt, kommt es vorübergehend in Gewahrsam. Denn in Churchill gibt es das einzige Eisbärengefängnis der Welt, in einem ausgedienten Militärhangar. Nach einigen Tagen nur bei Wasser werden die Bären dann per Helikopter weit weg von der Zivilisation ausgeflogen und wieder in die Freiheit entlassen. Die "schonende Gefahrenabwehr" kommt nicht von ungefähr. In Manitoba hat man den positiven Effekt durchaus erkannt, den Eisbären für den Fremdenverkehr haben können. Seit Jahren werden hier Touren mit einem "Tundra Buggy" in die unwegsame Wildnis angeboten. Mit speziell konstruierten, allradgetriebenen Bussen können bis zu vierzig Passagiere völlig ungefährlich und ganz nah an die Rastplätze der Bärenfamilien gebracht werden. Auch Wilderness-Lodges wie die Dymond Lake Lodge, etwa eine halbe Flugstunde mit dem Buschflugzeug von Churchill entfernt, werben damit, dass man die riesigen Zotteltiere unmittelbar aus dem Zimmerfenster beobachten kann. In der Tat, der nächste Eisbär ist in Manitoba nie weit weg.