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fauna.gif (2335 Byte) Tier- und Natursendungen
Sonntag, 21.04.2019
08:25 - 09:20, arte
Louisana - Land unter bei den Shrimpfischern

Es sind hartgesottene Männer, die Shrimps-Fischer aus der Marschlandschaft am Südrand des Mississippi-Deltas in Louisiana: kauzige Charaktere, die mit der Wasserwelt der verwunschenen, moosbewachsenen Bayous in fast symbiotischer Gemeinschaft leben. Doch es ist eine versinkende Welt: Noch erstreckt sich das Marschland weit bis zum Golf von Mexiko – ein Wasserlabyrinth, das Tag für Tag schwindet. Denn jede Stunde schlucken die Fluten eine Fläche so groß wie ein Fußballfeld. Das Abpumpen von Öl und Gas, der Klimawandel und fehlgeleitete Flussumleitungen lassen das Land stetig absinken. Als Nachfahren von Choctaw-Indianern sowie kanadischen Cajuns sprechen die Shrimper der Bayous noch ein altertümliches Französisch und spielen mit Fiedel und Akkordeon getragene Melodien, zu denen sie mit polkaähnlichen Tänzen feiern. Bis in die 1990er Jahre belieferten sie die ganzen USA mit Shrimps und verdienten damit gutes Geld. Doch heute steht der Aufwand ihres harten Jobs in keinem Verhältnis mehr zum Ertrag. Massive Importe an Billigshrimps aus Fernost und Südamerika haben den Markt überschwemmt und zu einem ruinösen Preisverfall geführt. Seitdem haben die meisten Shrimper aufgegeben und arbeiten jetzt in der Ölindustrie. Doch eine Minderheit von ihnen will und kann sich kein anderes Leben als auf dem Wasser vorstellen und steht jede Saison aufs Neue vor der Herausforderung des Überlebens. „360° Geo Reportage“ hat sie besucht: Den 74-jährigen Jake Billiot, der dort lebt, wo das Land im Meer versinkt und sich nur in den Bayous wirklich frei fühlen kann. Und die alteingesessene Shrimper-Familie Chauvin, die die Zukunft des Geschäfts auf der Hochsee sieht.
09:20 - 10.15, arte
Der Lachszähler von Kanada

Im Great Bear Rainforest, dem Regenwald des Großen Bären, gibt es weder Straßen noch Wege. Dafür unzählige Flüsse, die sich durch den dichten Dschungel dem Meer entgegen winden. Neben den namensgebenden Bären leben hier auch Wölfe, Weißkopfseeadler, Robben und Seevögel. Ein großes Ökosystem aus Ozean und Wald, zutiefst und untrennbar verbunden durch die Lachsschwärme, die seit Jahrhunderten ihren Weg vom Meer zu ihren Laichplätzen aufnehmen. Stan Hutchins überwacht seit fast 40 Jahren diese Wanderungen im Auftrag der Regierung.Ein Beruf, der weit einfacher aussieht, als er ist. Viele Flüsse sind so verzweigt und hindernisreich, dass Stan einen vollen Tag braucht, um sie zu bewältigen. Neben einem ausgezeichneten Orientierungsvermögen und physischer Belastbarkeit muss ein Lachszähler Einsamkeit aushalten können. Die Begleitung seines jungen Hundes Foch erleichtert Stan die Arbeit in der Wildnis. Obwohl die von Stan gesammelten Daten wichtig für die Fischwirtschaft und den Lachsbestand sind, möchte die Fischereibehörde seinen Arbeitsplatz gerne einsparen. Sie hofft, auch mit ein paar Stichproben genügend Daten zusammen zu bekommen, um daraus Schlüsse über die aktuelle Population gewinnen zu können.Die Zukunftsaussichten für den Beruf des "Creekwalkers" sind entsprechend schlecht. Die Bezahlung ist so unsicher, die Verträge so vage, dass kaum junge Leute in diesen Beruf einsteigen können. Aber für Stan sind die Lachse dieser Küste von unersetzbar großem Wert. Der Flussläufer erlebt selbst, wie durch die Klimaveränderung und das schlechte Management der Fischerei ganze Lachspopulationen unbemerkt verschwinden. Auf der Suche nach potenziellen Nachfolgern geht er jetzt eigene Wege, denn Stan weiß nie, ob die aktuelle Saison in den Flüssen seine letzte sein wird.
11:40 - 12:35, 3SAT
Palast der Natur: Schloss Chambord

Rund um Schloss Chambord in der Loire-Region liegt der größte und älteste Naturpark Europas. Der Film zeigt diesen Mikrokosmos der europäischen Wälder in allen vier Jahreszeiten. In den majestätischen Schlossgärten lebt eine bemerkenswerte Pflanzen- und Tierwelt. Mit mehr als 5000 Hektar Wald bietet Chambord ein Paradies für die dort lebenden Tiere.

12:30 - 13:15, MDR
Wilde Ostsee

Zwischen Estland und dem finnischen Schärenmeer liegen Zehntausende von Inseln. Auf Saaremaa, der größten estnischen Insel, schallen im Herbst nasale Laute über die Insel. Es sind die Paarungsrufe der Elche. Große Bullen ziehen zu den traditionellen Brunftplätzen. Im Norden der Insel ragt das Panga Cliff empor, eine über 400 Millionen Jahre alte Kalksteinwand. Anfang März dreht der Naturfilmer Christoph Hauschild die Kinderstube der Kegelrobben auf zwei kleinen Inseln in der Rigaer Bucht. Nie zuvor durfte ein Kamerateam die Inseln betreten. Es ist die größte Ansammlung dieser Robbenart in der Ostsee. Nur 200 Kilometer westlich liegt das schwedische Gotland. Viele Tiere und Pflanzen, die sonst nur in Südeuropa vorkommen, finden sich auf der zweitgrößten Insel der Ostsee. Hier brüten Steinadler auf Bäumen, und im Frühling ist der Boden übersät von Orchideen. Auf der Insel Stora Karlsö existiert die größte Lummenkolonie der Ostsee. Im Juni springen die jungen Lummen zu Hunderten von den Felsen, um mit ihren Vätern in die südliche Ostsee zu schwimmen. 300 Kilometer weiter nördlich liegt Finnlands Schärenmeer. Eine Welt aus 80.000 Inseln. In diesem Labyrinth lebt auch das größte Raubtier Europas, der Braunbär. Große Bären schwimmen im goldenen Licht der weißen Nächte von Insel zu Insel auf der Suche nach paarungswilligen Weibchen. Magische Augenblicke aus dem Felsenmeer, das die letzte Eiszeit in der Ostsee einst geschaffen hat.

13:15 - 14:00, 3SAT
Ein Jahr am Kirchsee

Einheimische lieben den Kirchsee, einen flachen Moorsee, der etwa einen Kilometer lang und 300 Meter breit ist. Wie eine schwarze Perle liegt er mitten in einer urtümlichen Moorlandschaft. Diese bildete sich nach der letzten Eiszeit. Damals war eine mächtige Gletscherzunge bis zu seinem Nordufer vorgestoßen. Der Naturfilmer Thomas Dammer darf sich mit Erlaubnis der Behörden ein Jahr lang nicht nur rund um den See, sondern auch in dem Moor umsehen. Begleitet von Andrea Rüthlein und ihrem Filmteam erlebt der Naturfilmer die urtümliche Landschaft in allen Facetten. Denn im Moor sieht es jeden Monat anders aus. Durch unterschiedliche Lichtverhältnisse entsteht ein Farbenspiel, das weder er noch das Team vor den Dreharbeiten erwartet hätten. Zwei Kamera-Fallen zeichnen auf, welche Vierbeiner das Moor besuchen oder sich an einem Dachsbau blicken lassen. Am Ende empfinden alle dasselbe: Das Jahr am Kirchsee ist wie im Flug vergangen.
13:30 - 14:00, B3
Der Böhmerwald - eine Wildnis mitten in Europa

Der Wald ist aus seinem Leben nicht wegzudenken, als Ort der Magie, der Ruhe und des ständigen Lernens: Pavel Hubeny ist Leiter des Nationalparks Sumava. Er setzt sich dafür ein, dass ein Urwald für künftige Generationen wachsen kann, in den der Mensch nicht eingreift. Im Boubín, einem Schutzgebiet nur einige Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt, gibt es bereits jetzt Bäume, die weit über 500 Jahre alt sind. Die Vision von einem Urwald teilt auch Claus Bässler. Für den Förster ist der Wald Forschungsobjekt. Seit Jahren ist ein dramatisches Insektensterben zu beobachten mit unabsehbaren Folgen für Mensch und Natur. Er will dem Artensterben entgegenwirken und lässt Bäume fällen, damit künstlich Totholz geschaffen wird. So entsteht ein neuer Lebensraum für seltene Käfer und Pilze. An der Moldau liegt die "Perle des Böhmerwalds": das Städtchen Krumau. Eines seiner Aushängeschilder ist das Barocktheater mit einer noch vollständig erhaltenen Bühnentechnik aus dem 17. Jahrhundert. Regisseurin Suzana Vrbová verzaubert mit ihren Inszenierungen Menschen aus aller Welt. Neben der Landwirtschaft sicherte vor allem der Waldreichtum den Bewohnern des Böhmerwalds den Lebensunterhalt. Der bodenständige Schreiner Philipp von Manz glaubt an die Kraft von Vollmondholz und verarbeitet nur heimische Hölzer für seine Kunden in ganz Deutschland. Die Tierärztin Judith Gollner, aufgewachsen im österreichischen Teil des Böhmerwalds, hat lange in Wien gelebt und sich bewusst für die Rückkehr entschieden. Sie mag den Menschenschlag und ist stolz auf "ihre Bäuerinnen", die eines mit ihr teilen: Die Liebe zum Böhmerwald.

14:25 - 15:10, arte
Der Bach

Nur noch jeder Tausendste Bach ist in einem ökologisch sehr guten Zustand. Doch noch gibt es einige wenige intakte Bäche mit einem einzigartigen Ökosystem. Dort leben skurrile Bewohner wie die bullige Groppe, die kaum jemand kennt. Andere Bewohner schmücken sich mit bunten Farben, wie der Steinkrebs, dessen Panzer im Mondlicht fluoresziert. Wieder andere kannte früher jedes Kind, wie den Feuersalamander.Der preisgekrönte Tierfilmer Jan Haft stellt in beeindruckenden Bildern und mit seltenen Tonaufzeichnungen das Leben im und am Bach im Laufe der vier Jahreszeiten vor. Faszinierende Makroaufnahmen und extreme Zeitraffer zeigen das Leben im Verborgenen und geben spannende Einblicke in den vielfältigen Lebensraum Bach und seine angrenzenden Auen. Denn zum Lebensraum Bach gehört untrennbar auch das angrenzende Land. Dabei lässt der Film die Gefahren für das Ökosystem Bach nicht außer Acht. So wird Jan Haft bei den Dreharbeiten zufällig Zeuge einer Abwasser-Havarie, die etwa tausend der seltenen und durch europäisches Recht streng geschützten Groppen das Leben kostet. Noch schwerwiegender sind jedoch die Folgen der industriellen Landwirtschaft, die die Gewässer belasten und gefährden. Vielerorts sind die bunten Auenwiesen zu Intensivgrünland umgewandelt worden. Sie werden bis zu sechs Mal im Jahr gemäht, um eiweißreiches Grünfutter zu ernten. Blumen haben keine Chance sich auszusäen. Und ohne Blumen, keine Insekten.Hinzu kommt, dass diese landwirtschaftlich genutzten Grünflächen hauptsächlich mit Gülle gedüngt werden, von der nach starken Regenfällen große Mengen in den Bach gespült werden – mit verheerenden Folgen für das fragile Ökosystem. Doch noch ist Zeit unseren Umgang mit der Landschaft und ihren Gewässern zu ändern - damit es in möglichst vielen Bächen unserer Heimat wieder vor Leben nur so wimmelt, damit Prachtlibelle, Salamander und Steinkrebs, die Bachmuschel wie auch die Groppe künftig überall dort wieder leben können, wo sich die Kronen der Bäume am Ufer, über dem Bach sanft mit ihren Zweigen berühren.
18:25 - 19:10, arte
Spreewald - Kähne, Köche, Klapperstörche

Der Spreewald, nur eine knappe Autostunde von Berlin entfernt, ist ein Naturparadies, durchzogen von unzähligen Kanälen und Fließen. Ein verwunschener Landstrich, der mit einem ganz eigenen Zeitgefühl und alten Bräuchen gestresste Großstädter magisch anzieht. Anfang Januar wird auch im Spreewald die Fastnacht gefeiert. Auffallend im kleinen Örtchen Burg sind die vielen jungen Leute in ihren Trachten. Es ist die Tracht der Wenden und Sorben, jener Slawenvölker, die seit dem sechsten Jahrhundert durch Völkerwanderungen in den Spreewald kamen. Bräuche werden hier akribisch gepflegt – so tragen zum Beispiel die Mädchen und Frauen kunstvoll gesteckte und handbestickte Hauben. Ein Handwerk, das nur noch ganz wenige Spreewälderinnen beherrschen – zu ihnen gehört Christa Dziumbla, die ihr Wissen an die 18-jährige Cindy weitergibt. Und jedes Jahr im Frühjahr kehrt Adebar, wie der Volksmund den Weißstorch nennt, zurück in den Spreewald, um hier zu brüten und seinen Nachwuchs großzuziehen. Vielfältig ist auch die Küche der Region. Junge und innovative Köche interpretieren typische Spreewaldgerichte neu, zum Beispiel Sternekoch Oliver Heilmeyer im feinen Hotel Zur Bleiche. Aber auch der gebürtige Brandenburger Marco Giedow zaubert mit den ökologisch hochwertigen Rohstoffen eine moderne und leichte Küche mit vielen Referenzen an den Spreewald. Bio-Gemüse, selbst gebackenes Brot, kaltgepresstes Leinöl und Fleisch von Tieren, denen es auf den Weiden und Wiesen gut geht. Das, was die Region ausmacht, findet man hier überall: gutes Essen, altes Handwerk und eine verzauberte Landschaft. So nah und doch so fern von der Hauptstadt.

Samstag, 20.04.2019
09:05 - 09:50, 3SAT
Wildnis am Strom - Nationalpark Donau-Auen

Der Nationalpark Donau-Auen ist einzigartig in vieler Hinsicht: Beginnend in Wien, reicht er bis vor die Tore von Bratislava und verbindet die beiden Hauptstädte miteinander. Auf über 36 Kilometern Länge schützt der Nationalpark eine der letzten freien Fließstrecken der Donau und gleichzeitig die letzte große Auenlandschaft Mitteleuropas. Beeindruckend ist die Vielfalt der Lebensräume, die dort zu finden ist. Außergewöhnlich ist auch die Zahl der Tiere und Pflanzen, die in dem Park überleben können. Seit der Gründung des Nationalparks im Jahr 1996 wird versucht, die Au wieder stärker an die Donau anzubinden: Ufer wurden rückgebaut, Altarme miteinander verbunden und Treidelwege am Fluss gesenkt. Diese Maßnahmen zeigen Wirkung. Der Film erzählt von der neuen, alten Aulandschaft, vom steten Wandel, der allein das Überleben der Aubewohner ermöglicht, und von den großen und kleinen Ereignissen, die das Jahr im Nationalpark bestimmen.
12:55 - 13:40. 3SAT
Südtirol - Die Dolomiten

Die Dolomiten gehören zu den markantesten Berglandschaften der Welt. Ob die Drei Zinnen, der Lang- und Plattkofel - die mächtigen Gipfel liegen in Südtirol, der nördlichsten Provinz Italiens. Im Sommer sind die Dolomiten ein Kletter- und Wanderparadies, im Winter ein Traumziel zum Skifahren. Benannt wurden sie nach dem französischen Geologen Déodat de Dolomieu, der ihr Gestein als Erstes erforschte. Heute sind Teile der Dolomiten UNESCO-Weltnaturerbe. Landschaftlich reizvoll sind die Seiser Alm, die größte Hochalm Europas, und der Pragser Wildsee, von denen der Film spektakuläre Luftaufnahmen zeigt. Außerdem begleitet der Film ein Team der Helikopterrettung bei einem schwierigen Einsatz an den Drei Zinnen, beobachtet Hollywoodstar Terence Hill bei Dreharbeiten und schaut einem Holzbildhauer über die Schulter, dessen zeitgenössische Skulpturen schon auf der Biennale in Venedig gezeigt wurden. Schließlich erinnert der Film auch an die Zeit des Ersten Weltkrieges, als die Front mitten durch die Dolomiten verlief, und stellt eine junge Sängerin vor, die mit ihrer Musik die ladinische Sprache retten möchte.

14:25 - 15:15, 3SAT
Unsere wilde Schweiz

Die Landschaft um die Engadiner Seenplatte bietet Superlative: die höchste Schifffahrtslinie Europas, die größte Steinbock-Population der Schweiz, die ältesten Zirbelkiefern Graubündens. Auf dem Weg dorthin geht es 200 schroffe Höhenmeter den Malojapass nach oben – nur abwärts geht es vorerst nicht. Stattdessen gibt es ein Hochplateau mit vier eindrucksvollen Seen inmitten einer bombastischen Bergwelt mit steil aufragenden Gipfeln. Obwohl das Wetter es nicht vermuten lässt, bestehen die Engadiner darauf, die Schnittkante zwischen Afrika und Europa zu sein. So verblüffend das klingt, plattentektonisch gesehen stimmt es: Hier stoßen die Afrikanische und die Eurasische Kontinentalplatte aufeinander. Als sie sich einst entschlossen, zu kollidieren, haben sie die Berge aufgeschoben, und es kam zu der sogenannten Blattverschiebung, die noch heute dafür sorgt, dass es hinter dem Malojapass erst sechs Kilometer später wieder ins Tal geht. Dazwischen liegen die vier Seen. Mit ihren knapp 10 000 Quadratkilometern Fläche sind sie von großer Bedeutung für den Wasserhaushalt, für das Klima und auch als reichhaltige Ökosysteme. Rund um die Seen und auf den höher gelegenen Bergwiesen, Hochmooren und Gipfelfelsen tummelt sich alles, was in der Alpen-Flora und -Fauna Rang und Namen hat: Enzian und Edelweiß, Steinbock und Murmeltier, jahrhundertealte Zirbelkiefern. So kurz der Sommer hier ist, so gewaltig weiß er sich zu inszenieren: eine Symphonie aus Farben und Formen, aus dem plötzlich explodierenden Grün der Almen, gesprenkelt mit der weiß schäumenden Gischt schmelzwasserführender Wildbäche. Auch in Sachen Wetter wird an einem Tag schon mal das ganze Repertoire aufgefahren: Sonnenstrahlen im Morgennebel, gleißendes Mittagslicht, abgelöst von plötzlich aufziehenden spektakulären Wolkenformationen und wildem Gewitter. Alles zusammen ein Naturschauspiel, das schon Philosophen, Dichter und Maler beflügelte, die die Oberengadiner Seenplatte immer wieder bereisten und in deren Licht und Farben sie Inspiration und Frieden fanden.

15:15 - 16:05. 3SAT
Unsere wilde Schweiz

Nahe der Heimat des berühmten Gruyère-Käses thront das Juwel der Voralpen: der Vanil Noir. Er zählt nicht zu den höchsten Berge der Schweiz, besticht aber durch die wilde Schönheit. Mit seiner außergewöhnlich vielfältigen Flora und der reichhaltigen Fauna formt der 2389 Meter hohe Gipfel an der Grenze zwischen den Kantonen Freiburg und Waadt das Herz eines Naturschutzgebietes - ein Geheimtipp für Wanderer und Naturliebhaber. Der Biologe Gregor Kozlowski präsentiert seltene Pflanzenarten wie den Drachenkopf, den Alpenmohn oder den kleinsten Baum der Welt, die Krautweide. Naturschützer, aber auch Almwirte, kämpfen für den Erhalt der prachtvollen Bergwiesen. Der Film führt in das Tal der Schmetterlinge und an verborgene Ruheplätze der Schwarzen Kreuzotter, der Vipera berus. Gewaltige, von der Eiszeit geprägte Felsformationen prägen die Landschaft. In einer Höhle wird das Karstphänomen deutlich. Wildhüter Patrick Romanens macht sich auf Steinbocksuche. Die Population mit gut 200 Tieren hat er stets im Auge und erklimmt dafür die höchsten Lagen. Der nicht ungefährliche Aufstieg auf den Vanil Noir lohnt: Ein atemberaubendes Panorama und eine nur noch selten anzutreffende Stille lassen die Zeit vergessen - weit oben, wo auch die Bounets Rodzos, die Kobolde, wohnen. Sie sind es, die all die Schönheit geschaffen haben. Davon ist jedenfalls Bergführer und Legendenspezialist Cyrille Cantin überzeugt und mahnt ganz in ihrem Sinne zum Erhalt der noch intakten Natur.
20:15 - 21:00, ARD
Leben im Kronendach

Hoch oben im Kronendach der tropischen Regenwälder erstreckt sich ein einzigartiger Lebensraum, auf den ersten Blick eine enthobene, opulente Welt. Doch hinter dem paradiesischen Bild tobt ein unerbittlicher Kampf ums Überleben, den die beiden Folgen des Films "Leben im Kronendach" dokumentieren. Die Sonne lockt das Leben bis zu 60 Meter hoch in die Wipfel der Bäume des südamerikanischen Regenwalds. Die Bewohner führen ein Leben über dem Abgrund, über schwindelerregender, gefährlicher Tiefe. Und doch wollen sie alle hier bestehen. Denn viele Gewächse und einige größere Tierarten können nur überleben, wenn sie ausreichend Licht bekommen. Die Tiere und Pflanzen, die sich hier behaupten, haben sich - jeder auf seine Weise - an einen der schwierigsten Lebensräume unserer Erde angepasst. Dabei haben es die "Sonnenanbeter" nicht leicht: Unten, in Bodennähe, ist es finster und feucht. Das Bedürfnis, aus dem Schatten der anderen herauszutreten, zwingt die Bäume höher und schneller zu wachsen als anderswo. Das Streben hoch hinaus ist aber für die Tiere eine allgegenwärtige Herausforderung, die ständige Höchstleistung erfordert. Das extreme Klima im Kronendach ist eine zusätzliche Dimension im gnadenlosen Überlebenskampf: Sonnenglut wechselt mit eisigen Wolkenbrüchen - jede Wetterlage birgt neue Prüfungen. Der junge Totenkopfaffe, das "Nesthäkchen" muss sich in dieser ungewissen Umgebung alleine zurechtfinden. Seine Streifzüge offenbaren die ganze Bandbreite an Abenteuern, die es hier, hoch oben im Kronendach des Regenwalds, zu bestehen gilt.

20:15 - 21:45, H3
Serengeti

Durch das jahrzehntelange Engagement von Prof. Bernhard Grzimek für die Serengeti ist dieser ostafrikanische Nationalpark gerade für das hessische Publikum besonders interessant. Er zählt zu den größten Naturwundern der Erde. Seine großartige, unberührte Landschaft erstreckt sich viele hundert Kilometer von Tansania bis an die nördlichen Ausläufer des Schutzgebietes in Kenia. Alljährlich wiederholt sich in diesem 30.000 Quadratkilometer großen Gebiet ein grandioses Naturereignis: Fast zwei Millionen Antilopen, Büffel, Gazellen, Gnus und Zebras ziehen Hunderte von Kilometern weit auf der Suche nach Nahrung und Wasser durch die schier endlose Savanne, von den Weiten der Ebenen unter den Vulkanen des Kraterhochlandes, über die dornigen Buschländer der zentralen Serengeti bis zu den üppigen Weiden im Norden an der Grenze Kenias im Nationalpark Massai Mara über den Ngorongoro Krater. Sie benutzen immer dieselben Routen und müssen dabei, dem Wechsel von Regen- und Trockenzeiten unterworfen, größte Hindernisse überwinden. Ihnen dicht auf den Fersen sind ihre natürlichen Feinde: Löwen, Leoparden, Geparde und Hyänen. Kaum anderswo auf der Welt bietet der Kampf ums Überleben ein solches Schauspiel wie im Massenzug der Tiere in der Serengeti. Bildgewaltig und berührend - mehr als 50 Jahre nach dem "Oscar"-gekrönten Film "Serengeti darf nicht sterben" von Bernhard Grzimek - bietet der Dokumentarfilm "Serengeti" ein ganz neues, spektakuläres Naturerlebnis. In faszinierenden Bildern und mit atemberaubenden Zeitlupen mit bis zu 2.000 Bildern pro Sekunde haben der erfahrene Tierfilmer Reinhard Radke und seine Kollegen über zwei Jahre das Leben der Bewohner dieses einzigartigen UNESCO-Weltnaturerbes eingefangen. Hardy Krüger jr. führt als Sprecher durch dieses herausragende TV-Ereignis.

Montag, 22.04.2019, Ostermontag
04:15 - 05:00, Phoenix
Alaska - Mit dem Zug durch die Wildnis

"The last frontier" - die letzte Wildnis - wird Alaska auch genannt, und in der Tat beginnt die Wildnis hier unmittelbar hinter dem Stadtrand, wobei auch eine Stadt in Alaska immer eine ganz besondere Atmosphäre hat, oft spürt man noch die Atmosphäre der Entdecker und Goldgräber, die einst hier lebten. Anchorage, die einzige Großstadt des Landes, ist Ausgangspunkt für die meisten, die den nördlichsten amerikanischen Bundesstaat besuchen. Von hier aus lassen sich mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln durchaus komfortable Ausflüge in die faszinierende Natur Alaskas unternehmen. Eine besonders angenehme Reise geht mit dem Zug. An Bord der Alaska Railroad kann man bequem im Aussichtswagen durch die Wildnis fahren. Eine andere Möglichkeit, das Land kennenzulernen, bieten Wasserflugzeuge beim sogenannten Flightseeing. Sie starten nicht von einer Asphaltpiste aus, sondern vom Lake Hood, dem größten Wasserflughafen Alaskas am Stadtrand von Anchorage. So kommt man auch in die entlegensten Winkel des Landes und kann mit etwas Glück Grizzlybären bei der Futtersuche beobachten. Eindrucksvoll ist es auch, mit dem Schiff die eindrucksvollen Buchten der wilden Küste Alaskas zu erkunden, in die mächtige Gletscher kalben. Filmautor Peter Weinert war mit seinem Team in allen Verkehrsmitteln unterwegs und hat faszinierende Bilder eines Landes eingefangen, in dem die Wildnis immer nur ein paar Schritte entfernt ist.

06:45 - 07:30, 3SAT
Von Hasen und Lämmern

Sie sind die Symboltiere des Osterfestes und stehen für hohe Werte. Das Lamm als Zeichen für Unschuld, Reinheit und Frieden - der Hase als Synonym für Fruchtbarkeit, Fülle und Segen. Der Film macht sich auf die Spuren der beiden faszinierenden Tierarten, die nur allzu vertraut erscheinen, bei näherer Betrachtung aber Überraschendes preisgeben. Schafe gelten als die ältesten Haustiere der Welt. Man vermutet, dass sie schon vor 10 000 Jahren domestiziert wurden. Heute werden weltweit rund 600 Schafsrassen gezählt, und mit der "Skudde" weidet das kleinste Schaf Deutschlands auf Brandenburger Wiesen. Sprichwörtlich ist die Fruchtbarkeit der Hasen, die sich bis zu drei Mal im Jahr fortpflanzen können und mit spektakulären Hochzeitstänzen jeden Beobachter bezaubern. In freier Wildbahn ist der Hase jedoch seit Langem bedroht. Auch die Schafe sind als Landschaftspfleger in Deutschland eher geduldet als erwünscht.

08:15 - 09:00, Phoenix
Tigerwald und Kranichsee
 
Sibirische Wälder, Auenlandschaften, die Heimat des Amur-Tigers. Der äußerste Nordosten Chinas ist geprägt von gigantischen Flüssen und weiten Ebenen. In früheren Jahrhunderten zogen Jäger durch die Wälder, die Oroqen. Sie waren Nomaden, bauten Zelte in Tipiform und sammelten Beeren. An den Ufern des Amur und des Sungari (Songhua) lebten Fischer, die Hezhen, vom reichen Fang. Im Winter trugen sie Pelze, im Frühjahr und Herbst Kleidung aus Fischhaut. Heute können nur einige Nachfahren von den Traditionen ihrer Großeltern berichten. Ihre tungusischen Sprachen sind vom Aussterben bedroht, die Nomaden im Nordosten sind längst sesshaft. Hauptstadt der Region ist Harbin - gegründet Ende des 19. Jahrhunderts von Russen als Stützpunkt der Trans-Mandschurischen Eisenbahn. Schnell wuchs Harbin zu einer internationalen Metropole heran. "Klein-Moskau", "Klein-Paris" wurde sie genannt. Die Stadt hatte auch eine große jüdische Gemeinde, vor allem Flüchtlinge der Pogrome in Russland. Heute gibt es keine in Harbin geborenen Juden oder Russen mehr. Aber in ihrer europäischen Architektur ist die Geschichte noch sehr präsent. Bei chinesischen Touristen sehr beliebt sind die Vulkane von Wudalianchi. Um 1720 gab es den letzten Ausbruch. Zurückgeblieben ist eine Krater- und Seenlandschaft mit Quellen, denen eine heilende Wirkung zugeschrieben wird. Und so baden Hunderte Kranke im eisenhaltigen Mineralwasser - Kur auf chinesisch. Die Auenlandschaften Nordostchinas sind auch wichtiger Brutplatz für seltene Vogelarten. Der Mandschuren-Kranich hat hier sein Sommerrevier. Im Grenzgebiet zu Russland leben noch einige wenige Exemplare des Amur-Tigers. Sein Lebensraum wurde im vergangenen Jahrhundert stark verkleinert, Wilderer besorgen den Rest. Tiger sind nach wie vor eine begehrte Beute auf dem Schwarzmarkt. Naturschützer kämpfen um die letzten Refugien dieser vom Aussterben bedrohten Arten, versuchen die Balance zwischen Mensch und Natur zu bewahren. Asien-Korrespondentin Ariane Reimers und das Team aus dem ARD-Studio Peking berichten aus Chinas grünem Nordosten.
09:45 - 10:30, Phoenix
Wildes Irland

Die Westküste Irlands ist der Gewalt des Atlantiks ungeschützt ausgesetzt. Das Meer formt bizarre Klippen und eine wilde Landschaft von faszinierender Schönheit. ARD-Korrespondent Frank Jahn folgt der spektakulären Küstenstraße des Wild Atlantic Way und besucht Menschen, die nach der Krise der letzten Jahre wieder nach vorne sehen. Die Bewohner der Küstenregion sind es gewohnt, die Widrigkeiten des Lebens, der Natur und des Wetters auszuhalten. Jahn begleitet die Retter der irischen Küstenwache zu einem dramatischen Notruf im Atlantik sowie Iain Miller, einen Abseil-Profi, der es kletternd mit den kargen Felsen aufnimmt. Weiter Richtung Süden liegt am Wegesrand eine echte Hoffnung für das ganze Land: Gold. Doch das Rückgrat des Landes sind die Farmer, die die grüne Insel mit Exportschlagern wie der Butter aus Limerick aus den roten Zahlen bringen sollen. Schließlich führt der Wild Atlantic Way den Reisenden zum Ring of Kerry, einer der schönsten Landstriche Irlands. Hier gibt es Stimmung pur. In den urigen Pubs lernt Frank Jahn Live-Musiker und melancholische Geschichtenerzähler kennen, für die die Melodie ihrer Heimat ein Zukunftsprojekt ist. Dort findet er die Antwort auf die Frage: Wie klingt Irland?
11:35 - 12:20, B3
Die Mauersegler von Bernried

Jedes Jahr Ende April kommen die Mauersegler an, erst die Vorhut, einen Tag später der Rest der Kolonie. Sie finden trotz der langen Reise von Südafrika zum immer selben Zeitpunkt hierher zurück, ins Kloster Bernried. Seitdem die Benediktinerinnen hier leben, beobachten sie diese flinken Luftakrobaten. Die Nonnen haben bei der Renovierung des Klosters 2006 sogar darauf geachtet, dass die Mauersegler ihre Nester unter dem Dachstuhl des Klosters weiterhin nutzen können: Sie ließen besondere Luftschlitze zwischen Dach und Mauerwerk einbauen, um ihre Schützlinge weiterhin zu ihren Nestern zu lassen.
12:00 - 12:45, Phoenix
Der See Genezareth

Seit biblischen Zeiten ist der See Genezareth bekannt. Immerhin wandelte schon Jesus über den See. Da das ARD-Team dies nicht kann, macht es eine Reise rund um den See, um Land und Leute in einer der schönsten Regionen des Heiligen Landes vorzustellen. So begegnen sie etwa einem Fischer, der darüber klagt, dass es kaum noch Fische im See gibt.

12:20 - 13:05, B3
Biene Majas wilde Schwestern

Für die meisten Menschen ist "die Biene" die Honigbiene, die fleißig Blüten besucht und als Volk, bestehend aus einer Königin und einigen zehntausend Arbeiterinnen, in einem Holzkasten oder einem geflochtenen Bienenkorb wohnt und dort Honig und Wachs produziert. Doch wohl die wenigsten wissen, dass in Mitteleuropa über 560 weitere Bienenarten vorkommen, von denen die allermeisten nicht gesellig in Kolonien, sondern als Einzelgänger leben. Die Verhaltens- und Lebensweisen dieser sogenannten Wildbienen sind so vielfältig wie ihr Aussehen, ihre Größe und ihre Lebensräume. Unter den Wildbienen gibt es Riesen von drei Zentimetern Körperlänge, aber auch Zwerge, die gerade einmal drei Millimeter lang sind. Die meisten Wildbienen sind zwar eher unscheinbar gefärbt, doch machen sie ihr unauffälliges Äußeres durch eine ungeheure Vielfalt an interessanten Verhaltensweisen wett. Wohl nur wenige andere Tiere treiben einen derartigen Aufwand bei der Fürsorge für ihre Nachkommenschaft wie die Bienen: Um der nächsten Generation den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen, konstruieren sie aus den unterschiedlichsten Materialien komplizierte Bauwerke als Kinderstuben. Und um ihren Nachwuchs mit genügend Nektar und Pollen zu versorgen, besuchen Bienenmütter auf manchmal Hunderte Kilometer langen Sammelflügen Zehntausende von Blüten. Unter den Bienenarten gibt es allerdings auch einige, die - durchaus nicht "bienenfleißig" - andere für sich arbeiten lassen und sich als Einbrecher oder gar als Mörder betätigen … Jan Hafts Film "Biene Majas wilde Schwestern" zeigt die schier unglaubliche Vielfalt der heimischen Wildbienen und deren erstaunliche Anpassungen an die verschiedensten Lebensräume und Lebensbedingungen. Spannende Kämpfe, sensationelle Leistungen, fantastische Bauwerke und farbenfrohe Individuen - die Welt der Wildbienen hat all dies und noch viel mehr zu bieten. Dramatische Tiergeschichten, beschauliche Naturbeobachtungen und Expeditionsberichte - die Themen von natur exclusiv sind alle Naturerscheinungen: Pflanzen und Tiere genauso wie Landschaften und Ökosysteme sowie die Dynamik unseres Planeten Erde. Umfassende Reihen vermitteln Überblicke und ermöglichen Orientierung.

12:45 - 13:30, 3SAT
Südtirol - Rund um Meran

Die Kurstadt Meran - die "Perle der Alpen", das "Nizza Tirols", der Südbalkon der k. u. k. Monarchie - bezauberte schon Kaiserin Sisi, gefolgt von Europas Hochadel und namhaften Künstlern. Der Film begleitet unter anderem eine Bergbauernfamilie, deren Hof nur per Seilbahn erreichbar ist, führt zu einer der schönsten Almen im Passeiertal, zeigt einen Schellenschmied bei der Arbeit und stellt einen Musiker vor, der moderne Volksmusik macht. Meran ist die zweitgrößte Stadt Südtirols, der nördlichsten Provinz Italiens. Jugendstilbauten sorgen bis heute für ein Flair der Belle Époque. Dank der Lage in einem Talkessel ist die Gegend von mildem Klima geprägt. Meran beherbergt einen der schönsten Gärten Italiens, den Botanischen Garten von Schloss Trauttmansdorff. Das nahe gelegene Dorf Hafling gab einer Pferderasse ihren Namen, den Haflingern. Die Blondschöpfe sind Stars eines Pferderennens und von den Almwiesen nicht wegzudenken. Umgeben ist Meran von hohen Bergen. Mediterrane Leichtigkeit steht im Kontrast zu alpiner Tradition.

13:30 - 14:15, 3SAT
Südtirol - Der Vinschgau

Der Vinschgau liegt im Westen Südtirols und ist geprägt vom Kontrast zwischen einer fruchtbaren Talsohle und einer kargen Bergwelt. Der Film begleitet unter anderem einen Mönch, der die älteste Wetterstation Südtirols betreibt, einen Produktdesigner, der Zehenschuhe entwickelt hat, und einen innovativen Bäcker, der wieder aus heimischem Getreide Brot backt. Außerdem führt der Film in das Dorf Laas, in dem weißer Marmor aus dem Berg geholt wird, und ins Schnalstal, das Schauplatz eines großen Schaftriebs ist. Südtirol, die nördlichste Provinz Italiens, beherbergt eines der größten Apfelanbaugebiete Europas. Im Frühjahr verwandelt sich die Landschaft in ein zartrosa Blütenmeer. Durch Frostberegnung werden die Blüten bei Minusgraden geschützt - ein beeindruckendes Schauspiel. Das Leben im Vinschgau ist vom Klima geprägt. Das Tal gilt als eines der trockensten im Alpenraum. Schon vor Jahrhunderten baute man kleine Kanäle, die Waale, um Schmelzwasser aus den Seitentälern zu holen. Ohne künstliche Bewässerung wäre Landwirtschaft dort unmöglich.
13:30 - 14:30, Phoenix
Safari am Sambesi

Mit dem Ultraleichtflieger steuert Heiko Held über die donnernden Victoria-Fälle, an denen der Sambesi-Strom über 100 Meter in die Tiefe stürzt. Seit zwölf Jahren lebt Heiko am Sambesi, dem "mighty river", dem mächtigen Fluss Afrikas. Er zeigt Touristen sein ganz persönliches Paradies und ist sich sicher: "Wer einmal Sambesi-Wasser getrunken hat, der kommt immer wieder." Atemberaubende Natur, eindrucksvolle Tierwelten im Chobe-Nationalpark, gigantische Stauseen oder die weltbekannten Victoria-Fälle: Der Sambesi ist nicht nur Lebensader des südlichen Afrikas, sondern auch Geheimtipp für Weltenbummler. Sie erwar tet eine spannende Mischung aus gelebter Kolonialgeschichte und touristengerechten Abenteuern. Doch so groß die Chancen, so groß sind auch die Gefahren der neuen Zeiten am Sambesi: "Wir wollen lieber den Wandel managen als vom Wandel gemanagt zu werden", bringt es Chief Mukuni auf den Punkt. Das traditionelle Oberhaupt des Toka-Leya-Volkes verdient gut an Touristen, die zu den Victoria-Fällen kommen. Und Chief Mukuni sonnt sich gerne im neu gewonnenen Reichtum - etwa, wenn er in traditionellem Gewand der edlen Stretchlimousine entsteigt und ein Hotel chinesischer Investoren einweiht. Die neuen Zeiten am Sambesi sind auch für Silke und Curt eine Herausforderung und gleichzeitig eine Gratwanderung: Im Nordosten Namibias organisieren sie Hausboot-Safaris. Einerseits wollen sie so Geld verdienen. Andererseits hoffen sie, dass nicht allzu viele Touristen den Sambesi entdecken, "damit der Fluss seinen ursprünglichen Charakter nicht verliert". Auch weiter stromabwärts, in der Provinz Tete in Mosambik, wird der Zwiespalt deutlich: Seit dort Kohle entdeckt wurde, hat sich das Gesicht des kleinen, verschlafenen Städtchens verändert. Firmen von überall auf der Welt sichern sich verheißungsvolle Fördergebiete. Doch längst nicht alle profitieren vom Rohstoff-Boom: Viele müssen den Kohlebaggern weichen, versprochene Ausgleichszahlungen bleiben aus - Armut droht! ZDF-Südafrika-Korrespondent Timm Kröger und sein Team reisen tausende Kilometer von der Sambesi-Quelle bis zur Mündung in den Indischen Ozean, zeigen ein Afrika zwischen Naturschönheiten und Wirtschaftsboom, kommen den Menschen am Fluss nahe und machen den Zuschauern Appetit auf einen Besuch im südlichen Afrika.

14:15 - 15:05, 3SAT
Unsere wilde Schweiz

Der Aletsch ist der größte Gletscher der Alpen: ein Eisgigant von magischer Schönheit. Seine einmalige Lage begeistert besonders Forscher und Künstler. Jetzt kämpft man gegen das Abschmelzen. Der Klimawandel macht dem Gletscher gewaltig zu schaffen: Der Eispanzer schrumpft jedes Jahr rund 50 Meter in der Länge und zwölf Meter in der Höhe. Sein Verschwinden bedroht nicht nur Landwirtschaft und Tourismus, sondern die gesamte Flora und Fauna. Der Masseverlust ist so dramatisch, dass als Erklärung eine natürliche Wetterschwankung allein nicht ausreicht. Kurzfristig beschert das im Überfluss vorhandene Schmelzwasser dem Vieh auf den sich ausdehnenden Almen üppiges Futter. Viele Pionierpflanzen nehmen den vom Eis freigegebenen Lebensraum in Besitz. Doch Bergführer Dominik Nellen sieht die Heimat seiner tierischen Lieblinge rapide zusammenschmelzen: Der Gletscherfloh ist die einzige Tierart, die dauerhaft auf dem Gletscher überleben kann. Naturschützer und Wissenschaftler reagieren auf die Herausforderung: Revierförster Peter Aschilier erprobt Methoden zum Schutz des Bergwaldes bei zunehmender Trockenheit. Der Fotograf und Biologe Carsten Brügmann dokumentiert die Anpassung von Orchideen an schwierige Umweltbedingungen. Die Wildbienenspezialistin Sabrina Gurten erforscht die Verschiebung der Lebensräume bestimmter Arten in die Höhe, deutliches Indiz der Klimaveränderung im Alpenraum. Pro-Natura-Aktivist Laudo Albrecht sieht auch das Überleben der Murmeltiere am Aletsch massiv gefährdet. Förster Christian Theler errichtet regelrechte "Totholzburgen", um Hirschkäfern die Fortpflanzung zu erleichtern. Ihr Engagement hilft den außerordentlich vielfältigen Tier- und Pflanzenarten, den Klimawandel am Aletschgletscher zu überleben.

15:05 - 15:50, 3SAT
Unsere wilde Schweiz

Das Verzascatal mit seinen pittoresken Dörfern und dem smaragdgrünen Fluss, der sich durch eine einzigartige Felslandschaft schlängelt, gilt als eines der schönsten Täler südlich der Alpen. Es ist ein raues, wildes Tal mit mächtigen Wasserfällen und seltenen Tieren. Durch seine Abgeschiedenheit konnte es bis heute viel von seiner Ursprünglichkeit bewahren. Obwohl der Tourismus immer wichtiger wird, pflegen die Bewohner weiterhin die alten Traditionen.

16:15 - 17:00, Phoenix
Magisches Sibirien

Ganz im Süden, an der Grenze zur Mongolei, liegt die russische Republik Tuwa. Es ist der exotischste Landstrich Sibiriens. Eine faszinierende Landschaft mit unberührter Wildnis. Steppe, Taiga und Wüste liegen dicht beieinander. In Tuwa wurde der weltberühmte Schatz der Skythen entdeckt. Tuwas Einwohner sind ursprünglich Nomaden, die mit Jurten durchs Land zogen. Auf seiner Reise für phoenix begegnet Olaf Bock Schamanen mit ihren faszinierenden, magischen Ritualen und er ist bei einer Heilungszeremonie dabei. Er la uscht mit seinem Team den faszinierenden Klängen des Kelhkopfgesangs und sie lernen einen jungen Ringkämpfer kennen, der bei einem großen Volksfest mitmacht.Sie fiebern mit den Teilnehmern bei einem tuwinischen Pferderennen. Direkt am Ufer des Jenissei treffen sie auf ein Dorf von russischen Altgläubigen. Mit einem Jäger fahren sie über die reißenden Stromschnellen des Flusses. In der südlichen Wüstenlandschaft leben Kamelzüchter, die Ihnen von ihrem Leben erzählen. In Tuwa leben Mensch und Natur noch in einer Einheit zusammen.
16:45 - 17:10, arte
Xenius: Feldhasen

Er gilt als das Symbol für Fruchtbarkeit: Kein Wunder, denn der Feldhase vermehrt sich prächtig. Innerhalb kürzester Zeit kann die Häsin von mehreren Hasen gleichzeitig trächtig werden, sogar dann noch, wenn schon längst Embryonen in ihr heranwachsen. Superfötation heißt diese im Tierreich außergewöhnliche Fähigkeit. Außerdem ist der Feldhase ein exzellenter Sprinter: Bei Gefahr schlägt er Haken und hoppelt einfach davon, mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h. Trotzdem ist der Feldhase bedroht. Auf der friesischen Insel Pellworm zum Beispiel lebten Anfang des Jahrtausends noch etwa 2000 Feldhasen, heute gibt es nur noch etwa ein Drittel davon. Vor rund zehn Jahren begann das mysteriöse Hasensterben, die Hälfte der Tiere wurde damals tot aufgefunden. Doch warum? Forscher suchen nach Antworten: Die intensive Landwirtschaft ist vermutlich einer der Gründe. Auch scheinen das Mikrobiom in ihrem Darm und damit ihr Immunsystem gestört zu sein. Im brandenburgischen Niederfinow nordöstlich von Berlin versuchen Adrian Pflug und Emilie Langlade in der Feldforschungsstation des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung mehr über die Lebensbedingungen von Feldhasen herauszufinden. Dabei erfahren sie, wie man die Tiere langfristig besser schützen kann.

17:00 - 17:45, Phoenix
In den Höhen Tadschikistans

Das Pamir-Gebirge mit seinen zum Teil über 7000 Meter hohen Gipfeln im Osten des kleinen Tadschikistan gehört zu den beeindruckendsten Landschaften der Welt. Seit kurzem ist die M41 wieder offiziell befahrbar, die Straße, die sich am Dach der Welt in schwindelerregender Höhe zwischen der afghanischen, pakistanischen und chinesischen Grenze entlang windet. Tro tz der kargen Natur ist die Landschaft voller Geschichte: Die Perser waren hier, Alexander der Große wollte von hier aus die Ostgrenze seines Weltreichs sichern. Die großen Entdecker bewunderten Jahrhunderte später noch eine Kulturlandschaft, die zuletzt von den Kommunisten in Moskau willkürlich geteilt wurde. ARD-Korrespondent Stephan Stuchlik berichtet über Jahrtausende alte Städte in vergessenen Winkeln, über Paläste in der Wüste und über Nomaden und Lastwagenfahrer, Grenzbeamte und Dörfler - all jene, die versuchen, mit der rauen Natur in der atemberaubenden Höhe zu leben.

17:10 - 17:40, arte
Nepal - Die Riesenbiene der Gurung

Im Landesinneren von Nepal liegt das Annapurna-Massiv. In seinen zwischen 1.500 und 3.000 Meter hoch gelegenen Tälern herrscht ein ganz spezielles Klima – mit sehr kalten Wintern und drückender Hitze im Sommer. In der pflanzlichen Vielfalt haben sich besondere Bewohner eingenistet: die Riesenbienen Apis laboriosa. Bis zu drei Zentimeter lang können diese tiefschwarzen und robusten Insekten werden. Alle Jahre wieder bauen sie an felsigen Überhängen ein einziges, großes Nest, ungefähr einen Meter lang und mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern. Der berühmteste Honigjäger der Region, Lal Bahadur, begibt sich jedes Frühjahr auf den Weg zum süßen Gold – und riskiert dabei sein Leben. Doch der Honig ist für die Menschen mehr als nur ein süßer Genuss, sondern auch ein Allheil- und Rauschmittel. Bevor Lal Bahadur aufbricht, muss er seine Reisegefährten auswählen. Zusammen stellen sie aus Bambus das Arbeitsmaterial für das gefährliche Unterfangen her: Seile, Körbe, Haken und vor allem eine 50 Meter lange Strickleiter. Es darf kein Fehler passieren, denn Lal Bahadurs Leben hängt bei der Honigjagd wortwörtlich am seidenen Faden. Der Tag der Honigjagd ist gekommen: Nach vier Stunden erreichen sie eine nackte Felswand, an der die Bienen ihr Nest gebaut haben. Barfuß und ohne Schutzkleidung steigt der Honigjäger die Leiter hinunter, die seine Gefährten mit bloßen Händen festhalten. Nun bohrt er zwei Löcher in die Nestwand und versucht, eine kleine Schlinge hindurchzuziehen. Die Kunst ist, die Wabe aufzufangen, sobald sie sich vom Felsen löst. Jetzt darf nichts schiefgehen, sonst war die ganze Mühe umsonst …
17:45 - 18:30, Phoenix
Jenseits des Krieges

Diese Reportage zeigt keine Bomben; sie zeigt nicht den Krieg, sondern nimmt die Zuschauer mit in eines der schönsten Länder der Welt: Afghanistan. ARD-Korrespondent Gábor Halász reist darin unter anderem nach Bamiyan, wo einst die Buddha-Statuen standen, die die Taliban gesprengt haben, und in die Stadt Herat, die im Westen Afghanistans als Kulturhauptstadt gilt. Dieser Film zeigt keine Bomben. Dieser Film zeigt nicht den Krieg. Dieser Film nimmt uns mit in eines der schönsten Länder der Welt: Afghanistan. ARD-Korrespondent Gábor Halász beginnt seine Reise in Kabul. Über der Stadt thront noch immer der zerschossene Palast des Königs. Die Ruine erzählt von den Kriegen, die durch das Land zogen. So wie auch das von Falten durchzogene Gesicht des alten Gärtners, der immer noch täglich die Beete des Königs pflegt. Er sagt, er sei weit über 100 Jahre alt, und erzählt von den friedlichen Zeiten. Als Kabul ein Sehnsuchtsort war. In den sechziger und siebziger Jahren zogen die Hippies in die Stadt. Fotos zeigen Frauen in kurzen Röcken und eine Freiheit, die sich nur noch ahnen lässt. Berühmt war auch mal der Zoo der Stadt. Vor allem wegen Marjan, dem Löwen, der einst von Köln nach Kabul kam. Marjan überlebte alle Kriege. War am Ende blind und starb nach dem Sturz der Taliban. Jetzt endlich hat Kabul wieder einen Löwen, und er heißt wieder Marjan. Die Reise führt auch nach Bamiyan. Dort, wo einst die Buddha-Statuen standen, die die Taliban gesprengt haben. Nur noch die Löcher lassen die Schönheit erahnen. Sie gehören wie das Tal zum UNESCO-Welterbe. Viele wünschen sich, dass die Statuen wieder aufgebaut werden. Doch bislang kann das keiner bezahlen. Das Team aus dem ARD-Studio Neu Delhi unternimmt eine abenteuerliche Reise durch die wilden Berge. Dorthin, wo absolute Ruhe herrscht, wo kein Telefon Empfang hat. Wo auf einem Berg ein einsames Ferienhaus steht. Der Ort scheint ideal, die Touristen könnten kommen. Doch leider trauen sie sich nicht. Afghanistan gilt als zu gefährlich. Herat im Westen gilt als Afghanistans Kulturhauptstadt. Die Freitagsmoschee und ihr wunderschönes Blau lassen Besucher staunen. In Herat trifft das Team auch eine junge Schauspielerin und zwei Musiker, die meistens traurige Lieder spielen. Denn Lieder aus Afghanistan sind so gut wie immer traurig. Dieser Film zeigt nicht den Krieg. Aber dennoch zeigt er die Angst, dass alles wieder zerstört werden könnte. Dass die Taliban zurückkehren, wieder die Macht übernehmen könnten. Es ist auch die Reise durch ein zerbrechliches Land.

18:35 - 19:20, arte
Planet der Vulkane

Der Planet Erde brodelt. Täglich brechen auf der Welt etwa 30 Vulkane aus. Sie zerstören und spenden Leben und sind Motor der Evolution. In ihrer Umgebung finden seltene Pflanzen und Tiere einzigartige Lebensbedingungen. Die Dokumentation konzentriert sich auf drei der aktivsten Vulkane der Erde: die Insel Ambrym in Vanuatu, den Ätna auf Sizilien und den Kilauea in Hawaii. Auf Ambrym führt eine wissenschaftliche Expedition zu einem kochenden Lavasee. Geobiologe Jens Kallmeyer will herausfinden, ob einfachste Lebensformen unter diesen harschen Bedingungen existieren. Dort liegt vielleicht der Schlüssel, um Hinweise zu erhalten, ob Leben anderswo im Universum wahrscheinlich ist. Am Ätna haben es Wissenschaftler mit einem aktiven Vulkan in einem dicht besiedelten Gebiet zu tun. Vulkanologe Boris Behncke und sein Team beobachten den Berg und die Menge der entströmenden Gase, um bessere Vorhersagen treffen zu können. Vulkane, die neben anderen Gasen auch jede Menge Wasserdampf ausstoßen, könnten auch den Ursprung für Wasser auf der Erde und damit für alles Leben in sich bergen. Nach den verheerenden Ausbrüchen des Kilauea auf Hawaii ist wieder neues Leben entstanden. Auch vor der Küste: Die gewaltigen Lavaflüsse heizen im Pazifischen Ozean die Produktion von Phytoplankton an. Phytoplankton bildet die Nahrungsgrundlage des marinen Ökosystems rund um Hawaii und hilft selbst großen Meerestieren wie dem Mantarochen zu überleben. Die Dokumentation zeigt spannende aktuelle Forschung an Orten, an denen teilweise noch nie gefilmt wurde, und aufregende Bilder aus dem Inneren der Vulkane.

19:15 - 20:15, ZDF
Serengeti

Wie kommt ein Zebrafohlen über einen Fluss voller Krokodile? Wie gefährlich kann eine Herde Gnus einer Löwin werden? Hungrig folgen die Raubtiere der Serengeti den großen Tierwanderungen. Sie sind ein großes Naturspektakel. Die Protagonisten, die Löwin Kali, Rafiki der Pavian und die Elefantenkuh Nalla, sind dabei. Neu hinzugekommen ist Zebramutter Tishala, die ihr Fohlen aus den Augen verliert. Der Kampf ums Überleben spitzt sich zu. Der zweite Teil der Reihe beginnt zu der Zeit der großen Tierwanderungen. Jedes Jahr ziehen zwei Millionen Zebras, Antilopen, Gnus, Büffel und Antilopen auf der Suche nach Nahrung und Wasser durch die Serengeti bis zu den Weiden im Norden des Nationalparks. Die Löwin Kali und ihre Jungen begleiten die Wanderer, und nicht nur sie. Auch andere Raubtiere wie Hyänen, Wildhunde und Leoparden heften sich den Herden an die Fersen. Das größte Hindernis auf dem Weg ist der Mara-Fluss, in dem erwartungsvoll die Krokodile auf Beute lauern. Hier kommt auch Löwenmutter Kali zum Zuge und kann ein Gnu für ihre Familie reißen. Als sie eines ihrer Jungen aber an einen Löwen mit dunkler Mähne verliert, weiß sie, dass sie den Schutz des Rudels braucht, um zu überleben. Zebramutter Tishala zögert lange, bevor sie mit ihrem Fohlen den Mara-Fluss durchquert. Hier sind so viele Krokodile, dass die Überlebenschancen gering scheinen. Als ihr Fohlen im Fluss abgetrieben wird, beginnt eine verzweifelte Suche. Auch Pavianmännchen Rafiki findet keine Ruhe. Der Chef erträgt keinen Konkurrenten neben sich, es kommt zum Showdown zwischen den Rivalen. Doch der Alltag der Tiere enthält nicht nur dramatische Momente: Wenn der majestätische Löwe sich auf einen Baum zum Mittagsschläfchen zurückzieht und von Bienen verjagt wird oder die Mangusten die Löwin foppen, dann gibt es auch mal was zum Schmunzeln. Sprachrohr der Tiere ist weiterhin ein Geier, der über die Grassteppen der Serengeti kreist und die Abenteuer und Geheimnisse ihrer Bewohner im Blick hat. Die Tiere sind Protagonisten in einem Drama, das zugleich alle Elemente einer spektakulären Tierdokumentation enthält. Das ZDF zeigt mit "Serengeti" die spannendsten und emotionalsten Storys des gleichnamigen BBC-Sechsteilers von John Downer in einer Weltpremiere. Dem preisgekrönten Tierfilmer sind atemberaubende Bilder gelungen, die den Zuschauern das Gefühl geben, hautnah dabei zu sein. Selten haben Tierdokumentationen für so viel Gänsehaut und Spannung gesorgt. Die Dokumentationen wurden in einem privaten Reservat der Serengeti über zwei Jahre lang und mit zehn verschiedenen Kamerasystemen gedreht. Die Kameras waren für die Tiere nicht sichtbar, sodass die Filmer den Tieren über lange Zeit folgen und ihnen sehr nahe kommen konnten. Die Momente im Leben der Tiere konnten aus verschiedenen Blickwinkeln gefilmt werden. Das ermöglichte es erst, aus den tatsächlichen Situationen eine dramatische Handlung zu kreieren.

19:30 - 20:00, ARD
Leben im Kronendach

Die Baumkronen des tropischen Regenwaldes in Südamerika sind ein Füllhorn an Leben: Blüten voller Nektar, Blätter in Hülle und Fülle, süße, saftige Früchte für jeden. Und doch ist es der Hunger, der hier oben alles bestimmt, der über Bestehen und Vergehen entscheidet. Die Ausprägungen des Hungers sind vielfältig - mal subtil, mal radikal: Sei es der Hunger der Pflanzen nach Licht, nach Wasser und Nährstoffen oder der Hunger der Tiere nach Nektar, Früchten und frischem Fleisch. Denn trotz des üppigen Wachstums und der vielen verschiedenen Lebewesen ist das Nahrungsangebot dürftig. Die Jagd danach ist mühsam und der Preis hoch. Komplexe Gesetzmäßigkeiten bestimmen, wer sich welche Nahrungsquellen erschließt. Obwohl es auf den ersten Blick so aussieht, als bräuchte ein Pflanzenfresser einfach nur ins nächste Blatt zu beißen, ist es für ihn beinahe unmöglich, im Kronendach satt zu werden. Denn die Pflanzen wenden raffinierte Abwehrmechanismen an, sie machen sich den Hunger der Tiere gezielt zunutze, manipulieren und instrumentalisieren sie für ihre Fortpflanzung. Das Leben im Kronendach steht unter dem Regime der Pflanzen: Sie sind die heimlichen Akteure, die zwar eine Fülle an Verlockungen bereithalten, sich aber raffinierter Tricks bedienen, um ihr eigenes Überleben zu sichern und - als Nutznießer - auch das der Tiere.
23:00 - 23:45, Phoenix
Mystisches Venezuela

Im Dunst der Gran Savana, der großen Savanne Venezuelas, erahnt man an manchem Morgen nur die majestätisch aufragenden Tafelberge dieser einzigartigen Landschaft. Die Jahrtausende haben sie entstehen lassen. Einst war alles hier eine enorme Hochebene, doch die Erosion spülte die weichen Gesteinsschichten einfach weg, und zurück blieben mehr als hundert 1000 Meter hoch aufragende Tafelberge. Tepuis nennen die indigenen Einheimischen ihre Berge, "Haus der Götter", und sie verehren sie - es sind seit Generationen ihre Heiligtümer. Der höchste Wasserfall der Welt stürzt fast einen Kilometer tief von einem dieser Tepuis. Er ist der heiligste Ort der Gran Savana. So heilig ist der Salto Angel, dass die Pemon, so heißt das Volk, das in dieser Gegend Venezuelas lebt, niemals direkt in die stürzenden Wassermassen hineinschauen würde, um die Götter nicht zu beleidigen. Peter Sonnenberg und das Team aus dem ARD-Studio Mexiko ist von den Tafelbergen und Wasserfällen bis ins Orinoco-Delta gereist und hat faszinierende Bilder mitgebracht. Mit einem Hubschrauber landeten sie auf der zerklüfteten Oberfläche des Kukenan, des Nachbarbergs des Roraima, des größten Tepuis Venezuelas. Zur Zeit des Goldfiebers flog Jimmy Angel mit einer einmotorigen Maschine Abenteurer und Goldsucher durchs Land. Dabei entdeckte er den gewaltigen Kere Paku Pai Meru, der nur den Einheimischen bekannt war. Nachdem Angel auf der Oberfläche eine Bruchlandung hinlegte und beim Abstieg fast ums Leben gekommen wäre, nannte man den Wasserfall nach dem "Wiederentdecker" um in "Salto Angel". Der Weg zu diesem unvergleichlichen Naturschauspiel führt vier Stunden mit dem motorisierten Einbaumkanu und nochmal zwei Stunden zu Fuß durch den Dschungel. Eine Tour voller Überraschungen, auf der man nicht damit rechnen kann, auf Menschen zu treffen. Über die pittoreske Stadt Ciudad Bolivar, benannt nach dem Befreier Venezuelas Simón Bolívar, führt die Reise weiter bis an den Orinoco und tief hinein in dieses Labyrinth aus Flussläufen und Regenwald. Giftigen Schlangen begegnet man hier und Menschen, die aus dem Wald alles das holen, was sie zum Überleben brauchen. Korrespondent Peter Sonnenberg traf Eugenio, den Medizinmann, der jede Pflanze kennt, weiß, welche Medizin man aus ihr machen kann, und wie man Menschen rettet, die von Schlangen gebissen wurden. Und er besuchte Pedro Morillo, den Einbaumbauer, der aus gewaltigen Bäumen den wichtigsten fahrbaren Untersatz des Orinoco schreinert. Venezuela - ein faszinierendes Land mit großen politischen Problemen und viel Armut. Aber seine Natur ist mystisch und einzigartig und mehr als nur eine Reise wert.
Dienstag, 23.04.2019
06:25 - 06:55, 3SAT
Abenteuer Hurtigruten 

Viele Passagiere meinen, es sei die schönste Schiffsreise der Welt. Tradition und Moderne, atemberaubende Winterlandschaften - die Hurtigruten. Eine Schiffsreise auf den Hurtigruten ist ein Erlebnis. Im Süden Norwegens beginnt das Abenteuer. Es geht entlang der zerklüfteten Fjordlandschaft hoch in den Norden zum Polarkreis. 1893 wurde die Strecke von einem Postschiff erstmals befahren. Endlich gab es damals eine Verbindung zwischen den Handelszentren im Süden und den unerreichbaren Fischerdörfern im Norden Norwegens. Aus der Transportroute von damals ist längst ein Touristenmagnet geworden. Besonders im Winter, wenn Schnee und Eis die Küsten in eine faszinierende Landschaft verwandeln und Reisende vom Polarlicht verzaubert werden. Von Menschen, die sich mit dieser Reise einen Lebenstraum erfüllen, von Besatzungsmitgliedern, die das einzigartige Erlebnis möglich machen, und von Norwegern, die die "MS Nordkapp" für Behördengänge oder Arztbesuche nutzen, erzählt der Film. Teil eins der Reise beginnt in Bergen, der zweitgrößten Stadt Norwegens. Umgeben von sieben Bergen, wird sie auch das "Tor zu den Fjorden" genannt und ist zentraler Ausgangspunkt für Norwegen-Reisen. Die Mischung aus Lokalkolorit und Geschichte kann man am besten im Hafenviertel Bryggen kennenlernen. Das UNESCO-Weltkulturerbe und ein Besuch auf dem Fischmarkt stimmen die Passagiere auf die kommenden Tage an Bord der "MS Nordkapp" richtig ein. Die Reise führt durch den atemberaubenden Nordfjord auf das offene Meer. Erster Halt ist Ålesund. Mit ihren Jugendstil-Türmen ist die Stadt schon aus der Ferne gut zu erkennen. Im Hafen werden Waren, Lebensmittel und Post aus- und wieder eingeladen, Arbeitsalltag für die Crew. Weiter geht es zur drittgrößten Stadt Norwegens, nach Trondheim. Es ist Zeit zum Verweilen. Der Wikinger und spätere König Olav Tryggvason gründete die altertümliche Stadt 997 nach Christus. Hier befindet sich die Kathedrale "Nidarosdom", die einzige Norwegens aus gotischer Zeit. Am vierten Tag wird der Polarkreis überquert und dieser Augenblick mit einer zünftigen Polarkreis-Zeremonie zelebriert. Dann tauchen schon bald die Lofoten auf, mit einer 1000 Meter hohen Eiswand am Horizont. Den Charme der Inselgruppe erleben die Passagiere, vorbei an den kleinen, malerischen Fischerdörfern auf dem Weg zum Städtchen Bodø. Bei einer Winterwanderung außerhalb des Stadtzentrums von Bodø hat man einen beeindruckenden Ausblick auf die 13 schneebedeckten Gipfel der Bergkette Borvasstindan.

06:55 - 07:30, 3SAT
Abenteuer Hurtigruten

Die Autoren sind mit der "MS Nordkapp" unterwegs auf den Hurtigruten - von Bergen im Süden Norwegens bis in den hohen Norden nach Kirkenes. Die Linie der alten Postschiffe wurde 1893 zum ersten Mal befahren. Sie war die einzige Verbindungsstrecke zwischen den Handelszentren im Süden und den abgelegenen Fischerdörfern im Norden Norwegens. Heute ist aus dem Transportmittel längst auch ein touristisches Unternehmen geworden, das jährlich viele Tausende Touristen anzieht. Sie wollen die Urgewalten der zerklüfteten Fjord-Landschaften erleben, meterhohe Eiswände bestaunen und sich von den bizarren Polarlichtern verzaubern lassen. Eine Reise im Winter kann zudem sehr abenteuerlich werden. Schnee, Kälte und Sturm sind vor allem für die Besatzung eine Herausforderung. Das Wohlfühlprogramm an Bord, Wandertouren und Schlittenfahrten an den verschiedenen Orten werden für die Passagiere zu einem einzigartigen, unvergesslichen Erlebnis. Mittlerweile ist die "MS Nordkapp" nördlich des Polarkreises und steuert die "Hauptstadt der Arktis", Tromsø, an. Während das Schiff im Hafen liegt, ist Zeit für einen Stadtbesuch. Sehenswürdigkeiten gibt es viele, hier steht beispielsweise die am nördlichsten gelegene Kathedrale der Welt. Nach kürzeren Stopps im hohen Norden erreicht das Schiff das Tor zum spektakulären Nordkap. Per Bus geht es dann an der schroffen Felsenküste entlang zum Plateau des Globus-Denkmals, dem Symbol für das Nordkap. Nur 2000 Kilometer entfernt befindet sich der geografische Nordpol. Mit dem Gefühl, am Ende der Welt zu sein, geht die Schiffsreise weiter ins Kernland der Samen. Im Fischerdorf Kjøllefjord gehen viele Passagiere von Bord, um eine aufregende Fahrt mit dem Schneemobil durch die entlegensten Landschaften in Lappland zu erleben. Schneebedeckte Täler und - mit etwas Glück - das hypnotisierende Nordlicht am klaren Sternenhimmel sind die Highlights. Der Ausflug endet in Mehamn in der Nähe des nördlichsten Punkts des europäischen Festlands an der stürmischen und wilden Küste der Finnmark. Endstation der Schiffsreise ist Kirkenes im äußersten Nordosten Norwegens. Viele Touristen gönnen sich hier eine Hundeschlittenfahrt mit heimischen Huskys, um noch einmal den Zauber des verschneiten Nordens zu erleben. Die "MS Nordkapp" wird hier umdrehen und nach geschäftigem Ein- und Ausladen von Gütern, wie Lebensmitteln oder Medikamenten, die Rückreise antreten.

10:25 - 11:10, B3
Giraffen - Die Riesen mit den sanften Augen

Giraffen sind die herausragenden Majestäten der Savannen Afrikas. Die Eleganz einer trabenden Netzgiraffenherde, die Geschicklichkeit einer Massaigiraffe bei der Blatternte in fast sechs Metern Höhe, Ugandagiraffen vor den rosa Scharen der Flamingos am Nakurusee - die Riesen mit den sanften Augen sind Wahrzeichen der Weiten Afrikas. Auch ihre menschlichen Nachbarn spüren das Besondere, das von ihnen ausgeht: Die Samburu, die im nördlichen Kenia den Lebensraum mit den Netzgiraffen teilen, jagen sie zwar nicht mehr, aber es kommt schon manchmal vor, dass sie ein totes Tier den Löwen abnehmen. Denn im Feuer geschwärzte Giraffenhaut gilt diesen Nomaden als überragende Medizin. Ans Wunderbare grenzt etwa das Druckausgleichsystem, das es der Giraffe erspart, nach dem Senken des Kopfes an der Tränke jedes Mal ohnmächtig zu werden. Mit Hochdruck und einem raffinierten Klappensystem stemmt ihr elf Kilo schweres Herz die Blutsäule durch den langen Hals kopfwärts. Giraffen sind gesellige Tiere, doch einen Herdenzusammenhalt gibt es nicht. Für die Bullen gibt es jedoch einen Grund, ihresgleichen - wenn es denn sein muss - kräftig an den Hals zu gehen: mit dem eigenen Hals, geschwungen als muskelstarkes Schlagrohr. Das Privileg, eine weibliche Giraffe zu begatten, muss nämlich erkämpft werden. Monatelang sind Verena und Ulrich Nebelsiek den Giraffen mit der Kamera gefolgt. Aus dem anfänglichen Interesse wurde eine große Begeisterung, die sich in ihren Bildern aus dem Herzen Afrikas widerspiegelt.

11:10 - 11:55, B3
Javas Kinder des Feuergottes

Der 2.329 Meter hohe Bromo zählt zu den aktivsten Vulkanen auf der indonesischen Insel Java. Rund um diesen Berg lebt das Volk der Tengger, das heute noch etwa 10.000 Menschen umfasst. Die hinduistischen Tengger bilden in dem ansonsten islamisch geprägten Java eine kleine, aber wegen ihres relativen Wohlstands angesehene Minderheit. Ihre Fertigkeiten im Ackerbau ermöglichen ihnen reiche Ernten auf den fruchtbaren Steilhängen der Vulkanlandschaft und bilden die Basis für ein gut funktionierendes Sozial- und Bildungssystem. Moderne Fremdsprachen und Computerkenntnisse stehen dabei auf einer Stufe mit einem ausgeprägten Gemeinschaftssinn und der Pflege der ausschließlich mündlich überlieferten Tengger-Sprache sowie alter Zeremonien und Rituale. Im Mittelpunkt ihrer Traditionen steht dabei immer wieder der für sie heilige Berg Bromo. Peter Weinert zeigt in seinem Film den Alltag und die Traditionen dieses ungewöhnlichen Volkes sowie seinen faszinierenden Lebensraum im Schatten aktiver Vulkane im Bromo-Tengger-Semeru-Nationalpark auf der Insel Java. Im Zentrum der Handlung stehen der 67-jährige Dorfpriester Suparman und seine Vorbereitungen für ein Kasada-Fest, bei dem eine Familie Opfergaben zum heiligen Berg Bromo bringt. Der Filmautor gibt Einblicke in das spirituelle Leben der Tengger, dokumentiert aber auch das alltägliche Leben dieser Volksgruppe und ihre interessanten Sozialstrukturen.

16:15 - 17:00, 3SAT
Mike und die Wege der Elefanten

Elefanten ganz nah zu sein, ist für Dr. Michael Chase ein überwältigendes Erlebnis. Die Dokumentation begleitet den Ökologen bei seiner Arbeit. Er stattet die Tiere mit Satellitenhalsbänder aus, um herausfinden, wo genau "grüne Korridore" eingerichtet werden sollten. Sie sollen den Elefanten künftig vor allem in Zeiten großer Dürre sichere Wanderungen zu Wasser und Nahrung ermöglichen. Während der Trockenzeit ziehen sie in großen Herden aus allen Teilen Botsuanas zu den Flüssen, die ganzjährig Wasser führen. Doch die Dickhäuter-Population, mit über 130 000 Tieren die größte weltweit, wächst stetig und setzt der Vegetation zunehmend zu. Chase markiert die von Elefanten entrindeten Bäume und notiert die Verwüstungen in den Mopane-Wäldern. Beobachtungen aus der Luft und die Daten der Satellitenhalsbänder liefern ihm Informationen über bevorzugte Routen.

17:00 - 17:30, 3SAT
Die Tränen des Geparden

Nach einem Märchen der Buschmänner Namibias bekam der Gepard seine Tränenspuren im Gesichtsfell, nachdem eine Gepardin ihr Junges verloren hatte. Heute sind viele junge Geparde Waisen. Sie finden in der Naankuse Wildlife Foundation ein neues Zuhause. Meist sind es Tiere, deren Mütter getötet wurden - in der Regel von Farmern, die die Raubkatzen nicht auf ihrem Land dulden wollen. Auch Tearmark und Ayla haben ihre Mutter verloren. Sie wurden in der Naankuse Foundation groß gezogen - erst von Menschen, danach von einer Ersatzmutter: Lucky, eine dreibeinige Gepardin, die nicht mehr ausgewildert werden kann. Doch Tearmark und Ayla haben es geschafft: Sie sind jetzt vier Jahre alt und dürfen wieder in die Wildnis Namibias zurück. Das Ziel der Auswilderung ist das NamibRand-Naturreservat, eine Region am Rande der Namibwüste. Doch um dort zu überleben, müssen die beiden vieles lernen. Vor allem, selbst zu jagen.

17:10 - 17:40, arte
Mexiko - Die Biene der Maya

Der mexikanische Bundesstaat Campeche liegt auf der Halbinsel Yucatán, im Zentrum eines Gebiets, das drei Jahrtausende lang die Heimat einer der ältesten Kulturen der amerikanischen Kontinente war: der Maya. Ihren Lebensraum teilten sie mit einer Bienenart, die sie als Gottheit verehrten: der Melipona beecheii. Mit Ankunft der spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert kam auch die produktivere europäische Honigbiene ins heutige Mexiko und hat die heimische Melipona nach und nach verdrängt. Vor 20 Jahren beschloss im Dorf Tankuche die Familie Pat, die jahrhundertelang in Vergessenheit geratenen Imkermethoden ihrer Vorfahren wiederzuerlangen und die stachellose Biene auf diese Weise vom Aussterben zu retten. Im Schutz seines Hauses hat Vidal Pat ihren natürlichen Lebensraum aus ausgehöhlten Baumstämmen nachgebaut. Die „königliche Dame“, wie die Maya sie nannten, unterscheidet sich in einigen Punkten von ihren europäischen Verwandten: Sie ist kleiner und zierlicher, aber vor allem ist sie wählerischer, was den Pollen betrifft. Die Melipona-Bienen fliegen weitere Wege und besuchen mehr Pflanzenarten. Dadurch ist ihr Honig aromatischer, allerdings produzieren sie deswegen auch weniger Honig. Der Tag der Toten wird hier auch der Melipona-Biene gewidmet, denn ihre Gaben benötigen die Menschen für das Fest: Honig für die Opfergaben und Bienenwachs für die Kerzen. Nach dem Gottesdienst widmet sich Vidal mit seinem Sohn wieder der Honigernte und entdeckt eine seltene Besonderheit: Die Brutzellen der Bienen bilden eine Pyramide, die der Tempelpyramiden der Maya ganz ähnlich sieht. Noch etwas, was die Insekten mit dieser alten Kultur verbindet …
17:30 - 18:00, 3SAT
Geparde in der Kalahari

Geparde sind die schnellsten Läufer der Welt. Der schlanke, lang gestreckte Körper ist für einen Sprinter ideal. Bei ihren Jagden erreichen sie bis zu 120 Stundenkilometer. Das ist in der Tierwelt einsame Spitze. Diese Katzen klettern auch gerne auf Bäume. Und solange sie jung sind, leben sie eng mit ihrer Mutter zusammen. Geparde leben auch in der südlichen Kalahari - dort wo Südafrika, Namibia und Botsuana aneinandergrenzen. Es ist eine karge Region, es gibt kaum Bäume und Sträucher, nur Sand und Gestein. Die beiden Biologen Margie und Gus Mills kümmern sich um die Erforschung der dort lebenden Geparde. Christian Herrmann und sein Filmteam haben die beiden Biologen bei ihren Forschungsarbeiten begleitet.

18:00 - 18:30, 3SAT
Die stummen Riesen im Pafuri

Sie heißen auf Afrikaans "Baobab", auf Deutsch "Afrikanischer Affenbrotbaum": Gemeint ist eine der riesigsten Baumarten des afrikanischen Kontinents. Sie werden bis zu 800 Jahre alt. Eine besondere Ansammlung dieser Baumriesen befindet sich in Thulamela im nördlichsten Zipfel des Kruger-Nationalparks. Hier stehen diese jahrhundertealten Bäume in Reih und Glied, in genau gleichem Abstand. Haben die Bewohner die Bäume gepflanzt? Und haben diese die Bewohner so lange überdauert? Der Filmemacher Christian Herrmann geht diesen Fragen zusammen mit Dr. Michele Hofmeyr und Professor Dr. Stephen Woodworth nach. Ab dem 80. Lebensjahr haben die Baobabs einen Durchmesser von bis zu sechs Metern bei einer Höhe von bis zu 20 Metern. Diese "Riesen" bilden den Lebensraum für viele Vogelarten, aber auch für andere Lebewesen.

18:35 - 19:20, arte
Dolomiten - Sagenhaftes Juwel der Alpen

Erstmals seit hundert Jahren durchqueren wieder Großraubtiere die Dolomiten. Steinadler haben das Land der bleichen Berge, wie man die Dolomiten früher nannte, wieder unter sich aufgeteilt. In einzigartigen Flugaufnahmen verfolgt die Dokumentation ihre Paarung und beobachtet ihre bemerkenswerte Jagdtechnik. Aufgestiegen aus den Urmeeren sind die Dolomiten ein offenes Buch der Erdgeschichte. Fossile Felsküsten und Korallenriffe wurden durch Bewegungen der Erdkruste über Jahrmillionen verdichtet und von Wasser, Sonne und Eis zu Gebirgspersönlichkeiten geformt. Das legendäre rot gefärbte Alpenglühen der Gipfel begleitet durch den Jahreskreis einer von mystischen Stimmungen und Mythen geprägten Natur. Von Wasser und Eis zerfurchte Felsspitzen, leuchtende Zirben- und Lärchenwälder, markante Gebirgsstöcke erscheinen wie fossile Archipele einer versunkenen Zivilisation. Schneehase, Gams und Murmeltier haben gewitzte Ernährungsstrategien und faszinieren durch körperliche Höchstleistungen. Von ihrer Mutter verlassene Bärenkinder erobern die Passstraßen. Im September 2014 war in Cortina d’Ampezzo eine Bärenmutter zu Tode gekommen, als man versucht hatte sie einzufangen. Die Gemeinde hatte in der Folge ihre Jungen in ein geschütztes Gelände genommen; sie sollten in ihrem natürlichen Ambiente aufwachsen. Die Landesregierung hatte gefordert, dass die Verantwortung für diese Bären auf Nachbarregionen wie Südtirol, Venezien, Lombardei, Friaul, aber auch Österreich und die Schweiz aufgeteilt wird. Noch sind solche grenzüberschreitenden Projekte nicht ausgereift. Die Jungbären waren einige Monate alt, und es ist nicht sicher, ob sie es in freier Wildbahn alleine schaffen. Gleichzeitig gilt es sicherzustellen, dass die Anzahl der Bären in den Dolomiten nicht überproportional wächst.

20:15 - 21:00, WDR
Mythos Nil

Im Alten Ägypten war es keine Frage, woher der Nil kommt. Er war einfach ein Geschenk der Götter. Doch bereits in der Römerzeit machte man sich auf die Suche nach den Quellen dieses einzigartigen Stroms. Und seit Forscher Ende des 19. Jahrhunderts die am weitesten von der Mündung entfernte Quelle fast 1.000 Kilometer südlich des Victoriasees entdeckten, steht fest, dass der Nil der längste Fluss der Erde ist. Ein Fluss derartiger Größe hat zwangsläufig viele Quellen. Bereits die Römer kannten das Gebiet der Mondberge, heute heißt es Ruwenzori - das drittgrößte Gebirge Afrikas mit Gipfeln über 5.000 Meter. Alles Wasser, das an den Berghängen abregnet, fließt in den Nil. Auf seinem Weg passiert es märchenhafte Landschaften, in dem Erika Heidekräuter baumhoch werden und Lobelien meterhohe Blütenstande haben - und das, obwohl nur ein einziges Tier im Ruwenzori in der Lage ist sie auch zu befruchten... Weiter südlich ist der Nyungwe Nationalpark der größte zusammenhängende Bergwald Ost- und Zentralafrika. Von Meerkatzen und Mantelaffen bis hin zu Riesenameisen findet man hier eine Vielfalt seltener Tier- und Pflanzenarten. Wasser gibt es hier das ganze Jahr über reichlich - und es sammelt sich schließlich im größten See Afrikas - dem Victoria-See. Ein See, der noch vor kurzem für seine Artenvielfalt berühmt war. Doch um die Fangquoten der Fischer zu steigern, wurde hier ein besonderer Fisch ausgesetzt. Er vermehrte sich explosionsartig und rottet inzwischen fast alle anderen Arten im See aus. Nördlich des Victoria-Sees fließt der Nil nach Stromschnellen und gewaltigen Wasserfällen im Murdison-Falls-Nationalpark ruhig dahin. Nilpferde, Elefanten und riesige Nilkrokodile bevölkern den Fluss und seine Ufer - gemeinsam mit über 400 Tierarten.

21:00 - 21:45, WDR
Mythos Nil

Die Reise des Nil ist eine abenteuerliche Geschichte. Sie erzählt von großen Seen, Stromschnellen und Wasserfällen, von Sümpfen und den letzten ungezähmten Landschaften Afrikas. Der Nil ist der einzige Strom, der ohne zu versickern eine ganze Wüste durchfließt .Es ist die größte Wüste der Erde - die Sahara. Und an seinen Ufern entstand eine der ersten und bedeutendsten Hochkulturen der Menschheit - das Reich der Pharaonen. Auf seiner langen Reise macht der Nil viele Veränderungen durch. Im Südsudan scheint der Fluss plötzlich zu verschwinden. Er teilt sich in zahllose kleine Wasserarme und bildet Afrikas größtes Sumpfgebiet - den Sudd. Aber auch hier haben sich Tiere den außergewöhnlichen Lebensbedingungen angepasst. Neben seltenen Vogelarten gibt es große Antilopenherden, die - je nach Wasserstand - in andere Gebiete ziehen und Teil werden an einer der größten Tierwanderungen Afrikas. Für den weiteren Verlauf des Nils ist das Simien Gebirge mit seinen über 4.500 Meter hohen Gipfeln in Äthiopien besonders wichtig. Ein Paradies für Greifvögel. Das Wasser, das dort abregnet, sammelt sich im Tanasee, aus dem der größte Nebenfluss des Nil entspringt - der Blaue Nil.Ohne ihn würde der Nil auf dem Weg zur Mündung austrocknen. Zuerst ist er ein flacher Strom. Dann aber fällt er über eine 400 Meter breite Felskante in die Tiefe. Tis Abay heißt dieser zweitgrößte Wasserfall Afrikas - der "Rauch des Blauen Nil". Weiter geht der Weg durch bis zu zwölfhundert Meter tiefe Schluchten. Hier ist die Heimat der seltenen äthiopischen Steinböcke. Aber auch Dscheladas, eine Pavianart, leben in den Felswänden und auf den darüber liegenden Plateaus. Und nicht zuletzt: - der äthiopische Wolf. In Khartum schließlich, der Millionenmetropole und Hauptstadt des Sudan, vereint sich der Blaue mit dem Weißen Nil zum eigentlichen Nil-Fluss. Heute hat er keine weiteren großen Zuflüsse mehr. Auf dem Weg Richtung Norden passiert man aber die Stelle, an der einst der Gelbe Nil mündete. Er entsprang 1.000 Kilometer weiter westlich im Ennedi Plateau und ist vor rund 6.000 Jahren ausgetrocknet. Doch bis heute gibt es dort - inmitten der Wüste - unterirdische Wasserreservoire und damit Trinkwasser. Nicht nur die Kamele der Karawanen nutzen es. Auf dem Ennedi Plateau leben Vögel, Fische und sogar - Krokodile, eine Art, die im übrigen Afrika längst ausgestorben ist. Als letztes Land auf seiner Reise führt der Weg des Nil nach Ägypten. Seit Errichtung des Assuan Staudamms ist der Fluss hier gezähmt. Kreuzfahrtschiffe und Feluken fahren entlang der historischen Stätten des Landes. Auch die Tierwelt erinnert an vergangene Zeiten. Die berühmt-berüchtigte Uräus-Schlange, mit der einst Cleopatra Selbstmord beging, ist bis heute im Nildelta zu Hause. Dort teilt sich der Nil in verschiede Flussarme und fließt Richtung Mittelmeer. In Damietta schließlich beendet er seine Reise, verlässt das Reich der Pharaonen und mündet ins Meer.

Mittwoch, 24.04.2019
10:25 - 11:10, B3
Der Böhmerwald

Nahezu geräuschlos bewegt sich der scheue Luchs durch die weiten ruhigen Bergwälder. Bis zu 350 Quadratkilometer umfasst sein Revier. Anfang des letzten Jahrhunderts war der Luchs fast überall in Mitteleuropa ausgerottet. Seit 30 Jahren ist die größte europäische Raubkatze in den tschechischen Nationalpark Sumava (Böhmerwald) zurückgekehrt. Und auch der Habichtskauz konnte hier erfolgreich wieder angesiedelt werden. Versteckt im Wald ziehen Schwarzstörche ihre Jungen groß. An einem klaren Bach haben sich Fischotter eingerichtet und Birkhühner am Rande des Moores. Im dichten Heidestrauch sorgt auch das Kleine Nachtpfauenauge für Nachwuchs. 300 Eier presst der Falter dabei aus seinem Körper.

15:15 - 16:00, RBB
Kräuterwelten der Provence

Heimische Duftblüten und Würzkräuter machen die Provence weltweit zur Marke. Der opulente Pflanzenreichtum zwischen den französischen Alpen und dem Mittelmeer stellt alle anderen französischen Regionen in den Schatten. Bei Sault nahe dem Mont Ventoux leuchten die Täler und Hochebenen violett: In der Hitze Südfrankreichs blüht und duftet der Lavendel. Sein heilsames Duftöl nutzte die Klostermedizin bereits im Mittelalter. Heute gründet sich eine ganze Industrie auf dem Geschäft mit der aromatischen Blüte. Doch die Existenz der provencalischen Lavendelbauern ist bedroht. Im größten Lavendelanbaugebiet Frankreichs, dem "Plateau de Valensole" begegnet der Zuschauer Gérard Blanc, den es besonders hart getroffen hat. Der Lavendelbauer verlor 60 % seiner Ernte an ein winziges Insekt: die Glasflügelzikade. Bereits die Hälfte der Anbaufläche hat die Zikade zerstört und Frankreich von Platz 1 der Weltmarktproduktion für Lavendelöl gefegt. Der Film besucht einen kämpferischen Bauern, der nicht ans Aufgeben denkt und Mittel gegen das gefräßige Insekt erprobt. Auch die milliardenschwere Parfumindustrie verdankt ihren Erfolg dem Klima, die duftenden Rohstoffe wachsen direkt vor der Haustür. Parfumeurin Delphine Thierry entführt in die würzig riechenden Hügel um Nizza. Der Film zeigt sie bei der Kreation eines exquisiten Parfums, das das Aroma der Cote d'Azur in sich trägt. In einem Garten im Luberon trifft die Kamera auf eine erfinderische Provencalin: Catherine Pisani macht ihre Sammelleidenschaft zum Geschäftsmodell und züchtet ganze 60 Sorten Basilikum. Exotisch wird es in einer Restaurantküche in Aix-en-Provence. Hier transformiert Molekularkoch Pierre Reboul erdige Küchenkräuter in ein knallbuntes Produkt der Haute Cuisine und würzt z.B. seine Aniskreation mit Oregano. Würzige Almkräuter locken im Sommer Tausende Schafe in die Alpen. In atemberaubenden Luftbildern begleitet der Film die Transhumanz, den Almauftrieb, eine jahrhundertealte Tradition. Die Schafe wandern dem Pflanzenwachstum hinterher. Auf den Almwiesen bei Sisteron lernt der Zuschauer protein- und mineralstoffreiche Kräuter kennen, die das Fleisch der Schafe besonders köstlich würzen. Aus den Alpen kommt auch ein Hoffnungsträger der Provence. In 1000 Meter Höhe beginnt das Reich des Wilden Lavendel, er heißt auch: der wahre Lavendel. Die Kamera begleitet die Bäuerin Claire Chastan an steile Berghänge, wo sie die duftenden Kräuterbüschel mühsam von Hand erntet. Die junge Bäuerin weiß, was ihre Kunden mit der wild wachsenden Pflanze verbinden: "Es ist ein Weg zurück zur Natur. Man kauft einen kleinen Traum." Der Film von Ilka Franzmann setzt die provencalischen Kräuter mit der Super-Slow-Motion-Technik majestätisch in Szene. Brillante HD-Luftaufnahmen erkunden die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren sanften Hügeln und weiten Ebenen, schroffen Gebirgszügen und dichten Wäldern, Weinbergen und Olivenhainen.

17:10 - 17:40, arte
Kenia - Die Biene, die Yaaku und der Vogel

Am Fuße des Mount Kenya in Ostafrika erstrecken sich die Hochebenen des Laikipia-Plateaus. Die dünn besiedelte Region ist ein Paradies für große Säugetiere, doch ihre endlosen Weiten bieten auch Lebensraum für eine kleine Insektenart – die Apis mellifera monticola. Nicholas gehört zu den Yaaku, einer ethnischen Volksgruppe, der rund 2.000 Menschen angehören. Für ihn sind diese Bienen weit mehr als nur Honiglieferanten. Nachdem die Gemeinschaft der Yaaku in den 30er Jahren von den Massai-Kriegern angegliedert wurde, übernahmen sie deren Bräuche, Lebensweisen und Sprache. Die Massai lieben Honig, aber vor Bienen haben sie großen Respekt. Die Yaaku hingegen blicken auf eine lange Tradition der Bienenhaltung zurück und arbeiten bis heute mit den Methoden ihrer Vorfahren: ausgehöhlte Stücke von Baumstämmen werden als Bienenstöcke aufgehängt. Nur so sind sie sicher vor dem Honigdachs, einer Marderart, die es – wie der Name schon sagt – auf Honig abgesehen hat. Auch Elefanten machen den Bienen das Leben schwer: Bei der Nahrungssuche nach Zweigen und Blättern kommt es immer wieder vor, dass die Dickhäuter die Bienenstöcke von den Bäumen herunterreißen. Bisweilen sammeln die Yaaku auch den Honig der wilden Bienen aus der Region. Dabei hilft ihnen ein schwarzer Vogel, der Große Honiganzeiger. Er gehört zu den wenigen Vogelarten, die Wachs fressen und verdauen können. Aber alleine kommt er an das Wachs nicht heran – dazu braucht er die Unterstützung der Yaaku, die er im Gegenzug zu den Nestern führt. Die Honigernte bestimmt auch den Festkalender der Yaaku. Zu allen besonderen Anlässen und vor allem auf Hochzeiten wird Met serviert. Nicholas zweite Frau hat ihn vor allem wegen der Bienenstöcke geheiratet. Den Brautpreis hat er den künftigen Schwiegereltern in Honig bezahlt. Bis heute gilt ihm Honig als Symbol für Reichtum, Frieden und häusliches Glück.
18:30 - 19:20, arte
Wildes Neuseeland

Pinguine brüten im Wald, Urzeitechsen begeben sich im Unterholz auf die Jagd nach ihrem eigenen Nachwuchs, und Kiwis geben sich im Dunkel der Nacht ein skurriles Stelldichein. Die Berge, Gletscher und weiten Ebenen Neuseelands mögen vielerorts an Landschaften in Nordamerika oder Europa erinnern, beim zweiten Blick jedoch zeigt sich, dass die Tier- und Pflanzenwelt der Inseln am Ende der Welt erstaunlich anders ist. Isolation, die Kräfte des Wassers und der Einfluss des Menschen haben Neuseeland geprägt. Abgeschieden zwischen drei Ozeanen gelegen, entwickelte sich hier in über 80 Millionen Jahren die Tierwelt auf besondere Art und Weise. Räuberische Säuger gab es nicht. Dieser Luxus führte dazu, dass einige Vogelarten ihre Fähigkeit zu fliegen ablegten; der berühmte Wappenvogel Neuseelands, der Kiwi, ist nur einer von ihnen. In der Dokumentation zeigen Zeitrafferaufnahmen die Lebendigkeit der grandiosen Landschaften Neuseelands über die Jahreszeiten, und extreme Zeitlupen lassen Tierverhalten, das in Bruchteilen von Sekunden abläuft, für das menschliche Auge sichtbar werden, etwa die Kämpfe der Seelöwen oder die vor Lebensfreude überschäumende Sprungakrobatik Hunderter Schwarzdelfine. Unterwasserexkursionen in die Tiefen der Fjorde und atemberaubende Landschaftsaufnahmen aus der Luft ergänzen, gemeinsam mit einem stimmungsvollen Soundtrack, die Erzählung von den Geheimnissen und Naturschätzen der Inseln am anderen Ende der Welt.

20:15 - 21:00, NDR
Amerikas Naturwunder - Die Great Smoky Mountains

"Ort des blauen Rauchs", so nannten die Cherokee-Indianer einst die Hügellandschaft im Osten der USA, in der heute der Great Smoky Mountains Nationalpark liegt. Zu etwa 95 Prozent besteht der Park aus Wäldern. Ein Viertel davon ist unberührter Urwald mit einer erstaunlichen Pflanzenvielfalt. Vor allem im Indian Summer leuchtet das Laub der Bäume in allen erdenklichen Rot- und Gelbtönen von den Hängen. Botanische Vielfalt Neben seiner botanischen Vielfalt ist der Nationalpark berühmt für seine Schwarzbären, die im Sommer Wildkirschen in den Baumwipfeln ernten. Wilde Truthühner liefern sich auf den Lichtungen erbitterte Rangkämpfe. Einzigartig ist auch eine Vielzahl von Salamandern, die an den Ufern der kristallklaren Bäche leben. Faszinierende Superzeitlupen, bewegte Zeitraffer und Aufnahmen mit versteckter Kamera porträtieren einen der schönsten Abschnitte des Appalachen-Gebirgszuges. Das Zuhause der Schwarzbären Wenn sich langsam der Winter aus den Smoky Mountains zurückzieht, erwachen die Ersten der über 1.500 Schwarzbären des Nationalparks. Nirgendwo sonst in den USA leben mehr Bären pro Quadratkilometer als dort. Über die Hälfte von ihnen überwintert in Baumhöhlen, teils 20 Meter über dem Boden. Die Jungen werden mitten im Winter geboren und verbringen ihre ersten Wochen im Schutz der Höhle. Ihr erster Kontakt mit der Außenwelt beginnt mit einer waghalsigen Kletterpartie. Aber die Kleinen sind geborene Baumsteiger. Dank der fetthaltigen Milch ihrer Mutter haben sie beste Voraussetzungen, in den Wäldern des Nationalparks zu überleben. Truthähne signalisieren ihre Kampfbereitschaft Auch die Lichtungen wie Cades Cove locken viele Tiere an. Hier versammeln sich Truthühner, die wilden Vorfahren der Puten. Mit leuchtenden Hautlappen und glucksenden Lauten signalisieren sie ihre Kampfbereitschaft. Flügelschlagen, Beißen und Treten, alles ist bei den Hähnen erlaubt, um zu klären, wer das Recht zur Paarung hat. Der Nationalpark wurde 1934 gegründet. Gerade noch rechtzeitig, denn weite Flächen der einstigen Urwälder waren schon komplett gerodet. Heutzutage wachsen hier wieder gut 100 verschiedene Baumarten, mehr als in Nord- und Mitteleuropa zusammen. Der vielfältigste Nationalpark der USA Die Smoky Mountains sind der vielfältigste Nationalpark der USA. Die Wälder bieten 100.000 Tier- und Pflanzenarten eine Heimat. Darunter über 30 Salamanderarten wie dem urtümlichen Schlammteufel, schillernden Kolibris, die im Schwirrflug aus speziell angepassten Blüten Nektar sammeln, und trickreichen Fischen wie dem Flussdöbel, der in den kristallklaren Bächen aus Kieselsteinen kleine Burgen für seine Eier baut. Eines der faszinierendsten Naturwunder können die Besucher im Sommer erleben, wenn die Nächte schwülwarm sind. Mit kleinen "Laternen" werben mehr als ein Dutzend Leuchtkäferarten um Partner. Sie versammeln sich zu Zigtausenden und beginnen synchron zu leuchten. Lichtwellen, die durch den Wald pulsieren, sollen Weibchen in großer Zahl anlocken. All das macht die Smoky Mountains zum meistbesuchten Nationalpark der USA, ein Naturwunder, das nur wenige Menschen in Europa je gesehen haben.

21:00 - 21:45, NDR
Amerikas Naturwunder - Olympic - Berge am Pazifik

Im Nordwesten der USA prallt der Pazifik mit besonders großer Wucht auf den amerikanischen Kontinent. Hier liegt der Olympic Nationalpark, benannt nach dem über 2.300 Meter hohen Mount Olympus. Die Küste des Nationalparks wird von den Naturgewalten geformt. Dank nährstoffreicher Strömungen aus der Tiefsee leben hier die am besten erforschten Orcagruppen der Welt, ziehen Seehunde, Seeotter und Seelöwen im Schutz der Tangwälder ihre Jungen auf. Verschiedene Lachsarten wandern zum Laichen in die Flüsse des Olympic Nationalparks. Es ist eine Reise ohne Wiederkehr. Für den Nachwuchs geben sie ihr Leben. Sie sind aber auch die Nahrungsgrundlage von Fischottern und anderen Tieren. Einige Orcas etwa haben sich auf die Jagd von Lachsen spezialisiert. Andere hetzen selbst große Meeressäuger wie Grauwalmütter und ihre Kälber in den Tod. Im Frühsommer kommen Sandaale in großen Schwärmen an die Küste des Olympic Nationalparks. Sie sind die Hauptnahrung der Lummen, die in großen Kolonien in den Klippen von Tatoosh Island brüten. Weißkopfseeadler nutzen jede Gelegenheit, unvorsichtige Vögel aus der Menge zu ergreifen, das perfekte Futter für ihre Küken. Im Landesinneren verbirgt sich ein gewaltiger immergrüner Regenwald. Die uralten Bäume profitieren vom milden Klima und dem reichen Niederschlag. Douglas-Hörnchen sind die "Gärtner" des Waldes, sie verjüngen und vergrößern den Wald, indem sie Tannenzapfenvorräte anlegen, die dann austreiben und zu jungen Bäumen heranwachsen. Diese wiederum werden von den Roosevelt-Wapitis abgeweidet. Ein Geben und Nehmen zwischen zwei Tierarten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Der Wald ernährt auch die scheuen Schwarzbären. In den späten Sommermonaten ergänzen Blaubeeren ihren Speiseplan. Um zusätzlich an proteinhaltige Nahrung zu gelangen, kommen Bärenweibchen mit ihren Jungen oft bei Ebbe an die Küste. Dort drehen sie Stein für Stein um. Sie haben es auf kleine Krebse abgesehen. In den warmen Sommermonaten suchen Bären und Wapitis in höheren Lagen nach Abkühlung. Dort stehen dann die Bergwiesen in voller Blüte. Der Artenreichtum des Nationalparks spiegelt sich auch in der Pflanzenwelt wieder. In den kurzen Monaten des Überflusses legen sich Olympische Murmeltiere und Schwarzwedelhirsche Reserven für den Winter an. Im Winter ragen die schneebedeckten Berge aus dem immergrünen Meer des Regenwaldes, der durch das milde Pazifikklima vor Kälte geschützt ist. Erst im März wird der Schneefall in den Bergen nachlassen und im Olympic Nationalpark die Natur zwischen Hochgebirge, Regenwald und Pazifikküste wieder zum Leben erwachen.
22:00 - 22:45, RBB
Kühle Schönheiten - Alpenseen

Die Steinwelt der Alpen wird auch geprägt von Sturzbächen, Wasserfällen und traumhaft funkelnden Seen. Das Wasser frisst spektakuläre Höhlen ins Gebirge und lässt dort zauberhafte Unterwasserwelten entstehen. Doch diese sind äußerst schwer zu betauchen, deswegen gibt es bisher kaum Filme über die geheimnisvollen Lebensräume.

22:45 - 23:30, RBB
Wölfe auf dem Vormarsch

Endlich gibt es sie wieder, freilebende Wölfe in Deutschland. In den meisten Gebieten wurden sie bereits vor 150 Jahren ausgerottet, doch nun sind sie zurück. Das Comeback der Wölfe begann auf einem sächsischen Truppenübungsplatz. Heute hat Sachsen etwa 25 Wölfe und auch in anderen Bundesländern wurden einige gesichtet. Die Wölfe sind wieder auf dem Vormarsch und das ist eine Erfolgsgeschichte, wie man sie heute im Bereich des Artenschutzes selten hört. Der Biologe Sebastian Koerner beobachtet die Tiere seit mehr als 10 Jahren, seit mehreren Jahren auch mit der Kamera. Dabei entstanden einzigartige Aufnahmen, die selbst Wolfsexperten so noch nie gesehen haben. Zusammen mit der Wolfsforscherin Gesa Kluth und ihrer Kollegin Ilka Reinhardt spürt er den "deutschen" Wölfen nach. Das eingespielte Team dokumentiert und erforscht ihr Vorkommen und ihre Lebensweise.
Donnerstag, 25.04.2019
10:25 - 11:10, B3
Das Grüne Band - Vom Todesstreifen zur Lebenslinie

Noch 1989 organisierte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Hof ein erstes Treffen mit mehr als 400 Naturfreunden aus Ost und West. Die Idee vom "Grünen Band" war geboren. Es erstreckt sich nun von Travemünde an der Ostsee bis zum Dreiländereck bei Hof und ist der größte deutsche Biotopverbund. 150 Naturschutzgebiete liegen im oder grenzen an das "Grüne Band", darunter das Schutzgebiet Elbtalaue, ein Paradies für Wasservögel, und der Nationalpark Harz. Hier wurden inzwischen erfolgreich Luchse wieder angesiedelt. Seit 2004 setzen sich neben dem BUND auch auf internationaler Ebene Umweltorganisationen dafür ein, die Lebensräume entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs zu sichern. Filmemacher Paul Reddish stellt verschiedene Schutzprojekte für bedrohte Arten vor: von den Bären und Vielfraßen in den Urwäldern Kareliens an der finnisch-russischen Grenze über die Großtrappen im Grenzgebiet Ungarns zu Österreich bis zu den Kaiseradlern Bulgariens Nach dem Fall der Mauer stellten Naturschutzverbände schnell fest, wie einzigartig der ehemalige Grenzstreifen war. Vor allem vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen hatten hier sichere Rückzugsgebiete gefunden, in denen sie sich nahezu ungestört entwickeln konnten. Es waren über 600 seltene Arten allein entlang der früheren innerdeutschen Grenze: vom Seeadler bis zum Schwarzstorch, vom Braunkehlchen bis zur Wildkatze, von der Arnika bis zur Wanstschrecke.
11:30 - 12:15, arte
Expedition Sternenhimmel

Der japanischstämmige Astrofotograf Yuichi Takaska hat schon einige Exkursionen auf der Jagd nach Polarlichtern unternommen, die ihn in viele Länder der Erde geführt haben. Dabei sind etliche faszinierende Zeitrafferaufnahmen des Nachthimmels entstanden. Nun möchte er sich seinen Kindheitstraum erfüllen: Durch das winterliche Kanada geht es den Yukon hinauf bis zur Beaufortsee am nördlichen Rand Amerikas. Seine Reise beginnt in Vancouver, wo Yuichi die Ausrüstung zusammenstellt. Objektivwärmer gehören ebenso dazu wie dicke Stiefel, die bis minus 50 Grad Celsius standhalten sollen. Mit dem Flugzeug geht es nach Whitehorse, wo er sich ein Wohnmobil mietet und mit Lebensmitteln eindeckt. Die 1.400 Kilometer lange Strecke führt über zugeschneite Straßen durch menschenleere Gegenden. Ab und zu passiert Yuichi alte Goldgräberstädtchen, in denen er auf außergewöhnliche Menschen trifft. Unterwegs nutzt er jede Gelegenheit, um die Nordlichter mit seiner Kamera einzufangen. Dabei kämpft er immer wieder mit schwierigen Wetterbedingungen – bei bis zu minus 40 Grad Celsius muss er auch oft nachts warten, bis sich die Wolken verzogen haben. Auf seiner Reise trifft er auf Ureinwohner der Gegend, von denen er viel über die mythische Bedeutung der Polarlichter erfährt. Über die Ice Road – eine Straße, die über einen zugefrorenen Fluss führt – gelangt Yuichi schließlich nach Tuktoyaktuk am Arktischen Ozean. Hier wird sich zeigen, ob sein Kindheitstraum in Erfüllung geht.

14:00 - 14:45, 3SAT
Das Jahr des Igels

Jeder kennt den Igel, man weiß aber relativ wenig über ihn. Filmemacher Kurt Mündl begleitet eine Igelfamilie durch ein Kalenderjahr und gibt Einblicke in ihre Verhaltensweisen. Igel sind Einzelgänger. Männchen und Weibchen treffen sich nur zur Paarungszeit im Frühling. Futter gibt es dann zuhauf, doch die Suche nach dem Richtigen fordert Zeit und Anstrengung. Danach steht die Aufzucht der Jungtiere an. Der Igel zählt zu den ältesten Säugetierformen auf unserem Planeten. Nach neuen Erkenntnissen wird es ihn noch lange geben, da auch die massive Zerstörung seines natürlichen Lebensraums seine Population bisher nicht ernsthaft gefährden konnte. Obwohl der Igel einer der bekanntesten Säugetiervertreter in Mitteleuropa ist, weiß man noch relativ wenig über sein Verhalten bei der Aufzucht der Jungtiere. Außer Fachleuten hat wohl kaum jemand neugeborene Igel zu Gesicht bekommen. Kurt Mündl gewährt auch hier seltene Einblicke in die Kinderstube einer Igelfamilie. Sein Film geht auch der Frage nach, welche ungeklärten Rätsel es noch immer über den Winterschlaf des Igels gibt und warum er seit Jahrhunderten als Symboltier für Glück, aber auch für den Tod gilt.

14:45 - 15:30, 3SAT
Im Reich der Zwerge

Seit der Mensch Ackerbau betreibt, führt er einen aussichtslosen Kampf gegen Mäuse. Auf dem Acker fressen sie sein Korn, nach der Ernte ist kein Lager, kein Speicher vor ihnen sicher. Mäuse sind die anpassungsfähigsten Säugetiere. Es gibt Taucher, Gräber, Kletterer und Springer. Der Film folgt den cleveren Zwergen bis in ihre unterirdischen Bauten, in die Nest- und Vorratskammern. Von Alpenhängen, wo in einer Käserei - trotz Katze und Mausefalle - ein Dorado für die Hausmaus liegt, geht es hinab in bunte Laubwälder, wo die Waldmaus ihre Speisekammer anlegt. Außerdem führt der Film ins Wasserreich der Schermaus, in die unterirdischen Gänge der Feldmäuse und in die Schilfdschungel der Moore und Feuchtwiesen, wo die Zwergmaus ihr kugelrundes Baumhaus anlegt. Mäuse sind nicht nur harmlose Körnersammler, sondern mitunter auch geschickte Fischer und listige Diebe. Obwohl von vielen größeren Tieren gejagt, gelingt es ihnen, erfolgreich zu bestehen - mit Vorsicht und Pfiffigkeit und mit ihrer großen Vermehrungsfreude.

15:15 - 16:00, RBB
Kräuterwelten - In Indien

Brahmi, der indische Wassernabel regt den Geist an und beugt Depressionen vor. Tulsi, Heiliges Basilikum, hilft bei so vielen Krankheiten, dass es "das Unvergleichliche" genannt wird. Und der indische Baldrian, der nur im Hochgebirge wächst, bringt innere Ruhe. 6.000 Pflanzenarten werden auf dem Subkontinent genutzt, die meisten wachsen wild und werden langsam knapp. Denn bei 1,3 Milliarden Bewohnern steigt der Bedarf an Pflanzenmedizin stetig. Zudem verlangt eine wachsende Mittelschicht nach Kosmetika auf Kräuterbasis. Als Folge sind einige Kräuter bereits verschwunden. Langsam beginnt man deshalb mit dem Anbau. Hoch oben im Himalaya zeigt der Film einen Dorfheiler bei der Arbeit. 5.000 Jahre alt ist die Wissenschaft der ayurvedischen Medizin. Heute erfährt die alte Heilkunst einen Boom. In der Altstadt Delhis besuchen die Zuschauer einen Großhändler, der den weltweit rasant wachsenden Kräutermarkt bedient und die Zuschauer blicken in die Labore des weltweit größten Herstellers ayurvedischer Medikamente. In Kerala lernen die Zuschauer die Ärztin einer kleinen Ayurvedaklinik kennen und in Nordindien steigen die Zuschauer mit einer Studentin der tibetischen Medizin in die Berge, wo sie sich auf einen Test in Kräuterkunde vorbereitet. Die SWR-Dokumentation Kräuterwelten - Indien zeigt die Welt der Kräuter im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne und porträtiert Heiler, Händler, Patienten und Ärzte, die mit und von Wildkräutern leben.
15:30 - 16:15, 3SAT
Der Esel - Vom Wüstentier zum Weggefährten

Wilde Esel waren das Symbol von Stolz, Freiheit und Unbeugsamkeit. Bei den Völkern des alten Orients galten sie als edles Jagdwild. Heute kämpfen die letzten Wildesel ums Überleben. Der Filmautor Jan Haft folgt dem langen Weg des Esels vom Wildtier aus der Wüste zum Begleiter des Menschen und geht der Frage nach, ob Esel wirklich sprichwörtlich dumm oder ganz im Gegenteil sogar sehr intelligent sind. Auf allen Großbaustellen der Menschheitsgeschichte waren Esel im Einsatz. Von den Pyramiden in Ägypten, dem Kolosseum in Rom über den Kölner Dom bis hin zu Atomkraftwerken in Asien: Überall schleppten Esel gewaltige Lasten und zogen schwere Karren. Esel treidelten Schiffe auf den Flüssen und drehten unermüdlich Brunnenräder und Mühlsteine. Sogar manche ihrer zahmen Brüder, die Hausesel, stehen inzwischen auf der Roten Liste gefährdeter Arten - trotz des langen Weges, den die Grautiere gemeinsam mit dem Menschen zurücklegten.

16:15 - 17:00, 3SAT
Tierische Originale - Launen der Natur

Ein Fisch, der auch an Land lebt, ein Vogel der nicht fliegen kann, oder eine Fliege, die aussieht, als sei sie einem Science-Fiction-Cartoon entsprungen: allesamt tierische Originale. Ihr ungewöhnliches Aussehen, ihr merkwürdiges Verhalten oder ihr scheinbar unpassender Lebensraum unterscheidet sie von allen anderen und macht sie zu "Launen der Natur". Manche haben sich so spezialisiert, dass dabei ihre übrigen Fähigkeiten verloren gegangen sind. Da wäre zum Beispiel das Brookesia minima. Es wird nur wenige Millimeter groß und ist das kleinste Reptil der Welt. Dieses Stummelschwanzchamäleon ist so winzig, dass selbst ein kleiner Tausendfüßler zur bedrohlichen Dampfwalze wird. Oder der Kakapo: Der schwerste Papagei weltweit ist flugunfähig. Da er ursprünglich keine Fressfeinde hatte, musste er sich nie in die Lüfte schwingen. Auch sein Paarungsritual ist höchst exzentrisch: Drei Monate lang buhlt der neuseeländische Papagei täglich acht Stunden um seine Gefährtin. Das Perlboot wiederum ist ein Relikt aus alten Zeiten, ein lebendes Fossil. Doch selbst nach 400 Millionen Jahren hat es noch immer nicht gelernt, wie man Hindernissen ausweicht. Sein entschlüsseltes Genom weist den Riesenpanda zwar als Fleischfresser aus - so wie alle anderen Bärenarten -, trotzdem ernährt er sich vegetarisch. Und zwar zu 99 Prozent von Bambus. Doch diese Pflanze ist kein guter Energielieferant, und so müssen Pandas auch im Winter bei eisiger Kälte auf Nahrungssuche gehen, während andere Bären Winterruhe halten. Stielaugenfliegen "stylen" sich besonders ungewöhnlich: Sie pumpen Luft in die seitlichen Fortsätze des Kopfes, auf denen ihre Augen sitzen. Mit ihrem exzentrischen Aussehen wollen sie bei den Weibchen punkten - denn je weiter die Augen auseinanderstehen, desto größer sind ihre Chancen. Riesenmaulwurfsratten führen im Gegensatz zu ihren Artgenossen keineswegs nur ein Leben im Untergrund. Da sie schlecht sehen und hören, sind sie an der Oberfläche auf die Hilfe eines gefiederten "Wächters" angewiesen - den Almschmätzer. Schlammspringer sehen aus, als wären sie auf halbem Weg in ihrer Evolution stecken geblieben. Die Fische führen ein amphibisches Leben, zu Wasser und am Land. Ihre Flossen benutzen sie, um im Schlamm vorwärtszukriechen oder gar zu "springen". Das Leben auf der Erde ist nicht nur vielfältig, sondern oft ganz anders, als man es erwarten würde: Ob Schlammspringer, Stielaugenfliege oder Kakapo - die Dokumentation zeigt eine faszinierende Auswahl tierischer Originale.

17:00 - 17:45, 3SAT
Charmante Chaoten - Südafrikas Honigdachse

Sie fürchten nichts und niemanden, aber viele fürchten sie: die Honigdachse Südafrikas. Sie nehmen es mit Giftschlangen auf - und sogar mit ausgewachsenen Löwen. Die BBC-Produktion führt in die südafrikanische Wildnis und filmt den Honigdachs aus nächster Nähe. Sie zeigt auch die sozialen Fähigkeiten der Honigdachse und demonstriert, wie intelligent die kleinen Raubtiere tatsächlich sind. Zwar gilt ihr Biss als eisern, doch im Überlebenskampf im afrikanischen Busch setzen Honigdachse vor allem auf eines: ihre Intelligenz. Zudem haben die berüchtigten Marder-Verwandten auch eine süße Seite - eine ausgesprochene Vorliebe für Honig. Der junge Zoologe Low de Vries nimmt schlaflose Nächte gerne in Kauf. Immerhin hat er einen interessanten Job: Er versucht, das Verhalten der Honigdachse zu erforschen. Wissenschaftler wissen, dass junge Honigdachse sehr viel länger bei den Muttertieren bleiben als die Jungtiere verwandter Arten. Hat diese verlängerte "Lehrzeit" mit der legendären Intelligenz der Tiere zu tun? An einer Abfalltonne, die auch Hyänen magisch anzieht, kann Low de Vries jedenfalls beobachten, wie geschickt die Honigdachse taktieren und wie sie sich sogar gegen überlegene Konkurrenten durchsetzen. Den Imkern in Südafrika ist die Schläue der Honigdachse jedoch ein Dorn im Auge. Denn wenn die Tiere einen Bienenstock plündern, ist nicht nur die Honigernte mit einem Schlag vernichtet, sondern gleich das ganze Bienenvolk und oft die Arbeit von mehreren Jahren. Imker sind vielleicht die erbittertsten Feinde der kleinen Intelligenzbestien. Guy Stubbs ist zwar selbst Imker, doch ihm imponieren die cleveren Schleckermäuler auch irgendwie. Und so versucht er - um beide Seiten voreinander zu schützen - einen Bienenstock zu konstruieren, in dem die fleißigen Insekten und der kostbare Honig vor den schlauen Plünderern sicher sind. Beim Testen der Prototypen hilft "Stoffel". Stoffel ist ein halbzahmer Honigdachs - und der eigentliche Hauptakteur des Films. Als Jungtier von Naturschützer Brian Jones gerettet und aufgezogen, hat er die überlebenswichtige Erziehung durch seine Mutter versäumt und ist einem Leben in freier Wildbahn nicht gewachsen. Er lebt im Wildtier-Reservat von Brian Jones, doch sein Freiheitsdrang und seine Abenteuerlust sind ungebrochen. Er bringt damit aber nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen Schützlinge seines Wohltäters oft in gefährliche Situationen. Die Dreistigkeit und Intelligenz seines Schützlings stellt Brian Jones vor immer neue Herausforderungen. Gegen den Honigdachs Stoffel muss er letztlich das gesamte Arsenal menschlicher Intelligenz aufbieten, wenn das Zusammenleben im Reservat gelingen soll.
17:10 - 17:40, arte
Frankreich - Der Bienenhirte

Die Cevennen sind ein Gebirgszug im Süden Frankreichs und seit Jahrtausenden ein Zufluchtsort der Ur-Honigbiene Apis mellifera mellifera. In jedem Dorf dieser Region, an fast jedem Haus, sind Bienenstöcke aus ausgehöhlten Kastanienstämmen zu sehen, die den Völkern der Dunklen Europäischen Biene ein Zuhause bieten. Das Verbreitungsgebiet der Dunklen Biene reicht von Polen bis zu den Pyrenäen; sie hat sich diesen Klimabedingungen perfekt angepasst. Doch ihre Zahl geht kontinuierlich zurück. Deshalb hat sich der passionierte Imker Stéphane Libéri zum „Bienenhirten“ ernannt und wandert von Tal zu Tal, um dieses wertvolle Kulturgut der Cevennen zu retten. Honig ist seit jeher ein Grundnahrungsmittel der Bergbewohner. Die Bienen werden in sogenannten Klotzbeuten gehalten, die ihren natürlichen Nestern in hohlen Baumstämmen nachempfunden sind. Die Klotzbeuten werden in Kastanienholz gefertigt und mit einer Schieferplatte beschwert. Leider wird diese wenig rentable Imkereimethode heute kaum noch angewandt. Stéphane liebt die Cevennen und ist hier aufgewachsen, wie seine Eltern und Großeltern vor ihm. Er engagiert sich für das Überleben der Dunklen Europäischen Biene, auf der sich die ganz besondere Imkertradition der Region begründet. Oberhalb des Dorfes Arrigas, in 800 Meter Höhe, steht Stéphanes Sammlung alter Bienenstöcke, die er aus der ganzen Region zusammengetragen hat. Denn statt neue Klotzbeuten zu bauen, restauriert und repariert er die alten Exemplare – ganz so, wie es seine Vorfahren taten.
17:45 - 18:30, 3SAT
Oktopusse - Genies aus der Tiefsee

Ein ungewöhnliches Augenpaar, ein knochenloser Körper und acht Arme bewegen sich geschmeidig zu Wasser und zu Land: Kraken, auch als Oktopusse bekannt. Sie haben bereits in der Antike einen prominenten Platz in der Tierwelt eingenommen, heute bemüht sich die Wissenschaft, den hohen Intelligenzgrad dieser Tiere zu erforschen. Statt einem Gehirn haben sie neun. Ist ihr IQ sogar höher als der von Schimpansen? Oktopusse passen sich in Sekundenschnelle ihrer Umgebung an und verfügen außerdem über ein ausgezeichnetes Erinnerungsvermögen. Die Dokumentation zeigt, wie Wissenschaftler in der ganzen Welt versuchen, die außergewöhnliche Intelligenz dieser eigenartigen und faszinierenden Geschöpfe zu erforschen. Allein mit ihrem Willen können Oktopusse Form und Farbe verändern, um so ihre Feinde zu täuschen. Viele Fragen drängen sich bei der Erforschung dieser seltsamen, uns Menschen so unähnlichen Wesen auf. Oder sind sie uns, was ihre Intelligenz betrifft, doch ähnlicher, als wir glauben? Ahmt der Oktopus beim Zusehen nur seine Artgenossen nach, oder erlaubt ihm sein Denkvermögen sogar, eigene Schlüsse zu ziehen? Wo liegen die Grenzen seiner Lernfähigkeit, und wie nehmen sich Oktopusse selbst oder ihre Umwelt wahr? Ist ein Krake in der Lage, sich die Zukunft vorzustellen? Diesen und ähnlichen Fragen gehen Wissenschaftler in La Coruna, Spanien, in Neapel und auf Capri in Italien sowie an den Küsten von Vancouver Island, Kanada, nach. Dafür unterziehen die Forscher die Kraken anschaulichen Tests, die erstaunliche Ergebnisse über Verhaltensmuster und Denkvermögen der genialen Meeresbewohner liefern.
18:35 - 19:20, arte
Wildes Neuseeland

Neuseeland ist voller Gegensätze. Während der Norden sonnig und warm ist, ist der Süden kalt und wechselhaft. An manchen Tagen laufen alle vier Jahreszeiten auf einmal innerhalb von 24 Stunden ab. Die Küsten der Inseln sind geprägt von orkanartigen Winden, die Gletscher reichen bis ans Meer, und in den schroffen Bergen der Südalpen müssen Tiere tagtäglich mit Eis und Schnee ringen. Wer in diesem Reich der Extreme lebt, muss anpassungsfähig, robust und clever sein. Keas sind berühmt für ihren Spieltrieb – doch sie sind auch findige Jäger, die dank ihrer Neugier mit den harschen Bedingungen der Berge gut zurechtkommen. Neuseeländische Seelöwenweibchen dagegen sind eher zurückhaltende Charaktere. Sie säugen ihren Nachwuchs im Schutz einsamer Dünenwälder, um ihr Junges vor aggressiven Robbenbullen zu schützen. Folgt man kleinen Bachläufen zu ihrem Ursprung, entdeckt man tief in verborgenen Felsgrotten ein zauberhaftes Feenreich unter einem Firmament verhängnisvoller Irrlichter. Verursacht werden sie von kleinen Mückenlarven, die mit langen Fangfäden und selbst erzeugtem Licht nach Insekten angeln. Der Meister der Anpassung aber ist die Weta, eine Heuschrecke, die so groß ist wie eine Maus; ihre Überlebensstrategie lässt sie selbst von den Toten wieder auferstehen.

20:15 - 21:00, NDR
Im Herzen Österreichs - Ein Sommer in den Bergen

Eine Welt voll steinerner Giganten. Insgesamt 695 Dreitausender Gipfel gibt es laut österreichischem Alpenverein. Der Großglockner ist mit 3798 Metern der höchste Berg und das Wahrzeichen Österreichs. Wer in den Bergen des Nationalpark Hohe Tauern lebt, braucht Kraft und Gelassenheit. Denn die Natur, sie gibt den Takt des Lebens vor. Da kann es auch vorkommen, dass es im August plötzlich schneit. Helga Pratl ist Hüttenwirtin. Die Salmhütte liegt unterhalb des Großglockners auf 2644 Metern. Drei Monate im Jahr bewirtschaftet die gelernte Köchin das Haus, in das rund 1500 Übernachtungsgäste und 250 Tagesgäste während der Saison einkehren. Eine Materialseilbahn, die Lebensmittel zur Salmhütte bringt, gibt es nicht. Einmal in der Saison kommen Material und Trockenprodukte per Helikopter. Frische Lebensmittel, wie Obst und Gemüse, schleppen Helga und ihre Mitarbeiter aber jede Woche zu Fuß nach oben. "Manchmal denk ich mir auch, ich hab' ein bisschen einen Vogel, wenn ich alles da herüber schlepp, aber dann ist es auch wieder so schön und fit wird man auch noch dazu", sagt die 54-jährige Helga zu ihrem harten Job. Auf der Grieswiesalm im Rauriser Tal findet jedes Jahr ein Kampf unter Hengsten statt. Zehn Tiere kämpfen hier in einer Arena um die Position des Leithengstes. Der wird später die Gruppe anführen, wenn die Tiere den Sommer auf der Alm verbringen. Georg Lechner ist mit Kratos, seinem 3-jährigen Hengst, das erste Mal dabei. Beißen, treten und boxen - erlaubt ist an Machtdemonstration alles. Was rau und brutal aussieht, ist für die Tiere ein überlebenswichtiges Ritual. Und es gibt eine Überraschung: Nicht der Stärkste macht das Rennen! Anders ist das beim Ranggeln. Das ist eine Art Ringkampf - Brauchtum in Österreich - und eine letzte Männerbastion. Schon die Ritter sollen gerangelt haben, um sich auf ihre Wettkämpfe vorzubereiten. Später ging es darum, dem Kräfte messen einen Rahmen zu geben. Hermann Höllwart ist einer der besten Ranggler in Österreich. Abgeguckt hat sich der 30-jährige die Technik von seinem Opa, den er zusammen mit seinen Rangglerfreunden besucht. Im Sommer lebt Hans Höllwart mit seiner Frau in einer einsamen Hütte auf einer Alm im Rauriser Tal. Da kommt ihm jede Abwechslung recht. "Ich schau noch gerne zu. Denn ich war selber mal a Kanone," sagt der 92-jährige. In Armschlag, in Niederösterreich, kann man den Zauber des Mohns erleben. Das Dorf mit seinen 87 Bewohnern ist das Mohndorf Österreichs. Sie machen alles aus ihrem Graumohn: Mohnöl, Mohnhonig oder Mohnschnaps. Sogar Mohnhandcreme gibt es. Früher war der Ort ein Gott verlassenes Nest ohne Perspektive. Heute leben viele vom Mohn und seiner Vermarktung. Auch Markus Weinmann und seine Familie. "Die schönste Saison ist die Blüte des Mohns," schwärmt er. Doch die Saison ist kurz. Jede Blüte blüht nur einen einzigen Tag. Gerade einmal zwei bis drei Wochen im Jahr kann man den Zauber bewundern. In Gaflenz hat eine Gruppe Mädels eine alte Tradition auf den Kopf gestellt. Sie "platteln", wie das hier heißt. Natürlich in Lederhosen. Dabei war das Platteln früher den Männern vorbehalten. Die wollten damit die Mädels beeindrucken. Das hat auch in Gaflenz funktioniert, nur fanden die Mädchen es so gut, dass sie sich das selbst beigebracht haben und jetzt selbst auftreten. "Ein Großteil war begeistert, aber es gab auch einen Teil, der gesagt hat, Mädchen und platteln, das passt nicht." sagt die 20-jährige Stephanie Riegler zur Resonanz bei den Männern. Uneingeschränkter Zuspruch kommt von Spielmann Manuel Reitner. "Es ist einfach a Gaudi mit den Mädchen. Und es ist super, weil man der Hahn im Korb ist."

Freitag, 26.04.2019
07:15 - 08:00, arte
Der Lachszähler von Kanada

Im Great Bear Rainforest, dem Regenwald des Großen Bären, gibt es weder Straßen noch Wege. Dafür unzählige Flüsse, die sich durch den dichten Dschungel dem Meer entgegen winden. Neben den namensgebenden Bären leben hier auch Wölfe, Weißkopfseeadler, Robben und Seevögel. Ein großes Ökosystem aus Ozean und Wald, zutiefst und untrennbar verbunden durch die Lachsschwärme, die seit Jahrhunderten ihren Weg vom Meer zu ihren Laichplätzen aufnehmen. Stan Hutchins überwacht seit fast 40 Jahren diese Wanderungen im Auftrag der Regierung.Ein Beruf, der weit einfacher aussieht, als er ist. Viele Flüsse sind so verzweigt und hindernisreich, dass Stan einen vollen Tag braucht, um sie zu bewältigen. Neben einem ausgezeichneten Orientierungsvermögen und physischer Belastbarkeit muss ein Lachszähler Einsamkeit aushalten können. Die Begleitung seines jungen Hundes Foch erleichtert Stan die Arbeit in der Wildnis. Obwohl die von Stan gesammelten Daten wichtig für die Fischwirtschaft und den Lachsbestand sind, möchte die Fischereibehörde seinen Arbeitsplatz gerne einsparen. Sie hofft, auch mit ein paar Stichproben genügend Daten zusammen zu bekommen, um daraus Schlüsse über die aktuelle Population gewinnen zu können.Die Zukunftsaussichten für den Beruf des "Creekwalkers" sind entsprechend schlecht. Die Bezahlung ist so unsicher, die Verträge so vage, dass kaum junge Leute in diesen Beruf einsteigen können. Aber für Stan sind die Lachse dieser Küste von unersetzbar großem Wert. Der Flussläufer erlebt selbst, wie durch die Klimaveränderung und das schlechte Management der Fischerei ganze Lachspopulationen unbemerkt verschwinden. Auf der Suche nach potenziellen Nachfolgern geht er jetzt eigene Wege, denn Stan weiß nie, ob die aktuelle Saison in den Flüssen seine letzte sein wird.
15:15 - 16:00, RBB
Kräuterwelten - In Südamerika

In den abgelegenen Regionen Südamerikas wachsen Kräuter in einer immensen Vielfalt. Sie sind Medizin, Lebenselixier und Kosmetika und werden immer begehrter. Lange bevor die spanischen Eroberer den Kontinent in Besitz nahmen, wussten die indigenen Stämme Südamerikas, was in Kräutern steckt. Auch heute ist in den abgelegenen Regionen die medizinische Versorgung ohne Kräuter nicht denkbar. Das Wissen um die Heilkräfte der Natur wird seit über 2.000 Jahren von Generation zu Generation weitergegeben. Durch den globalen Trend zur Naturmedizin gibt es einen wachsenden Markt für Heilpflanzen. Mehr als 70.000 Pflanzenarten werden weltweit gehandelt. In Peru ist dadurch ein neuer Erwerbszweig entstanden. Eine Familie sammelt für eine Schweizer Kosmetikfirma die Wurzeln der hochempfindlichen Ratanhia. Dafür campieren sie wochenlang in der Steppe. Aus ihrer Ernte wird später ein antibakterieller Wirkstoff gewonnen und zu Zahnpasta verarbeitet. Die Spur der Kräuter führt quer durch den Kontinent. In Bolivien dokumentiert ein deutscher Ethnobiologe seit 15 Jahren auf seinen Expeditionen welche Kräuter die Menschen gegen welche Krankheiten einsetzen. In Patagonien entlockt eine Pharmakologin einem winterharten Kraut betörende Düfte, während ein Spitzenkoch in Buenos Aires in alten botanischen Büchern nach Kräuter sucht, die seine preisgekrönten Menüs einzigartig machen. Die Argentinier scheinen süchtig zu sein nach dem Kräutertee "Mate". In der Region Misiones haben Kleinbauern sich zusammengeschlossen, um ihn so herzustellen, wie die Guarani-Indianer vor 2.000 Jahren: geräuchert über offenem Feuer. Dank der Delikatesse haben die Mate-Farmer und ihre Familien wieder eine Zukunft.
17:10 - 17:40, arte
Deutschland: Rosenfeld, ein Paradies für Bienen

Norbert Poeplau ist nicht nur begeisterter Imker, sondern auch Apidologe – das heißt, er erforscht neue Methoden der Honiggewinnung, der Bienenhaltung und -zucht. Seine Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle liegt in Rosenfeld, einem Naturschutzgebiet am Rande des Schwarzwalds. Hier beobachtet, züchtet und erforscht er die faszinierenden Insekten. Am wichtigsten sind ihm dabei das Wohlergehen und der natürliche Lebenszyklus der Bienenvölker – wie viel Honig er selbst erntet, ist dabei zweitrangig. Norbert engagiert sich für eine wesensgerechte und ökologische Bienenhaltung. Zu diesem Zweck hat er die sogenannte Einraumbeute entwickelt. Ein revolutionärer Schritt: Sie bietet einen großen Raum, in dem sich die Bienen horizontal ausbreiten können. In herkömmlichen Magazinbeuten verläuft der Wabenbau vertikal und ein Absperrgitter trennt den unten liegenden Brutraum vom darüber liegenden Honigraum, damit der Honig leichter entnommen werden kann. Die Einraumbeute lässt den Bienen mehr Freiheit beim Wabenbau; Brut- und Honigraum gehen ineinander über. Norbert Poeplau hat noch ein anderes Forschungsfeld: Er will eine Apis-mellifera-Linie heranzüchten, die möglichst nie mit umweltschädlichen Giften in Berührung gekommen ist. Dafür hat er einen Standort mitten in einem Wald gewählt, der zudem in der Naturschutzzone liegt. Die Stöcke der Europäischen Honigbiene hat er direkt in einem ausgehöhlten Stammstück, einer sogenannten Klotzbeute, eingerichtet. Norbert Poeplau hat diese Bauweise in den Wäldern Sibiriens entdeckt. Dort hat man schon lange begriffen, dass lebendes Holz die beste Wärmeisolierung bietet. Außerdem ist der Baumsaft für Bienen ein begehrtes Nahrungsmittel. Nach dem Winter ist er begeistert: Die Bienen haben die kalte Jahreszeit schadlos überstanden. Das Projekt ist wegweisend: Die gesunden und robusten Apis-mellifera-Populationen dienen vielleicht eines Tages dazu, dem aktuellen Bienensterben entgegenzuwirken und den für die Pflanzenwelt und die gesamte Natur so wichtigen Insekten eine neue Zukunft zu schenken.

18:35 - 19:20, arte
Wildes Neuseeland

Was geschieht, wenn Menschen und von ihnen mitgeführte Tiere in ein Paradies eindringen? Was, wenn sich für Kakapo, Brückenechse, Kiwi und Riesenheuschrecke nach Jahrmillionen friedlichen Daseins das Leben komplett ändert? Was wenn europäische Wiesel flugunfähige Ureinwohner flächendeckend dezimieren? Wie kann die besondere, ursprüngliche Tier- und Pflanzenwelt Neuseelands überleben und wer wird den Kampf gewinnen? Das Neuseeland von heute ist nicht nur Heimat von Kiwi und Kea, Weta und Wekaralle. Es ist auch die Heimat von Pflanzen und Tieren aus aller Welt, von Amseln und Buchfinken, Bachforellen und Mäusen aus Übersee. Sie alle verdrängen auf die eine oder andere Art die tierischen Ureinwohner aus ihren Lebensräumen. Im modernen Neuseeland werden aber auch neue Allianzen geschlossen. Riesenforellen etwa haben sich darauf spezialisiert, Mäuse beim Durchqueren eines Gewässers zu erlegen. Fast überall auf den Inseln ist die Natur im Wandel. Einige der ursprünglichen Tier- und Pflanzenarten können sich behaupten, viele jedoch stehen kurz vor dem Aussterben: der extrem seltene Chatham-Schnäpper etwa oder der flugunfähige Eulenpapagei, der Kakapo. Wie sie gerettet werden können und ob modernste Schutzbemühungen fruchten, sind nach wie vor brennende Fragen, die Neuseelands Natur- und Artenschützer umtreiben. So hat ein Kampf ums Paradies begonnen. Die Dokumentation gibt Einblicke in aufwendige und clevere Rettungsaktionen, sowie neue und Hoffnung gebende Allianzen, und sie zeigt, dass die eigenwillige Tierwelt Neuseelands durchaus zu retten ist.
20:15 - 21:00, 3SAT
Kritisch Reisen: Safari in Südafrika - Vom Schnappschuss zum Abschuss

Viel Zeit, einen Löwen zu schießen, haben Jagdtouristen nicht: Sie wollen schnell zu ihrer Trophäe kommen. Die Reportage ist unterwegs in Südafrika auf den Spuren der Safari-Touristen. Die Reporter schauen hinter die Kulissen der Safari-Idylle. Und sie erfahren, wie die Menschen leben, die den Touristen den Traumurlaub ermöglichen. Sie kämpfen mit niedrigen Löhnen, rationiertem Trinkwasser und der Ungleichheit zwischen Schwarz und Weiß. "Sie können hier alles schießen, was Sie wollen. Aber einen Löwen zu schießen, dauert seine Zeit", erklärt Stan Burger, Jäger und ehemaliger Präsident des südafrikanischen Jägerverbands. Ein Geschäftsmodell für Safari-Touristen hat sich in Südafrika gebildet: Löwenbabys werden zuerst gezüchtet und früh von ihrer Mutter getrennt. Die kleinen Löwen werden auf Farmen zum Streicheln für Besucher bereitgestellt. Sind die Tiere älter, stehen sie als Ware für Jagdtouristen zur Verfügung. Von diesem Geschäft mit den Löwen bekommt der Tourist nichts mit. Ihm wird in seinem Urlaub verkauft, dass er wilde Tiere sieht, das perfekte Foto bekommt. Abenteuer, die nicht mehr so traumhaft wirken, wenn man genauer hinschaut. Doch kaum ein Urlauber weiß, was vor den Toren der Luxus-Lodges passiert, weil er sie auf eigene Faust kaum verlässt.

Sonntag, 27.04.2019
10:35 - 12:10, arte
Antarktis - Die Reise der Pinguine

Um die tiefgreifenden Veränderungen in der Antarktis durch den Klimawandel zu dokumentieren, begibt sich das Forscherteam mit dem „Antarctica!“-Projekt von Wild-Touch Expeditions zur französischen Forschungsstation Dumont d’Urville. Mit an Bord sind der Unterwasserfotograf und Meeresbiologe Laurent Ballesta und der Natur- und Extremfotograf Vincent Munier. Der Ornithologe Christophe Barbraud, der die Auswirkung von Klima- und Umweltveränderungen auf Vogelpopulationen erforscht, begleitet sie. Ihre gemeinsame Mission ist es zu zeigen, wie wichtig es ist, das Ökosystem der Antarktis und seine einzigartige Fauna zu schützen. Aus unterschiedlicher Perspektive machen sich die beiden Fotokünstler ans Werk: Der eine nimmt die überwältigende Unterwasserwelt in den Fokus, der andere den atemberaubend schönen Lebensraum auf dem Eis. Unter Packeis und Felsen meistert Laurent Ballesta eine große physische und technische Herausforderung: Mit seiner eigens entwickelten Tauchausrüstung, mit der der Körper auch bei extremer Kälte warm und trocken bleibt, filmt er in einem dreistündigen Tauchgang den ungeahnten Artenreichtum in den Tiefen des Ozeans. Auf dem Eis fängt Vincent Munier in eindrucksvollen Aufnahmen das Leben einer Kolonie von Kaiserpinguinen ein. Als Bioindikator spielt diese Pinguinart eine zentrale Rolle für das Verständnis der Umweltveränderungen im Südpolargebiet. Dank eines internationalen Vertrags, der 1961 in Kraft trat, ist Jagd und Fischfang in der Antarktis untersagt. Doch auch dieses weiße Paradies bleibt langfristig nicht vom Eingreifen des Menschen in die Natur verschont. Denn durch die Luft- und Meeresströme steht das wertvolle Biotop der Antarktis im Austausch mit dem übrigen Ökosystem der Erde. „Antarktis - Die Reise der Pinguine“, ist eine Hymne auf die Schönheit und Artenvielfalt des weißen Kontinents – und ein Plädoyer für seinen nachhaltigen Schutz.

11:05 - 11:50, 3SAT
Geheimnisse Asiens - Die schönsten Nationalparks

Die Insel Kyushu ist die südlichste der vier Hauptinseln Japans. Auf ihr befinden sich die aktiven Vulkane Unzen, Aso und Sakurajima. Sie prägen die Landschaft und das Leben auf den Inseln. Um für den Schutz der Anwohner zu beten, holt beispielsweise der Shinto-Priester Hirose jedes Jahr zum Herbstfest eine Göttin aus ihrem Schrein am Vulkan Unzen, der schon vielen Menschen den Tod gebracht hat.
11:50 - 12:30, 3SAT
Wildes Japan

Es gibt ein Japan jenseits von Tokio: Das Kaiserreich kann mit atemberaubenden Landschaften und seltenen Tieren wie dem Riesensalamander oder dem Mandschurenkranich aufwarten. In den Japanischen Alpen auf der Hauptinsel Honshu leben Makaken. Keine andere Affenart hat sich so weit in den kalten Norden vorgewagt wie sie. Im Tiefschnee ist die Futtersuche für die Primaten mit dem dicken Fell mühsam, aber sie tollen gern im Schnee herum. Eine Gruppe der Schneeaffen lässt es sich allerdings extrem gut gehen: Wenn ihnen zu kalt wird, gönnen sie sich eine Wellness-Pause in heißen Thermalquellen. Diese zeugen von der vulkanischen Aktivität Japans, an allen Ecken und Enden brodelt und zischt es. Das Kaiserreich mit seinen vier Hauptinseln und Tausenden von kleinen Eilanden liegt auf dem Pazifischen Feuerring; zahllose Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis suchen das Land immer wieder heim. Ganz im Norden liegt die Insel Hokkaido. Wilder und kälter kann es in Japan nicht sein: Während sich der Winter auf Honshu langsam verabschiedet, herrschen auf Hokkaido noch sibirische Temperaturen. Zu dieser unwirtlichen Zeit beginnen die seltenen Mandschurenkraniche ihre extravaganten Balztänze, große Gruppen von Riesenseeadlern gehen zwischen den Eisschollen am Meer auf Fischfang. Das Ende des Winters symbolisiert die Kirschblüte. Halb Japan ist dann auf den Beinen und begrüßt mit Picknicks im Park das Frühjahr. Dann ist auch die Zeit des Reispflanzens und des traditionellen Stierkampfes gekommen, eine Art Sumo-Ringen für tonnenschwere Bullen. Die wertvollen Tiere kommen dabei nicht zu Schaden.

12:30 - 13:15. 3SAT
Wildes Japan

Kyshy ist die südlichste der vier japanischen Hauptinseln. Klimatisch hat Japan dort bereits einen subtropischen Charakter. Auf einer vorgelagerten Insel lebt eine besondere Makaken-Art. Wissenschaftler konnten beobachten, dass sie Kartoffeln im Meerwasser wäscht und diese Tradition auch weitergibt. Die Affenhorde ernährt sich aber nicht nur vegetarisch, sondern auch von den Meeresfrüchten, die bei Ebbe an den Strand gespült werden. Ganz im Süden Japans liegt das tropische Eiland Okinawa, näher an Taiwan als an Tokio gelegen. Dort leben viele Tiere, die nur in dieser Region zu finden sind, zum Beispiel der Okinawa-Specht oder die Okinawaralle. Die besondere Inselfauna ist allerdings bedroht. Grund dafür ist die Vipernart Habu. Die Giftschlange sollte mithilfe von ausgesetzten Mungos bekämpft werden. Doch die Mungos jagten und fraßen nicht die Schlangen, sondern stellten den am Boden lebenden Okinawarallen nach. Das hatte fatale Folgen: Die Vogelart ist inzwischen kurz vor dem Aussterben. In den Mangrovensümpfen Okinawas bietet sich ein ganz anderes Bild. Wenn sich bei Ebbe das Wasser zurückzieht, tauchen skurrile Kreaturen auf: Winkerkrabben und Schlammspringer suchen im Morast nach Nahrung, genauso wie Horden von Armeekrebsen. Mehr als 3000 Kilometer weiter nördlich auf der Insel Hokkaido lernen kleine Bärenjungen fürs Leben. Auf Schritt und Tritt folgen sie ihrer Mutter. Sie zeigt ihnen, welche Pflanzen genießbar sind und welche nicht, wann man eine Chance hat, einen Sikahirsch zu erbeuten und in welchen Situationen es aussichtslos ist, und vor allem, wo es im Herbst die besten Lachse gibt. Denn nur mit einer ausreichenden Fettschicht auf den Rippen können die Braunbären den Winter im Norden Japans überleben. Während im Süden noch die wärmende Herbstsonne die Ahornwälder in ein goldenes und feuerrotes Farbenmeer verwandelt, lassen die ersten Fröste die Natur Hokkaidos erstarren. Nur die durchdringenden Rufe der Singschwäne hallen dann noch über das Land.
15:15 - 16:00, H3
Rabenvögel - Gaukler der Lüfte

Kaum eine andere Vogelgruppe beschäftigt die Menschen so sehr wie die Rabenvögel - intensiv und widersprüchlich, seit der Germanenzeit bis heute. Der Film taucht ein in die Welt der heimischen Rabenvögel und begibt sich auf eine Zeitreise sowie auf eine Reise vom Hochgebirge bis zur Nordsee. Sie alle sind außergewöhnlich neugierig, gelehrig und intelligent. Raben sind die einzigen Vögel, die Werkzeuge nicht nur verwenden, sondern sogar selbst herstellen. Viele leben in festen sozialen Strukturen und sind ihrem Partner ein Leben lang treu. Ausdrücke wie "Rabeneltern" oder "Rabenbrut" müssten als Kompliment aufgefasst werden, denn zu ihrem Nachwuchs sind Rabenvögel extrem fürsorglich. Der Film liefert viele neue und faszinierende Einblicke in die Welt der Rabenvögel: von Alpendohlen in der Winterwelt des Hochgebirges, von Saatkrähenkolonien in Städten, von der kleinen intelligenten Dohle, die gern in Kaminen, aber auch in Kaninchenbauen nistet, von Raben- und Nebelkrähen und nicht zuletzt vom König der Rabenvögel, dem Kolkraben. Er ist nicht nur der größte Singvogel der Erde, sondern überrascht wie seine kleineren Schwestern die Wissenschaft zunehmend mit einer außergewöhnlichen Intelligenz. Als HD-Produktion begibt sich der Film auf eine spannende und überraschend bunte Reise durch die Welt dieser intelligentesten und allzu oft missverstandenen und missdeuteten heimischen Vogelgruppe.

16:15 - 17:00, B3
Wilder Yak - Wildes China

Sie leben weitab in der riesigen und unzugänglichen Steppe in Chinas wildem Westen - die letzten wilden Yaks. Noch etwa 20.000 dieser eindrucksvollen Hochgebirgsrinder haben sich hierher zurückgezogen. Ein Gebiet, in dem sie leben, ist die kaum bewohnte, 10.000 Quadratkilometer große Region Yanchiwan. Als erstes westliches Kamerateam durfte sich dort ein Team des BR Fernsehens auf die Spur der Wildyaks begeben - auf über 4.500 Metern Höhe. Und erlebte die Kraft und Schönheit dieser Tiere - und welche Gefahr von diesen bis zu einer Tonne schweren Kolossen ausgeht. Zugleich begleitete das Team Wissenschaftler bei ihren Nachforschungen zur Bedeutung des Wildyaks für den Aufschwung und die Weiterentwicklung Chinas. Der Wildyak könnte dazu beitragen, eine neue Nahrungsressource zu schaffen: Denn ein wilder Yak ist bedeutend größer als das in Zentralasien verbreitete Hausyak. Chinesische Wissenschaftler haben daher den Wildyak mit dem Hausyak gekreuzt und eine neue Rasse gezüchtet, die bis zu einem Viertel mehr Ertrag liefert. Dieses Tier soll tibetischen Yak-Hirten bessere Einkünfte bescheren und die chinesischen Siedler in Chinas Westen künftig mit Fleisch, Milch und Wolle versorgen. Denn dort, in den großen Höhen, können andere Rinder nicht überleben. Und Chinas Führung will den wilden Westens Chinas für seine Bevölkerung weiter erschließen. Dramatische Tiergeschichten, beschauliche Naturbeobachtungen und Expeditionsberichte - die Themen von natur exclusiv sind alle Naturerscheinungen: Pflanzen und Tiere genauso wie Landschaften und Ökosysteme sowie die Dynamik unseres Planeten Erde. Umfassende Reihen vermitteln Überblicke und ermöglichen Orientierung.

18:10 - 18:25, arte
Droht eine Welt ohne Vögel?

Überall auf der Welt geht die Zahl der Vögel dramatisch zurück – in Europa in den letzten 20 Jahren etwa um ein Drittel. Entwaldung, schädliche landwirtschaftliche Praktiken, Verstädterung, Überfischung der Meere, Umweltverschmutzung und andere Faktoren zerstören Lebensraum und Nahrungsgrundlage der Tiere.„Mit offenen Karten“ erkundet zu Land, in der Luft und auch zu Wasser, welchen Bedrohungen die Vögel ausgesetzt sind und was man dagegen tun kann.

Samstag, 28.04.2019
12:30 - 13:15, arte
Wasser - Quelle des Lebens

Wasser hat der Erde ihren Namen gegeben: der Blaue Planet. Unvorstellbare 1,33 Milliarden Kubikkilometer Wasser gibt es auf diesem Planeten. 97 Prozent davon befinden sich in den Ozeanen. Allein der Pazifik bedeckt die Hälfte des Globus und ist größer als alle Landmassen zusammen. Die längste Zeit hat sich das Leben nur im Wasser getummelt, und bis heute kann kein Organismus ohne Wasser überleben. Zwei Atome Wasserstoff und ein Sauerstoffatom verbinden sich zu H2O – dem wohl wandelbarsten Molekül. Wasser füllt Meere und Flüsse, es türmt Eisberge und Gletscher auf, bildet Nebel und Wolken. Der ständige Wechsel zwischen Eis, Wasser und Dampf erscheint den Menschen völlig natürlich, und doch gibt es keinen anderen Stoff, der so viele Aggregatzustände kennt. Wasser formt Landschaften – von den tiefen Kratern, die Flüsse in das Gestein gegraben haben, bis zu den Küsten der Meere und den Gletschern im hohen Norden. Alles Wasser bewegt sich in einem ewigen Kreislauf. Der Tropfen, der jetzt gegen die Fenster prasselt, schwamm vor wenigen Tagen noch im Meer. Und vor Millionen von Jahren tranken Dinosaurier dasselbe Wasser, das heute durch unsere Flüsse fließt. Nichts geht verloren, und nichts kommt hinzu. Kein anderer Stoff ist so gut erforscht und steckt zugleich voller Rätsel. Weltweit versuchen Wissenschaftler, die Geheimnisse des Wassers zu ergründen. Die Dokumentationen unternehmen eine Reise, angeführt dem Meeresbiologen Uli Kunz, zu den Wasserwelten der Erde.

13:15 - 14:00, arte
Wasser - Geheimnis der Tiefe

Wasser hat der Erde ihren Namen gegeben: der Blaue Planet. Unvorstellbare 1,33 Milliarden Kubikkilometer Wasser gibt es auf diesem Planeten. 97 Prozent davon befinden sich in den Ozeanen. Allein der Pazifik bedeckt die Hälfte des Globus und ist größer als alle Landmassen zusammen. Die längste Zeit hat sich das Leben nur im Wasser getummelt, und bis heute kann kein Organismus ohne Wasser überleben. Kein anderer Stoff ist so gut erforscht und steckt zugleich voller Rätsel. Weltweit versuchen Wissenschaftler, die Geheimnisse des Wassers zu ergründen. An den Blue Holes der Bahamas wird die magische Grenze zwischen Süß- und Salzwasser erkundet. Auf den Cook-Inseln im Südpazifik erforscht Nan Hauser Verhalten und Kommunikation der Buckelwale. Warum singen die Wale? Auf Spitzbergen begleitet Uli Kunz Glaziologen bei einer einzigartigen und gefährlichen Expedition. Sie wollen in das Innere eines Gletschers einsteigen und herausfinden, warum sich die weißen Riesen immer schneller Richtung Meer bewegen.
14:00 - 15:30, arte
Die Geschichte von Pferd und Mensch

Wie und warum hat der Mensch das Pferd gezähmt, und warum scheinen sie wie füreinander gemacht zu sein? Auf der Suche nach einer Antwort reiste ein deutsch-kanadisches Filmteam zwei Jahre lang um die Welt: von den letzten heute lebenden Reiternomaden im Altai-Gebirge zu sibirischen Cowboys am kältesten Ort der Welt, von Beduinen auf der Arabischen Halbinsel zu den heutigen Blackfoot-Indianern in Nordamerika. Entstanden sind eindrucksvolle Bilder der einzigartigen Beziehung zwischen Mensch und Pferd. Die Dokumentation zeigt, wie Evolutionsbiologen das Fossil des Urpferdchens zum ersten Mal virtuell zum Leben erwecken und Archäologen die ersten Reiter entdeckten: ein heute verschwundenes Volk, das vor 6.000 Jahren das Pferd als erstes domestizierte – aus einem ganz anderen Grund, als wir heute annehmen würden. Genetiker zeigen wie eine zentralasiatische Reiterkultur vor knapp 5.000 Jahren auf dem Rücken der Pferde nach Europa kam und vieles von dem mitbrachte, was wir heute als ureuropäisch betrachten, darunter auch die helle Hautfarbe. Bei der dieser Einwanderungswelle wurden 90 Prozent der damaligen europäischen Urbevölkerung ersetzt – ohne Blutvergießen, aber dennoch auf eine unerwartete und dramatische Weise. Die Zähmung des Pferdes hat Europa, Asien und die ganze Welt für immer verändert. Die Dokumentation begibt sich auf eine eindrucksvolle Reise in die Geschichte der Menschheit und in die Biologie des Pferdes.

16:30 - 17:15, ARD
Mythos Kongo

Der Fluss, der alle Flüsse verschluckt - so nennen ihn die Einheimischen. Tatsächlich ist der Kongo, gemessen an seinen Wassermassen, der zweitgrößte und tiefste Fluss der Erde. Als Rinnsal entspringt er im Norden Sambias, fließt dann gen Westen, wobei er immer mächtiger wird. Je gewaltiger der Kongo wird, desto größer sind auch Tiere, die im und am Strom leben. Der Schuhschnabel lauert im dichten Papyrus. Meterlange Pythons gehen auf Bäumen auf Beutejagd, gewaltige Nilpferdbullen kämpfen um die Macht im Wasser. Um am Kongo zu überleben, müssen sich Tiere extremen Bedingungen anpassen - die Evolution hat hier einzigartige Wesen hervorgebracht. Fische mit Lungen, Flügeln oder solche, die an Land jagen gehen. Mit außergewöhnlichen Aufnahmen gewährt der Zweiteiler "Mythos Kongo" Einblicke in eine der geheimnisvollsten und gefährlichsten Regionen unserer Erde. Seine Größe und Kraft ist dem Kongo noch nicht anzusehen, wenn er als Chambeshi im Norden Sambias entspringt. Einmal im Jahr ist die Quellregion des Kongos die Arena für eines der größten Tierspektakel der Welt: Millionen von Flughunden entern ein winziges Waldstück, um sich mit reifen Früchten die Bäuche vollzuschlagen. Der Chambeshi fließt nach Bangweulu, in ein gigantisches Sumpfgebiet. Verdeckt im Dickicht lebt der Schuhschnabel, der größte Schreitvogel der Erde. Aufrecht stehend ist der Schuhschnabel nahezu so groß wie ein Mensch. Dem Fluss folgend geht es in den Dschungel im Südosten der Demokratischen Republik Kongo. Hinter Kisangani wird der Kongo breit und ruhig, haushohe Sandinseln türmen sich im Fluss auf. Durchzogen von kleinen Urwaldflüssen, bilden sie eigene Lebensräume. Der Kongo-Fluss speist den zweitgrößten Regenwald der Erde. Hier liegt die Heimat der Waldelefanten. Immer wieder zieht es sie an einen einzigen, magischen Ort: die Dzanga Bai. Mit den Elefanten kommen unzählige andere Waldbewohner hierher. Was macht diesen Ort so besonders? Die Dokumentation "Mythos Kongo" spürt diesen und weiteren Geheimnissen des großen afrikanischen Flusses nach.

18:30 - 19:00, 3SAT
SCHWEIZWEIT: Naturgefahren im Alpenraum

Raphaël Mayoraz ist Bergführer, Geologe und Bergretter. Als Walliser Kantonsgeologe ist er dafür verantwortlich, Naturgefahren im Auge zu behalten. Lawinen, Bergstürze, Überschwemmungen, Murgänge – die Liste möglicher Naturgefahren in den Bergen ist lang und wird durch den auftauenden Permafrost nicht eben kürzer. Raphaël Mayoraz ist von Amts wegen verpflichtet, abzuklären, wann wo welche Gefahren drohen könnten. Ein Mann zeichnet im Kanton Wallis verantwortlich für die Sicherheit von Siedlungen und Verkehrswegen. Droht ein Hang ins Rutschen zu geraten, muss er die Evakuierung von Anwohnern und die Sperrung von Straßen und Schiene veranlassen. Doch diese große Verantwortung erdrückt den Kantonsgeologen Raphaël Mayoraz nicht - er weiß sich auf der sicheren Seite, da ihm auch technische Hilfs- und Überwachungsmittel zur Verfügung stehen. Einzig vor einer unglücklichen Verkettung von Zufällen, die einen einzelnen Felsbrocken auf einen Autobus voller Kinder stürzen lassen könnte, hat er Angst. Den Rest, so meint er, habe man im Griff.
19:30 - 20:15, arte
Arnika - Von der Kraft einer Heilpflanze

Seit einigen Jahren trägt Clément Urion die Bürde, das offizielle Pflück-Datum für die Arnikaernte freizugeben. Der Kräutersammler, der mit seinem sechsköpfigen Team auf seinem Bauernhof La Ferme du Bien-être aus Kräutern und Heilpflanzen ätherische Öle, Blütenwasser und Kräutertees herstellt, ist einer der wenigen, die die Pflanze offiziell ernten dürfen. Tausende Wildpflanzen wachsen heute noch in den Vogesen, doch nur 148 Arten dürfen von den Kräutersammlern gepflückt und weiterverarbeitet werden. Jedes Jahr im Juni gehört seine ganze Aufmerksamkeit der Arnika montana – jener wilden Heilpflanze, die auf den Wiesen des circa 1.200 hohen Markstein wächst. Nur Clément darf bestimmen, wann die zwei Tage dauernde Ernte beginnt – je nach Blütenstand und Wetter. Den Großteil der Ernte bekommt das bekannte Natur-Kosmetikunternehmen Weleda, dessen Chef Denis Graeffly erklärt, warum die Arnika so wichtig ist: „Sie ist eine führende Pflanze. Das heißt, sie ist Teil vieler Weleda-Produkte. Sie ist auch auf therapeutischer Ebene wichtig, sie hat viele Wirkungen auf dieser Ebene. Und auch für Kosmetika, besonders für eine externe Anwendung, hauptsächlich in der Form von Öl“. Kräutersammler zu sein, ist nicht nur eine Kunst, sondern auch ein Beruf. Doch jede Menge Hürden und Gesetzgebungen machen Leuten wie Clément Urion das Leben schwer.

19:30 - 20:15, ZDF
Serengeti

Dürre und ein Buschfeuer bedrohen das Leben der Tiere in der Serengeti. Wird das Zebrafohlen im Schlamm stecken bleiben? Kann sich die Wildhundfamilie vor den Flammen retten? Das trockene Gras brennt lichterloh. Löwin Kali, Pavian Rafiki, Elefantenkuh Nalla und ihr Baby laufen um ihr Leben, es kommt zu dramatischen Szenen, Familien werden auseinandergerissen. Als der Regen kommt, stellt sich die Frage: Wer fehlt, wer hat es geschafft? In der Trockenzeit sammeln sich die Tiere der Serengeti um das schwindende Wasserloch. Sie sind hungrig und aggressiv. Aasfresser wie Hyänen und Geier kommen auf ihre Kosten. Je mehr Wasser verdunstet, desto schlammiger werden Wasserlöcher und Flussbetten. Tishalas Fohlen bleibt im Schlamm stecken, und es gelingt ihm nur mit größter Anstrengung, sich ins Trockene zu retten. Ein Gnu hat es nicht geschafft und wird von den Löwen verspeist. Die Warzenschweine mit ihren Frischlingen haben es da leichter, sie sind in ihrem Element. Aber überall lauern Gefahren: Nur knapp entkommt ein Warzenschwein einem hungrigen Leoparden. Als während eines Sturms ein Blitz in einen Baum einschlägt und die Savanne anfängt zu brennen, beginnt die große Flucht. In letzter Minute schafft es die Wildhundmutter, ihre Jungen zu finden und vor den Flammen zu retten. Das Pavianbaby hat sich auf einen Baum gerettet. Schon züngelt das Feuer am Stamm. Aber es gelingt Rafiki, den Kleinen herunterzuholen. Kali muss sich nicht nur vor dem Feuer in Sicherheit bringen, sondern auch noch zwei schwarzmähnige Löwen abwehren, die das Rudel übernehmen wollen. Nach dem Regen ist die Landschaft verkohlt. Lange wird es nicht dauern, bis sich die Natur wieder erholt. Doch wie endet die Geschichte für die Protagonisten? Die drei verbliebenen Jungen von Löwin Kali haben überlebt, das Rudel aber formiert sich neu. Rafikis Kampf mit dem Pavian-Chef ist entschieden: Der Chef stirbt, Rafiki übernimmt das Rudel. Für die Elefanten wird es dramatisch: Nallas Baby verschwindet bei einer Flussüberquerung in den Fluten und kann nur knapp vor dem Ertrinken gerettet werden. Wie immer hat der Geier alles im Blick und kann erzählen, wie es aussieht im Leben der Tiere der Serengeti. Sie sind Protagonisten in einem Drama, das zugleich alle Elemente einer spektakulären Tierdokumentation enthält.

20:15 - 21:45, WDR
Wunderschön! Durch die wilde Nordeifel

Der Wildnis-Trail durch den Nationalpark Eifel macht seinem Namen alle Ehre: Schmale Pfade schlängeln sich über 85 Kilometer durch dichte Wälder mit umgestürzten Bäumen, über sturmumtoste Höhen, vorbei an Bächen, Wildblumenwiesen und kleinen Dörfern. Tamina Kallert wandert die erste der vier Etappen durch die wilde Eifel, in der die Natur wieder Natur sein darf. Auf den knapp 25 Kilometern von Monschau-Höfen bis nach Nideggen trifft Tamina Kallert immer wieder die Bloggerin Silvana Brangenberg und ihren Mischling Cabo. Gemeinsam übernachten sie im Sternenpark. Ein alter Bekannter ist Michael Lammertz vom Nationalpark Eifel, der Erfinder des Trails. Er kennt ein Waldgebiet, in dem der Urwald schon zu erkennen ist. Auch abseits der Pfade des Nationalparks entdeckt Tamina Kallert Sehenswertes: Sie radelt um den Urftsee, besucht das Kloster Steinfeld, genießt im Dörfchen Schmidt einen marokkanischen Abend und fühlt sich beim Bogenschießen in der Nähe von Hellenthal wie eine Amazone.

Montag, 29.04.2019
09:45 - 10:40, arte
Kamelmilch, Kasachstans Wundermedizin

Kasachstan ist der neuntgrößte Flächenstaat der Erde, der überwiegende Teil seines Territoriums besteht aus Steppen, Wüsten und Halbwüsten. Was viele Menschen selbst hier in Zentralasien als unwirtlichen Lebensraum empfinden, ist für Kamelhirten wie den 35-jährigen Berigbai und seine Frau Gulja angestammte Heimat. Die modernen Nomaden und ihre Tiere leben in und von der Wüste, wie einst Jahrhunderte lang ihre Vorfahren. "360° Geo Reportage" ist dem Treck gefolgt. Die Taukum-Wüste erstreckt sich im Süden Kasachstans. Ihre Fläche entspricht fast der Größe der Schweiz. Sie ist ein idealer Lebensraum für allerlei Arten von Kamelen, deren Zucht langsam aber sicher wieder zu einem wichtigen Wirtschaftszweig im Lande wird. Im Zentrum steht dabei die Milch der Tiere. Seit jeher liefern die Kamele damit das Wichtigste, was Menschen zum Überleben in der Wüste brauchen: ausreichend Flüssigkeit, die außerdem einen hohen Nährwert besitzt. Die Nomaden haben eine Methode entwickelt, die Kamelmilch für lange Zeit haltbar zu machen. Durch Zugabe besonderer Milchsäurebakterien entsteht der sogenannte Kamelmilch-Schubat. Nicht nur in Kasachstan hat sich der Schubat zum neuen Verkaufsschlager entwickelt – und wird sogar zur Behandlung von Kranken eingesetzt. Der Grund dafür dürfte das spezielle Wüstenfutter sein. Die Kamele fressen alle Arten von Pflanzen, dornige, stachlige, bittere oder salzige, wie den Saksaul oder die salztragenden Tamarisken. Viele davon gelten bei den Nomaden als Heilpflanzen. Wissenschaftler untersuchen derzeit, welche Wirkungsmechanismen hinter ihnen stecken. Beispielsweise enthält Kamelmilch etwas, das keine andere Milch so reichlich vorweisen kann: eine Reihe antibakteriell wirkender Enzyme und Proteine, sogenannte Bakterienkiller, die das Immunsystem stärken und sogar heilende Wirkungen haben können. Beste Voraussetzungen, um mit Kamelmilch gute Geschäfte zu machen.
10:25 - 11:10, B3
Die Stimme der Donau

Gut 600 Kilometer fließt die Donau durch Deutschland - von der Quelle im Schwarzwald bis zur Grenze unterhalb von Passau. In ihrem Oberlauf ist die Donau kein freier Fluss mehr. Sie ist zerstückelt in eine Kette von Stauseen. Der Fluss als Verkehrsweg, Kraftwerkskühler und Stromlieferant mit meist verheerenden Auswirkungen wie dem Hochwasser von 2013. Am natürlichsten präsentiert sich die Donau in dem Abschnitt ab Straubing: 70 Kilometer fließt die Donau ungehindert durch die Ebene vor dem Bayerischen Wald. Seit über 30 Jahren tobt ein erbitterter Streit um diesen Teil der Donau. Während die einen diesen letzten, großen Abschnitt der frei fließenden Donau in Deutschland unbedingt zur Wasserstraße ausbauen wollen, möchten die anderen den "bayerischen Amazonas" erhalten, der wegen seiner einzigartigen Flora und Fauna ein echtes Naturjuwel ist. In diesen 70 Kilometern gibt es mehr Fischarten als im ganzen Rhein- und Elbegebiet. Die Zugvögel schätzen die Schlickflächen, die durch die Wasserstandschwankungen in den Altwassern entstehen. Selbst bei extremer Kälte friert der Fluss nicht zu und wird damit zum Rückzugsgebiet für unzählige Wasservögel. Der siebzig Kilometer lange Abschnitt der Donau in Niederbayern gehört zu den letzten unverbauten Flusslandschaften Mitteleuropas. Wenn die Donau auch hier begradigt und gestaut wird, geht ein weiterer Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten verloren und damit auch ein Stück europäisches Naturerbe. Was dieser "Umbau" für diese einzigartige Flusslandschaft bedeuten würde, kann sich jedoch nur der vorstellen, der dem lebendigen Fluss zuhört und die Donau zwischen Straubing und Vilshofen einmal erlebt hat, wer die Lebensräume mit ihren seltenen Tier- und Pflanzenarten kennt. Und gerade diese weitgehend unbekannten Einblicke gewährt die aufwendige Dokumentation von Jürgen Eichinger.

10:40 - 11:20, arte
Die Baumkletterer von Kalifornien

Kalifornien ist die Heimat der Mammutbäume. Die stattlichen Riesen werden bis zu 3.000 Jahre alt und nicht selten mehr als 100 Meter hoch. Inzwischen gibt es nur noch wenige von ihnen. Wissenschaftler und Forstmitarbeiter bemühen sich um die letzten verbliebenen Exemplare, katalogisieren, vermessen und untersuchen sie. Doch bis in die Kronen wagt sich nur eine besonders waghalsige Gruppe von Männern – die Baumkletterer. Chad Brey gilt als einer der besten der USA. Deshalb wird der 38-Jährige immer wieder für Aufträge angeheuert, die als schwierig oder waghalsig gelten. Wie etwa das vertikale Vermessen eines Mammutbaums, dessen angegebene Höhe von etwa 90 Metern letztmalig vor 40 Jahren gemessen wurde. Inzwischen sollte der Baum um einiges höher sein. Selbst in Kalifornien gibt es derart hohe Bäume nur noch selten. Für die kalifornische Holzindustrie wurden im letzten Jahrhundert 96 Prozent des Bestandes gefällt, und selbst heute möchte die Industrie nicht auf das wertvolle Baumaterial verzichten. Während Aktivisten und Umweltschützer zum offenen Kampf gegen die Wirtschaft aufrufen, sucht Chad mit Wissenschaftlern nach anderen Wegen. Für seinen neuen Auftrag soll er alte und gut entwickelte Bäume finden, von denen Biologen Ableger ziehen wollen, um sie in anderen Teilen der Welt anzupflanzen. Die Zeit drängt, denn mittlerweile wird Kalifornien in jedem Sommer von verheerenden Waldbränden heimgesucht, die auch die letzten Exemplare der Mammutbäume bedrohen.

13:30 - 14:15, B3
Sommer am Polarkreis

Die Nordwest-Territorien in Kanada gehören zu den eher unbekannten Reisezielen in Kanada. Die Region ist fünfmal so groß wie Deutschland und kaum erschlossen - gerade einmal 41.000 Menschen wohnen hier. Im Süden wachsen schier endlose Wälder, im Norden erstreckt sich die karge Tundra bis an den Horizont. Die Reise durch die Northwest-Territories beginnt in Fort Smith. Der kleine Ort ist das Tor zum Wood-Buffalo-National-Park, in dem 6.000 Waldbisons leben - ein Weltrekord. Weiter geht es zu den Louise-Wasserfällen und nach Fort Providence: In der Lounge vom Snowshoe Inn feiern die Einheimischen regelmäßig Karaoke-Partys. Die Zuschauer machen Station in Yellowknife, mit 19.000 Einwohnern die größte Stadt der Territorien, und besuchen das Wildcat-Café. Es ist das älteste Restaurant im Ort. Von Fort Simpson aus geht es in den Nahanni-National-Park. Das riesige Naturschutzgebiet ist nur auf dem Wasser- oder Luftweg erreichbar. Sehenswert ist auch die Müllkippe von Fort Simpson. Auf der Suche nach Futter tummeln sich hier Schwarzbären, Weißkopfseeadler und Kraniche. Am Polarmeer weit im Norden endet die Reise. In dem Dorf Ulukhaktok leben Inuits. Die Zuschauer begleiten sie in die Tundra, wo sie auf die Jagd nach Moschusochsen gehen.
17:20 - 17:50, arte
Türkei - Der Bär, der Honig und der Unbeugsame

Zwischen dem Schwarzen Meer und den Hochebenen Erzurums erstrecken sich die Täler der Provinz Rize – der Lebensraum der Kaukasischen Biene (Apis mellifera caucasica), die sich durch ihren besonders langen Rüssel auszeichnet. Damit erreicht sie den Nektar fast aller Blüten, auch wenn diese sehr tiefe Kelche haben. Bei der Jagd auf das flüssige Gold treffen zwei Rivalen aufeinander: der Mensch und der Europäische Braunbär. Um ihm zuvorzukommen, greifen die Einheimischen auf ungewöhnliche Imkerei-Methoden zurück. Denn um in einem Land, in dem rund 4.000 Braunbären leben, Honig zu ernten, muss man sehr erfinderisch sein. Seit sich Zwei- und Vierbeiner um diese Speise der Götter streiten, haben sich die Imker alle möglichen Tricks einfallen lassen: vom Bärenschreck über Überwachungskameras bis hin zu Bienenstöcken in schwindelerregender Höhe. Der Honig der Bienen ist für seine einzigartige Aromatik bekannt, deshalb schwören viele Imker in der Region noch heute auf die traditionellen Bienenstöcke, sogenannte Karakovans. Die Fünf-Sterne-Hotels für die fleißigen Arbeiterinnen bestehen aus Lindenholz, da der blumige Geruch den Bienen besonders zusagt. Unter den Imkern befindet sich der 68-jährige Mustafa: In 20 Meter Höhe bringt er seinen neuen Bienenstock an, der die Bienen verwöhnen und die Bären verzweifeln lassen soll. Angesichts des Aufwands ist der Honigertrag relativ gering, deswegen hat der Karakovan-Honig auch seinen Preis: 120 Euro das Kilogramm. Diesen Luxus lassen sich aber auch die Tiere nicht einfach so entgehen – und so wird auch in Zukunft der Wettkampf um den Honig Mensch und Bär auf Trab halten.
17:50 - 18:35, arte
Planet der Vulkane

Der Planet Erde brodelt. Täglich brechen auf der Welt etwa 30 Vulkane aus. Sie zerstören und spenden Leben und sind Motor der Evolution. In ihrer Umgebung finden seltene Pflanzen und Tiere einzigartige Lebensbedingungen. Die Dokumentation konzentriert sich auf drei der aktivsten Vulkane der Erde: die Insel Ambrym in Vanuatu, den Ätna auf Sizilien und den Kilauea in Hawaii. Auf Ambrym führt eine wissenschaftliche Expedition zu einem kochenden Lavasee. Geobiologe Jens Kallmeyer will herausfinden, ob einfachste Lebensformen unter diesen harschen Bedingungen existieren. Dort liegt vielleicht der Schlüssel, um Hinweise zu erhalten, ob Leben anderswo im Universum wahrscheinlich ist. Am Ätna haben es Wissenschaftler mit einem aktiven Vulkan in einem dicht besiedelten Gebiet zu tun. Vulkanologe Boris Behncke und sein Team beobachten den Berg und die Menge der entströmenden Gase, um bessere Vorhersagen treffen zu können. Vulkane, die neben anderen Gasen auch jede Menge Wasserdampf ausstoßen, könnten auch den Ursprung für Wasser auf der Erde und damit für alles Leben in sich bergen. Nach den verheerenden Ausbrüchen des Kilauea auf Hawaii ist wieder neues Leben entstanden. Auch vor der Küste: Die gewaltigen Lavaflüsse heizen im Pazifischen Ozean die Produktion von Phytoplankton an. Phytoplankton bildet die Nahrungsgrundlage des marinen Ökosystems rund um Hawaii und hilft selbst großen Meerestieren wie dem Mantarochen zu überleben. Die Dokumentation zeigt spannende aktuelle Forschung an Orten, an denen teilweise noch nie gefilmt wurde, und aufregende Bilder aus dem Inneren der Vulkane.

18:35 - 19:20, arte
An den Ausläufern des Himalaya

Am Fuße des Himalaya liegt die tibetische Qinghai-Hochebene, wo Tausende Tier- und Pflanzenarten beheimatet sind....
20:15 - 21:45, 3SAT
Passion for Planet - Leben als Tierfilmer

Die Dokumentation begleitet fünf der besten und erfolgreichsten Tierfilmer der Welt auf ihren Reisen rund um den Globus. Sie kommen aus Deutschland, Österreich, den USA, Kanada und Indien. Alle kämpfen vor beeindruckenden Naturkulissen um außergewöhnliche Tieraufnahmen. Die Leidenschaft lässt die Filmemacher Anstrengungen und Gefahren in Kauf nehmen. Auch müssen sie erleben, wie Lebensräume verschwinden, Tiere sterben und Ressourcen zerstört werden. Der kanadische Filmemacher Rob Stewart setzt sich mit der extremen Dezimierung der weltweiten Haibestände auseinander, und Jan Haft hat sich der mühsamen Suche nach positiven Beispielen für Artenschutz in Deutschland verschrieben. Mit der Problematik der Wilderei bei der verarmten Landbevölkerung wird Rita Banerji in Indien konfrontiert. Auch Mark Shelley aus Kalifornien geht keinen leichten Weg: Mit seinen "augenöffnenden Filmen" stößt er auf Widerstand bei Kollegen und Fernsehsendern. Währenddessen haben die Österreicher Michael und Rita Schlamberger in Sambia mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: Sie müssen sich den Anforderungen ihrer Auftragsgeber stellen, Idyllen jenseits der rauen Realitäten zu erzeugen.

21:45 - 22:00, 3SAT
Ilulissat Eisfjord, Grönland Wo die Eisberge zur Welt kommen

Nirgendwo auf der nördlichen Halbkugel lässt sich das Kalben eines Gletschers imposanter beobachten als am Ilulissat-Eisfjord an der grönländischen Westküste. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 35 Metern pro Tag schieben sich die Eismassen des Sermeq-Kujalleq-Gletschers unter mächtigem Getöse in den 1000 Meter tiefen Eisfjord. Nur aufgrund dieser Tiefe können die Eisberge schwimmend den Fjord passieren. Von der Isfjellbanken werden die Eisberge schließlich aufgehalten. Die Isfjellbanken ist eine Moränenablagerung 200 Meter unter der Wasseroberfläche. An ihr laufen die großen Eisberge auf Grund und bewirken einen Stau. Erst, wenn der Druck zu groß ist oder die Eisberge auseinanderbrechen, können sie die Schwelle überwinden und gelangen ins freie Meer, wo sie über die Baffin-Bucht nach Süden driften. Obwohl sie auf ihrer Reise immer kleiner werden und sich schließlich auflösen, können sie Schiffen gefährlich werden. So geschehen 1912, als an Bord der "Titanic" über 1500 Menschen den Tod fanden. Bedeutsam ist der Ilulissat-Eisfjord, der seit 250 Jahren unter wissenschaftlicher Beobachtung steht, vor allem für die Gletscher- und Klimaforschung. So beobachten Wissenschaftler seit Jahren einen immer dramatischeren Rückgang des Sermeq-Kujalleq-Gletschers - Auswirkungen des globalen Klimawandels.
Dienstag, 30.04.2019
10:55 - 11:50, arte
Warum verschwinden die Wapitis?

Jedes Jahr im Frühling ziehen Wapiti-Hirsche aus den verschneiten Bergen des US-Bundestaats Montana in die wilde Naturlandschaft des Yellowstone-Nationalparks. Früher traten einige Zehntausend Tiere diese Wanderung an, aber seit zehn Jahren nimmt ihre Zahl rapide ab und liegt nun nur noch bei knapp 3.000: Die Hirsche im Yellowstone sterben aus. Dies alarmiert Ranger und Wissenschaftler, denn die Hirschherden sind ein wichtiger Bestandteil des ältesten Nationalparks der Welt, der eines der letzten nahezu intakten Ökosysteme der gemäßigten Klimazone schützt. Der Filmemacher Manfred Corrine begleitet drei Biologen vor Ort bei ihren Forschungen über den Rückgang des Hirschbestands. Jedes noch so kleine Indiz wird zurückverfolgt und fügt sich in das Mosaik des faszinierenden und komplexen Ökosystems. Mit modernsten wissenschaftlichen Methoden gelingt es den Forschern, bislang unbekannte Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Lebewesen im Yellowstone aufzudecken, die das Verschwinden der Hirsche erklären könnten. Die Dokumentation begleitet diese Spurensuche in einer atemberaubenden Landschaft. Sie erläutert die Bedeutung ausgeglichener Ökosysteme und zeigt Lösungen auf, um das ökologische Gleichgewicht eines der berühmtesten Naturparks der Welt wiederherzustellen.

13:30 - 14:15, B3
Von Montreal zur Atlantikküste

Québec, die größte Provinz Kanadas, ist gleichzeitig die sprachliche und kulturelle Bastion Frankreichs auf dem Kontinent. In der Millionenstadt Montréal, dem kosmopolitischen Zentrum von Québec, ist auch der berühmte "Cirque du Solei" zu Hause. Direkt daneben lernen Zirkusschüler aus der ganzen Welt in der renommierten École nationale du cirque. Julius Bitterling aus Deutschland ist bereits seit zwei Jahren hier - mit ihm gemeinsam erkundet das Filmteam das pulsierende Montréal. Entlang des St. Lorenz Strom geht es weiter Richtung Québec City, in die Hauptstadt der Provinz. In einem alten Augustinerkloster kann man ganz besondere Kochkunst erleben. Hier lässt sich Chefkoch Christophe Perny von alten Rezepten aus der Klosterküche inspirieren und interpretiert diese völlig neu. Kurz hinter der Stadt stürzen die Montmorency Falls über 80 Meter in die Tiefe, der Auftakt zu weiteren Naturschauspielen. Bei Tadoussac, wo der Saguenay Fluss in den St. Lorenz Strom mündet, ist ein beliebtes Revier von Buckel-, Finn- und Blauwalen. Das Filmteam begleitet die Walforscherin Chantal St. Hilaire auf einer ihrer Touren. Die Reise endet auf der Halbinsel Gaspésie im Nordosten. Die Gegend ist dünn besiedelt, die Klippen umtost von der Brandung des Atlantiks. Die Kraft und Weite der Natur beherrscht die Szenerie, wie so oft auf dieser Reise durch Französisch Kanada.
17:00 - 17:45, 3SAT
Geschichte der Tiere: Die Katze

Hund und Katze sind die beliebtesten und treuesten Wegbegleiter des Menschen. "Terra X: Geschichte der Tiere" erzählt alles Wissenswerte dieser Erfolgsstory. Im Mittelpunkt dieser Folge steht die Geschichte der Katze. Vor etwa 11 000 Jahren kommt sie auf samtenen Pfoten und mit scharfen Krallen aus der Wildnis und erobert sich einen Platz in der Zivilisation. Ihrem Wesen nach aber bleibt die Hausmieze eine Wildkatze. Der deutsche Journalist und Schriftsteller Kurt Tucholsky hat einmal über die Katze gesagt, sie sei das einzige vierbeinige Tier, das dem Menschen eingeredet habe, er müsse es versorgen, ohne dass es selbst dafür etwas tun müsse. Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Der Mensch liebt die Katze, füttert sie, überhäuft sie mit Zuwendung und gibt ihr ein Zuhause. Im Gegenzug demonstriert sie ihre Unabhängigkeit und zeigt sich überaus eigensinnig. Die Katze gehorcht nicht, will sich nicht unterordnen und bleibt ein sturer Einzelgänger. Selbst die treueste und verschmusteste Katze der Welt kann schon mal von heute auf morgen die Beziehung zu ihrem Besitzer beenden und grußlos für immer verschwinden. Katzenhalter können sich ihres unberechenbaren Mitbewohners nie hundertprozentig sicher sein. Dabei ist es die Katze – genauer gesagt die Falbkatze - die vor rund 11 000 Jahren in einer Art "Selbstdomestikation" die Welt des Menschen betritt. Doch anders als der Hund wartet das kleine Raubtier damit, bis die Jäger und Sammler des Alten Orients das Feuer beherrschen und sesshaft sind. Ihre Karriere beginnt sie als Resteverwerter und erfolgreicher Mäusejäger. Kein anderes Haustier beherrscht die Technik des Lauerns, des schnellen Zugriffs und Tötens so wie die Katze. Die Jungsteinzeitler schätzen sie dafür. Und nicht nur sie, wo immer in den folgenden Jahrtausenden auf dem Globus Siedlungen entstehen, gehört mindestens eine Katze zum Haushalt. Kultische Verehrung erfahren die Samtpfoten vor allem im Alten Ägypten. Forscher sagen, dass das Pharaonenreich ihren Wohlstand auch den Katzen zu verdanken habe, die in den zahlreichen Getreidespeichern Ratten und Mäusen nachstellten. Für ihre wertvollen Dienste werden die Jäger sogar vergöttlicht. Millionen enden trotzdem als Opfergabe an die Katzengöttin Bastet, die Ägypter kaufen von Händlern teure Katzenmumien. Mehr als einmal werden die Käufer dabei über den Tisch gezogen, wie jüngste Untersuchungen offenbaren. Nicht in jedem Exemplar ist auch tatsächlich Katze enthalten. Die Wissenschaftler entdeckten auf den Röntgenbildern Hölzer, Hunde- und andere Tierknochen. Die Nachfrage hat das Angebot zeitweise offensichtlich bei weitem überstiegen. Das erklärt vielleicht auch, warum die Pharaonen den Export von Katzen in fremde Länder unter Todesstrafe gestellt haben. Um 500 vor Christus gelangen über Griechenland trotzdem die ersten Katzen nach Europa und vermischen sich mit der dort heimischen Wildkatze. In Italien erobern sie als exotische Luxusgeschöpfe zunächst die Herzen der reichen Damen, bevor sie im Römischen Reich auch kultische Weihen erhalten. Erst ab dem 2. Jahrhundert nach Christus ist die Katze ein Haustier für alle und erweist sich als nützlicher Jäger auf üble Nager. Marder und Wiesel, die dafür immer eingesetzt wurden, sind schon bald aus dem Rennen – auch deshalb, weil Katzen nicht so stinken und viel reinlicher sind. Im nebligen Germanien beginnt man, die Wildkatze anzuhimmeln. Sie ist aber nicht domestiziert, sondern als mystische Begleiterin der Fruchtbarkeitsgöttin Freya vorbehalten. Mit der Christianisierung jedoch folgt der tiefe Fall. Die Katze wird als Geschöpf des Teufels, der Hexen und Dämonen verdammt und später manchmal auch auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ihr schlechtes Image hält sich über Jahrhunderte. Noch im späten Mittelalter entstehen zahlreiche Sprichwörter, Mythen und Legenden - alle mit eindeutig negativer Botschaft. Nach damaligem Verständnis verkörpern Katzen weibliche Laster. Sie gelten als unmäßig, diebisch, treulos und sündig. Das halbwilde, unkontrollierbare Wesen von Katzen, die nächtlichen Jagdausflüge und das lautstarke Paarungsverhalten sorgen bis ins 18. Jahrhundert für Misstrauen und Verfolgungsexzesse durch Kirche und Staat. Erst ab dem 19. Jahrhundert gewinnt die Katze wieder an Ansehen. Dafür sorgt unter anderem der deutsche Zoologe Alfred Brehm. Inzwischen ist sie gesellschaftlich rehabilitiert, geliebt und bewundert. Manche von ihnen sind prominent, einige kosten ein Vermögen, Millionen leben als eigenwillige Stubentiger auf dem Sofa.

17:10 - 17:40, arte
Russland - Die Waldimker des Urals

Im Naturschutzgebiet Schulgan-Tasch im baschkirischen Ural liegt das Dorf Gadel-Garejero inmitten waldiger Hügel, die mit jahrhundertealten Eichen, Birken, Espen, Linden und Ahornbäumen bewachsen sind. Hier lebt eine spezielle Wildbienenart: die seltene Bursjan-Honigbiene. Sie ist winterfest – ein großer Vorteil angesichts der klimatischen Bedingungen hier. Bis zu minus 40 Grad Celsius müssen die Bienen im Winter überstehen. Außerdem besitzt diese Bienenart eine zweite besondere Fähigkeit: Sie hat sich an die kurze Blühperiode der Linden angepasst, die nur acht bis zehn Tage dauert. In dieser Zeit steigt der Arbeitseinsatz der Bienen auf 150 Prozent. Sabit Gallin arbeitet als Ranger im Reservat und gehört zu den wenigen Honigjägern des Dorfes, den sogenannten Bortewiks. Sie fertigen Borten, die Behausungen für die Wildbienen, an und halten diese instand. Es sind rechteckige Nischen, die direkt in den Baumstamm hoher Kiefern gehauen werden. Manche dieser künstlichen Höhlen werden bereits seit Jahrhunderten von Bienen bewohnt. Um an den Honig zu gelangen, erklimmt Sabit die Kiefer mit Hilfe eines Steiggurts. Ganz ruhig und langsam arbeitet er, damit die Bienen ihn nicht stechen. Zu gierig darf der Honigjäger nicht sein, denn ohne genügend Vorrat kommen die Bienen nicht über den Winter. Nach der Ernte geht es ans Verarbeiten: Sabit zerstampft die Waben, in denen sich Honig, Pollen und Wachs befinden, und verarbeitet sie zu einem Brei, der am Ende den Waldhonig mit besonderem Geschmack ergibt – reine Natur, ohne künstliche Aromen oder Zusätze.
17:45 - 18:30, 3SAT
Geschichte der Tiere: Der Hund

Hund und Katze sind die beliebtesten und treuesten Wegbegleiter des Menschen. Die zweiteilige "Terra X"-Reihe erzählt alles Wissenswerte dieser einzigartigen Erfolgsstory. Im Mittelpunkt dieser Folge steht die Kulturgeschichte des Hundes. Sie beginnt mit dem Lagerwolf. In grauer Vorzeit geht er mit dem Menschen eine Zweckbeziehung ein. Aus anfänglichem Misstrauen entstehen Zuneigung und enge Bindung. "Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos." Eine Erkenntnis, die zuerst der deutsche Schauspieler Heinz Rühmann formuliert hat, bevor Loriot sie später ein wenig präzisierte. Für den deutschen Humoristen war ein Leben ohne Mops unter keinen Umständen vorstellbar. Rund sieben Millionen Hundehalter in Deutschland geben beiden prominenten Künstlern Recht. Der Hund ist nicht nur das erste Haustier, sondern auch der beste Freund des Menschen. Liebe auf den ersten Blick ist es nicht, als sich Grauwolf und Mensch zum ersten Mal begegnen. "Canis lupus" ist vom Hunger getrieben und stöbert in der Müllhalde einer Steinzeitsiedlung. Mit der Großen Eiszeit ist das friedlich grasende Großwild abgewandert. Die neuen Beutetiere sind kleiner, schreckhafter und flinker. Die Jagd im Rudel kostet mehr Kraft, erfordert anderes Vorgehen und bringt längst nicht immer den gewünschten Erfolg. Die schwierigen Verhältnisse in der Umwelt zwingen Mensch und Wolf zu einer bis dahin nie dagewesenen Kooperation, sagen Forscher. Der Mensch folgt der Fährte der Wölfe, die mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn selbst drei Tage alte Spuren wittern können. Im Gegenzug duldet er, wenn die scheuen Tiere in ihre Siedlungen eindringen und sich über die Essensreste hermachen. Aus gegenseitiger Duldung wird allmählich Zutrauen - die Evolution bringt den Lagerwolf hervor. Er ist dem Wolf zwar genetisch noch näher als dem Hund, aber im Verhalten zeigt er sich bereits deutlich zutraulicher und lebt im losen Verbund mit der Gemeinschaft. Der Lagerwolf gilt als direkter Vorfahr des Hundes, der seinen Siegeszug als treuer Wegbegleiter des Menschen vermutlich in der Zeit antritt, als aus Jägern und Sammlern Bauern und Viehzüchter werden. Schon damals übernimmt der Hund Aufgaben als Wach- und Hütehund. Und er stellt seine hohe soziale Anpassungsfähigkeit unter Beweis. Eigenschaften, die ihm Jahrtausende später gottgleichen Status bescheren. Dass der Hund eines Thrones wert ist, haben viele Hochkulturen gewusst. Die Ägypter ernennen den schakalköpfigen Anubis zum obersten Richter ihres Totenreichs. Die Griechen suchen eher nach rationalen Erklärungen für das außergewöhnliche Wesen des Hundes. Der Philosoph Xenophon liefert die erste wissenschaftliche Abhandlung über Erziehung, Fährtenarbeit und Verhalten. Die Römer gehen noch einen Schritt weiter: Sie züchten unterschiedliche Jagdhund-Rassen, führen aus dem Ausland Luxushündchen ein, schicken Kampfhunde in die Arena und halten Hunde, die vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Mit der Christianisierung ändert sich die gesellschaftliche Wertschätzung der Vierbeiner. Die Kirche entdeckt ihre vermeintlich dunkle Seite als Begleiter von Hexen und Dämonen. Als die Bestiarien im 10. Jahrhundert aufkommen, hat sich die Lage schon wieder etwas entspannt. Der Hund wird zur Symbolfigur menschlicher Tugenden wie Treue, Wachsamkeit und Mut. Kaiser, Könige und Adlige präsentieren sich stolz mit ihren Lieblingen. Der Hund avanciert zum Prestigeobjekt. Welche Rasse zu wem passt, ist über Jahrhunderte aber nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern vor allem der eigenen gesellschaftlichen Stellung. Daran hat sich womöglich bis heute nicht viel geändert, aber inzwischen hat der Hund vor allem das Herz des Menschen erobert. Er ist sein bester Freund, sein Kind- oder Partnerersatz. Er versteht auch ohne Worte, er liebt bedingungslos. Die Moderne verhilft ihm vielleicht zur größten Wertschätzung in der Jahrtausende alten Geschichte zwischen Mensch und Hund.


Mittwoch, 01.05.2019, Tag der Arbeit
07:15 - 08:00, arte
Der Lachszähler von Kanada

Im Great Bear Rainforest, dem Regenwald des Großen Bären, gibt es weder Straßen noch Wege. Dafür unzählige Flüsse, die sich durch den dichten Dschungel dem Meer entgegen winden. Neben den namensgebenden Bären leben hier auch Wölfe, Weißkopfseeadler, Robben und Seevögel. Ein großes Ökosystem aus Ozean und Wald, zutiefst und untrennbar verbunden durch die Lachsschwärme, die seit Jahrhunderten ihren Weg vom Meer zu ihren Laichplätzen aufnehmen. Stan Hutchins überwacht seit fast 40 Jahren diese Wanderungen im Auftrag der Regierung.Ein Beruf, der weit einfacher aussieht, als er ist. Viele Flüsse sind so verzweigt und hindernisreich, dass Stan einen vollen Tag braucht, um sie zu bewältigen. Neben einem ausgezeichneten Orientierungsvermögen und physischer Belastbarkeit muss ein Lachszähler Einsamkeit aushalten können. Die Begleitung seines jungen Hundes Foch erleichtert Stan die Arbeit in der Wildnis. Obwohl die von Stan gesammelten Daten wichtig für die Fischwirtschaft und den Lachsbestand sind, möchte die Fischereibehörde seinen Arbeitsplatz gerne einsparen. Sie hofft, auch mit ein paar Stichproben genügend Daten zusammen zu bekommen, um daraus Schlüsse über die aktuelle Population gewinnen zu können.Die Zukunftsaussichten für den Beruf des "Creekwalkers" sind entsprechend schlecht. Die Bezahlung ist so unsicher, die Verträge so vage, dass kaum junge Leute in diesen Beruf einsteigen können. Aber für Stan sind die Lachse dieser Küste von unersetzbar großem Wert. Der Flussläufer erlebt selbst, wie durch die Klimaveränderung und das schlechte Management der Fischerei ganze Lachspopulationen unbemerkt verschwinden. Auf der Suche nach potenziellen Nachfolgern geht er jetzt eigene Wege, denn Stan weiß nie, ob die aktuelle Saison in den Flüssen seine letzte sein wird.
10:30 - 11:15, Phoenix
Kroatiens wilde Flusslandschaft

Die Save-Auen sind eine urtümliche Landschaft, in der Menschen heute noch so wirtschaften wie ihre Vorfahren. Typisch für die Posavina-Region sind die alten slawischen Holzhäuser, die einst aus den stämmigen Eichen der Auwälder gebaut wurden. Die Einheimischen betreiben traditionellen Ackerbau und halten in der umliegenden Auelandschaft ihre Pferde, Rinder und Schweine. Und es sind besondere Tiere: etwa das Posaviner Pferd. Keine andere Pferderasse hat sich so gut an den feuchten Lebensraum angepasst wie dieses kleine Kaltblut, das es sonst nirgendwo gibt. Rotb auchunken und Teichfrösche laichen zu Tausenden in den Senken, ebenso die Wildkarpfen aus der Save. Die Auen sind zudem wichtigste Nahrungsgebiete gefährdeter Großvögel. Im Film wird eine Geschichte über einen Fluss erzählt, der in Europa einmalig ist, und über Menschen, die ein im heutigen Europa einzigartiges Leben im Einklang mit diesem Fluss führen. Doch obwohl diese Geschichte der Save und ihrer Anwohner aus einem vergangenen Jahrhundert stammen könnte, ist sie doch hochmodern. Denn im Gegensatz zu anderen europäischen Städten und Regionen, die regelmäßig von Hochwasser heimgesucht und verwüstet werden, bedroht dieser Fluss die Menschen, die mit ihm zu leben gelernt haben, nie. Die Flut schenkt einen Artenreichtum, der in unserer modernen Welt selten geworden ist.
17:20 - 17:45, arte
Äthiopien - Summende Schutzengel

Grüne Hochebenen, durchzogen von Flusstälern – dies ist das Dach Afrikas, das Hochland von Abessinien im Norden Äthiopiens. Während die Nachbarländer von sengender Hitze geplagt werden, herrscht hier, auf über 2.000 Meter Höhe, ein mildes Klima und Afrika erscheint wie das gelobte Land. Nicht von ungefähr beschreiben Reisende und Pilger Äthiopien seit jeher als das biblische Land, in dem Milch und Honig fließen. Der Honig stammt von der Ostafrikanischen Bergbiene Apis mellifera monticola. Das Christentum hat in Äthiopien eine lange Geschichte, zu der auch die Bienen gehören, die sich in den vor langer Zeit errichteten Kirchen eingenistet haben. Für die Gläubigen sind sie Boten des Herrn. So auch für Aby Tadesse, dessen Leben von den Bienen geprägt wird. Aby besitzt rund 30 Bienenstöcke – einfache Konstrukte aus Stroh, Lehm und Rinderdung, um die er sich hingebungsvoll kümmert. Die Bienen schenken den Menschen Honig und Wachs. Aber hier, im Hochland von Abessinien, erfüllen sie noch eine weit wichtigere Aufgabe: Die Menschen glauben, sie seien eine Art Schutzengel, die den Teufel vertreiben, und auch, dass ihr Honig heilende Wirkung bei bestimmten Krankheiten habe. Die Honigernte gleicht damit einer religiösen Zeremonie.
17:45 - 18:35, arte
Die Kunst der Anpassung

Auf Borneo, der drittgrößten Insel der Welt, wuchs 130 Millionen Jahre lang in aller Abgeschiedenheit ein bis heute fast intakter Regenwald. Trotz der Verschiebung der Kontinente blieb der Archipel immer in Äquatornähe, so überlebten die Wälder selbst während der Eiszeiten. Flora und Fauna konnten sich in einer stabilen Umgebung entwickeln. In den Eiszeiten waren die Inseln Borneo und Sumatra mit dem asiatischen Kontinent verbunden. Orang-Utan, Elefant, Rhinozeros und verschiedene Katzenarten gelangten auf die Inseln. Am Ende der letzten Eiszeit brach der Austausch mit dem Festland ab. Isoliert vom Rest der Welt, entwickelten sich auf Borneo verschiedene Zwergarten: das Sumatra-Nashorn, der Malaien-Bär und der Borneo-Zwergelefant. Der Orang-Utan hingegen – Asiens einziger großer Affe – hat seine beeindruckende Statur behalten. Während die Fauna Miniaturen hervorbrachte, entwickelte sich die Flora entgegengesetzt. Auf Borneo werden die Bäume mit bis zu 60 Metern höher als in jedem anderen Regenwald. Flügelfruchtgewächse haben hier fliegende Tierarten entstehen lassen. Zwischen den hohen Wipfeln dieser Laubbaumgattung, die kein Astdickicht aufweist, haben die 30 Arten von Flugtieren freie Bahn, um von einem Baum zum nächsten zu segeln. Doch Borneo ist kein Paradies. Die Regenwälder wachsen auf einem nährstoffarmen Boden, der von starken Regenfällen und hohen Temperaturen ausgelaugt wird. Doch eine Pflanze trotzt diesen Böden: Die fleischfressende Kannenpflanze profitiert von einer engen Symbiose mit einer Spitzhörnchenart, dessen Exkremente sie als Dünger nutzt.

Donnerstag, 02.05.2019
10:25 - 11:10, B3
Spaniens wilder Norden - Im Reich der Bären

Die nordspanischen Provinzen Kantabrien, Asturien und Galizien sind kühl und feucht, grün und wild. Für Bären ist es der einzig verbliebene große Rückzugsort im westlichen Europa. In den vergangenen Jahren stieg die Bärenpopulation von wenigen Dutzend Individuen wieder auf bis zu 300 an. Filmemacher Bernhard Rübe fand die Kantabrischen Braunbären zurückgezogen in unberührten Wäldern aus Stein- und Korkeichen, Buchen und Esskastanien, eingebettet in eine Urlandschaft aus Kalktürmen, tiefen Schluchten und klaren Flüssen. In der Bevölkerung sind sie beliebt und geachtet, sie sind das Symboltier der Kantabrischen Kordillere. Die Bären haben hier ein so reichhaltiges Nahrungsangebot, dass Angriffe auf Nutztiere praktisch nicht vorkommen. Allein die Imker müssen ihre Stöcke durch Elektrozäune vor hungrigen Bären schützen. In über zwei Jahren Drehzeit gelang es, noch nie gefilmtes Verhalten wilder Kantabrischer Bären in Kinoqualität zu dokumentieren. Gezeigt wird, wie Bärenmütter ihren Nachwuchs vor den Männchen schützen, ihre Höhlen polstern, nach Ameisen, Blättern, Früchten und Beeren suchen, und wie sie vom Wintereinbruch überrascht werden. Zu sehen ist auch, wie sich die Männchen bei der Partnersuche gegenseitig übervorteilen, dabei jedoch alles nach dem Willen des Weibchens geschieht. Bernhard Rübe und seinem Filmteam gelang es, mit aufwendiger Kameratechnik die wildeste Region Spaniens mit ihren fesselnden Naturgeschichten einzufangen.
15:15 - 16:00, RBB
Vom Winde verweht

Die Sahara Brasiliens ist eine einmalige Gegend, die man in den Tropen nicht erwartet. Sie liegt im Nordosten des Landes, direkt am Atlantik. Nach der Regenzeit sind hier die Dünentäler für einige Monate mit kristallklaren, azurblauen Lagunen versehen. Lencois Maranhenses - "Bettlaken von Maranhao" - heißt der Nationalpark. Denn die Region sieht aus der Luft betrachtet aus wie ein ausgeschütteltes Bettlaken. Der Nordostwind weht ständig und modelliert bis zu 40 Meter hohe, sichelförmige Dünen. Wie ein Meer aus Sand schlängeln sie sich bis zum Horizont. Und sie wandern. Manche bis zu 70 Meter im Jahr. Die Dünen verschlingen alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Hin und wieder auch die Hütten der Einheimischen. Zwei Oasen gibt es in dieser einmaligen Landschaft. Rund 90 Menschen leben dort unter einfachsten Verhältnissen von dem, was die karge Natur hergibt. Vom Fischfang im Atlantik vor allem. Diesen erreichen sie allerdings erst nach einem anstrengenden Fußmarsch durch die Wüste. In den Monaten Mai bis September kann man diesen Naturpark in Begleitung von Naturschützern erwandern. Acht Tage dauert so eine Expedition, mit Schlafsackübernachtung in der Wüste und den Oasen. Dort können die Teilnehmenden den Alltag der Einheimischen kennen lernen. "Länder, Menschen, Abenteuer" ist mit einer Expeditionsgruppe unterwegs und erlebt die Sahara Brasiliens hautnah.
17:00 - 17:45, 3SAT
Wilde Inseln: Sansibar

Östlich von Tansania, 40 Kilometer vom afrikanischen Festland entfernt, liegt eine der exotischsten Inselgruppen der Welt: der Sansibar-Archipel. Sansibar ist die Insel der ungezähmten Wildnis. Unberührte Buchten und azurblaues Wasser machen Sansibar zu einem perfekten Ferienparadies. Doch wenn die Sonne langsam im Meer versinkt, bevölkern bizarre Kreaturen die Traumstrände. Seit Jahrtausenden vom Festland isoliert, haben sich die Lebewesen auf diesem begrenzten Raum an Nischen angepasst und in rasanter Geschwindigkeit neue Arten gebildet.

17:15 - 17:40, arte
Neuseeland - Der Schatz der Maori

Neuseeland liegt abgeschieden im Südpazifik, 2.000 Kilometer von seinen nächsten Nachbarn entfernt. Vor rund tausend Jahren wurde das Land von Polynesiern entdeckt, die sich auf der Nordinsel niederließen und die Maori-Kultur begründeten. Erst im 18. Jahrhundert kamen mit den Engländern auch die ersten Bienen nach Neuseeland. Die Europäische Honigbiene Apis mellifera wurde auf den von üppiger Vegetation bedeckten Inseln schnell heimisch. Und schon bald entdeckten die Tiere eine besondere Delikatesse: die Blüten eines Baumes, den die Maori als Heilpflanze schätzen und Manuka nennen. Der Honig aus Manuka-Blüten ist einzigartig auf der Welt – und für die Maori ein wahrer Segen, denn er wird von vielen Menschen als Naturheilmittel geschätzt. Das Honiggeschäft hat sehr vielen Familien sichere Arbeitsplätze beschert. Nicht nur den Imkern und Honigverkäufern. Die Landwirte zum Beispiel profitieren von der Bestäubungsarbeit der Bienen auf ihren Anbauflächen. Seit mehreren Generationen sind Blanche Murray und ihre Familie vom Maori-Stamm Ngati Kuri die Hüter dieses kostbaren Honigs. In der Bucht von Te ‘Hahpua an der Nordspitze der Insel begann die Erfolgsgeschichte der Murrays. Großmutter Hana wohnte in diesem Haus im Grünen. Sie wusste alles über die heimische Fauna und Flora. Ihre Leidenschaft für die Bienen hat sie an Blanche und deren Bruder Tae weitergegeben. In der Familie Murray haben die alten Traditionen überlebt. Blanche, ihre Mutter und ihre Geschwister nehmen den Auftrag ihrer Ahnen ernst: Sie kümmern sich um das Land, das ihnen anvertraut wurde, und tragen dazu bei, die Maori-Kultur zu erhalten.
17:40 - 18:35, arte
Naturwunder des Nordens

Wie schaffen es die Berglemminge, der Kälte zu trotzen? Sie leben in einer Parallelwelt – unter der Schneedecke. Normalerweise sind sie Einzelgänger, doch der Winter zwingt sie dazu, zusammenzurücken. Die Zeit wissen sie zu nutzen und vermehren sich kräftig. Wenn im Frühling dann der Schnee taut, fällt die Welt der Lemminge buchstäblich in sich zusammen. Ihres schützenden Dachs beraubt, müssen sie sich neue Unterschlüpfe suchen. Und dabei auch noch mit dem vielen Schmelzwasser klarkommen. Viele stürzen sich deshalb todesmutig ins Wasser – aber nicht um Selbstmord zu begehen, wie der Mythos uns glauben lassen will. Sondern um das nächste Ufer zu erreichen, und dort vielleicht einen neuen Lebensraum. Bald schon sind alle Unterschlüpfe besetzt, und die Lemminge vermehren sich fleißig weiter. Da Lemminge bereits im Alter von einem Monat geschlechtsreif werden, kann es ein Weibchen nach einem Jahr auf über tausend Nachkommen bringen. Theoretisch. Denn natürlich überleben längst nicht alle: Raubmöwen, Polarfuchs und neuerdings aufgrund des Klimawandels auch der Rotfuchs stellen ihnen nach. Sie alle hängen von dem kleinen Nager ab – bleibt er aus, wandern sie wieder ab oder bringen ihre Jungen nicht durch. Schließlich vermehren sich die Lemminge so stark, dass sie wieder auf Wanderschaft gehen müssen – Richtung Süden unterhalb der Baumgrenze, weil es dort mehr zu fressen gibt. Dort sind sie allerdings nicht willkommen: Ihr Verwandter, der Waldlemming, hält das Terrain besetzt. Ein Überlebenskampf beginnt. Entkräftet und fern der vertrauten Umgebung gehen die meisten zugrunde. Dann wird es still um die buntgescheckten Nager – manchmal jahrelang. Ob der Klimawandel bereits eine Rolle dabei spielt, dass die Lemmingjahre immer seltener werden, ist noch unklar. Sicher ist nur: Er wird die Welt des Lemmings verändern – und damit auch all der Tiere, die von ihm abhängig sind. Zoltán Török begleitet den Berglemming durch ein ganzes Jahr und bleibt ihm dabei mit der Kamera immer dicht auf den Fersen. Eingebettet in die grandiose skandinavische Bergwelt erfährt der Zuschauer alles über Dichtung und Wahrheit rund um den kleinen Giganten des Nordens.
17:45 - 18:30, 3SAT
Wilde Inseln: Karibik

Zwischen dem nord- und südamerikanischen Kontinent liegt ein tropisches Paradies: die Karibik. Über 7000 Inseln und Riffe ankern im kristallklaren Wasser des Karibischen Meeres. Einige Inseln sind nur wenige Quadratmeter groß, andere sind Hunderte von Kilometern lang. Doch sie alle verfügen über eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt.

18:35 - 19:20, arte
Nilpferde in der Nacht

Im Sommer bietet die grüne Savanne am Südufer des Luangwa reichlich Nahrung und der Fluss führt viel Wasser. In den Fluten tummeln sich Herden von Nilpferden, an Land dösen Krokodile. Bei Sonnenuntergang verlassen die Nilpferde den Fluss, um an Land Nahrung zu suchen und dort zu weiden, während die Krokodile wiederum auf Fischfang gehen. Mit dem Ende des Sommers kommt die Trockenzeit. Der sinkende Wasserstand macht den Flusspferden zu schaffen, die auf der Suche nach Nahrung immer weitere, oft kilometerlange Strecken an Land zurücklegen müssen. Dabei wagen sie sich in das Territorium von Fressfeinden wie dem Löwen. Den Krokodilen dagegen bieten die schlammigen Tümpel im teilweise ausgetrockneten Flussbett ganze Schwärme von Katzenfischen als Beute. Gegen Ende des Winters hat der Luangwa seinen niedrigsten Stand erreicht. Nilpferde und Krokodile finden sich auf engstem Raum zusammen, und es beginnt ein verzweifelter Konkurrenzkampf im Reich des Wassers, dem die jungen Hippos oft als Erste zum Opfer fallen. Die Dokumentation vermittelt einen lebendigen Eindruck vom Überlebenskampf dieser Tiere und fasziniert nicht zuletzt aufgrund ihrer spektakulären Nachtaufnahmen.
Freitag, 03.05.2019
10:25 - 11:10, B3
Spaniens wilder Norden - Wolfsschluchten

In den nordspanischen Provinzen Kantabrien, Asturien und Galizien leben zwischen 1.000 und 3.000 Iberische Wölfe in kleinen Familienverbänden. Die Wölfe leben scheu und zurückgezogen, sie jagen Hirsche, Rehe, Wildschweine, Füchse und Hasen. Unter Wildbiologen ist es eine Tatsache, dass Wölfe das ökologische Gleichgewicht im Wald in einer Weise regulieren, zu der der Mensch nicht imstande ist. Filmautor Bernhard Rübe dokumentiert, wie die Verständigung im Familienverband bei Jagd und Jungenaufzucht funktioniert, wie Rangkämpfe ausgefochten werden, und wie die Jungen langsam in die Sozialstruktur des Rudels eingeführt werden. Eindrucksvoll zeigt er, dass ein einzelner Wolf bei der Jagd auf Wildtiere kaum eine Chance hat und erhärtet so den Verdacht, dass Wolfsabschüsse den Konflikt zwischen Viehhaltern und Wölfen erst verstärken: Werden eingespielte Familienverbände durch das Töten der Elterntiere auseinandergerissen, entstehen vermehrt Einzelgänger. Diese gehen aus der Not heraus auf Schafe oder andere Nutztiere los. Mehrere Lösungsansätze für ein nachhaltiges Zusammenleben von Mensch und Wolf stellt Bernhard Rübe in seinem Film vor. Durch umsichtiges Verhalten und Vorkehrungen geht die Zahl der Viehrisse in den nordspanischen Wolfsgebieten gegen null. Ein Ansporn, Wölfe auch in anderen Teilen Europas wieder willkommen zu heißen. Bernhard Rübe und seinem Filmteam gelang es, mit aufwendiger Kameratechnik die wildeste Region Spaniens mit ihren fesselnden Naturgeschichten einzufangen.
13:20 - 14:05, 3SAT
Der Känguru-Mann

Crocodile Dundee war gestern. Australien hat einen neuen Liebling aus dem Outback: Chris "Brolga" Barns, Retter verwaister Känguru-Babys. Alles begann 2005, als Chris Barns ein winziges Junges auflas, dessen Mutter überfahren worden war. Barns gab seinen Job als Reiseleiter auf, zog von der Stadt aufs Land und lebt seither in einer Blechhütte. Inmitten seines eigenen 37-Hektar-Wildtierreservats. Sein jüngster Neuzugang ist William. Alle vier Stunden füttert Chris Barns das kleine Rote Riesenkänguru mit laktosefreier Milch. Um die mütterliche Wärme des Beutels zu ersetzen, nimmt er das Junge mit ins Bett. Wenn alles gut geht, wird Barns es in einigen Monaten zurück ins Outback bringen. In seiner Obhut bleibt nur, wer zu schwer verletzt war, um in freier Wildbahn leben zu können. So wie Roger, das imposante Alpha-Männchen, das genauso groß ist wie Chris Barns, der Zwei-Meter-Mann. Oder Ella. Zu ihr hat der Australier über die Jahre ein derart vertrautes Verhältnis aufgebaut, dass sie ihm spektakuläre Einblicke in ihren Beutel gewährt. Dort wächst ein nackter, blinder Winzling heran. Waisenkind William entwickelt sich trotz aller Hingabe nicht wie erhofft. Er leidet an einer Hautinfektion, die ihm den Schlaf raubt. In der nächsten Stadt sucht Chris Barns Rat bei Cynthia Lynch und Anne-Marie Docherty - Känguru-Verrückte wie er. Sie haben nicht nur die nötige Medizin, sondern auch zwei gleichaltrige Gefährtinnen für William - Daisy und Amy. Alles scheint sich zum Guten zu wenden. Doch plötzlich, nach einem schweren Gewitter, bedroht ein Buschbrand Bans' Känguru-Reservat. Von Sturmböen in Panik versetzt, springt die kleine Daisy in einen Zaun und verletzt sich. Chris muss sie in die Tierklinik nach Alice Springs bringen. Wird sie durchkommen und mit William und Amy in die Wildnis zurückkehren können?

14:05 - 14:50, 3SAT
Der Känguru-Mann

Chris "Brolga" Barns ist immer von einer Schar Roter Riesenkängurus umgeben. Die meisten hat er als hilflose Babys am Straßenrand gefunden, kurz nachdem ihre Mütter überfahren worden waren. Einige waren selbst verletzt und hätten im australischen Busch nicht allein überleben können. Ihnen hat Chris ein eigenes Zuhause geschaffen: das 37 Hektar große "Kangaroo Sanctuary" nahe der australischen Stadt Alice Springs. Für seine jüngsten Känguru-Kinder William, Daisy und Amy soll das Wildreservat nur eine Zwischenstation sein. Chris Barns ist Tag und Nacht im Einsatz, um sie auf ein eigenständiges Leben im Outback vorzubereiten. Das Trio macht gute Fortschritte - bis Daisy sich bei einem Sturm das Fußgelenk zertrümmert. William und Amy müssen es ohne sie schaffen. Im Alter von neun Monaten verbringen sie immer weniger Zeit in ihren Kissenbezügen, Barns' genialen Beutel-Imitaten. Nach und nach dürfen die Kleinen das riesige Känguru-Reservat erkunden. Chris joggt mit ihnen, lässt sie Gräser, Wurzeln und Blätter knabbern und führt sie in die Gesellschaft der Großen ein. William beobachtet Roger, das mächtige Alpha-Männchen der Gruppe, und seinen kecken Nebenbuhler Monty. Amy begegnet echten Känguru-Müttern wie Ella, in deren Beutel Sohn Nigel wächst und gedeiht. Im Winter ist es dann endlich so weit: William und Amy sind gerüstet für ein Leben in den unendlichen Weiten des australischen Kontinents - ein Leben ohne Chris Barns.

16:15 - 17:00, 3SAT
Australiens Mississippi

"The Mighty Murray", der mächtige Murray, ist der größte Fluss des fünften Kontinents. Mark Twain verfiel seinem Charme und nannte ihn den "Mississippi Australiens". Er schlängelt sich durch New South Wales, Victoria und Queensland und mündet nach über 3000 Kilometern in den Südlichen Ozean. Zusammen mit dem Darling, seinem Nebenfluss, bildet er das viertgrößte Flusssystem der Erde. Aber nach zwölf Jahren Dürre war der einst mächtige Murray 2009 fast am Ende und schaffte es nicht mehr ins Meer. Das Delta lag unter dem Meeresspiegel, nur eine Reihe von Staumauern quer durchs Delta hielten das Meer davon ab, zurück ins Innere des Landes zu fließen. Doch Ende 2010 begann es zuerst in Queensland, dann Anfang 2011 auch im Murray-Darling-Becken zu regnen wie seit Jahrzehnten nicht. So verwandelte sich der Murray wieder in eine amphibische Welt, und die Lebensräume an seinen Ufern erholen und erneuern sich. Einst stand der Murray für Pioniergeist, Siedlerträume und Fülle. Heute steht er in Australien, dem trockensten aller Kontinente, vor allem für den verantwortungsvollen Umgang mit einer der kostbarsten aller Ressourcen, dem Wasser.

17:45 - 18:30, 3SAT
Neuseelands Fjorde

Das Land der Fjorde liegt im Südwesten Neuseelands. Einmal im Jahr fahren Naturschützer zu den Inseln, die niemand betreten darf. Ein Film über den Naturschutz in den Fjorden Neuseelands. Auf Breaksea Island im Tasmanischen Meer gelang es, wovon viele Naturschützer träumen: Die Landschaft konnte unter ökologischen Gesichtspunkten in den Zustand von vor 300 Jahren zurückversetzt werden. Einst schleppten europäische Seefahrer und Siedler norwegische Ratten und andere kleine Raubtiere ein. Eine Katastrophe für Neuseeland, das außer Fledermäusen keine anderen Säugetiere kannte. Die Nagetiere machen Jagd auf die Vögel, 44 Arten sterben aus. Auf Breaksea Island gelang es, die Ökologie wieder ins Gleichgewicht zu bringen. In einem einzigartigen Projekt wurden Giftfallen aufgestellt und die Ratten ausgerottet. Heute leben auf der Insel nicht nur wieder Vögel, die vor 20 Jahren nicht zu finden waren, auch die Pelzrobben existieren wieder in großer Zahl. Doch der Nationalvogel Neuseelands, der Kiwi, ist bedroht. Deshalb züchten Naturschützer die flugunfähigen Vögel. Sie wildern die Kiwis auf unbewohnten Inseln aus, die von ihren Feinden nicht oder nur schwer erreicht werden können. Das Filmteam durfte zwei Rangerinnen begleiten. Der Takahe sieht wie ein kleiner Truthahn aus. Bis 1948 galt er als ausgestorben, dann wurde ein Paar in den Bergen des Fiordlands zufällig wiederentdeckt - eine Sensation. Es gelang, Takahes zu züchten. Heute gibt es wieder 300 dieser Vögel in Neuseeland. Die Dokumentation zeigt die atemberaubende Landschaft der Fjorde Neuseelands vom Land, vom Wasser und aus der Luft. Mit dem Hubschrauber fliegt der Berufspilot Kim Hollows auch durch tiefe, schmale Schluchten und vom Ende eines Wasserfalls zu seinem Anfang.
17:10 - 17:40, arte
Kamerun - Der süße Schatz der Baka

Seit ewigen Zeiten bildet der Wald die Lebensgrundlage des Pygmäenstamms der Baka, die halbnomadisch als Jäger und Sammler leben. Bis heute sehen sie sich als Teil eines Ökosystems, das sie mit allem Notwendigen versorgt. Zu den wichtigsten Nahrungsmitteln in den im Zentrum Kameruns gelegenen tropischen Regenwäldern zählt der Honig, mit dem die Baka ihren Zuckerbedarf decken. Für die Baka ist Honig essenziell, nicht nur als Nahrungsmittel, sondern schon immer auch als Medizin. Die Pygmäenvölker verlassen sich bis heute hauptsächlich auf Naturheilmittel. Guy gehört zu den Wenigen, die eine der ältesten Praktiken der Baka beherrschen: Er ist Honigjäger. Guy ist bei seinem Vater in die Lehre gegangen und hat dessen Wissen so verinnerlicht, dass er es meisterhaft versteht, den wilden Bienenvölkern, die getarnt in Erdkuhlen und Baumwipfeln nisten, ihren süßen Vorrat abzujagen. Guy riskiert Kopf und Kragen, um an den Honig zu gelangen. Lange lebten die Baka im Schutz der Wälder, völlig isoliert von der Außenwelt. In der Natur fanden sie nicht nur, was sie zum täglichen Leben brauchten, sondern auch ihre spirituelle Heimat. Durch Abholzung und Brandrodung im großen Stil werden die Pygmäen jedoch zunehmend aus ihrem angestammten Territorium verdrängt. Diese Veränderungen zwingen die Baka dazu, sesshaft zu werden. Heute leben sie entlang der neu angelegten Pisten, verzweifelt darum bemüht, ihre Lebensweise und ihre Kultur zu bewahren. Guy liebt den Wald, und Bienen zu züchten empfindet er als wider die Natur. Schon seine Vorfahren waren angesehene Honigjäger, und er setzt diese Tradition fort in der Hoffnung, dass die Wälder eines Tages wieder den Baka gehören werden.
17:40 - 18:35, arte
Naturwunder des Nordens

Norwegens Fjorde gehören zum Spektakulärsten, was Europa zu bieten hat. Bis zu 200 Kilometer ziehen sie sich von der Atlantikküste ins Land hinein, manche sind mehr als tausend Meter tief. Sie sind Relikte der Eiszeit, als gewaltige Gletscher Täler ausfrästen und selbst härtestes Gestein zermalmten. Obwohl ihr Wasser kalt und dunkel ist und kaum ein Lichtstrahl in die Abgründe fällt, ist das Leben im Fjord erstaunlich bunt und üppig. Im Reich der Finsternis wachsen Korallenriffe, und in der Strömung wogen fluoreszierende Seefedern und seltsam leuchtende Meeresschnecken. Im Winter treiben Orcas riesige Heringsschwärme tief in die Meeresarme hinein. Was von ihrer Mahlzeit übrig bleibt, ernten Vögel, Fische und Seesterne. Im Sommer wandern Lachse die Flüsse der Fjorde hinauf, um oberhalb der Wasserfälle und Stromschnellen, fernab der Feinde im Meer, zu laichen. Bis zu fünf Jahre werden die Junglachse in geschützten Buchten ausharren, bevor sie zurück ins Salzwasser der Fjorde wandern. Wie aber kommt es, dass unter den extremen Bedingungen im und am Fjord ein so großer Reichtum herrscht? Was ist das Geheimnis der Fjorde? Die Dokumentation taucht ein in die unergründlich scheinenden Tiefen der Fjorde Norwegens und zeigt die Vielfalt des Lebens im und am Wasser der „ertrunkenen Täler“. Mit aufwendigen Zeitlupen und Zeitraffern, Nachtaufnahmen und teils noch nie gesehenem Tierverhalten zeichnet Naturfilmer Jan Haft ein spannendes wie informatives Porträt der Fjorde – bei Mitternachtssonne und Mondschein, bei Eis und Schnee sowie im Glanz der Polarlichter.

18:35 - 19:20, arte
Das Krokodil

Das Nilkrokodil ist ein gefährlicher Räuber. Seine äußerst sensiblen Sinnesorgane erleichtern es ihm, seine Beute aufzuspüren, zu verfolgen und zu töten. Die Wissenschaftler Gregory Erickson und Paul Manger erläutern die Besonderheiten seines Nervensystems, das imstande ist, eine Vielzahl von Bildern, Gerüchen, Geräuschen, Schwingungen, Geschmackswahrnehmungen, Berührungen und Hautreizen zu registrieren und zu verarbeiten. Doch das Nilkrokodil hat noch andere Waffen: So sollen die mit der Nahrung aufgenommenen Kieselsteine nicht etwa, wie früher angenommen, das Zermalmen und Verdauen der Beute erleichtern. Sie dienen vielmehr als Ballast zur präzisen Steuerung des Angriffswinkels unter Wasser. Die außerordentliche Zersetzungskraft der Magensäure macht den Verdauungstrakt des Nilkrokodils zu einem der effizientesten im Tierreich. Im Gehirn lässt das hoch entwickelte limbische System zudem eine ausgeprägte Gefühlswelt vermuten. Vor einem Angriff etwa lässt sich das Krokodil weniger von seinen Instinkten leiten als von Vernunft und Berechnung. So können geringe Erfolgsaussichten, verbunden mit der Erinnerung an erlittene Niederlagen, das Tier zum Rückzug veranlassen. Erst kürzlich wurde entdeckt, dass das Krokodil zu den seltenen Arten gehört, deren Gehirn ein Leben lang weiterwächst. Die Forscher sind sich einig: Das Nilkrokodil ist ein intelligenter und hoch sozialer Jäger. Dass es sich über Jahrtausende hinweg behaupten konnte, ist weniger auf sein aggressives Jagdverhalten zurückzuführen als auf seine Anpassungs- und Entwicklungsfähigkeit – und auf sein Vermögen, im Laufe seines Lebens aus Erfolgen und Misserfolgen zu lernen.

21:00 - 21:00, Phoenix
Der Bayerische Wald

Als sich in den 1980er Jahren im Nationalpark Bayerischer Wald der Borkenkäfer außergewöhnlich stark vermehrte und die Nationalparkverwaltung eine Bekämpfung bewusst unterließ, hatte das weit reichende Folgen. Binnen weniger Jahre starben in den Hochlagen mehrere tausend Hektar alter, ehemals wirtschaftlich genutzter Fichtenbestände ab. Apokalyptische Szenarien boten sich den Besuchern der Region. Zehntausende kahle tote Bäume dominierten den Nationalpark. Vom "Ende des Waldes" war die Rede, vom "größten Waldfriedhof Mitteleuropas" und vom Ruin der Tourismusregionen Bayerischer Wald. Viele Skep tiker bezweifelten, ob aus diesen Baumleichen je wieder ein gesunder Wald werden würde. Doch dann geschah das Wunder. Aus dem Werk der Borkenkäfer wuchs ein neuer Wald heran, vielgestaltiger und bunter, als es der vorherige Wirtschaftswald je war. Jetzt, knapp 30 Jahre nach dem Borkenkäferbefall, zeigt sich der Erfolg der Nationalpark-Idee "Natur Natur sein lassen". Die riesigen Mengen toten Holzes vermoderten im Lauf der Zeit und damit entstand die wichtigste Voraussetzung für die erfolgreiche natürliche Verjüngung der Fichte in diesen Lagen. Genau die Baumarten, die seit alters her hier gesund gedeihen können, kehrten ganz von alleine zurück. Der "katastrophenartige" Zusammenbruch der alten Fichten war deshalb nicht das Ende des Bergwaldes, sondern er war ein Anstoß zur Entwicklung in Richtung "Urwald". Nirgendwo sonst zwischen Ural und Atlantik dürfen sich Wälder auf einer so großen Fläche frei entwickeln - ohne Zutun des Menschen - nur aus eigener Kraft und allein nach den Gesetzen der Natur. Der Film zeigt, wie es im einstigen Wirtschaftswald zur "Katastrophe" kam und wie daraus heute der "Urwald von morgen" heranwächst, wie perfekt hier Werden, Wachsen und Vergehen ineinandergreifen und warum der Borkenkäfer nicht zum Totengräber, sondern zum Geburtshelfer wurde. Im Gang der Jahreszeiten gibt die aufwendige Dokumentation einen Einblick, auf welche Art und Weise sich die Veränderung des Lebensraumes auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirkt. So profitieren vor allem die lichthungrigen und Wärme liebenden Organismen von der neuen Situation. Zu ihnen zählen Pflanzen und Tiere, die alles verwerten können, was von den toten Bäumen übrig bleibt, wie Käfer, Schmetterlinge, Flechten und Moose. Auch bodenbrütende Vogelarten - wie etwa der Fitis - schätzen die Auflichtung des Waldes. Selbst der Wespenbussard kann hier jetzt ungehindert nach seiner Nahrung Ausschau halten - Insekten, die ihre Nester in die Erde bauen. Und die umgestürzten Stämme dienen nicht nur der Luchsfamilie als Versteck, sondern das tote Holz vermodert allmählich und wandelt sich selbst zum Keimbett für eine neue Waldgeneration.

21:00 - 21:45, Phoenix
Die Vogesen - geheimnisvoller Wald

Im Wald vollzieht sich der Wettkampf ums Licht. Jede Pflanze muss über den Schatten der anderen hinauswachsen, um möglichst viele Sonnenstrahlen abzubekommen. Nur so kann sie überleben. Die Buche wirft jedes Jahr Hunderttausende Blätter ab. Diese bilden eine ideale Streu für Regenwürmer, die durch ihr unablässiges Durchgraben und Durchlüften des Bodens für den Kreislauf der Natur unverzichtbar sind. Die Regenwürmer wiederum dienen den Wildschweinen als Nahrung. Der Wald arbeitet wie eine biologische Fabrik, in der jeder seine Rolle spielt und seine Funktion hat. Die von d en Pflanzen aufgenommene Energie wird an die Pflanzenfresser weitergegeben und dann nach und nach an jedes Lebewesen des Waldes. Hier leben Eichhörnchen, Füchse, Hirsche und schwarze Raben, Buchfinken, Blaumeisen und Rotkehlchen, auch Lurche und Salamander. König des Waldes ist der wachsame Luchs, auch wenn er durch Wilderer fast ausgerottet ist und zu den bedrohten Arten zählt. Bei Anbruch der Nacht werden Raufußkäuze und Dachse aktiv. Schon vor langer Zeit ist der Mensch ins Vogesenmassiv vorgedrungen. Durch wenig behutsame Eingriffe hat er die Natur der Region stark verändert. Die hat sich jedoch mittels Evolution stets angepasst. Dieser Mechanismus funktioniert, ist aber sehr störanfällig. Die Aufgabe des Menschen ist es, ihn zu bewahren.