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film.gif (3907 Byte) Spielfilme
Samstag, 20.04.2019
15:40 - 17:25, RBB (auch 23:35 - 01:20, MDR)
Ziemlich beste Freunde

Driss kommt aus dem Knast und benötigt eigentlich nur einen Nachweis für das Arbeitsamt, als es ihn in das luxuriöse Pariser Domizil des vermögenden Philippe verschlägt. Der sitzt nach einem Unfall im Rollstuhl und sucht einen neuen Pfleger. Driss' frecher Auftritt hinterlässt Eindruck bei dem durch sein Schicksal verbitterten Philippe, und so bietet er ihm eine Arbeitsstelle auf Probe an. Wie sich herausstellt, hat er genau die richtige Wahl getroffen. Die auf Tatsachen beruhende Komödie über eine ungewöhnliche Männerfreundschaft verzauberte das Kinopublikum und wurde zum erfolgreichsten französischen Film aller Zeiten. Sie stammen aus verschiedenen Welten: Der vermögende Philippe (François Cluzet) wohnt in einem schicken Pariser Viertel und muss sich um seinen Lebensstandard eigentlich keine Sorgen machen. Doch seit einem verhängnisvollen Gleitschirmunfall ist er querschnittsgelähmt, sitzt im Rollstuhl und benötigt häusliche Rundum-Betreuung. Driss (Omar Sy) dagegen ist ein Einwandererkind, lebt mit seiner Mutter und seinem kleinen Stiefbruder in der Vorstadt und hat gerade eine Gefängnisstrafe hinter sich. Als Philippe eine neue Pflegekraft sucht, erscheint Driss bei dem Vorstellungsgespräch nur, um sich für das Arbeitsamt einen Nachweis unterschreiben zu lassen - wohl wissend, dass er den Job nie bekommen wird. Da aber irrt er sich gewaltig: Von Driss' lässiger Art und der völligen Abwesenheit geheuchelten Mitleids beeindruckt, bietet Philippe dem unkonventionellen jungen Mann eine Arbeitsstelle auf Probe an. So zieht Driss in der luxuriösen Stadtwohnung ein, macht es sich gemütlich und mischt mit seiner unangepassten Art das edle Domizil gehörig auf. Vor allem aber schafft er es, seinen notorisch kritischen Chef nicht nur richtig anzufassen, sondern ihn mit frischer Energie und Lebensfreude aus den depressiven Stimmungstiefs zu holen. Mit der Zeit wächst das gegenseitige Vertrauen der beiden grundverschiedenen Männer. Eine tiefe Freundschaft entsteht. Auch als Philippe von der kriminellen Vergangenheit seines Angestellten erfährt, stellt das für ihn keinen Entlassungsgrund dar. Einerseits von Driss' Spontaneität fasziniert und mitgerissen, führt er seinen Pfleger andererseits an die Schönheit von Kunst und klassischer Musik heran. Als Driss von der Zuneigung Philippes zu einer langjährigen Brieffreundin erfährt, ermuntert er seinen Arbeitgeber, sich endlich mit der aus der Ferne Angebeteten zu treffen - auch wenn diese Begegnung zunächst an Philippes desolatem Selbstbewusstsein scheitert. Doch dann steht eines Tages der Stiefbruder von Driss vor der Haustür und erinnert ihn daran, dass er woanders noch eine Familie hat. Vor die Wahl gestellt, weiter für Philippe zu sorgen oder sich seiner eigenen Verantwortung zu stellen, muss Driss eine Entscheidung treffen.

Sonntag, 27.04.2019
20:15 - 22:05, 3SAT
Kirschblüten und rote Bohnen

Als Entschädigung für ein von ihm begangenes Verbrechen betreibt Sentaro lustlos einen Imbiss für Dorayaki - japanische Pfannkuchen. Bald wird er zum Zentrum einer Art Patchwork-Familie. Ein emotional tiefer, anrührender und zugleich heiterer Film der prämierten Regisseurin Naomi Kawase. Sentaros alte, verkrüppelte Angestellte Tokue geht ganz in der Zubereitung der süßen Bohnenpaste, mit der die Eierkuchen gefüllt werden, auf und bindet so die Kunden. Die Schülerin Wakana verbringt ihre Nachmittage hier, um nicht mit ihrer Mutter zu streiten. Sentaro und Tokue werden für Wakana, deren alleinerziehende Mutter rastlos auf der Suche nach einer neuen Liebe ist, mehr und mehr zum Familienersatz. Als publik wird, dass Tokues verkrüppelte Hände von einer auskurierten Lepraerkrankung herrühren, bleiben die Kunden aus, und die Imbiss-Besitzerin zwingt Sentaro dazu, seine Angestellte zu entlassen. Als Sentaro und Wakana später Tokue in ihrem Zuhause, einem Quarantäne-Heim für die letzten japanischen Leprakranken, besuchen, finden sie Tokue voll Dankbarkeit. Denn durch die Arbeit sei ihr der Wunsch erfüllt worden, sich in der und für die Gesellschaft nützlich zu machen. Wie in den Filmen der japanischen Altmeister Yasujiro Ozu und Kenji Mizoguchi geht es auch in "Kirschblüten und rote Bohnen" um den Verlust der traditionellen japanischen Werte und handwerklichen Fähigkeiten in einer von entfremdeter Arbeit geprägten Moderne. Die Regisseurin Naomi Kawase hat es geschafft, universelle Themen wie Schuld, den Wert des Einzelnen in der Gesellschaft und den Konflikt zwischen Tradition und Moderne in der Traditionslinie der alten Melodramen, aber gleichwohl mit Humor, zu erzählen.

Mit "Kirschblüten und rote Bohnen" hat Naomi Kawase zum ersten Mal Kritiker und ein breites Publikum begeistert. Stärker als ihre bisherigen Filme ist er vom japanischen Melodram geprägt, das von einfachen Leuten und ihren bescheidenen Träumen erzählt. Ganz auf seine charismatischen Figuren konzentriert, erzählt der Film unspektakulär, aber mit Humor von ihrer Sehnsucht nach einem Platz in der Gesellschaft. Beim Festival von Cannes, wo Kawase regelmäßig im Wettbewerb läuft und 2007 für "Der Wald der Trauer" den Großen Preis der Jury erhalten hat, lief der Film als Eröffnungsfilm der Sektion "Un Certain Regard".