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Religiöse Erkenntnisse
Sonntag, 21.04.2019
12:10 - 13:05, arte
Athos

In der Mönchsrepublik Athos lebt das vor Hunderten von Jahren untergegangene Byzanz noch immer fort – in den Mönchen, in ihrer Kunst und in ihren Riten. Die Halbinsel ist das spirituelle Herz der Orthodoxie, ein Refugium, an dem das Alte wichtiger ist als das Neue. Ein orthodoxer Mönch des 21. Jahrhunderts lebt ähnlich bescheiden wie seine Brüder vor tausend Jahren. Sie tragen schwere Bärte und schwarze Roben als Zeichen für ihren weltlichen Tod mit dem Eintritt ins Kloster. Außer ihrem Glauben besitzen sie nichts. Und doch hüten sie weltliche Schätze von unermesslichem Wert – wie Altarwände aus purem Gold oder Handschriften aus dem 9. Jahrhundert. Auch die Ikonen des Athos sind einzigartig. 20 Großklöster bestimmen seit über tausend Jahren die Gesetze und Geschicke der Republik, stellvertretend für diese 20 wurde im Großkloster Pantokrator gedreht. Die kleinste Gemeinschaft des Athos ist die Zelle mit mindestens zwei Mönchen, von denen der eine dem anderen gegenüber gehorsam sein muss – neben der Keuschheit, der Demut und der Arbeit eine wichtige Mönchsregel. Die extremste Lebensform auf dem Athos sind jedoch die sehr kleinen und schwer erreichbaren Höhlen der Eremiten. Dagegen pulsiert das Leben in der Hauptstadt Karies. Dort ist der Sitz der Mönchsregierung. Auch die Zeit scheint auf dem Athos einen anderen Stellenwert zu haben als in der Außenwelt. Diesem Phänomen wird die Dokumentation mit ruhigen, sorgfältig eingerichteten Bildern gerecht, die den Zuschauer in eine weitgehend unbekannte Welt entführen.

13:05 - 14:00, arte
Athos

Ein Rhythmus aus schwingenden Tönen erfüllt die Dunkelheit der Gemäuer. Ein Mönch singt am frühen Morgen Psalmen. Um sechs Uhr ist die Liturgie vollendet und ein neuer Tag wird am Athos willkommen geheißen. 350 Quadratkilometer – dicht bewaldet, felsig und beinahe menschenleer. Heute leben über 2.000 Mönche in dem Kirchenstaat ein Leben, das auf die Überwindung des Todes ausgerichtet ist. Verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit, folgen sie ihren Regeln, die Hierarchie betonen, aber dem individuellen Gebet weiten Raum lassen. Wie schwer es ist, dort zu leben, hat Vater Grigorios immer wieder erlebt. Es ist eine tägliche Prüfung für ihn, der seit Jahren vergeblich versucht, sein eigenes Heim zu einer Mönchsgemeinschaft auszubauen. Er sorgt für die Maultiere und ist als Handwerker begehrt, aber wenn es um seine eigenen Probleme geht, dann sind seine Gebete bisher nicht erhört worden. Er hat sein Haus zwar schon gut in Schuss, aber das wichtigste, seine Kirche, ist noch immer eine Baustelle. Die Geschichte von Vater Grigorios erinnert an das Leben Hunderter früherer Eremiten, die sich trotz der Widrigkeiten dieser kargen Landschaft am Heiligen Berg über die Jahrhunderte angesiedelt haben. Aus ihren Höhlenkirchen sind prosperierende Mönchsdörfer geworden, die Weihrauch oder Ikonen herstellen. Einer der Höhepunkte der Dokumentation ist die Besteigung des Heiligen Bergs, geführt von Vater Grigorios. Die letzte Etappe der Besteigung findet nachts statt, um den Sonnenaufgang zu erleben.

14:50 - 15:25, arte
Das Vermächtnis der Zisterzienser

Nach der Gründung des Ordens in Frankreich 1098 zogen schon bald die ersten Mönche nach in Italien. Die Regeln des Bernhard von Clairvaux nahmen sie mit, das Credo von „ora et labora“ lebten sie auch im Süden im strengen Rhythmus von Arbeit und Gebet. Anhand von fünf ausgewählten Klöstern erzählt die Dokumentation die Weiterentwicklung des zisterziensischen Erbes im „Belpaese“. Die Abtei Chiaravalle Milanese im Süden von Mailand beeindruckt nicht nur durch ihren weithin sichtbaren Turm, der wie ein Zeigefinger aus der Flussebene ragt, sondern auch durch ihre großartige Ausmalung. Es war der Einfluss Giottos, der die zisterziensische Nüchternheit und Strenge ignorierte und die Ausmalung der Kirche mit Fresken zur Marienlegende zuließ. Auch in den großen Klöstern des Latium lässt sich die Weiterentwicklung zisterziensischer Kunst und Kultur ausmachen. Lokale Handwerker und Baustoffe trugen dazu bei, aber auch die Nähe zum Papsttum und zu großen Städten. Viele Mönche kamen – und kommen – aus einem großbürgerlichen Umfeld, waren studierte Leute. So fand man in der Abtei Fossanova Keramikscherben, die von einem Essgeschirr herrühren, wie man es eher Adelshäusern als asketischen Mönchen zuschreiben würde. Die filmische Reise widmet sich nicht nur der Kunst- und Kulturgeschichte. Das Kamerateam begegnet auch Klosterbrüdern – und ihren Gästen – die von ihrem Weg zum Glauben erzählen und den Geist dieser Orte spüren lassen. Wie oft waren diese von Naturgewalten, politische Wirren, menschlichem Versagen bedroht. Aber immer gab es Neuanfänge. Schwestern und Brüder, denen es zu verdanken ist, dass die Klöster nicht als Museen erstarren, sondern spirituelle Orte bleiben.

19:15 - 19:30, ARD alpha
Die Altstadt von Jerusalem und das Christentum (Israel)

Die besondere kulturelle Bedeutung Jerusalems liegt in seiner Rolle als religiöses Zentrum der Christen, Juden und Muslime. Vom Anfang des 4. Jahrhunderts bis zur Eroberung durch die Araber 637 war es von Christen beherrscht. Nach christlicher Überlieferung wurde hier Jesus Christus gekreuzigt. Noch heute gedenken Pilger auf der "Via dolorosa" seinem Leidensweg. Im "Coenaculum" soll Jesus sich mit seinen Jüngern zum Abendmahl versammelt haben. Zu den weiteren Stätten des Christentums in Jerusalem zählt die Kirche zum Heiligen Grab, die von sechs verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen verwaltet wird. In ihr befinden sich das Grab von Jesus Christus und das Heiligtum von Golgatha. Auf dem Ölberg entstand eine große Zahl weiterer kleinerer Kirchen. Jerusalem gehört zum Weltkulturerbe.

Montag, 22.04.2019, Ostermontag
09:15 - 10:00, WDR
Der Jesuswanderweg

Es gibt kaum ein spannenderes Land als Israel - und kaum jemanden, der unsere Kultur mehr geprägt hat als Jesus. Was war dieser Jesus eigentlich für ein Mensch? Und was findet man heute noch, wenn man sich auf Spurensuche macht in dem Land, in dem er gelebt und gewirkt hat? Wie war das Leben damals, in einer Zeit, in der es weder Autos, Handys noch GPS gab? Jesus und seine Nachfolger Tage, Monate lang zu Fuß unterwegs waren? Dennis Wilms pilgert los, im Kopf und zu Fuß, auf einem Wanderweg quer durch Galiläa nach Nazareth (Foto), zum See Genezareth und auf den Berg Arbel. Er nimmt den Zuschauer mit. 65 Kilometer, über matschige Wege, durch wunderschöne Landschaften mit fantastischen Aussichten, aber auch auf steinigen Feldwegen, mit Blasen an den Füßen.

11:20 - 12:15, arte
Georgiens himmlische Klöster

Im heutigen Georgien entstanden schon im ersten Jahrhundert nach dem Vorbild der Gemeinden von Antiochia und Jerusalem erste urchristliche Gemeinden. Bereits im Jahr 337 wurde in dem ostgeorgischen Königreich Kartli das Christentum zur Staatsreligion erhoben, lange vor der Christianisierung Europas. Die georgische orthodoxe Kirche ist autokephal, das heißt eigenständig. Damit konnten, vor allem in der Abgeschiedenheit der Klöster, viele alte kirchliche und kulturelle Traditionen, alte Produktions- und Lebensweisen bewahrt werden, die auf den Betrachter aus der heutigen schnelllebigen und technisierten Welt eine große Faszination ausüben. Vor der Sowjetherrschaft gab es auf dem Territorium des kleinen Staates, der nicht größer ist als das Bundesland Bayern, unzählige aktive Klöster, von denen nur wenige bewahrt werden konnten. Ihre kulturhistorisch wertvollen Bauten mit über tausend Jahre alten Fresken und Ikonen wurden unter der kommunistischen Herrschaft entweiht – als Lagerhäuser, Viehställe oder Militärlager und Kasernen missbraucht. Doch seitdem das Land im Jahr 1991 seine Souveränität wiedererlangte, bemühen sich Staat und Kirche, die alten Klöster wieder mit Leben zu füllen und vor dem Verfall zu bewahren. Immer wieder unternimmt der 33-jährige Erzpriester Artschil Kachidse Reisen durch die Klöster des Landes. Er interessiert sich für die Entwicklung des klösterlichen Lebens, sowohl in religiöser als auch wirtschaftlicher Hinsicht. Welche Perspektive hat das traditionell so eng mit Georgien verflochtene Klosterleben in der heutigen Zeit? „360° Geo Reportage“ war vor Ort.

12:00 - 12:45, Phoenix
Der See Genezareth

Seit biblischen Zeiten ist der See Genezareth bekannt. Immerhin wandelte schon Jesus über den See. Da das ARD-Team dies nicht kann, macht es eine Reise rund um den See, um Land und Leute in einer der schönsten Regionen des Heiligen Landes vorzustellen. So begegnen sie etwa einem Fischer, der darüber klagt, dass es kaum noch Fische im See gibt.

23:00 - 23:45, Phoenix
Mystisches Venezuela

Im Dunst der Gran Savana, der großen Savanne Venezuelas, erahnt man an manchem Morgen nur die majestätisch aufragenden Tafelberge dieser einzigartigen Landschaft. Die Jahrtausende haben sie entstehen lassen. Einst war alles hier eine enorme Hochebene, doch die Erosion spülte die weichen Gesteinsschichten einfach weg, und zurück blieben mehr als hundert 1000 Meter hoch aufragende Tafelberge. Tepuis nennen die indigenen Einheimischen ihre Berge, "Haus der Götter", und sie verehren sie - es sind seit Generationen ihre Heiligtümer. Der höchste Wasserfall der Welt stürzt fast einen Kilometer tief von einem dieser Tepuis. Er ist der heiligste Ort der Gran Savana. So heilig ist der Salto Angel, dass die Pemon, so heißt das Volk, das in dieser Gegend Venezuelas lebt, niemals direkt in die stürzenden Wassermassen hineinschauen würde, um die Götter nicht zu beleidigen. Peter Sonnenberg und das Team aus dem ARD-Studio Mexiko ist von den Tafelbergen und Wasserfällen bis ins Orinoco-Delta gereist und hat faszinierende Bilder mitgebracht. Mit einem Hubschrauber landeten sie auf der zerklüfteten Oberfläche des Kukenan, des Nachbarbergs des Roraima, des größten Tepuis Venezuelas. Zur Zeit des Goldfiebers flog Jimmy Angel mit einer einmotorigen Maschine Abenteurer und Goldsucher durchs Land. Dabei entdeckte er den gewaltigen Kere Paku Pai Meru, der nur den Einheimischen bekannt war. Nachdem Angel auf der Oberfläche eine Bruchlandung hinlegte und beim Abstieg fast ums Leben gekommen wäre, nannte man den Wasserfall nach dem "Wiederentdecker" um in "Salto Angel". Der Weg zu diesem unvergleichlichen Naturschauspiel führt vier Stunden mit dem motorisierten Einbaumkanu und nochmal zwei Stunden zu Fuß durch den Dschungel. Eine Tour voller Überraschungen, auf der man nicht damit rechnen kann, auf Menschen zu treffen. Über die pittoreske Stadt Ciudad Bolivar, benannt nach dem Befreier Venezuelas Simón Bolívar, führt die Reise weiter bis an den Orinoco und tief hinein in dieses Labyrinth aus Flussläufen und Regenwald. Giftigen Schlangen begegnet man hier und Menschen, die aus dem Wald alles das holen, was sie zum Überleben brauchen. Korrespondent Peter Sonnenberg traf Eugenio, den Medizinmann, der jede Pflanze kennt, weiß, welche Medizin man aus ihr machen kann, und wie man Menschen rettet, die von Schlangen gebissen wurden. Und er besuchte Pedro Morillo, den Einbaumbauer, der aus gewaltigen Bäumen den wichtigsten fahrbaren Untersatz des Orinoco schreinert. Venezuela - ein faszinierendes Land mit großen politischen Problemen und viel Armut. Aber seine Natur ist mystisch und einzigartig und mehr als nur eine Reise wert.
Dienstag, 23.04.2019
07:10 - 07:55, arte
Bhutan, von Kindern und Kranichen

Kraniche, so heißt es in Bhutan, bevorzugen heilige Orte. Das Phobjikha-Tal, tief im Inneren Bhutans, ist so ein Ort. Ab Mitte Oktober warten alle Bewohner auf die Ankunft der Zugvögel. Die Kraniche kommen zum Überwintern aus Tibet in das geschützte Tal. Da hier die Böden so gut wie nie zufrieren, können die Kraniche auch in den Wintermonaten ausreichend Nahrung finden. Für die Menschen ist die Ankunft der Kraniche ein wichtiges Omen. Besonders gespannt wartet der elfjährige Karma in diesem Jahr auf die Kraniche. Im buddhistischen Glauben ist sein Name etwas ganz Besonderes, denn „Karma“ bedeutet Schicksal; das Schicksal, das wir selbst in der Hand haben. Der Junge hat gelernt, dass er sein Karma positiv beeinflussen kann, mit Bescheidenheit, Güte und Einsicht – so verlangt es sein Glaube. Die Eltern wollen, dass sich Karma jetzt, wo er die Kindheit hinter sich lässt, auf eine Zukunft als Mönch vorbereitet. Für nahezu jede Familie in Bhutan ist es eine Ehre und Pflicht, zumindest einen Sohn in eines der vielen Klöster zu entsenden. Doch Karma ist unschlüssig. Ihn interessiert nicht nur die spirituelle Rolle der Kraniche, der Himmelsvögel im Phobjikha-Tal. Er will vor allem mehr über die Biologie der schönen Tiere wissen – und über die Natur, die sie zum Überleben brauchen. Sobald die Vögel im Winterquartier angekommen sind, streift er immer wieder mit dem Biologen Jigme durch das Tal, um die Kraniche zu beobachten. Doch er kann der Entscheidung nicht entkommen: Welchen Weg wird er in Zukunft gehen – ins Kloster oder in die Wissenschaft?
Mittwoch, 24.04.2019
11:15 - 12:00, 3SAT
Das Kreuz mit dem Frieden

Das Christentum nennt sich eine Religion des Friedens. "Selig, die Frieden stiften", sagt Jesus. Und doch wurden im Namen des Glaubens entsetzliche Kriege geführt. Wie passt das zusammen? Neben religiösen Rechtfertigungen für Kriege gab es auch immer wieder Kritiker und Friedensmahner aus den Reihen der Kirchen selbst. Der Film verfolgt diese Spannung vom Römischen Reich bis heute und zeigt schlaglichtartig die Aktualität des Themas. Von Kaiser Konstantin über Karl den Großen zu den Kreuzzügen, vom Dreißigjährigen Krieg über den Ersten Weltkrieg bis zur Friedensbewegung in der DDR - überall ist die Frage virulent. Auch der "Kreuzzug" des George W. Bush gegen den Terror islamischer Fundamentalisten gehört dazu - oder die Frage, wie sich die Päpste Johannes Paul II. oder Franziskus dazu positionieren. Die Spurensuche des Films fördert Überraschungen zutage: prominente Vordenker des Mittelalters, die mutig und mit erstaunlich modernen Argumenten gegen ihre Herrscher das Wort ergreifen, oder auch die Geschichte des Emblems "Schwerter zu Pflugscharen", das auf eine Propagandaaktion der Sowjetunion zurückgeht und gegen seine Urheber ungeahnte Wirkungen entfaltet hat. Mit aufwendigen Spielszenen werden Schlüsselmomente dieser Geschichte zum Leben erweckt. Historiker kommen zu Wort, der Religionskritiker Michael Schmidt-Salomon und der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck. Hubert Wolf, Professor für Kirchengeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, zieht im Film das Resümee: "Es hat den Anschein, als ob sich in der Geschichte immer die Gewalttätigen durchsetzen. So ist es aber nicht. Denn wenn sie sich ein für alle Mal durchgesetzt hätten, dann wäre das Thema Frieden passé gewesen. Das Christentum bringt immer wieder Mahner hervor, das Friedensgebot wird immer noch mehr zu einer Herausforderung."
Sonntag, 27.04.2019
06:00 - 06:45, 3SAT
Der Marathonmönch von Kyoto

Der japanische Mönch Hoshino Endo hat sich für eine besondere Art zu beten entschieden: Jede Nacht läuft er auf schmalen, steilen Pfaden 30 Kilometer durch die Zedernwälder des Berges Hiei. Der 31-Jährige ist Marathonmönch, ein Gyogia, wie die Asketen des buddhistischen Enryaku-ji-Ordens genannt werden. Was ihn antreibt, ist die Suche nach Erleuchtung. - Der Film begleitet Hoshino Endo bei seinen Läufen und in seinem Alltag. In den nächsten drei Jahren will der Mönch seine Laufstrecke auf 84 Kilometer pro Nacht steigern. Nach sieben Jahren wird er auf eine Gesamtstrecke von mehr als 38 000 Kilometern kommen. Selbst wenn er mit seiner Leistung jeden Athleten in den Schatten stellt, Hoshino Endo läuft nicht aus sportlichen Ambitionen: Über sich hinauszuwachsen, seine eigenen Begierden abzulegen, das ist das Ziel seiner Strapazen. Umkehren kann Hoshino nicht mehr. Einmal begonnen, muss ein Gyogia den Weg bis zu Ende gehen. Ob Krankheit oder Verletzung, ob Taifune oder Schnee, Hoshino wird keinen Kilometer auslassen. Denn sonst bliebe ihm nur der Tod. Eine Waffe für den Suizid trägt er immer bei sich. Knapp sechs Stunden ist Hoshino jede Nacht unterwegs, mindestens eineinhalb Stunden davon betet er: an Tempeln, Schreinen, Bäumen, Steinen und Bächen. 255 heilige Orte auf dem Berg Hiei sind es insgesamt, und jeder hat seine eigenen Regeln. An manchen ist es nur eine kurze Handbewegung, ein dahingeworfenes Wort oder eine Segnung, an anderen eine ausgefeilte Choreografie. Hoshino ist zurzeit im vierten Jahr seiner Askese. Wenn alles gut geht, wird er in wenigen Jahren ein Heiliger sein.
06:45 - 07:25, 3SAT
Der Weg der Weisheit

Japan ist ein Land von eigenwilliger Schönheit und voller Kontraste zwischen Tradition und Moderne. Sie werden auch entlang des ältesten Pilgerwegs Japans, dem Saigoku, deutlich sichtbar. Die buddhistische Priesterin Maruko Tsuyuno bereist den Saigoku auf seinen über tausend Kilometern entlang einzigartiger Heiligtümer. Der erste Teil der Reise führt über verschlungene Pfade zu den uralten Tempeln des Saigoku-Weges in den Bergwäldern der Insel Honshu. Die Reise führt auch zu Produktionsstätten von typisch japanischen Erzeugnissen wie Washi-Papier, Shiitake-Pilzen, Grüntee oder Tuschesteinen. Und zu Menschen, deren Lebensaufgabe die liebevolle Herstellung dieser Dinge geworden ist.
07:25 - 08:10, 3SAT
Der Weg der Weisheit

Die buddhistische Priesterin Maruko Tsuyuno bereist den ältesten Pilgerweg Japans, den Saigoku, auf seinen über tausend Kilometern entlang einzigartiger Heiligtümer. Der Traum der jungen Frau geht über das bloße Pilgern hinaus. Sie möchte einen eigenen Tempel als Zufluchtsort für Hilfsbedürftige gründen. Dafür sucht sie Inspiration auf ihrer Reise. Tatsächlich trifft sie auf vielerlei Ratgeber. Der zweite Teil der Reise führt von der Millionenmetropole Osaka über Kyoto bis nach Ibigawa. Im 1300 Jahre alten Tsubosaka-Tempel werden die Filmemacher Zeugen uralter Rituale. Sie treffen am Yoshino-Fluss auf einen japanischen Papiermacher und beobachten die Herstellung von rasiermesserscharfen Klingen in der Messerstadt Sakei. Außerdem besuchen sie das spektakuläre Gion-Festival in Kyoto und erhalten in Uji einen Einblick in das Leben der letzten Kormoranfischer, bevor der Pilgerweg mit einem geheimnisvollen Ritual im Kegon-ji-Tempel endet.
08:25 - 09:15, arte
Georgiens himmlische Klöster

Im heutigen Georgien entstanden schon im ersten Jahrhundert nach dem Vorbild der Gemeinden von Antiochia und Jerusalem erste urchristliche Gemeinden. Bereits im Jahr 337 wurde in dem ostgeorgischen Königreich Kartli das Christentum zur Staatsreligion erhoben, lange vor der Christianisierung Europas. Die georgische orthodoxe Kirche ist autokephal, das heißt eigenständig. Damit konnten, vor allem in der Abgeschiedenheit der Klöster, viele alte kirchliche und kulturelle Traditionen, alte Produktions- und Lebensweisen bewahrt werden, die auf den Betrachter aus der heutigen schnelllebigen und technisierten Welt eine große Faszination ausüben. Vor der Sowjetherrschaft gab es auf dem Territorium des kleinen Staates, der nicht größer ist als das Bundesland Bayern, unzählige aktive Klöster, von denen nur wenige bewahrt werden konnten. Ihre kulturhistorisch wertvollen Bauten mit über tausend Jahre alten Fresken und Ikonen wurden unter der kommunistischen Herrschaft entweiht – als Lagerhäuser, Viehställe oder Militärlager und Kasernen missbraucht. Doch seitdem das Land im Jahr 1991 seine Souveränität wiedererlangte, bemühen sich Staat und Kirche, die alten Klöster wieder mit Leben zu füllen und vor dem Verfall zu bewahren. Immer wieder unternimmt der 33-jährige Erzpriester Artschil Kachidse Reisen durch die Klöster des Landes. Er interessiert sich für die Entwicklung des klösterlichen Lebens, sowohl in religiöser als auch wirtschaftlicher Hinsicht. Welche Perspektive hat das traditionell so eng mit Georgien verflochtene Klosterleben in der heutigen Zeit? „360° Geo Reportage“ war vor Ort.