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koch.gif (4446 Byte) Kulinarische Entdeckungen
Samstag, 08.12.2018
10:00 - 10:10, 3SAT
Traumziel genießerisches Piemont

Im Piemont, der Region "am Fuße des Berges", ist im Oktober besonders viel los. Auslöser dafür ist die Trüffelmesse der Stadt Alba, der kulinarische Höhepunkt für Italiens Feinschmecker. Die Trüffel nimmt im Piemont tatsächlich einen enormen Stellenwert ein. Der Film über das Piemont begleitet Trüffelsucher bei ihrer Arbeit im Wald und stellt Trüffelhändler vor, die ihre Ware sogar mit Edelsteinen vergleichen.
10:45 - 11:15, arte
Zu Tisch

In den Savoyer Alpen, am Fuße des Mont Blanc, dreht sich alles um die Berge und den Alpinsport. Startpunkt für viele Gipfelstürmer ist Chamonix. Die savoyische Küche ist deftig und nahrhaft. Fast in jedem Gericht finden sich Dörrobst, Kartoffeln, Käse und Schweinefleisch. Die Ravanels gehören zu den alteingesessenen Familien des Tals. Julie und ihr Ehemann Sylvain leben mit ihren vier Kindern in einem Chalet einige Dörfer oberhalb von Chamonix. Während Sylvain eine Gruppe Skiwanderer zu einem fast 3.000 Meter hohen Gipfel führt, trainiert sein Sohn Hector für ein wichtiges Skirennen. Für das Abendessen nach dem Wettkampf bereitet Julie das Lieblingsessen ihres Sohnes vor: Farçon, einen herzhaften Gugelhupf aus Kartoffeln, Speck, Dörrobst und Eiern. Jede Familie hat ihre eigene Variante dieses Gerichts. Auch Hectors Großmutter Viviane besitzt ein Geheimrezept, das sie an ihre Schwiegertochter weitergibt. Zum Dessert soll es Grolle geben, einen flambierten Kaffee mit Gewürzen. Er wärmt nach einem langen, schneereichen Tag.
Sonntag, 09.12.2018
18:25 - 18:55, arte
Zu Tisch

Karelien liegt im Norden Europas entlang der finnisch-russischen Grenze. Die alte Kulturlandschaft hatte als Brücke zwischen Skandinavien und Russland schon viele Herren und gehört heute, als Republik Karelien, fast vollständig zu Russland. Alles Karelische wurde zu Zeiten der Sowjetunion verboten, doch allmählich kehren Sprache und Bräuche wieder in den Alltag zurück. In der Familie Leontjew aus Olonez spricht heute keiner mehr Karelisch. Umso wichtiger ist den Leontjews die Pflege der karelischen Bräuche. Roman ist Keramiker und stellt Tontöpfe her, die traditionell zum Kochen über Stunden in die Holzöfen gestellt werden. Elena Leontjewa bereitet einen Schmortopf mit Graupen und eingelegten Pilzen zu. Im Sommer gesammelte und anschließend konservierte Pilze und Beeren dienen im Winter als wichtige Nahrungsmittel. Die Familie lebt in der Nähe des Ladogasees, des größten Binnensees Europas. Hier wird in der kalten Jahreszeit mit Netzen unter Eis gefischt. Eine Spezialität ist Stint, ein sehr kleiner Fisch, der nach Gurke riecht. Da seine Gräten mitgegessen werden, ist Stint ideal für Kalakukko, Fisch im Brotteig. Eine andere Spezialität sind Kalitki, süße oder salzige Teigtaschen aus Roggenmehl. Sie gehören in Karelien zu jedem Fest. Für einen Auftritt des karelischen Damenchors in der Kunstschule von Olonez backt Elena mit ihren Töchtern Kalitki mit Kartoffelbreifüllung. Sie unterrichtet in der Kunstschule neben anderen Fächern auch karelische Ornamentik. Denn nur gelebtes Brauchtum, sagt Elena, kann für die Kinder bedeutsam werden – oder es ist für immer verloren.
19:30 -20:15, arte
Kyushu: Wo Japans grüner Tee wächst

Der 60-jährige Kazuo Watanabe hat sein Leben dem grünen Tee gewidmet, wie sein Vater, sein Großvater und überhaupt seine ganze Familie. Der Biofarmer ist Teebauer und hat seit Jahren einen großen Traum: Er will den besten Tee Japans produzieren. Wie nah er seinem Ideal kommt, zeigt sich auch dieses Jahr erst wieder bei der Ernte.Zehn Tage dauert es vom Beginn des Pflückens bis zur trinkfertigen Teeportion. Der Teebauer Watanabe setzt auf behutsame Herstellungsmethoden ohne Pestizide. Seine Plantagen liegen inmitten der imposanten Vulkanlandschaft auf der Insel Kyushu. Ihr nährstoffreicher Boden, das saubere Quellwasser und das subtropische Klima schaffen ideale Voraussetzungen für das Wachstum der Teepflanzen.In Japans Teephilosophie geht es um den Fluss der Lebensenergie Qi, die alles durchströmt. Wie man eine Tasse Tee zubereitet, so will man leben. Die Teekunst sucht – wie alle japanischen Künste – die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Universum.Jedes Jahr an der Teebörse von Kagoshima, Japans wohl größtem Umschlagplatz für grünen Tee, zeigt sich, dass der Konkurrenzdruck unter den Teebauern immer größer wird. Auf den Auktionsterminen bestimmen Geschmack und Nachfrage den Wert jeder einzelnen Sorte. Während der ersten Frühjahrspflückung werden in Kagoshima 50 Prozent der Jahresproduktion umgeschlagen. Der größte Teil davon bleibt im Land, denn aus Japans Alltag ist Grüntee nicht wegzudenken. Wird Kazuo Watanabe mit seinem Tee den erhofften hohen Preis erzielen können?

Dienstag, 11.12.2018
07:15 - 08:00, arte
Rooibos, der rote Tee Südafrikas

Die Rooibos-Pflanze wächst nur in der Gegend um die Zederberge. Alle Versuche, sie in anderen Ländern der Welt anzubauen, sind gescheitert. Wann genau die Khoi San, die Ureinwohner des südlichen Afrikas, die Rooibos-Pflanze und deren Nutzung als Teegetränk entdeckt haben, ist nicht genau belegt. Jedoch ist der Herstellungsprozess seit Jahrhunderten gleich geblieben: Der frisch geerntete, noch grüne Rooibos muss geschnitten, zerdrückt und zum Fermentieren angehäuft werden. Erst dann wird er in der südafrikanischen Sonne getrocknet. Nur wenn all das richtig abläuft, erhält der Tee seine typische, ziegelrote Färbung. Maans Fortuin ist Farmer in einer Kooperative, seit frühester Kindheit begleitet ihn der Rooibos. Der Tee ist für ihn viel mehr als nur ein Produkt: „Das Schönste für mich ist, wenn ich eine volle Ernte sehe. Das ist für mich großartig. Ich bin stolz und glücklich. Es spült Geld in die Taschen der Bauern, es verändert das Leben der Ärmsten der Armen – es bringt Essen auf ihren Tisch …“Überall in der Provinz Westkap wurden in den letzten Jahren Kooperativen von Kleinbauern gegründet, sie produzieren Tee mit Bio-Zertifikat – und „handmade“. Der Tee freut sich weltweit großer Beliebtheit, nicht zuletzt wegen seiner guten Eigenschaften – er ist komplett koffeinfrei und seine entzündungshemmende Wirkung ist medizinisch belegt. Mit viel Lebensmut und Kreativität bewältigen die Rooibos-Bauern den Alltag. Doch die ohnehin harte Arbeit wird in diesem Jahr zusätzlich durch die anhaltende Trockenheit belastet – der Wassermangel macht allen schwer zu schaffen.

Donnerstag, 13.12.2018
11:10 - 11:55, arte
Der Geist Europas - Das Wässerchen der Polen

Wodka ist weltweit die beliebteste Spirituose. In seinem Ursprungsland Polen trinkt man ihn am liebsten aromatisiert. Jede Region hat ihre Tradition, dem "Wässerchen" Geschmack zu geben. Andrzej Rachwalski ist Barkeeper und Bartrainer aus Krakau. Er sucht überall in Polen nach alten Wodka-Rezepten und neuen Herstellern. Um Danzig wird Bernsteinwodka als Volksmedizin verwendet. Andrzej trifft an der Ostseeküste einen Bernsteinfischer, der den Wodka ansetzt. In den Masuren, dem Land der tausend Seen, brennt eine Familie "Storchenwodka". Seit alters her vergräbt man ein Fass davon, wenn ein Kind geboren ist. Aus den Schäferhütten der Tatra stammt der "Tatratee". Dieser Tee mit Selbstgebranntem und Bergkräutern ist in der nahen Slowakei als Après-Ski-Getränk in Mode. Im Urwald von Bialowieza, an der Grenze zur Ukraine, sucht Andrzej Bisongras. Der Legende nach ist das geheimnisvolle Gras mit dem Waldmeister-Geschmack nur dort zu finden, wo die wilden Bisons ihr Revier markieren. Polen wächst und verändert sich rasant, besonders die Großstädte. In Warschau entwirft Modest Amaro, der erste Sternekoch Polens, ultramoderne Gerichte mit frischen polnischen Zutaten. Und natürlich mit Wodka. In der kreativen Bar "Dog or Bitch" stellt Andrzej den Bernsteinwodka auf die Probe. Schmeckt nach Kiefernharz, finden die Barkeeper und mixen einen "Amber Martini".
Samstag, 15.12.2018
10:55 - 11:25, arte
Zu Tisch

Der Plattensee, ungarisch „Balaton”, ist der größte See Mitteleuropas. Im Sommer ein beliebtes Urlaubsziel, haben die Einheimischen ihn im Winter für sich allein. Die Natur meint es gut mit der Region im Westen Ungarns: Der Boden bringt beste Weine hervor, im See tummeln sich Hechte, Welse und Zander und die Wälder des nördlichen Bakony-Gebirges sind besonders wildreich. Ein sehr beliebtes Wintergemüse ist der Weißkohl. Fast jede Familie legt Sauerkraut ein und schwört dabei auf das eigene traditionelle Rezept. László Hüse ist Reetbauer am Plattensee. Sein Revier sind die kilometerweiten Schilfgürtel, die sich rund um den Plattensee erstrecken. Geerntet wird traditionell im Winter. Nur wenn es friert, können die schweren Maschinen den Schlammboden befahren. Jetzt im Januar bleiben den Männern nur wenige Wochen, um 800 Hektar Schilf zu ernten. Danach gehört der Nationalpark wieder den Vögeln. In diesem Jahr packt auch Lászlós Sohn Gergö das erste Mal mit an. Er will später Reetdächer decken. Die Halme, die dafür zu lang sind, gehen in die Weberei. Im Hinterland revolutioniert Lászlós Frau Mariann mit ihren Freundinnen die Essgewohnheiten der Dorfbewohner: Statt Schweinefleisch und Fast Food gibt es nahrhafte Apfelchips und Hagebuttenmus. Es sind die alten, fast vergessenen Rezepte, die die Frauen wieder zunehmend Teil der alltäglichen Küche werden lassen wollen. So auch Dödölle, die ungarischen Schupfnudeln – früher ein klassisches Essen der Bauern nach der Feldarbeit. Sie werden aus Kartoffelstampf und Mehl geformt, angebraten und mit einem Klecks saurer Sahne serviert.
Sonntag, 16.12.2018
18:30 - 18:55, arte
Zu Tisch

Der Kanton Graubünden im Südosten der Schweizer Alpen beeindruckt mit imposanten Panoramen und malerischen Bergdörfern. Die Bergwelt ist in der Bündner Küche allgegenwärtig. In den kurzen Gebirgssommern gedeihen vor allem widerständige Gewächse wie Mangold, der für Capuns – Krautwickel mit Spätzleteigfüllung – verwendet wird. Oder auch Gerste, die als Grundlage für einen kräftigen Eintopf dient, die Bündner Gerstensuppe. In den Bergen haben sich haltbare Speisen bewährt. Die bekanntesten Spezialitäten sind die Bündner Nusstorte mit karamellisierter Walnussfüllung und das magere Bündnerfleisch, das über viele Monate an der Luft getrocknet wird. Eine Besonderheit der Region wächst in den Hochlagen der Bündner Alpen. Die Arve, auch als Zirbelkiefer bekannt, ist reich an ätherischen Ölen, deren intensiver Duft über Jahre erhalten bleibt. Die Pflanze wird jedoch nicht nur für Möbel und ganze Zimmerausstattungen wie das Arvenstübli verwendet. Ihre Extrakte eignen sich auch zum Verzehr. Barbara Schuler-Rozzi führt in dritter Generation eine Schreinerei in Bergün, einem Dorf an der Straße über den Albulapass. Barbara arbeitet in ihrer Werkstatt oft mit Arvenholz, experimentiert damit aber auch gern in der Küche. Mit Arvenholzspänen aromatisiert sie Eis, und aus getrockneten Arvennadeln bereitet sie ein schmackhaftes Bett für warmen Ziegenkäse. Weil dem Duft der Arve eine beruhigende Wirkung zugeschrieben wird, baut die Schreinerin auch richtige Betten aus Arvenholz, unter anderem für ihren jüngsten Sohn Maurus, der gerade von zu Hause auszieht und so den Geruch der Heimat in sein neues Leben mitnimmt.
Montag, 17.12.2018
09:35 - 10:25, arte
Rooibos, der rote Tee Südafrikas

Südafrika ist die Heimat des weltweit begehrten Rooibos-Tees. Die Rooibos-Pflanze wächst ausschließlich in der Gegend um die Zederberge in der südafrikanischen Provinz Westkap. Alle Versuche, sie in anderen Ländern der Welt anzubauen, sind gescheitert. Wann genau die Khoi San, die Ureinwohner des südlichen Afrikas, die Rooibospflanze und deren Nutzung als Teegetränk entdeckt haben, ist nicht genau belegt. Jedoch ist der Herstellungsprozess seit Jahrhunderten gleich geblieben: Der frisch geerntete, noch grüne Rooibos muss geschnitten, zerdrückt und zum Fermentieren angehäuft werden. Erst dann wird er in der südafrikanischen Sonne getrocknet. Nur wenn all das richtig abläuft, erhält der Tee seine typische, ziegelrote Färbung. Maans Fortuin ist Farmer in einer Kooperative, seit frühester Kindheit begleitet ihn der Rooibos. Der Tee ist für ihn viel mehr als nur ein Produkt: „Das Schönste für mich ist, wenn ich eine volle Ernte sehe. Das ist für mich großartig. Ich bin stolz und glücklich. Es spült Geld in die Taschen der Bauern, es verändert das Leben der Ärmsten der Armen – es bringt Essen auf ihren Tisch.“ Überall in der Provinz Westkap wurden in den letzten Jahren Kooperativen von Kleinbauern gegründet, sie produzieren „handmade“ Tee mit Bio-Zertifikat. Der Tee erfreut sich weltweit großer Beliebtheit, nicht zuletzt wegen seiner guten Eigenschaften – er ist komplett koffeinfrei und seine entzündungshemmende Wirkung ist medizinisch belegt. Mit viel Lebensmut und Kreativität bewältigen die Rooibos-Bauern den Alltag. Doch die ohnehin harte Arbeit wird in diesem Jahr zusätzlich durch die anhaltende Trockenheit belastet – der Wassermangel macht allen schwer zu schaffen.

11:35 - 12:05, H3
Festtagsbraten ohne Flügel

Wie wärs an Weihnachten mal ohne die fette Gans oder den opulenten Truthahn - dafür mit Dry Aged Tomahawk, Smoked Rib-Eye, Steak vom Wollschwein oder einem ganz "normalen" saftigen Braten? Metzger Ludwig in Schlüchtern erklärt nicht nur das Fleisch genau, sondern auch, wie es behandelt und zubereitet wird, damit an den Festtagen nichts schiefgeht und man seine Gäste mit etwas Besonderem überraschen kann.

17:40 - 18:35, arte
Kreta - Die süßen Früchte des Johannisbrotbaums

Wer an Kreta denkt, denkt meist an Olivenbäume. Doch es gibt einen anderen, fast vergessenen Baum, der gleichzeitig Blüten und Früchte trägt: der Johannisbrotbaum. Seine Früchte sind lange braune Schoten, die von den Ästen herunterhängen, man nennt sie – je nach Region –Karuben, „Saubohne von Pythagoras“ oder „Feigenbaum aus Ägypten“. Seinen Namen verdankt der Baum Johannes dem Täufer, der in der Wüste dank der proteinvollen und zuckerreichen Früchte überleben konnte. Denn Johannisbrotschoten haben es in sich: Das Fruchtfleisch wird, zu Pulver vermahlen, als Kakaoersatz benutzt, da der Zuckergehalt und das karamellartige Aroma des Mehls an Kakao erinnern. Im Unterschied zu diesem ist das Karubenpulver jedoch extrem fettarm und frei von Koffein. Es ist ballaststoffreich, reich an Vitamin A, B, Calcium und Eisen – was es zu einem wertvollen diätetischen Lebensmittel macht. Jahrzehntelang haben die Früchte des Johannisbrotbaums ein unbeachtetes Dasein als Tierfutter gefristet. Doch nun setzt ein Umdenken ein: Elias Manousakas‘ Unternehmen „Creta Carob“ hat Erfolg, und die Produkte aus Karubenpulver werden immer beliebter: Kekse, Marmeladen, Sirup, Pudding und sogar Pasta lassen sich daraus herstellen. Auch für die 28-jährige Natalia Lourakis bedeuten die Schoten Hoffnung. Wie viele junge Griechen ist sie aus der Perspektivlosigkeit der Großstadt Athen zurück zu den Eltern ins Dorf Douliana gekehrt, um das kleine Familienhotel zu übernehmen. Sanfter Biotourismus ist ihr Traum, und was liegt da näher, als sich auf den fruchtigen Schatz der Insel zu berufen: den Johannisbrotbaum.

Mittwoch, 19.12.2018
14:45- 15:15, RBB
Himmlische Wohlgerüche

Keine Zeit des Jahres ist so erfüllt von Wohlgerüchen wie die Advents- und Weihnachtszeit. Von Anis bis Zimt sorgen dann intensive Düfte für Verführungen auf dem Teller. Warum gehören an den Lebkuchen sieben Gewürze, an den Weihnachtsbraten aber neun? Was bedeutet die Form des Christstollens, was die der Springerle und der Spekulatius? Die Beziehung zwischen Glaube und Leben ist beim Essen besonders eng. Religion kann schmecken, und zwar am besten in der Weihnachtszeit.

Donnerstag, 20.12.2018
17:00 - 17:40, arte
Die Seele des Essens

Yao aus Südchina stellt Nudeln her, und zwar grüne Nudeln. Sie baut eine Orchideenart an, mit deren Saft sie die Nudeln färbt, die dadurch gesünder sein sollen. Selbst wenn man bei China zuerst an Reis denkt, sind Nudeln hier eine Art Nationalgericht und werden oft bereits zum Frühstück gegessen, so auch bei Yao zu Hause. Amedeo und seine Familie leben in Italien und stellen Vollkornpasta aus ihrem eigenen Getreide her. Er scherzt, dass die einzige Mahlzeit, zu der sie keine Nudeln essen, das Frühstück sei. Höchste Zeit also, dass Yao und Amedeo sich kennenlernen! Yao reist in die wunderschöne hügelige Landschaft der Toskana, in der Amedeos Familie seit Generationen in der Nähe von Pienza ihre Landwirtschaft betreibt. Amedeo zeigt ihr, wie er Pasta herstellt. Besonders interessiert sich Yao für die Bronzeformen, die bei der Pasta-Herstellung zum Einsatz kommen. Am Ende experimentieren Yao und Amedeo und stellen gemeinsam eine echte kulturübergreifende Nudel her: Fusilli aus Amedeos Getreide, grün gefärbt mit Yaos Orchideensaft. Die schmeckt sogar Amedeos Eltern, die zum ersten Mal in ihrem Leben mit Stäbchen essen. Wo die Nudeln ursprünglich herkommen und welches Land die wahre Nudeltradition hat, ist völlig egal. Als Yao erzählt, in China hieße es, dass Nudeln besonders lang sind, um ein langes Leben zu symbolisieren, sind sich alle einig, dass sie recht hat.

Freitag, 21.12.2018
14:00 - 14:30, NDR
Wie geht das? Lübecks süße Versuchung

Lübeck und Marzipan gehören seit Jahrhunderten zusammen. 1806 übernahm der Ulmer Johann Georg Niederegger eine kleine Lübecker Konditorei und erfand das Rezept für Lübecker Marzipan. Inzwischen ist die nährreiche Süßigkeit aus Mandeln und Zucker weltweit Marktführer. Wie ist die Besonderheit des Marzipans aus der Hansestadt zu erklären, wie läuft die Herstellung, was gehört hinein, wie kann man die Qualität sichern? Lübeck und sein Marzipan, eine süße Verbindung, deren Geheimnis diese Reportage aus der Wissensreihe "Wie geht das?" auf die Spur kommen möchte. Menschen aus aller Welt lecken sich die Finger danach: Marzipan aus Lübeck. Kaum ein Produkt ist so untrennbar mit der schleswig-holsteinischen Hansestadt verbunden wie die mandelsüße Köstlichkeit. Die Reportage wirft einen Blick in die Produktionsstätte von Niederegger - der weltweit wohl bekanntesten Marke in Sachen Marzipan - und zeigt, wie die berühmten Brote, Glücksschweine, Torten und andere Leckereien entstehen. Handarbeit wird großgeschrieben Produktionsleiter Willi Meier kennt jeden einzelnen Handgriff - und das im wörtlichen Sinn. Denn Handarbeit wird bei Niederegger nach wie vor großgeschrieben. Obwohl das Lübecker Familienunternehmen mittlerweile jedes Jahr Tausende Tonnen Marzipan in alle Welt liefert, sieht es in der Produktion nach wie vor aus wie in einer etwas zu groß geratenen, traditionellen Backstube: In kupfernen Kesseln wird die Rohmasse aus Mandeln und Zucker in relativ kleinen Chargen über offener Flamme geröstet. "Nur so kann sich das typische Aroma voll entfalten", erklärt Willi Meier. Je weniger Zucker die Masse enthält, desto hochwertiger ist das Marzipan. Traditionell ist auch die Weiterverarbeitung: Per Hand bringen Mitarbeiter die Rohmasse mit Hilfe eigens angefertigter Formen in die gewünschte Gestalt. Und auch bemalt wird von Hand. Bevor beispielsweise ein Marzipanschweinchen im Regal steht, geht es durch sechs bis acht verschiedene Hände, die es liebevoll in Form und Farbe bringen. Marzipan als Heilmittel? Dass es Marzipan nicht erst seit gestern gibt, zeigt ein Ausflug in die Vergangenheit: Der persische Arzt Rhazes, der 850 bis 923 n. Chr. lebte, pries ein Gemisch aus Mandeln und Zucker als Heilmittel an, das schließlich mit den Kreuzrittern aus dem Orient zu uns kam. Ob in Marzipan - neben 520 Kilokalorien pro 100 Gramm - tatsächlich auch heilende und gar liebesfördernde Substanzen enthalten sind? Darüber klärt ein Lübecker Apotheker auf.

17:10 - 17:40, arte
Die Seele des Essens

Petros hat während der Wirtschaftskrise in Griechenland seinen Job als Journalist in Athen an den Nagel gehängt und ist in den Familienbetrieb an der Küste eingestiegen. In der kleinen Lagunenstadt Etoliko stellt er eine besondere Spezialität her: Avgotaraho. Das ist die griechische Bezeichnung für den orange leuchtenden, gesalzenen Rogen der Meeräsche, der im Mittelmeerraum auch als "Bottarga" bekannt ist. Die Familie ist stolz auf ihr hochwertiges Produkt. Und Petros ist neugierig, wie es auf der anderen Seite der Welt verarbeitet wird. In Japan stellt Takano, ebenfalls im Familienbetrieb, auch eingesalzenen Rogen der Meeräsche her. In Japan heißt er Karasumi und ist eine besondere Spezialität in der Region um Nagasaki. Was läge näher, als dass die beiden sich kennenlernen? Petros reist nach Japan, um Takano und seiner Familie bei der Verarbeitung des Fischrogens zuzuschauen und sich mit ihnen auszutauschen. Auch wenn man die griechische und die japanische Küche nicht unbedingt als verwandt bezeichnen würde, sind sich die beiden Produkte sehr ähnlich. Das von Petros ist ein bisschen weicher, aber sein Salzgehalt lässt Takanos Vater, der sein Leben lang den Betrieb geleitet hat, anerkennend nicken. Petros ist überrascht von der Gründlichkeit, mit der die japanische Familie das Produkt verarbeitet. Auch wenn in Japan Sake zum Karasumi getrunken wird und zum Avgotaraho in Griechenland Ouzo, auch wenn Gastfreundschaft in Japan anders gelebt wird als in Griechenland – am Ende steht ein freundschaftlicher kultureller Austausch, der weit über den Fischrogen hinausgeht.