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Sonntag, 27.04.2019
Thema des Tages
Faszination Japan

Am 30. April 2019 tritt der japanische Tenno, Kaiser Akihito, ab. Damit endet seine 30-jährige Amtszeit, die Heisei-Ära. Am 1. Mai 2019 tritt sein ältester Sohn, Kronprinz Naruhito, seine Nachfolge an. 3sat nimmt diesen Amtswechsel zum Anlass, einen Thementag lang die "Faszination Japan" in Dokumentationen, Magazin-Sendungen und Spielfilmen in all ihren Facetten zu beleuchten.

06:00 - 06:45, 3SAT
Der Marathonmönch von Kyoto

Der japanische Mönch Hoshino Endo hat sich für eine besondere Art zu beten entschieden: Jede Nacht läuft er auf schmalen, steilen Pfaden 30 Kilometer durch die Zedernwälder des Berges Hiei. Der 31-Jährige ist Marathonmönch, ein Gyogia, wie die Asketen des buddhistischen Enryaku-ji-Ordens genannt werden. Was ihn antreibt, ist die Suche nach Erleuchtung. - Der Film begleitet Hoshino Endo bei seinen Läufen und in seinem Alltag. In den nächsten drei Jahren will der Mönch seine Laufstrecke auf 84 Kilometer pro Nacht steigern. Nach sieben Jahren wird er auf eine Gesamtstrecke von mehr als 38 000 Kilometern kommen. Selbst wenn er mit seiner Leistung jeden Athleten in den Schatten stellt, Hoshino Endo läuft nicht aus sportlichen Ambitionen: Über sich hinauszuwachsen, seine eigenen Begierden abzulegen, das ist das Ziel seiner Strapazen. Umkehren kann Hoshino nicht mehr. Einmal begonnen, muss ein Gyogia den Weg bis zu Ende gehen. Ob Krankheit oder Verletzung, ob Taifune oder Schnee, Hoshino wird keinen Kilometer auslassen. Denn sonst bliebe ihm nur der Tod. Eine Waffe für den Suizid trägt er immer bei sich. Knapp sechs Stunden ist Hoshino jede Nacht unterwegs, mindestens eineinhalb Stunden davon betet er: an Tempeln, Schreinen, Bäumen, Steinen und Bächen. 255 heilige Orte auf dem Berg Hiei sind es insgesamt, und jeder hat seine eigenen Regeln. An manchen ist es nur eine kurze Handbewegung, ein dahingeworfenes Wort oder eine Segnung, an anderen eine ausgefeilte Choreografie. Hoshino ist zurzeit im vierten Jahr seiner Askese. Wenn alles gut geht, wird er in wenigen Jahren ein Heiliger sein.
06:45 - 07:25, 3SAT
Der Weg der Weisheit

Japan ist ein Land von eigenwilliger Schönheit und voller Kontraste zwischen Tradition und Moderne. Sie werden auch entlang des ältesten Pilgerwegs Japans, dem Saigoku, deutlich sichtbar. Die buddhistische Priesterin Maruko Tsuyuno bereist den Saigoku auf seinen über tausend Kilometern entlang einzigartiger Heiligtümer. Der erste Teil der Reise führt über verschlungene Pfade zu den uralten Tempeln des Saigoku-Weges in den Bergwäldern der Insel Honshu. Die Reise führt auch zu Produktionsstätten von typisch japanischen Erzeugnissen wie Washi-Papier, Shiitake-Pilzen, Grüntee oder Tuschesteinen. Und zu Menschen, deren Lebensaufgabe die liebevolle Herstellung dieser Dinge geworden ist.
07:10 - 07:35, ARD
Wenn Krokodile Babys haben

Krokodile gab es schon zur Zeit der Dinos! Doch wie sie heute leben und warum Menschen sich um sie kümmern müssen, will Paula bei einer Reise nach Afrika herausbekommen. Sie besucht eine Zuchtstation der Nilkrokodile, eine Krokodilart, die zu den besonders gefährlichen gehört. Die Reporterin kann hier die gepanzerten Monster vom Baby bis zur riesigen Mutter kennen lernen. Nilkrokodile standen bereits kurz vor der Ausrottung, deshalb werden sie wieder aufgezüchtet. Paula wagt sich ganz ohne Zaun nahe an die reglos lauernden Urtiere heran. Sie ist in Begleitung von Daniel Haller, dem Gründer der Krokodilzucht, und von dem Experten Peter Glaub. Die beiden geben ihr wichtige Tipps, wie sich am besten den Echsen nähern kann: Niemals zur Seite ausweichen, wenn ein Krokodil angreift, sich immer rückwärts davonbewegen und dabei die Tiere fest im Blick behalten, da die großen Reptilien mit ihren kurzen Stummelbeinen nicht so schnell nachkommen. Daniel zeigt Paula ein Nest mit Krokodileiern. Eine gefährliche Angelegenheit, denn das Weibchen lässt sein Nest niemals aus den Augen. Paula ist erleichtert, als sie das Gelände mit den brütenden Weibchen wieder verlassen kann. Doch es warten noch mehr Abenteuer auf sie. Irgendwann hat Paula sogar ein eineinhalb Meter langes Tier auf dem Arm! Das hätte sie sich niemals träumen lassen. Besonders beeindruckt ist Paula vom Maul und den Zähnen. Der Kopf funktioniert wie eine gigantische Zange. Das zeigen die Krokodile bei der Fütterung. Ein Krokodil kann aus dem Stand zwei Meter hoch springen, packt dann seine Beute und lässt sie nicht mehr los. Es ist beeindruckend, dass Tiere, die es schon seit 65 Millionen Jahren auf der Erde gibt, bis zum heutigen Tag unverändert auf unserem Planeten leben. Auch wenn Krokodile gruselig aussehen und wirklich gefährlich sind: Paula ist von den Urtieren begeistert.

07:25 - 08:10, 3SAT
Der Weg der Weisheit

Die buddhistische Priesterin Maruko Tsuyuno bereist den ältesten Pilgerweg Japans, den Saigoku, auf seinen über tausend Kilometern entlang einzigartiger Heiligtümer. Der Traum der jungen Frau geht über das bloße Pilgern hinaus. Sie möchte einen eigenen Tempel als Zufluchtsort für Hilfsbedürftige gründen. Dafür sucht sie Inspiration auf ihrer Reise. Tatsächlich trifft sie auf vielerlei Ratgeber. Der zweite Teil der Reise führt von der Millionenmetropole Osaka über Kyoto bis nach Ibigawa. Im 1300 Jahre alten Tsubosaka-Tempel werden die Filmemacher Zeugen uralter Rituale. Sie treffen am Yoshino-Fluss auf einen japanischen Papiermacher und beobachten die Herstellung von rasiermesserscharfen Klingen in der Messerstadt Sakei. Außerdem besuchen sie das spektakuläre Gion-Festival in Kyoto und erhalten in Uji einen Einblick in das Leben der letzten Kormoranfischer, bevor der Pilgerweg mit einem geheimnisvollen Ritual im Kegon-ji-Tempel endet.
07:35 - 07:50, ARD
Anna und die Haustiere

Ohne Bienen wäre alles höchstens halb so bunt. Sie sind die Bestäuber der meisten Pflanzen. Ohne Bienen würde kein Obstbaum Früchte tragen und sich keine Blume vermehren. Denn die Bienen transportieren mit den aus den Blüten eingesammelten Pollen auch den Nektar durch die Lüfte und von Blüte zu Blüte. So bestäuben sie auch die anderen Pflanzen. Die Blütenpollen verkleben sie mit Nektar und bringen sie in ihren Pollenkörbchen nach Hause zum Bienenstock, wo der Mix in Waben zu Honig heranreift. Echter Bienenhonig ist eine Delikatesse und sehr gesund. Bisher stellten die Imker ihre Bienenstöcke außerhalb der Städte auf. In den letzten Jahren findet man aber mehr und mehr Menschen, die Bienen auf dem Balkon, im Stadtgarten oder auf einer Terrasse halten. Einer von ihnen ist Thomas. Tierreporterin Anna besucht ihn und seine knapp 200.000 Bienen auf dem Dach eines Theaters. Mit Schutzanzug, Smoker und Stockmeißel wirft Anna einen tiefen Blick in den Bienenstock. Thomas zeigt ihr, wie sie Honigwaben von Brutwaben unterscheiden kann und wo man nach Schädlingen suchen muss. Den leckeren Honig darf sie natürlich auch probieren. Und sogar kurz mit einem Bienenmännchen, einer Drohne, kuscheln.

08:10 - 08:40, 3SAT
Das perfekte Sushi

Mit 85 Jahren ist Jiro Ono der älteste Drei-Sterne-Koch der Welt. Obwohl er seit über 70 Jahren Sushi zubereitet, zeigt er sich mit seinen Sushi noch immer nicht ganz zufrieden. Zusammen mit seinem Sohn Yoshizaku führt Jiro Ono in Tokio ein unscheinbares und fensterloses Sushi-Restaurant im Untergeschoss eines Bürohochhauses. Er gilt für viele als der "Sushi-Papst", doch die Suche nach dem perfekten Sushi habe kein Ende, sagt er. In dem Film der Reihe "NZZ Format" verrät Jiro Ono, wie er seine (fast) perfekten Sushi zubereitet.

08:25 - 09:15, arte
Georgiens himmlische Klöster

Im heutigen Georgien entstanden schon im ersten Jahrhundert nach dem Vorbild der Gemeinden von Antiochia und Jerusalem erste urchristliche Gemeinden. Bereits im Jahr 337 wurde in dem ostgeorgischen Königreich Kartli das Christentum zur Staatsreligion erhoben, lange vor der Christianisierung Europas. Die georgische orthodoxe Kirche ist autokephal, das heißt eigenständig. Damit konnten, vor allem in der Abgeschiedenheit der Klöster, viele alte kirchliche und kulturelle Traditionen, alte Produktions- und Lebensweisen bewahrt werden, die auf den Betrachter aus der heutigen schnelllebigen und technisierten Welt eine große Faszination ausüben. Vor der Sowjetherrschaft gab es auf dem Territorium des kleinen Staates, der nicht größer ist als das Bundesland Bayern, unzählige aktive Klöster, von denen nur wenige bewahrt werden konnten. Ihre kulturhistorisch wertvollen Bauten mit über tausend Jahre alten Fresken und Ikonen wurden unter der kommunistischen Herrschaft entweiht – als Lagerhäuser, Viehställe oder Militärlager und Kasernen missbraucht. Doch seitdem das Land im Jahr 1991 seine Souveränität wiedererlangte, bemühen sich Staat und Kirche, die alten Klöster wieder mit Leben zu füllen und vor dem Verfall zu bewahren. Immer wieder unternimmt der 33-jährige Erzpriester Artschil Kachidse Reisen durch die Klöster des Landes. Er interessiert sich für die Entwicklung des klösterlichen Lebens, sowohl in religiöser als auch wirtschaftlicher Hinsicht. Welche Perspektive hat das traditionell so eng mit Georgien verflochtene Klosterleben in der heutigen Zeit? „360° Geo Reportage“ war vor Ort.

08:40 - 09:20, 3SAT
Omotenashi

Zwischen Gast und Gastgeber herrscht in Japan trotz klarer Rollenverteilung eine grundsätzlich ebenbürtige und von gegenseitigem Respekt getragene Beziehung: "Omotenashi". Der perfekte Gastgeber muss die individuellen Bedürfnisse seiner Gäste erkennen und möglichst diskret bedienen - am besten so, dass der Gast seine Wünsche nie zu äußern braucht. Der Film aus der Reihe "NZZ Format" stellt diese Gastfreundschaft auf höchstem Niveau vor. In Japans alter Kaiserstadt Kyoto finden sich bis heute traditionelle Gasthäuser, sogenannte Ryokans, in denen solche Gastfreundschaft gepflegt wird.
09:15 - 10:10, arte
Spreewald - Kähne, Köche, Klapperstörche

Der Spreewald, nur eine knappe Autostunde von Berlin entfernt, ist ein Naturparadies, durchzogen von unzähligen Kanälen und Fließen. Ein verwunschener Landstrich, der mit einem ganz eigenen Zeitgefühl und alten Bräuchen gestresste Großstädter magisch anzieht. Anfang Januar wird auch im Spreewald die Fastnacht gefeiert. Auffallend im kleinen Örtchen Burg sind die vielen jungen Leute in ihren Trachten. Es ist die Tracht der Wenden und Sorben, jener Slawenvölker, die seit dem sechsten Jahrhundert durch Völkerwanderungen in den Spreewald kamen. Bräuche werden hier akribisch gepflegt – so tragen zum Beispiel die Mädchen und Frauen kunstvoll gesteckte und handbestickte Hauben. Ein Handwerk, das nur noch ganz wenige Spreewälderinnen beherrschen – zu ihnen gehört Christa Dziumbla, die ihr Wissen an die 18-jährige Cindy weitergibt. Und jedes Jahr im Frühjahr kehrt Adebar, wie der Volksmund den Weißstorch nennt, zurück in den Spreewald, um hier zu brüten und seinen Nachwuchs großzuziehen. Vielfältig ist auch die Küche der Region. Junge und innovative Köche interpretieren typische Spreewaldgerichte neu, zum Beispiel Sternekoch Oliver Heilmeyer im feinen Hotel Zur Bleiche. Aber auch der gebürtige Brandenburger Marco Giedow zaubert mit den ökologisch hochwertigen Rohstoffen eine moderne und leichte Küche mit vielen Referenzen an den Spreewald. Bio-Gemüse, selbst gebackenes Brot, kaltgepresstes Leinöl und Fleisch von Tieren, denen es auf den Weiden und Wiesen gut geht. Das, was die Region ausmacht, findet man hier überall: gutes Essen, altes Handwerk und eine verzauberte Landschaft. So nah und doch so fern von der Hauptstadt.

09:20 - 09:50, 3SAT
Der Kimono - Zauber aus Seide

Er ist ein Zauber aus seidenen Fäden und ein Stück traditioneller japanischer Kultur: der Kimono. Das körperlange, einteilige Gewand besticht vor allem durch seine Farbenpracht. Es wird von einem breiten Gürtel, dem prunkvollen Obi, gehalten. Die Königinnen des Kimonos sind noch immer die Geishas. Sie tragen handgefertigte Seidengewänder mit aufwendigen Mustern und beherrschen die Kunst des Kimonotragens perfekt. Einen Kimono richtig anzulegen und zu tragen, bedarf langjähriger Übung. Viele junge Japanerinnen haben die traditionelle Tracht für sich wiederentdeckt und besuchen spezielle Kimonoschulen, um das komplizierte Regelwerk dieses Kleidungsstücks zu erlernen. Einige von ihnen heiraten sogar im Kimono. Ein handgefertigter Kimono, der bis zu 20 000 Euro kosten kann, ist nicht für jede Trägerin bezahlbar. Viele Frauen entscheiden sich deshalb für preiswertere, industriell gefertigte Kimonos aus Baumwolle und Polyester, die überdies auch leichter zu pflegen sind. Die Dokumentation von Nicola Graef und Susanne Brand zeigt den Kimono in all seinen Facetten: von der Herstellung eines handgefertigten Seidenkimonos auf der Insel Amami Oshima über den ritualisierten Alltag der Kimono-tragenden Geishas bis zur alljährlichen Kimono-Queen-Wahl.

09:50 - 10:20, 3SAT
Kirschblütenfest in Japan

Sakura, die Kirschblüte, markiert im japanischen Kalender den Anfang des Frühlings. Sie ist Symbol der vergänglichen Schönheit und besagt, dass das Leben schön, aber kurz ist. Für die Japaner ist Sakura gleichbedeutend mit Wiedergeburt, Leben und Hoffnung. Das sonst so einförmig wirkende Japan wird durch ein Meer von Kirschblüten in Rosa und Weiß getaucht und ist plötzlich unwirklich schön. In den etwa zehn Tagen, in denen in Japan die Kirschen in Blüte stehen, feiern fast alle Bewohner zwischen Tokio, Kyoto und Fukushima das Kirschblütenfest mit Freunden, Kollegen oder Familie. Die japanische Kirschblüte inspiriert oft auch die Künstler: Literatur, Malerei, Comics, Fotografie, Musik und die meisten traditionellen japanischen Künste sind beeinflusst durch die farbenfrohe Zeit.

10:20 - 11:05, 3SAT
Reisen in ferne Welten: Tokio - Japans Mega-Metropole

Tokio ist eine Stadt der Superlative. Über 37 Millionen Menschen leben in der Region. Das ist Weltspitze. Die Megacity bietet laut Umfragen dennoch eine hohe Lebensqualität: Wie kann das sein? Aus der Ferne wirkt Tokio wie ein riesiger Ameisenhaufen: beeindruckend, aber nicht einladend. Doch der erste Eindruck täuscht. Bei Umfragen nach den lebenswertesten Städten der Welt landet Tokio immer wieder auf den vorderen Plätzen. Wo verbringen die Tokioter ihre Freizeit, wie wohnen Familien in der Metropole, was essen sie gern? Natürlich Sushi, aber auch Ramen - also Nudelsuppe. Der Film zeigt, welches die schönsten und welches die eher unbekannten Ecken der Megacity sind. Die Menschen in Tokio arbeiten hart. Doch nach Feierabend lassen sie Dampf ab. "Izakaya" heißen die kleinen Kneipen, in denen Geschäftsmänner sich in Stimmungskanonen verwandeln - Sake und Bier machen es möglich. Neben dem grellen neonbeleuchteten Vergnügungsviertel existieren auch ruhige, entschleunigte Viertel. Tokio ist eine Stadt der Gegensätze: Automatenstraßen und Robotercafés sind nur die eine Seite. Die vielen gepflegten Parks geben den Tokiotern die Möglichkeit, sich von der Überdosis Großstadt zu erholen. Am Stadtrand liegt sogar ein großes bergiges Waldgebiet. Hier scheint die Tokio ganz weit weg zu sein.

10:35 - 12:10, arte
Antarktis - Die Reise der Pinguine

Um die tiefgreifenden Veränderungen in der Antarktis durch den Klimawandel zu dokumentieren, begibt sich das Forscherteam mit dem „Antarctica!“-Projekt von Wild-Touch Expeditions zur französischen Forschungsstation Dumont d’Urville. Mit an Bord sind der Unterwasserfotograf und Meeresbiologe Laurent Ballesta und der Natur- und Extremfotograf Vincent Munier. Der Ornithologe Christophe Barbraud, der die Auswirkung von Klima- und Umweltveränderungen auf Vogelpopulationen erforscht, begleitet sie. Ihre gemeinsame Mission ist es zu zeigen, wie wichtig es ist, das Ökosystem der Antarktis und seine einzigartige Fauna zu schützen. Aus unterschiedlicher Perspektive machen sich die beiden Fotokünstler ans Werk: Der eine nimmt die überwältigende Unterwasserwelt in den Fokus, der andere den atemberaubend schönen Lebensraum auf dem Eis. Unter Packeis und Felsen meistert Laurent Ballesta eine große physische und technische Herausforderung: Mit seiner eigens entwickelten Tauchausrüstung, mit der der Körper auch bei extremer Kälte warm und trocken bleibt, filmt er in einem dreistündigen Tauchgang den ungeahnten Artenreichtum in den Tiefen des Ozeans. Auf dem Eis fängt Vincent Munier in eindrucksvollen Aufnahmen das Leben einer Kolonie von Kaiserpinguinen ein. Als Bioindikator spielt diese Pinguinart eine zentrale Rolle für das Verständnis der Umweltveränderungen im Südpolargebiet. Dank eines internationalen Vertrags, der 1961 in Kraft trat, ist Jagd und Fischfang in der Antarktis untersagt. Doch auch dieses weiße Paradies bleibt langfristig nicht vom Eingreifen des Menschen in die Natur verschont. Denn durch die Luft- und Meeresströme steht das wertvolle Biotop der Antarktis im Austausch mit dem übrigen Ökosystem der Erde. „Antarktis - Die Reise der Pinguine“, ist eine Hymne auf die Schönheit und Artenvielfalt des weißen Kontinents – und ein Plädoyer für seinen nachhaltigen Schutz.

11:05 - 11:50, 3SAT
Geheimnisse Asiens - Die schönsten Nationalparks

Die Insel Kyushu ist die südlichste der vier Hauptinseln Japans. Auf ihr befinden sich die aktiven Vulkane Unzen, Aso und Sakurajima. Sie prägen die Landschaft und das Leben auf den Inseln. Um für den Schutz der Anwohner zu beten, holt beispielsweise der Shinto-Priester Hirose jedes Jahr zum Herbstfest eine Göttin aus ihrem Schrein am Vulkan Unzen, der schon vielen Menschen den Tod gebracht hat.
11:50 - 12:30, 3SAT
Wildes Japan

Es gibt ein Japan jenseits von Tokio: Das Kaiserreich kann mit atemberaubenden Landschaften und seltenen Tieren wie dem Riesensalamander oder dem Mandschurenkranich aufwarten. In den Japanischen Alpen auf der Hauptinsel Honshu leben Makaken. Keine andere Affenart hat sich so weit in den kalten Norden vorgewagt wie sie. Im Tiefschnee ist die Futtersuche für die Primaten mit dem dicken Fell mühsam, aber sie tollen gern im Schnee herum. Eine Gruppe der Schneeaffen lässt es sich allerdings extrem gut gehen: Wenn ihnen zu kalt wird, gönnen sie sich eine Wellness-Pause in heißen Thermalquellen. Diese zeugen von der vulkanischen Aktivität Japans, an allen Ecken und Enden brodelt und zischt es. Das Kaiserreich mit seinen vier Hauptinseln und Tausenden von kleinen Eilanden liegt auf dem Pazifischen Feuerring; zahllose Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis suchen das Land immer wieder heim. Ganz im Norden liegt die Insel Hokkaido. Wilder und kälter kann es in Japan nicht sein: Während sich der Winter auf Honshu langsam verabschiedet, herrschen auf Hokkaido noch sibirische Temperaturen. Zu dieser unwirtlichen Zeit beginnen die seltenen Mandschurenkraniche ihre extravaganten Balztänze, große Gruppen von Riesenseeadlern gehen zwischen den Eisschollen am Meer auf Fischfang. Das Ende des Winters symbolisiert die Kirschblüte. Halb Japan ist dann auf den Beinen und begrüßt mit Picknicks im Park das Frühjahr. Dann ist auch die Zeit des Reispflanzens und des traditionellen Stierkampfes gekommen, eine Art Sumo-Ringen für tonnenschwere Bullen. Die wertvollen Tiere kommen dabei nicht zu Schaden.

12:10 - 13:00, arte
Das Schwarze Meer

Der Ort Nesebar in Bulgarien, malerisch auf einer Halbinsel gelegen, ist eines der schönsten Städtchen der gesamten Schwarzmeerküste. Constanta in Rumänien ist wiederum ein kulturelles Zentrum. Und in Vama Veche an der rumänisch-bulgarischen Grenze treffen sich die Hippies von heute. Es soll die Hochzeit des Jahres werden. Allein das Brautkleid von Dumitrella Gigica soll 20.000 Euro gekostet haben. 700 Gäste feiern drei Tage lang: Dumitrella und Dimci gehören zur reichen Oberschicht im rumänischen Constanta. Die Kirche haben sie den ganzen Tag gemietet, Straßen sperren lassen, und in zwei Festsälen werden edle Speisen serviert. Doch eins war dem Brautpaar besonders wichtig: Es soll eine traditionelle Hochzeit werden. Zu Zeiten des Sozialismus galt Tzvetelin Atanassov als unangepasst und unsozialistisch: Der Elvis-Presley-Imitator wurde bespitzelt und manchmal wie ein Staatsfeind behandelt. Noch heute ist Tzvetelin auch deshalb Kult in Bulgarien. Am Sonnenstrand feiert jetzt die Jugend zu seinem "Jailhouse Rock". Das Donaudelta wirkt, als sei hier die Zeit stehengeblieben. Das Dorf Letea ist nur per Boot zu erreichen, Hauptverkehrsmittel ist die Pferdekutsche. In der Donaudelta-Region leben Tausende Wildpferde, die die Bewohner von Letea eingefangen und gezähmt haben. Stefan Raileanu kommt einmal im Monat vorbei – er ist Tierarzt und möchte den Bewohnern den richtigen Umgang mit den Pferden zeigen.

12:30 - 13:15. 3SAT
Wildes Japan

Kyshy ist die südlichste der vier japanischen Hauptinseln. Klimatisch hat Japan dort bereits einen subtropischen Charakter. Auf einer vorgelagerten Insel lebt eine besondere Makaken-Art. Wissenschaftler konnten beobachten, dass sie Kartoffeln im Meerwasser wäscht und diese Tradition auch weitergibt. Die Affenhorde ernährt sich aber nicht nur vegetarisch, sondern auch von den Meeresfrüchten, die bei Ebbe an den Strand gespült werden. Ganz im Süden Japans liegt das tropische Eiland Okinawa, näher an Taiwan als an Tokio gelegen. Dort leben viele Tiere, die nur in dieser Region zu finden sind, zum Beispiel der Okinawa-Specht oder die Okinawaralle. Die besondere Inselfauna ist allerdings bedroht. Grund dafür ist die Vipernart Habu. Die Giftschlange sollte mithilfe von ausgesetzten Mungos bekämpft werden. Doch die Mungos jagten und fraßen nicht die Schlangen, sondern stellten den am Boden lebenden Okinawarallen nach. Das hatte fatale Folgen: Die Vogelart ist inzwischen kurz vor dem Aussterben. In den Mangrovensümpfen Okinawas bietet sich ein ganz anderes Bild. Wenn sich bei Ebbe das Wasser zurückzieht, tauchen skurrile Kreaturen auf: Winkerkrabben und Schlammspringer suchen im Morast nach Nahrung, genauso wie Horden von Armeekrebsen. Mehr als 3000 Kilometer weiter nördlich auf der Insel Hokkaido lernen kleine Bärenjungen fürs Leben. Auf Schritt und Tritt folgen sie ihrer Mutter. Sie zeigt ihnen, welche Pflanzen genießbar sind und welche nicht, wann man eine Chance hat, einen Sikahirsch zu erbeuten und in welchen Situationen es aussichtslos ist, und vor allem, wo es im Herbst die besten Lachse gibt. Denn nur mit einer ausreichenden Fettschicht auf den Rippen können die Braunbären den Winter im Norden Japans überleben. Während im Süden noch die wärmende Herbstsonne die Ahornwälder in ein goldenes und feuerrotes Farbenmeer verwandelt, lassen die ersten Fröste die Natur Hokkaidos erstarren. Nur die durchdringenden Rufe der Singschwäne hallen dann noch über das Land.
12:45 - 13:15, NDR
Zukunft ungewiss!

Jedes Jahr kommen mehrere Tausend junge Ukrainer nach Polen, um dort zu arbeiten. Der Grund: fehlende Perspektiven in ihrer Heimat. Sie kommen mit viel Hoffnung und Ehrgeiz, aber auch viel Unsicherheit. Der 23-jährige Wolodia kam mit 20 nach Warschau. Seine junge Frau war schwanger. Als er in Polen ankam, hatte er weder Geld noch Kontakte. Inzwischen arbeitet er in einer kleinen Pizzeria, wo ihm auch privat geholfen wird. Sein Kind wurde mit Behinderungen geboren. Nun hofft er, seine Tochter und seine Frau nachholen zu können. Wolodia reist regelmäßig in die Westukraine, um dort seine Familie zu sehen und sein Visum zu verlängern. Seine junge Schwester lebt auch schon in Polen. Hilfe für die Neuankömmlinge gibt es unter anderem im Ukrainski Dom in Warschau. Das ist die zentrale Anlaufstelle für Ukrainer, die Hilfe brauchen. Auch Polen, die nach Arbeitskräften suchen, kommen dorthin. Oft ist der erste Anlaufpunkt für Ukrainer aber der "Arbeitsstrich" in Piaseczno. Früh am Morgen stehen dort schon die Männer und Frauen aus der Ukraine mit der Hoffnung auf Arbeit. Inzwischen leben schon mehr als eine Million Ukrainer in Polen. Dieser Film porträtiert junge Ukrainer, die sich auf den Weg gemacht haben. In eine ungewisse Zukunft.
13:00 - 13:55, arte
Das Schwarze Meer

In der Ukraine trifft man am Schwarzen Meer auf verwunschene Sumpflandschaft im Donaudelta, Strand- und Partyleben rund um Odessa, einsame Inseln und riesige Salzseen im Osten des Landes. So unterschiedlich wie die Landschaften sind auch die Menschen. Die Lipowaner in Wilkowe nennen sich Altgläubige. Sie leben, wie vor 300 Jahren, streng nach den Regeln ihrer Kirche. Küster Wassili hat sein gesamtes Leben seiner Religion gewidmet, sie gibt ihm und den eher armen Menschen in der Region Halt und Lebensmut. Die 22-jährige Jurastudentin Marina aus Odessa möchte lieber heute als morgen das Land verlassen. Sie setzt auf eine Heiratsvermittlung und hofft auf ein besseres Leben an der Seite des Australiers Rodney. Die elfjährige Renata aus Odessa träumt von einer Karriere als Querflötistin – dafür muss sie allerdings regelmäßig Prüfungen bestehen. Ihre Mutter Katerina weiß, dass Fremdsprachen der Schlüssel zu einem besseren Leben sind und unterrichtet Fünf- bis Zehnjährige in Deutsch. Für den Graffiti-Sprayer Alexej ist Odessa eine einzige Quelle der Inspiration – er würde die Stadt niemals verlassen. Auf der Insel Kinburn Spit hat man ganz andere Sorgen. Dort leben nur 50 Menschen, ihre einzige Verbindung ist die Fähre zum Festland – was immer sie brauchen, muss mit dem Schiff transportiert werden. Weiter im Osten kreuzt sich das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer und bildet riesige Salzseen, deren Schlick angeblich besonders mineralreich ist. Urlauber schwören auf dessen Heilkraft. Ilja aus Weißrussland will sich persönlich von den versprochenen Effekten überzeugen.
13:15 - 17:35, 3SAT
Japan von oben

Die fünf Folgen der Reihe "Japan von oben" laden den Zuschauer ein, in das Alltagsleben der Japaner einzutauchen, ihre Lebens- und Denkweisen kennenzulernen und sowohl die faszinierende Welt der Traditionen als auch das moderne Japan zu entdecken. Atemberaubende Flugaufnahmen zeigen die Landschaften im Land der aufgehenden Sonne im Wechsel der Jahreszeiten. Im Verlauf der fünf Folgen entsteht ein Bild von dem Inselstaat, dessen Bewohner sich in bemerkenswerter Weise an die natürlichen Gegebenheiten anzupassen verstehen. Ständig sind sie Risiken wie der Gefahr von Vulkanausbrüchen, Erdbeben und Tsunamis ausgesetzt, manchmal mit zerstörerischen Auswirkungen. Dennoch weist das Land eine städtische Besiedlung auf, die weltweit ohnegleichen ist. Das Gesicht der Nation ist zugleich geprägt von Hypertechnologie und Technikbegeisterung wie auch von den lebendigen Traditionen eines feudalen Systems, das erst vor 150 Jahren an Bedeutung verloren hat.

13:15 - 14:00, NDR
Usbekistan - Auf der Seidenstraße unterwegs

Wilde Reiterspiele, märchenhafte Paläste und gastfreundliche Menschen, die stolz sind auf ihre großartige Kultur sind. All das findet man auf einer Reise entlang der Seidenstraße in Usbekistan. Das zentralasiatische Land grenzt im Norden an Kasachstan und im Süden an Afghanistan. Die Reportage nimmt den Zuschauer mit von Samarkand über Boysun, Termez und Shabsrisabz in die Hauptstadt Taschkent und dann von Buchara nach Khiva entlang der alten Handelsrute. Wilde Reiterspiele, märchenhafte Paläste und gastfreundliche Menschen, die stolz sind auf ihre großartige Kultur sind. All das findet man auf einer Reise entlang der Seidenstraße in Usbekistan. Das zentralasiatische Land grenzt im Norden an Kasachstan und im Süden an Afghanistan. Die Reportage nimmt den Zuschauer mit von Samarkand über Boysun, Termez und Shabsrisabz in die Hauptstadt Taschkent und dann von Buchara nach Khiva entlang der alten Handelsrute. Das zentralasiatische Land grenzt im Norden an Kasachstan und im Süden an Afghanistan. Die Reportage führt von Samarkand über Boysun, Termez und Shahrisabz in die Hauptstadt Taschkent, dann von Buchara nach Chiwa entlang der alten Handelsroute. Jahrhundertelang boten märchenhafte Städte wie Samarkand, Buchara und Chiwa den Handelskarawanen auf der Seidenstraße die nötige Infrastruktur. Dort wurden Waren umgeschlagen, Menschen und Tiere beherbergt. Atemberaubende Gebäude zeugen noch heute von der Pracht und dem Reichtum, den der Handel in die Oasenstädte brachte. Inmitten dieser Baudenkmäler findet das alltägliche Leben der Usbeken statt. In Samarkand, einer der ältesten Städte der Welt, lebt Aschur Eschpulatow. Er ist ein Kenner der usbekischen Kultur und Geschichte. Der ehemalige Germanistikprofessor betreibt heute einen Souvenirladen in einer ehemaligen Koranschule am berühmten Registan-Platz. Samarkand ist bekannt für seine wertvollen Seidenteppiche. Noch heute werden sie nach traditioneller Methode Knoten für Knoten handgeknüpft. Auch die dazu verwendete Seide wird immer noch traditionell gefärbt, zum Beispiel mit Walnusshüllen. Bei der Stadt Boysun im Hissargebirge wird vor schneebedeckten Dreitausendern das uralte, wilde Reiterspiel Kopkari ausgetragen. Dabei versuchen mehr als 100 Männer hoch zu Ross, einen Ziegenbalg vom Boden zu greifen und mit dieser Beute den Mistreitern zu entkommen. Schorre, einer der besten Reiter der Region, hat schon mehrfach den Kopkari-Wettbewerb gewonnen. Es ist ein harter und wilder Wettbewerb. Schiedsrichter und Aufseher setzen sich bei Reitern und Zuschauern mit Megafon und Peitsche durch. In Shahrisabz lebte im 14. Jahrhundert der mächtige Herrscher Amir Timur. Der Palast, den er bauen ließ, war gigantisch. 1.000 mit Edelsteinen geschmückte Zimmer soll sein Ak Saray gehabt haben. Heute ist von dieser Zentrale der Macht nur eine eindrucksvolle Ruine übrig geblieben. Der Restaurator Azis lebt vom Mythos des sagenumwobenen Palastes. Er kopiert die historischen Kacheln und malt Bilder mit historischen Motiven aus der Glanzzeit des Palastes. Seine Werke bietet er den Touristen zum Kauf an. Der Film berichtet über Usbekistan wie es heute ist, zeigt seine märchenhaften Bauten, faszinierende Landschaften und begleitet Menschen, die stolz sind auf ihre Tradition, die aber auch mit den Herausforderungen der heutigen Zeit zurechtkommen müssen. Er verschweigt aber auch die Probleme des Landes nicht: die Versalzung von Feldern durch den extensiven Baumwollanbau und die sehr eingeschränkte Pressefreiheit.

13:55 - 14:50, arte
Das Schwarze Meer

In Russlands sonnigen Süden führt die Reise von der Krim bis nach Sotschi, zum berühmtesten Badeort der russischen Schwarzmeerküste. Steilküsten, endlose Strände und ein mediterranes Klima – die russische Riviera kann sich mit der französischen messen. Sotschi liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Nizza, und auch optisch sind sich die beiden Städte ähnlich. Doch während sich in Nizza die Reichen und Schönen tummeln, machten in der Sowjetunion Arbeiter Ferien am Strand. In der Stalin-Zeit wurden palastartige Kurhotels für die Werktätigen gebaut, einige sind noch heute in Betrieb. In Mazesta, einem Stadtteil Sotschis, kann man sogar ein Schwefelbad in Stalins ehemaligem Badehaus nehmen. Das Kinderferienlager Orlionok, "kleiner Adler", liegt direkt am Strand. Früher durften dort nur linientreue Kinder und Jugendliche Urlaub machen, heute steht es allen offen. Ihnen wird eine Vielzahl von Aktivitäten geboten, Höhepunkt ist der große Abschlussball am Ende des dreiwöchigen Aufenthalts. Dank des mediterranen Klimas wächst sogar Tee an den Ausläufern des Kaukasus – die nördlichste Teeplantage der Welt! In Abrau Durso steht Russland größte Schaumweinkellerei. In kilometerlangen Tunneln lagert dort "Schampanskoje", die russische Variante von Champagner. Neuerdings ist die Krim mit dem russischen Festland durch eine Brücke verbunden. Seit der Annexion der Krim durch Russland ist die größte Halbinsel, wie schon oft in der Geschichte, Zankapfel politischer Mächte. Sewastopol war bis 1991 militärischer Sperrbezirk, heute blicken die Menschen dort zaghaft hoffnungsvoll in die Zukunft.
14:50 - 15:40, arte
Das Schwarze Meer

Georgien und seine nur 3,7 Millionen Einwohner sind unverwechselbar. Georgischer Tanz ist schnell, akrobatisch und anstrengend. Und bei Georgiens Jugend voll im Trend. Saba, Luca und Nica haben es sogar in die nationale Tanzauswahl geschafft. Die Drillinge sind die jungen Stars der Szene. Auf der Bühne sind sie nicht auseinanderzuhalten, erst recht nicht, wenn sie sich synchron um die Wette drehen. Im Schawschet-Gebirge wachsen die ältesten Weinsorten der Welt. Und die Stadt Batumi ganz im Süden Georgiens galt schon zu Zeiten der Sowjetunion als Sehnsuchtsziel. Die Orte Chulo und Tago sind nur per Seilbahn miteinander verbunden. Die Gondel aus Sowjetzeiten ist der öffentliche Nahverkehr für Schüler, Marktfrauen und Handwerker. Das Besondere: Die Seilstrecke ist 1.720 Meter lang und hat keinen einzigen Stützpfeiler. Zviadi Bolkvadze ist Gondelführer und für die sichere Fahrt verantwortlich. Bei starkem Wind muss er die Bahn auf freier Strecke stoppen, dann hängen die Fahrgäste manchmal bis zu einer Stunde in der Luft, bevor es endlich weitergeht. Der schwarze Sand von Ureki ist einzigartig: eisenhaltig und magnetisch. Dort wurde 1971 das Sanatorium "Freundschaft" gegründet – und es existiert noch heute. Ramaz Cheishvili ist Magnetsand-Arzt und ein gefragter Mann. Seine Magnetsand-Therapien sind bei alten und jungen Georgiern beliebt. Im Sanatorium selbst scheint die Zeit stehengeblieben: keine Computer, museumsreife Geräte und in die Jahre gekommene Behandlungsräume. Aber der heilende Sand macht das alles wieder wett.
15:15 - 16:00, H3
Rabenvögel - Gaukler der Lüfte

Kaum eine andere Vogelgruppe beschäftigt die Menschen so sehr wie die Rabenvögel - intensiv und widersprüchlich, seit der Germanenzeit bis heute. Der Film taucht ein in die Welt der heimischen Rabenvögel und begibt sich auf eine Zeitreise sowie auf eine Reise vom Hochgebirge bis zur Nordsee. Sie alle sind außergewöhnlich neugierig, gelehrig und intelligent. Raben sind die einzigen Vögel, die Werkzeuge nicht nur verwenden, sondern sogar selbst herstellen. Viele leben in festen sozialen Strukturen und sind ihrem Partner ein Leben lang treu. Ausdrücke wie "Rabeneltern" oder "Rabenbrut" müssten als Kompliment aufgefasst werden, denn zu ihrem Nachwuchs sind Rabenvögel extrem fürsorglich. Der Film liefert viele neue und faszinierende Einblicke in die Welt der Rabenvögel: von Alpendohlen in der Winterwelt des Hochgebirges, von Saatkrähenkolonien in Städten, von der kleinen intelligenten Dohle, die gern in Kaminen, aber auch in Kaninchenbauen nistet, von Raben- und Nebelkrähen und nicht zuletzt vom König der Rabenvögel, dem Kolkraben. Er ist nicht nur der größte Singvogel der Erde, sondern überrascht wie seine kleineren Schwestern die Wissenschaft zunehmend mit einer außergewöhnlichen Intelligenz. Als HD-Produktion begibt sich der Film auf eine spannende und überraschend bunte Reise durch die Welt dieser intelligentesten und allzu oft missverstandenen und missdeuteten heimischen Vogelgruppe.

15:40 - 16:35, arte
Das Schwarze Meer

Einsame Sandstrände, verlassene Buchten, kleine Fischerdörfer – die aktuelle Folge der Dokumentationsreihe führt in einen Teil der Türkei, der kaum bekannt ist. Knapp 1.500 Kilometer erstreckt sich die Küstenlinie des Schwarzen Meeres im Norden des Landes – noch unentdeckt vom Massentourismus, ursprünglich und rau. Wie prägt das Leben an diesem besonderen Meer seine Bewohner? Birol Topaloglu hat auf diese Frage eine Antwort. Er lebt in der Küstenstadt Arhavi, ganz im Osten der Türkei, an der Grenze zu Georgien. Topaloglu ist ein bekannter Musiker, spielt die Kemence – ein traditionelles Instrument der türkischen Volksmusik. Eine der größten Hafenstädte an der türkischen Schwarzmeerküste ist Trabzon. Sie ist heute vor allem für ihre Fußballmannschaft bekannt. Dass der Ruhm auch zukünftig erhalten bleibt, dafür will eine Mädchenmannschaft sorgen. Grüne Hänge, Terrassen und Berge so weit das Auge reicht – im Hinterland der Küstenregion regnet es über 250 Tagen im Jahr. Das sind ideale Bedingungen für den Anbau von Tee – das unangefochtene türkische Nationalgetränk. Die Türkei gehört zu den fünf größten Teeproduzenten der Welt. Mitten in den Bergen der Provinz Rize hat Mehmet Demirci seine Teeplantage. Sein weißer Tee ist eine Besonderheit und mit einem Kilopreis von 300 Euro sehr, sehr teuer. Der Bosporus, die Passage bei Istanbul, ist einer der schwierigsten Wasserwege der Welt. Lotse Nihat Turan erzählt spannende Geschichten: "Das Schwarze Meer ist reizbar und unbeständig, genau wie seine Menschen."
16:15 - 17:00, B3
Wilder Yak - Wildes China

Sie leben weitab in der riesigen und unzugänglichen Steppe in Chinas wildem Westen - die letzten wilden Yaks. Noch etwa 20.000 dieser eindrucksvollen Hochgebirgsrinder haben sich hierher zurückgezogen. Ein Gebiet, in dem sie leben, ist die kaum bewohnte, 10.000 Quadratkilometer große Region Yanchiwan. Als erstes westliches Kamerateam durfte sich dort ein Team des BR Fernsehens auf die Spur der Wildyaks begeben - auf über 4.500 Metern Höhe. Und erlebte die Kraft und Schönheit dieser Tiere - und welche Gefahr von diesen bis zu einer Tonne schweren Kolossen ausgeht. Zugleich begleitete das Team Wissenschaftler bei ihren Nachforschungen zur Bedeutung des Wildyaks für den Aufschwung und die Weiterentwicklung Chinas. Der Wildyak könnte dazu beitragen, eine neue Nahrungsressource zu schaffen: Denn ein wilder Yak ist bedeutend größer als das in Zentralasien verbreitete Hausyak. Chinesische Wissenschaftler haben daher den Wildyak mit dem Hausyak gekreuzt und eine neue Rasse gezüchtet, die bis zu einem Viertel mehr Ertrag liefert. Dieses Tier soll tibetischen Yak-Hirten bessere Einkünfte bescheren und die chinesischen Siedler in Chinas Westen künftig mit Fleisch, Milch und Wolle versorgen. Denn dort, in den großen Höhen, können andere Rinder nicht überleben. Und Chinas Führung will den wilden Westens Chinas für seine Bevölkerung weiter erschließen. Dramatische Tiergeschichten, beschauliche Naturbeobachtungen und Expeditionsberichte - die Themen von natur exclusiv sind alle Naturerscheinungen: Pflanzen und Tiere genauso wie Landschaften und Ökosysteme sowie die Dynamik unseres Planeten Erde. Umfassende Reihen vermitteln Überblicke und ermöglichen Orientierung.

17:35 - 18:05, 3SAT
Im Reich der Spiegel

150 Jahre ist es mittlerweile her, dass Japan sich der Welt öffnete und mit Riesenschritten den Anschluss an die Moderne suchte. Dennoch blieb in Japan einiges anders als anderswo. Die japanische Schauspielerin Kaori Momoi, Stararchitekt Tadao And?, die Regisseurin Naomi Kawase gewähren neben anderen Kulturschaffenden Regisseurin Bianca Charamsa Einblick in die japanische Seele. Dabei taucht immer wieder das Bild des Spiegels auf. Für Roland Barthes, Theoretiker der Sprache und Zeichen, steht der Spiegel im Westen für Narzissmus, im Osten hingegen für die Leere. Regisseurin Bianca Charamsa hat sich während der Zeit der Kirschblüte in Japan auf den Weg gemacht, um dort im Gespräch mit Künstlern den Eigenheiten des Landes auf die Spur zu kommen. Unter ihren Gesprächspartnern waren neben der Schauspielerin Kaori Momoi, dem Stararchitekten Tadao Ando, der in Cannes ausgezeichneten Regisseurin Naomi Kawase weitere Kulturschaffende wie der Künstler Takahiro Iwasaki und der Schriftsteller Keiichiro Hirano. Obwohl zwei gewaltige atomare Katastrophen das Japan der Moderne erschüttert und geprägt haben - die Bomben von Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 sowie der Super-GAU von Fukushima 2011 -, sieht Künstler Takahiro Iwasaki die Erinnerung an die Atombombenabwürfe trotz all der gefalteten Kraniche, die Besucher an der Gedenkstätte hinterlassen, langsam verblassen. Auch Naturkatastrophen wie See- und Erdbeben erschüttern Japan immer wieder. Vielleicht schließt deshalb auch die "Wabi Sabi" genannte japanische Ästhetik neben Schönheit immer auch Verfall mit ein. So wie man beim traditionellen Hanami, dem Kirschblütenfest, der Schönheit beim Vergehen zuschaut.
18:05 - 18:50. 3SAT
Fokus Japan

Exotisch und spannend, fremd und doch faszinierend - so erlebt Fotograf Patrick Rohr seine Reise durch Japan. Die erste Folge der Reihe "Fokus Japan" führt in die hektische Megacity Tokio. Dort trifft Patrick Rohr die Halbschweizerin Christine Haruka, die mit 16 Jahren von Zürich nach Tokio zog, um ihre japanischen Wurzeln kennenzulernen und eine Karriere als komisches TV-Talent aufzubauen. Sie ist gern gesehener Gast in japanischen Fernsehsendungen. Jedes Kind kennt sie. Christine zeigt Patrick Rohr die ersten Kirschblüten im Stadtpark, entführt ihn in ihr spezielles Lieblingsrestaurant und gibt ihm einen wichtigen Tipp: In Japan wird wenig erklärt, das meiste muss gespürt werden. Zusammen mit dem Halbschweizer Kultur- und Sprachübersetzer Dennis Kyosuke Ginsig erkundet Patrick Rohr das Tokioter Ausgehviertel Golden Gai. Der kuriose Barkeeper Yugo Matsuzaki hat als fest angestellter "Salaryman" jahrelang oft im Büro übernachtet, wie so viele in der japanischen Leistungsgesellschaft. Jetzt ist er selbstständig und betreibt auch einen Onlineshop für Second-Hand-Kleider aus den USA. Patrick hilft ihm zu Hause beim Versand und lernt die japanischen Schriftzeichen kennen. Yukinobu Takanashi versucht den Spagat zwischen individuellem Leben und Familientradition: seinen Traum als Fotomodell zu erfüllen und gleichzeitig das Familienvermächtnis zu ehren - den Fischladen seiner Eltern weiterzuführen. "Idoru" sind Idole, Starlets. Singen, Modeln, Schauspielen - davon träumen viele Mädchen. Kamen Joshi ist eine Girlband, die mit Hockey-Masken auftritt. Patrick Rohr begleitet die junge Frontfrau Erina Kamiya einen Tag lang und stellt ernüchtert fest, wie mit dem Kindfrauen-Image viel Geld verdient wird und wie Talentfirmen die Träume junger Frauen ausnutzen. Im Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen lernt Patrick Rohr, warum man in Japan die Speisen immer häppchenweise im Kreis isst. Im verschneiten Bergdorf und UNESCO-Weltkulturerbe Ainokura übernachtet der Fotojournalist in einem "Minshuku" bei einer Gastfamilie, die Abendessen, Übernachtung und Frühstück günstig anbietet. Japan hat unzählige heiße Quellen. In einem traditionellen Badehaus, "Onsen" genannt, erfährt Patrick Rohr, warum Tattoos in Japan geächtet sind und warum die tägliche Bade- und Waschkultur auch den Geist reinigt.

18:10 - 18:25, arte
Droht eine Welt ohne Vögel?

Überall auf der Welt geht die Zahl der Vögel dramatisch zurück – in Europa in den letzten 20 Jahren etwa um ein Drittel. Entwaldung, schädliche landwirtschaftliche Praktiken, Verstädterung, Überfischung der Meere, Umweltverschmutzung und andere Faktoren zerstören Lebensraum und Nahrungsgrundlage der Tiere.„Mit offenen Karten“ erkundet zu Land, in der Luft und auch zu Wasser, welchen Bedrohungen die Vögel ausgesetzt sind und was man dagegen tun kann.

18:25 - 19:10, arte
Bolivien - Der Kampf um die kleinen Herzen

Die in Deutschland ausgebildete Herzspezialistin Dr. Alexandra Heath kämpft seit 14 Jahren für eine moderne Kinderkardiologie in Bolivien. Zusammen mit einem kleinen Team aus Ärzten, Sozialarbeitern, Schwestern und nicht zuletzt ihrem Ehemann, selbst Kardiologe, möchte sie gefäßkranken Kindern eine Behandlung ermöglichen. „360° - Geo Reportage“ begleitet die Spezialistin bei ihrem Einsatz in La Paz und bei einer Suchkampagne ins Yungas-Dorf Coroico, und der Zuschauer lernt drei Kinder kennen, die ohne den Einsatz der Ärztin dem natürlichen Verlauf der Krankheit ausgeliefert wären.Milena lebt mit ihren Eltern und ihrer Zwillingsschwester bei ihrer Oma in El Alto auf 4.000 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Sie muss immer die steilen Treppen heraufgetragen werden. Ob Großmutter Clementine, die das Geld für die Familie verdient, dem Eingriff durch Dr. Heath jemals zustimmen wird, ist fraglich.Jheremy lebt mit seinem Bruder Jonathan und der alleinerziehenden Mutter am Titicacasee. Man sieht es ihm kaum an, aber er hat das Epstein-Syndrom, eine sehr seltene angeborene Fehlbildung des Herzens. Den komplizierten Eingriff kann nur ein Spezialist aus Bogota übernehmen, und die Kosten für diesen Eingriff liegen bei weit über 10.000 Dollar. Seine Mutter kann nur beten und den Schamanen konsultieren.Die Armut, die komplizierte Situation mit dem staatlichen Gesundheitssystem und die große Skepsis gegenüber moderner Medizin bleiben eine große Herausforderung für Dr. Heath und ihre Mitstreiterinnen.
18:50 - 19:30. 3SAT
Fokus Japan 

Diesmal geht es um das Leben mit Tsunamis. Außerdem begegnet Patrick Rohr japanischer Effizienz im Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen und dynamischer Kampfkunst mit friedlicher Philosophie. Am 11. März 2011 löst ein Erdbeben in Japan einen Tsunami aus. Die dabei zerstörte Küstenstadt Onagawa wird seither von Grund auf neu gebaut. Patrick Rohr trifft den jungen Bürgermeister Yoshiaki Suda und staunt, als sich dieser als Heavy-Metal-Gitarrist entpuppt. 30 Minuten vor dem Tsunami kam der Alarm. Doch Fischer Nobuaki Aihara und sein Vater nahmen die Warnung nicht ernst. Aihara überlebte, sein Vater nicht. Patrick Rohr begleitet den Fischer der dritten Generation zu seiner Silberlachszucht auf dem Meer, das Aihara Leben und Einkommen gibt, aber auch Tod und Verderben über sein Dorf gebracht hat. Auch das Spital von Onagawa, 16 Meter über dem Meeresspiegel, blieb nicht verschont von der Katastrophe, die über 800 Menschenleben kostete. Dank Schweizer Spendengeldern wurde es wiederaufgebaut. Im neu integrierten Alters- und Pflegeheim erlebt Patrick Rohr als Pflegehelfer die Herzlichkeit von Menschen mit hoher Lebenserwartung, die nun in Form der Überalterung die größte Herausforderung der japanischen Gesellschaft darstellen. Sauberkeit und Effizienz sind Trumpf in Japan, auch im Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen. Der Fotojournalist tauscht seine Kamera mit dem Putzlappen und staunt, in welch unglaublichem Tempo die Züge gereinigt werden. Fujiyoshida liegt am Fuß des berühmtesten japanischen Bergs Fuji. Lokaler Leckerbissen ist die Udon-Nudelsuppe in ihren unzähligen Variationen. Patrick Rohr lernt, warum es eine dreijährige Udon-Ausbildung braucht und warum ein Mittelschüler sein Herz an diese Nudel verloren hat. In der ehemaligen Kaiserstadt Kyoto herrscht friedliche Kirschblütenzeit, als Patrick Rohr frühmorgens das Trainingslokal von Yoko Okamoto betritt. Die Powerfrau ist 62 Jahre alt und hochgradierte Lehrerin der defensiven Kampfkunst Aikido. Yoko zeigt Patrick gleich den Meister - und am Ende auch ihren Humor. Sie gewährt ihm Einblicke in eine Persönlichkeitsschulung, die mit körperlichem Training lehrt, auch auf emotionale Herausforderungen angemessen zu reagieren: mit Klarheit, Respekt und eigener Stärke.
19:30 - 20:15, 3SAT
Fokus Japan

Patrick Rohr besucht diesmal einen strengen Zen-Tempel. Außerdem geht es um das Geheimnis des langen Lebens auf Okinawa und das Familienglück im subtropischen Naturparadies. In Kameoka ist einer der wenigen Tempel in Japan, in dem Ausländer Zen lernen können. Patrick Rohr unterwirft sich den strengen Regeln und versucht, Körper, Geist und Atmung durch Achtsamkeit in Einklang zu bringen. Zen-Schüler Rohr staunt über die Kraft des 80-jährigen Tempelmeisters und bekommt unerwartet den Stock der Erweckung zu spüren. In der Millionenstadt Osaka unter vielen Menschen sein, und doch ohne Partner - das liegt nicht nur an der japanischen Schüchternheit. In einer Single-Bar gewinnt Fotojournalist Rohr Einblick in die verschlossene Gedanken- und Gefühlswelt der jüngeren Generation, die immer mehr zum Individualismus neigt, der früher als Ausdruck westlicher Dekadenz galt. Manager Shingo Hashiguchi ist Experte im "omiai", der Partnervermittlung. Im traditionellen Noh-Theater werden Masken getragen und Gefühle mit langsamen Bewegungen ausgedrückt. Patrick Rohr erlebt in Osaka die völlige Hingabe des Maskenschnitzers Yasuo Miichi, der erst nach 15 Jahren Ausbildung seine erste Maske fertigen durfte, und die Leidenschaft der Künstlerfamilie Kongo, die in der 26. Generation ein Theater führt. Noh ist beeindruckend. Die Wirkung der Masken ist hypnotisch, aber für Patrick Rohr nur schwer zu verstehen. Auf der Insel Okinawa verdient Reporter Rohr Essen und Unterkunft bei Familie Yamagami - mit dem Schneiden von Unkraut bei feuchter Hitze. Beim Nachtessen erfährt er den Grund der doppelten Diskriminierung Okinawas: Das früher eigenständige Königreich wird seit der Annektierung durch Japan vom Festland als Provinz zweiter Klasse behandelt. Und seit dem Zweiten Weltkrieg sind zwei Drittel der amerikanischen Militärbasen in Japan auf Okinawa stationiert. Gegen die US-Militärpräsenz regt sich Widerstand - Protest in einem Land, wo sonst kaum jemand öffentlich die eigene Meinung kundtut. Fotojournalist Rohr beobachtet eine Demo, die von der Polizei aufgelöst wird - sehr höflich, japanisch eben. Im Dorf Ogimi leben die ältesten Menschen der Welt. Patrick Rohr besucht die 93-jährige Hana Miyagi. Jeden Tag arbeitet Hana im Garten, pflegt ein aktives Sozialleben und isst das gesunde Gemüse Goya. All das trägt zur langen Lebenserwartung bei. "Hara hachibu", lacht die fröhliche Mutter von zehn Kindern: Füll den Bauch nur zu 80 Prozent! Auf der südlichsten Kleininsel Ishigaki erzählt der sympathische Bootsbauer Tomohiro Yoshida, warum er dem krankmachenden Tokio entflohen ist und wie er mit seiner Familie hier das subtropische Paradies gefunden hat. Nach dem gemeinsamen Schnorchel-Ausflug findet Patrick Rohrs großes Japan-Abenteuer ein erkenntnisreiches Ende beim Lagerfeuer mit Tomohiros Familie. Ihr Motto: Leben statt überleben, und so tieferes Glück finden.

19:30 - 20:15, arte
Sachalin – Russlands Insel zwischen den Welten

Auf der Insel Sachalin will Tanja Schkalygina die Traditionen retten. Und muss dafür den Wettergott besänftigen. Denn das wichtigste Fest des Jahres droht ins Wasser zu fallen. Sachalin liegt zwischen den Welten: im Fernen Osten zwischen Russland und Japan, im Pazifik zwischen dem Ochotskischen Meer und dem Japanischen Meer, zwischen Tradition und Moderne. Hier leben die Nachfahren der Ureinwohner, die Niwchen, inmitten einer russischen Bevölkerungsmehrheit. In dem kleinen Dorf Tschir Unwd feiern sie im August das Teni Gu. Das Fest schlägt eine Brücke zwischen der nahezu ausgestorbenen Sprache und Kultur ihrer Vorfahren und der russischen Lebensweise. Die Niwchen waren die ersten, die auf der entlegenen Insel siedelten, Jahrhunderte vor den Seefahrern, den Gesandten des russischen Zaren, den Verbannten und Japanern, den sowjetischen Kommunisten und den auf sie folgenden amerikanischen Ölkonzernen. Vieles hat sich für sie verändert. Der Lachs, ihre Lebensgrundlage, wird immer weniger und die meisten jungen Leute verlassen das Dorf, um in der Hauptstadt ihr Glück zu suchen. Auch Tanjas Sohn studiert in Juschno-Sachalinsk. Nur im Sommer kommt er in sein Heimatdorf, um den Eltern zu helfen und mit den Bewohnern am Fluss Tym das große Fest zu auszurichten. Großmutter Efrosinja wird dann ihre Kräuter ausstellen und ihre Gäste mit der traditionellen Fischsuppe Uchta bewirten. Bevor die Bewohner gemeinsam tanzen, bitten sie ihre Götter um Beistand. Möge der Fang in diesem Jahr endlich wieder reichen, um sie bis zum nächsten Jahr zu ernähren.
20:15 - 22:05, 3SAT
Kirschblüten und rote Bohnen

Als Entschädigung für ein von ihm begangenes Verbrechen betreibt Sentaro lustlos einen Imbiss für Dorayaki - japanische Pfannkuchen. Bald wird er zum Zentrum einer Art Patchwork-Familie. Ein emotional tiefer, anrührender und zugleich heiterer Film der prämierten Regisseurin Naomi Kawase. Sentaros alte, verkrüppelte Angestellte Tokue geht ganz in der Zubereitung der süßen Bohnenpaste, mit der die Eierkuchen gefüllt werden, auf und bindet so die Kunden. Die Schülerin Wakana verbringt ihre Nachmittage hier, um nicht mit ihrer Mutter zu streiten. Sentaro und Tokue werden für Wakana, deren alleinerziehende Mutter rastlos auf der Suche nach einer neuen Liebe ist, mehr und mehr zum Familienersatz. Als publik wird, dass Tokues verkrüppelte Hände von einer auskurierten Lepraerkrankung herrühren, bleiben die Kunden aus, und die Imbiss-Besitzerin zwingt Sentaro dazu, seine Angestellte zu entlassen. Als Sentaro und Wakana später Tokue in ihrem Zuhause, einem Quarantäne-Heim für die letzten japanischen Leprakranken, besuchen, finden sie Tokue voll Dankbarkeit. Denn durch die Arbeit sei ihr der Wunsch erfüllt worden, sich in der und für die Gesellschaft nützlich zu machen. Wie in den Filmen der japanischen Altmeister Yasujiro Ozu und Kenji Mizoguchi geht es auch in "Kirschblüten und rote Bohnen" um den Verlust der traditionellen japanischen Werte und handwerklichen Fähigkeiten in einer von entfremdeter Arbeit geprägten Moderne. Die Regisseurin Naomi Kawase hat es geschafft, universelle Themen wie Schuld, den Wert des Einzelnen in der Gesellschaft und den Konflikt zwischen Tradition und Moderne in der Traditionslinie der alten Melodramen, aber gleichwohl mit Humor, zu erzählen.

Mit "Kirschblüten und rote Bohnen" hat Naomi Kawase zum ersten Mal Kritiker und ein breites Publikum begeistert. Stärker als ihre bisherigen Filme ist er vom japanischen Melodram geprägt, das von einfachen Leuten und ihren bescheidenen Träumen erzählt. Ganz auf seine charismatischen Figuren konzentriert, erzählt der Film unspektakulär, aber mit Humor von ihrer Sehnsucht nach einem Platz in der Gesellschaft. Beim Festival von Cannes, wo Kawase regelmäßig im Wettbewerb läuft und 2007 für "Der Wald der Trauer" den Großen Preis der Jury erhalten hat, lief der Film als Eröffnungsfilm der Sektion "Un Certain Regard".

20:15 - 21:45, arte
Tutanchamun, Neues aus dem Grab

Auch rund ein Jahrhundert nach seiner Entdeckung erscheint der Schatz des Tutanchamun in neuem Licht. Die Grabbeigaben sollen an einem einzigen Ort zusammengeführt werden, dem Großen Ägyptischen Museum, das 2020 eröffnet werden soll und rund zwei Kilometer von der Nekropole von Giseh entfernt liegt. Aus diesem Grund befassten sich Forscher erneut mit dem Grab des Tutanchamun – mit erstaunlichen Ergebnissen. Tatsächlich soll ein Großteil des Grabschatzes von Tutanchamun nicht für ihn, sondern für seine ältere Schwester Meritaton bestimmt gewesen sein. Die historische Rolle dieser vergessenen Pharaonin muss neu beurteilt werden: Sie hätte nach dem Tod ihres Vaters für ihren unmündigen Bruder regiert und Ägypten aus einer strategisch schwachen Lage herausmanövriert. Während ihrer kurzen Herrschaft soll sie sich einen prächtigen Grabschatz zusammengestellt haben, den Tutanchamun, einmal zum Pharao gekrönt, schließlich für sich beanspruchte. Auch der berühmte goldene Thron des Tutanchamun soll ursprünglich für seinen Vater, Pharao Echnaton, angefertigt worden sein. Andere Grabbeigaben wie Gehstöcke, Zepter und Bekleidung weisen darauf hin, dass der Pharao unter einer Gehbehinderung litt und offenbar nicht lange stehen konnte. Weitere Enthüllungen betreffen die Entdeckung des Grabschatzes durch Howard Carter: Der britische Archäologe und sein Finanzier Lord Carnarvon sollen einige Grabbeigaben entwendet haben, die heute in alle Welt verstreut sind. Drei renommierte Forscher kommen in der Sendung zu Wort: Marc Gabolde, Professor an der Universität Montpellier und Experte für das Tutanchamon-Grab, Dimitri Laboury, Professor an der Universität Lüttich und weltweit anerkannter Experte der Amarna-Zeit, und Christian Loeben, Ägyptologe im Landesmuseum Hannover. „Tutanchamun, Neues aus dem Grab“ ist eine spannende Ermittlung über eine der spektakulärsten archäologischen Entdeckungen aller Zeiten.

21:45 - 22:40, arte
Humboldt und die Neuentdeckung der Natur

Zu seinen Lebzeiten war Alexander von Humboldt neben Napoleon der berühmteste Mann Europas. Hunderte Pflanzenarten tragen heute seinen Namen, auf der ganzen Welt wurden zahllose Straßen, Plätze und Institutionen nach ihm benannt. Humboldt war ein Mensch von ungeheurem Arbeitseifer und unglaublicher Schaffenskraft. Dabei war er selbst nicht unumstritten, wurde von manchen sogar wegen seines Zynismus gefürchtet. So soll etwa sein Redetempo so manchen Gesprächspartner zur Verzweiflung getrieben haben. Wie kein anderer Wissenschaftler hat Alexander von Humboldt das Verständnis der Menschen von der Natur als einem großen Ganzen geprägt, in dem alles mit allem zusammenhängt. Dieses Naturverständnis war damals revolutionär, und es beeinflusste unter anderem den jungen Charles Darwin. Humboldts Entdeckungsreisen mit dem französischen Botaniker Aimé Bonpland und die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind das Fundament, auf dem das heutige Wissen um die Verwundbarkeit der Erde gründet. Doch was trieb Humboldt dazu an, sein Leben aufs Spiel zu setzen, um die Natur neu zu "entdecken"? Zum 250. Geburtstag des Universalgelehrten zeigt das Doku-Drama eine atemberaubende Reise durch Humboldts Epoche. Die Humboldt-Biografin Andrea Wulf folgt seinen Spuren: von Schloss Tegel über die Silberbergwerke Sachsens, den Orinoco, die Vulkane Perus bis nach Washington D.C.
22:40 - 23:35, arte
Die Eroberung der Weltmeere

Wem gehören die Weltmeere? Über Jahrtausende hatten die Ozeane keine Besitzer. Küstenstaaten beanspruchten allenfalls einen schmalen Uferstreifen. Doch einige Paragrafen im Völkerrecht haben dieses Verständnis dramatisch verändert: Das Staatsgebiet endet nun nicht mehr am Ufer eines Meeres, sondern geht unter Wasser weiter. Es ist vergleichbar mit der Geschichte Afrikas, als die Kolonialmächte den Kontinent aufteilten. Statt militärischen, werden heute wissenschaftliche Begründungen herangezogen: „Festlandsockel“ lautet das Zauberwort für das Neuland unter Wasser und gelangte fast unbemerkt als Zusatzartikel in das Internationale Seerecht. Seit der Ratifizierung in den 90er Jahren setzen nun Küstenstaaten alles daran, einen möglichst großen Festlandsockel nachzuweisen. Denn je größer der Sockel, desto größer das dazugehörige Meeresgebiet. Die Folgen sind noch nicht abzusehen. Nicht nur Konflikte über konkurrierende Gebietsansprüche zwischen den Staaten sind an der Tagesordnung. Auch kann niemand abschätzen, welche ökologischen Folgen es haben wird, wenn die Staaten in „ihre“ Tiefsee vorrücken, um Rohstoffe aus dem Meeresboden zu gewinnen. Das Problem: Der Festlandsockel ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen, nur Wissenschaftler können ihn bestimmen. So könnten mehr als 50 Prozent unserer Meere unter staatliche Hoheit fallen. Die Recherche für diese Produktion dauerte mehrere Jahre. Da die sehr diskret arbeitende Festlandsockelkommission zu keiner offiziellen Stellungnahme bereit war, mussten die Filmemacher verschlungene Wege gehen, um Experten vor die Kamera zu bekommen.

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