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Samstag, 02.03.2019
07:10 - 07:35, ARD
Wie schnell rennt der Gepard?

Er ist so schnell wie ein Sportauto und doch nicht aus Metall. Tierreporterin Paula ist in Namibia und begibt sich zusammen mit dem Tierpfleger Florian auf die Suche nach einer vom Aussterben bedrohten Katze. Auch wenn Paula selbst nicht annährend so schnell laufen kann wie die gefleckten Katzen, trainiert sie mit ein paar Jungtieren. Die müssen nämlich fit genug werden, um wieder in der freien Natur leben und sich dort selbst ihr Futter jagen zu können. Paula trifft auch auf eine sehr wütende Gepardenmutter mit gleich vier Jungen. Die kleine Familie hat Glück gehabt: Ein Farmer hat sie eingefangen und nicht erschossen, als sie in seine Farm einbrach. Nun soll die Gepardin an einem anderen Ort wieder freigelassen werden - mit einem Sender ausgestattet. Bevor Paula den herrlichen Tieren wieder die Freiheit schenkt, kann sie mit Florian die noch in Narkose liegende Gepardin aus nächster Nähe betrachten: Ein unglaubliches Erlebnis, den schnellsten Räuber unter den Säugetieren anfassen zu dürfen, zu streicheln und seine Laufbeine genau zu inspizieren. Die Krallen, die ähnlich wie Spikes beim Laufen die Pfoten der riesigen Katze trittsicher machen, sind gleichzeitig furchteinflößende Waffen. Das Sendehalsband führt Paula auch noch Tage später zur Gepardenfamilie: Die edlen Tiere haben mit Paulas Hilfe ein neues Zuhause gefunden.

07:35 - 07:50, ARD
Anna und die Haustiere

Bei Christian in München lernt Tierreporterin Anna die Angorakaninchen Bufa und Trufa kennen. Die beiden leben eigentlich in der Wohnung, aber heute dürfen sie raus in den Garten. Dafür muss Anna mit Christian erstmal ein Gehege aufbauen, damit es für die Angoras auch sicher ist. Anna ist begeistert von dem superweichen Fell der Kaninchen. Außerdem sind Bufa und Trufa sehr zutraulich und neugierig. Von Christian erfährt sie, dass Angorakaninchen regelmäßig geschoren werden müssen, und heute ist Bufa dran. Natürlich hilft Anna dabei mit!

08:30 - 09:00, NDR
Unterwegs in der Bretagne

Die Bretagne - mal rau, mal sanft, mal sattgrün, mal rosa - jeder Landstrich hat seine eigene Prägung, das gilt vor allem für St. Malo. Wegen seines historischen Stadtkerns und seiner Festungsanlage gehört der Ort zu den meistbesuchten Zielen in Frankreich. Ebbe und Flut bestimmen das Leben hier im Norden der Bretagne. Das Meer spielt auch die Hauptrolle in dem Fischerdorf Loctudy in der Nähe von Quimper: Fangfrische Meeresspinnen und Langusten sind zu bestaunen, wenn die Boote in den kleinen Hafen zurückkehren.

08:45 - 09:40, arte
Eishockey, Mädchentraum im Himalaya

Ladakh im Nordwesten Indiens ist ein Gebiet der Extreme. In einer Höhe zwischen 2.500 und fast 7.700 Metern herrscht monatelang klirrende Kälte und es gibt kaum Niederschläge. So ist Ladakh eine Gebirgswüste mit wenig Vegetation, aber strategisch wichtig durch die Lage an der Grenze zu Pakistan und China. Neue Entwicklungen oder gar moderne Umbrüche halten nur sehr zögerlich Einzug. Umso verwunderlicher, dass es seit einiger Zeit in Ladakh sogar Frauen- und Mädcheneishockey gibt. „360° Geo Reportage“ hat das aussichtsreichste Frauenteam besucht, mitten im Himalaya. Übersetzt bedeutet Ladakh: Land der hohen Pässe. Direkt hinter der Hauptstadt Leh windet sich die Straße die Gebirgskette hoch bis auf 5.600 Meter und führt in ein Tal an der Grenze zu China. 20 Kilometer außerhalb der Stadt, am Ufer des Indus, liegt das Secmol-Internat, in dem Tsewang Chuskit lebt und lernt. Secmol steht für: Students Educational and Cultural Movement of Ladakh – übersetzt: Studenten- und Schülerbewegung von Ladakh. Eine private Schulinitiative, die Kindern und Jugendlichen aus armen Dorffamilien den Zugang zu Bildung ermöglichen will. Eishockey ist ein wichtiger Teil des Erziehungsprogramms. Chuskit wohnt seit zwei Jahren hier und trainiert wie die anderen Mädchen jeden Morgen auf dem schuleigenen, selbst gebauten Eishockeyfeld. Von Mitte Dezember bis Ende Februar sind Schul- und Universitätsferien. Dann wird jeden Morgen und jeden Abend Eishockey trainiert und gespielt. Nach dem gewonnen Halbfinale bereitet sich das Team jetzt auf das kommende Endspiel vor. Insgesamt spielen in Ladakh inzwischen rund zwölf Männerteams und vier Frauenmannschaften. Das Team Secmol hat schon viele Turniere gewonnen, vor allem die Mädchen. Wie wird es in diesem Jahr sein? Wird Chuskit mit ihrer Mannschaft siegreich aus dem Finale hervorgehen?
09:30 - 10:00, B3
Die Prinzessin von Gibraltar

Die Schwarzstörche waren in Bayern bereits ausgestorben. Mittlerweile jedoch brüten wieder einige Paare. Biologen nehmen an, dass es sich um "tschechische Grenzgänger" handelt. Aber auch in Tschechien zählt dieser Vogel zu den stark bedrohten Arten. Mit dem Projekt "African Odyssey" wird dort seit Jahren das Leben dieser Zugvögel erforscht. Dazu gehört auch zu klären, was die Tiere zum Abflug nach Afrika bewegt, und welche Flugroute sie wählen. Um den Bestand zu sichern, sucht man auch nach Möglichkeiten, Zootiere wieder auszuwildern. Ein Zooküken aus Innsbruck wurde dazu in ein Nest mit drei gleichaltrigen wilden Schwarzstorchküken transportiert. Eine Kamera über dem Nest dokumentiert dieses Experiment. Wird Sissi, das kleine Schwarzstorchmädchen aus Innsbruck, von Eltern und Geschwistern angenommen? Und wird sie, wie ihre wilden Verwandten, nach Afrika ziehen oder haben Zootiere den Zugtrieb verloren?

09:40 - 10:35, arte
Arnika - Von der Kraft einer Heilpflanze

Seit einigen Jahren trägt Clément Urion die Bürde, das offizielle Pflück-Datum für die Arnikaernte freizugeben. Der Kräutersammler, der mit seinem sechsköpfigen Team auf seinem Bauernhof La Ferme du Bien-être aus Kräutern und Heilpflanzen ätherische Öle, Blütenwasser und Kräutertees herstellt, ist einer der wenigen, die die Pflanze offiziell ernten dürfen. Tausende Wildpflanzen wachsen heute noch in den Vogesen, doch nur 148 Arten dürfen von den Kräutersammlern gepflückt und weiterverarbeitet werden. Jedes Jahr im Juni gehört seine ganze Aufmerksamkeit der Arnika montana – jener wilden Heilpflanze, die auf den Wiesen des circa 1.200 hohen Markstein wächst. Nur Clément darf bestimmen, wann die zwei Tage dauernde Ernte beginnt – je nach Blütenstand und Wetter. Den Großteil der Ernte bekommt das bekannte Natur-Kosmetikunternehmen Weleda, dessen Chef Denis Graeffly erklärt, warum die Arnika so wichtig ist: „Sie ist eine führende Pflanze. Das heißt, sie ist Teil vieler Weleda-Produkte. Sie ist auch auf therapeutischer Ebene wichtig, sie hat viele Wirkungen auf dieser Ebene. Und auch für Kosmetika, besonders für eine externe Anwendung, hauptsächlich in der Form von Öl“. Kräutersammler zu sein, ist nicht nur eine Kunst, sondern auch ein Beruf. Doch jede Menge Hürden und Gesetzgebungen machen Leuten wie Clément Urion das Leben schwer.

10:00 - 10:15, 3SAT
Klostermahl und Fürstentafel - Gerichte und Geschichte

Wie aßen Kärntner Fürsten und Mönche im Mittelalter? Die kulinarische Spurensuche durch Kärnten erzählt Geschichten und Anekdoten rund ums mittelalterliche Essen. Aufschlüsse über die mittelalterliche Kärntner Küche geben die Notizbücher des Mönchs Paolo Santonino, der alles aufzeichnete, was er zu essen bekam -und vor allem, wie es zubereitet wurde. Santonino wurde so zum ersten kulinarischen Reiseführer der Geschichte. Die Zeitreise führt unter anderem in die Benediktinerabtei St. Paul im Lavanttal, in die Schlösser Wolfsberg und Albeck sowie in die Mittelalterstadt Friesach, wo das mittelalterliche Spektakulum noch stattfindet.

10:00 - 10:30, B3
Das Wolfsexperiment

In der russischen Twer Region sollen zwei Gruppen von Wölfen, die in frühester bzw. früher Jugend Kontakt mit Menschen hatten, mit Sendern ausgestattet und freigelassen werden. Brisant ist, dass dies in der Nähe von menschlichen Siedlungen mit all ihren freilaufenden Nutztieren geschehen soll. Das Experiment ist gewagt, bisher hat sich noch niemand weltweit an eine derartige Unternehmung herangetraut. Bisher existieren nur Gerüchte, Befürchtungen, aber was wird wirklich geschehen, wenn sich die Gehegetüren für Wölfe öffnen, die den Menschen kennen? Können solche Wölfe ohne Vorbild lernen, Wildtiere zu jagen, können sie sich selbstständig ernähren oder müssen sie zu Viehdieben werden, um nicht zu verhungern? Angela Graas und Angela Schmid dokumentieren einen Versuch, der vorsichtig Neuland erkundet.
10:15 - 11:05, 3SAT
Traun - Ein Fluss wie ein Kristall

Die Traun in Oberösterreich wird gespeist von tosenden Gletscherbächen, Wasserfällen, 76 Seen, zahllosen Quellen, Höhlengewässern, Bach- und Flussläufen. Diese Vielfalt ist kaum fassbar und dennoch überschaubar, und zwar buchstäblich: Von einer Anhöhe nördlich der Donau sieht man die gesamte Länge des Flusses - von den wilden, streng geschützten Traunauen im Linzer Stadtgebiet bis zum Dachstein.

10:35 - 11:05, arte
Zu Tisch

„Zu Tisch“ begleitet die Familie Shamlou in der iranischen Provinz Golestan durch ihren arbeitsreichen Alltag. Sie leben vom Anbau eines der teuersten Gewürze der Welt: Safran. Es ist Oktober und die Zeit der Ernte. In wenigen Tagen und Wochen muss die Familie ihren ganzen Jahresverdienst erwirtschaften. Geerntet wird im Morgengrauen, denn nur die geschlossenen Blütenkelche der Krokusse lassen sich verarbeiten: Sobald sich die Blüten öffnen und Sonnenstrahlen auf die Safranfäden fallen, gelten die Fäden als qualitativ minderwertig. Aus 150.000 bis 170.000 Krokusblüten gewinnt man nur ein einziges Kilogramm Safran. In der Erntezeit muss Samaneh Shamlou mehr kochen als sonst: Nach der Arbeit auf dem Feld und nachdem die Blüten getrocknet wurden, trifft sich die Familie, um gemeinsam Safranfäden auszulesen. Eine mühselige Handarbeit, die viel Erfahrung erfordert. Das macht hungrig. Im Zentrum eines jeden Essens im Iran steht der Reis. Er wird auf unterschiedliche Art und Weise zubereitet. Eines der Gerichte ist Safranhähnchen mit getrockneten Aprikosen. Einmal im Jahr kocht auch Ali Shamlou. Beim Ashura-Fest zu Ehren Husseins, des Enkels des Propheten Mohammed, bereiten die Männer des Dorfes in der Moschee Halim Koresht, Lammfleisch mit Linsen und Reis, zu. Ein Stockwerk tiefer, getrennt von den Männern, essen die Frauen. "Zu Tisch" taucht ein in den Alltag eines iranischen Dorfes während der Safranernte und zeigt die Traditionen einer persischen Familie.

11:05 - 11:25, 3SAT
Kaiser, Tracht und Berge

Anlässlich der Oberösterreichischen Landesausstellung 2008, die sich der an Kulturgütern reichen Region widmete, stellt der Film das Salzkammergut und "g'standene" Salzkammergutler vor. Bereits Kaiser Franz Joseph pflegte im Salzkammergut die Sommermonate zu verbringen, und immer wieder lockt der landschaftliche Reiz auch Künstler an. Prominente wie Hubert von Goisern, Alfred Komarek und Kaiser-Urenkel Markus von Habsburg sprechen über ihre Heimat.
11:30 - 12:25, arte
Samsø - Von Landeiern und Windbauern

Am Anfang stand ein Wettbewerb der Regierung Dänemarks. Sie suchte 1997 einen Ort, der beweisen sollte, dass eine Stromversorgung nur mit erneuerbaren Energien möglich ist. Anfangs reagierten die Bewohner der kleinen Ostseeinsel Samsø skeptisch. Für sie, die vor allem vom Getreide- und Kartoffelanbau lebten, hörte sich das nach einer Idee grüner Spinner aus dem fernen Kopenhagen an. Knapp 20 Jahre später drehen sich auf und vor Samsø moderne Windräder. Solarkraftwerke wandeln den Sonnenschein in Strom um. Heizenergie für die meisten Häuser kommt aus mehreren Kraftwerken, die klimaneutral mit Stroh befeuert werden, das früher auf den abgeernteten Feldern verrottete oder verbrannt wurde. Selbst die Wärme aus frisch gemolkener Kuhmilch wird zum Heizen von Bauernhöfen genutzt. Keine der vielen großen und kleinen Anlagen gehört einem Stromkonzern, sondern sie sind im Besitz der Insulaner. Jeder kann sich an einem Projekt beteiligen, und keine Idee ist ihnen zu exzentrisch. Manche Inselbewohner fanden durch die Energiewende Arbeit, andere sind gar reich geworden. Inzwischen exportiert die kleine Insel Ökostrom aufs Festland. Rechnerisch ist Samsø dadurch die erste kohlendioxidfreie Insel der Welt. Doch das reicht den Energiepionieren nicht. Auch die benzingetriebenen Autos sollen die Insel verlassen. Eintausend Elektroautos sollen schon in fünf Jahren auf Samsøs Straßen fahren. Bei allem Enthusiasmus haben die Insulaner immer darauf geachtet, die Schönheit ihrer Insel nicht zu verschandeln. Weite Bereiche der Küste sind für Windräder tabu und bleiben der Natur vorbehalten.
12:25 - 13:20, arte
Island - Grünes Paradies am Scheideweg

Nirgends auf der Welt ist man den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde näher als auf Island. Es ist das Land der Geysire und Gletscher, der Wasserfälle und Vulkane. Jahrhundertelang haben die Isländer gegen diese Kräfte der Natur gekämpft, um zu überleben. Heute nutzen sie die Wärme des vulkanisch aktiven Erdreichs, die Kraft der reißenden Flüsse und das gestaute Wasser vieler Seen, und sie haben damit ihr Land zu einer der wohlhabendsten Nationen der Welt gemacht. Island hat die gesamte Strom- und Wärmeproduktion zu 100 Prozent auf Wasserkraft und Geothermie umgestellt. In geothermischen Kraftwerken werden heißer Dampf und heißes Wasser aus vulkanischen Erdschichten genutzt, um damit Strom zu erzeugen oder die Häuser zu heizen. Das geschah nicht der Umwelt oder des Klimas wegen, sondern weil es billiger ist und die Insel von Energieimporten unabhängig macht. Die billige Öko-Energie ermöglichte eine industrielle Revolution. Rund 70 Prozent des Stroms werden heute von Fabriken der Schwerindustrie verbraucht, vor allem zur stromintensiven Herstellung von Aluminium. Das brachte Arbeitsplätze und Wohlstand. Doch der Erfolg hat auch Schattenseiten. Denn für jede neue Aluminiumschmelze muss ein neues Wasserkraftwerk gebaut werden. Als Folge verschwindet ein Teil von Islands einmaliger Natur unter dem gestauten Gletscherwasser. Die Dokumentation erzählt die Geschichte der Isländer, die von der Natur mit erneuerbaren Energien überreich beschenkt sind und beweisen, dass ein ganzes Land damit versorgt werden kann – und zwar so günstig, dass es zum Problem werden kann.
13:20 - 14:05, arte
Island: Sommer der Polarfüchse

Eine Wunderwelt geprägt von gewaltigen Kräften der Natur: Island. Nur ein Landtier gelangte aus eigener Kraft auf die entlegene Vulkaninsel – der Polarfuchs. Am See nahe der Steilküste haben sich Mutter und Vater Seefuchs als erfahrenes Paar in die „High Society“ der Füchse gekämpft und eines der besten Reviere erobert, mit Zugang zu den Klippen, wo viele Seevögel brüten. Aber begehrliche Nachbarn müssen in Schach gehalten werden, und sieben immer hungrige Fuchskinder in nur 90 Tagen großzuziehen erfordert den vollen Einsatz der Eltern. Dabei wäre ein Fehltritt auf der Vogeljagd tödlich. Nur im senkrechten Fels sind die Dreizehenmöwen für Füchse unerreichbar, dort bauen sie ihre Nester und ziehen ihre Jungen über dem Abgrund groß. Am Kiesstrand auf der anderen Seite der Halbinsel hat ein junges Fuchspaar sechs Welpen bekommen, aber hier gibt es keine Seevögel als Beute, nur spärliche Nahrung am Meeresufer. Erst als das schwächste Junge verhungert ist und eine Fliegeninvasion eine neue Futterquelle bietet, haben die jungen Strandfüchse eine Chance, den Sommer zu überleben. Mit den gerade flüggen Dreizehenmöwen, die erschöpft in den Fuchsrevieren notlanden, beginnt auch für die Verlierer vom Strand endlich eine bessere Zeit. Werden alle Fuchskinder bis Mitte August stark genug werden, um ohne ihre Eltern durch den Winter zu kommen? Zwei Jahre lang nahm der Filmemacher Tobias Mennle am Familienleben der Polarfüchse teil. Mutter Seefuchs schenkte ihm ihr Vertrauen, und so fand er sich mitten im Gewusel der Jungfüchse und filmte aus nächster Nähe die schönsten und dramatischsten Momente.

14:05 - 14:50, arte
Magisches Island

Islands Küstenlinie ist rund 5.000 Kilometer lang. Die raue, nordische Natur wird sowohl über als auch unter Wasser durch Vulkanismus geprägt, denn die Insel liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken und damit auf der Kontaktzone zweier Kontinentalplatten. Rund zwei Zentimeter pro Jahr entfernen sich Nordamerikanische und Eurasische Platte voneinander. Ein ständiger Nachschub an geschmolzenem Gestein aus dem Bauch der Erde unter Island sorgt dafür, dass die Insel nicht auseinanderbricht. Die tektonischen Spalten füllen sich mal mit farbigem, mal mit kristallklarem Wasser. Seen sind kalt vom Gletscherwasser oder kochend heiß von der vulkanischen Aktivität. Doch trotz der Temperaturextreme wartet Island mit unerwartetem Artenreichtum auf. Unter Wasser verzaubern schon die kleinsten Meeresbewohner Islands, die Kieselalgen, Panzergeißler und Algen, mit kunstvollen Formen und Farbenpracht. Zusammen mit Schnecken, Rippenquallen, Pfeilwürmern, Krebs- und Fischlarven bilden sie das Grundnahrungsmittel der größeren Meerestiere, bis hin zu den mächtigen Bartenwalen. Die größte Artenvielfalt herrscht direkt am Meeresboden, wo sich diverse Plattfische und Muscheln zwischen Seegras tummeln, darunter auch die Islandmuschel, die ein extrem hohes Alter erreichen kann. Im Hinterland Islands ragen viele, teils aktive Vulkane aus menschenleeren Ebenen. Die Strandgrasnelke und die Silberwurz gehören zu den wenigen Blütenpflanzen, die hier überleben können. Doch sogar Tiere wie das Alpenschneehuhn finden ein Auskommen. „Magisches Island“ ist ein Kaleidoskop von Über- und Unterwasser-Lebensformen vor der atemberaubenden Kulisse der isländischen Natur.
14:50 - 15:40, arte
Norwegen – Im Rhythmus der Rentiere

Schätzungsweise 70.000 Samen leben jenseits des Polarkreises in den nördlichen Teilen Norwegens, Schwedens und Finnlands sowie auf der nordrussischen Kola-Halbinsel. Fischerei, Jagd, Beerenernte und Wanderviehwirtschaft sind das, wovon und wofür das Volk der Samen lebt. Sie haben eine gemeinsame Sprache – das zur finno-ugrischen Sprachfamilie gehörende Samisch und eine mehr als zehntausend Jahre alte gemeinsame Geschichte. Doch Protestantismus und Luthertum, Kolonisierung, Freihandel und Fortschritt in Form von Elektrizität und Technisierung haben die Wirklichkeit der Samen über die Jahrhunderte hinweg grundlegend verändert. Der politisch engagierte Nils Henrik Sara aus der norwegischen Finnmark ist Same. Er setzt sich für die Interessen von mehr als 3.000 Rentierzüchtern in Norwegen ein. ARTE begleitet ihn und seine Züchtergemeinschaft, Siida genannt, bei ihrem 58. Rentierauftrieb: Die Tiere werden Richtung Küste getrieben, wo sie den Sommer verbringen sollen. Auf ihrer 1.500 Kilometer langen Wanderung durch die Tundra muss die 1.300 Tiere zählende Herde zusammengehalten und mit Schneemobilen oder Geländewagen bewacht werden, Mahlzeiten müssen zubereitet und Nachtetappen geplant werden. Die Dokumentation veranschaulicht, was den Samen das Leben und die Arbeit als Rentierhirten im hohen Norden so schwermacht: der dramatische Klimawandel, die schwieriger werdende Suche nach Flechten, der Ausbau des Energie- und Bergbausektors, der Bau von Straßen und Ferienhäusern sowie politische Zwänge. Sie gibt aber auch intime Einblick in den naturverbundenen Alltag der Minderheit, untermalt mit traditionellem Gesang, dem samischen „Joik“.

15:00 - 15:30. 3SAT
Der Geschmack Europas

Lojze Wieser reist diesmal durch den Karst und die Küchen Sloweniens. Unter anderem kocht er mit einigen Bäuerinnen den traditionellen Bohneneintopf Jota, der für die Vielfalt Europas steht. Außerdem trinkt er den gehaltvollen Teran, zugleich Rotwein, Lebenselixier und Desinfektionsmittel, lässt sich mit einem alten Bauern auf einen Wettbewerb um den Prsut, den luftgetrockneten Schinken, ein und blickt über die historische Olivenöl-Butter-Grenze. Die Vielseitigkeit Europas ist nicht einfach zu ergründen, denn auf kleinstem Raum sind die verschiedensten Kulturen, Menschen und Sprachen zu finden. Auf jeden Fall muss man sich auf eine Reise begeben - lesend und wandernd, am besten auch essend und trinkend. Dem "Geschmack Europas" geht Lojze Wieser, Verleger und leidenschaftlicher Kulinariker, in der gleichnamigen Reihe nach. Er besucht die Küchen europäischer Länder, trifft auf außergewöhnliche Menschen und entdeckt so manches über die Geschichte und Kultur Europas. Er zehrt aus eigenen Reiseerfahrungen, erforscht kulturgeschichtliche Hintergründe, würzt mit Anekdoten und dem Wissen eines weitgereisten Feinschmeckers und Hobbykochs.
15:30 - 16:00, 3SAT
Jasmin - König der Düfte

Der ägyptische Jasmin gehört zu den teuersten Düften der Welt. Viele der weltbekannten Parfumhäuser in den USA oder Frankreich verwenden das betörende, kräftige, fruchtige Aroma. Unfassbare 3,5 Tonnen Blüten müssen geerntet werden, um einen Fünf-Liter-Behälter voller Jasmin zu erhalten, Marktwert: 22 000 Dollar. Viel schweißtreibende Handarbeit für einen Hauch von teurem Duft in den Designer-Flakons. Wenige Produzenten geben sich so viel Mühe bei der Gewinnung des exquisiten Blütenduftes wie der Ägypter Hussein Fakhry. Auf seinem saftig-grünen Farmgelände im Herzen des Nildeltas pflücken Hunderte von emsigen Händen die winzigen, weißen Blüten - von Mitternacht bis zum Morgengrauen. Denn der Jasmin - der von Motten bestäubt wird, statt von Bienen - duftet nachts besonders stark. Wenn die Sonne untergeht über dem Nil, öffnen sich langsam, wie in Zeitlupe, seine Blütenblätter. Tausendfach, millionenfach. Ein nasenbetäubender Duft legt sich über die Plantagen, wenn er sich in alle Winde verströmt. Der Jasmin hat eine große wirtschaftliche Bedeutung für die ländliche Bevölkerung des Nildeltas: Rechnet man alle Pflücker auf den rund ein Dutzend Farmen zusammen und nimmt ihre Familien dazu, dann leben etwa 50 000 Menschen vom Jasmin. Gerade in den schwierigen Zeiten nach dem Beginn der Revolution 2011 ist das ein Segen für die ärmliche Region. Reich wird trotzdem keine Pflücker-Familie: Denn der Lohn ist zwar überdurchschnittlich gut, wird aber nur während der halbjährlichen Erntezeit gezahlt; in den anderen sechs Monaten müssen sich die Familien andere Jobs suchen. Die Fakhry-Farm - rund 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kairo - ist ein Vorzeigeunternehmen. Verlässlicher Arbeitgeber für 8000 Pflücker aus der ganzen Region und ihre Familien. Statt Pestizid-Einsatz wird von Hand gejätet. Statt Chemikalien picken unzählige schneeweiße Reiher das Ungeziefer aus den Grasbüscheln. Biologisch, dynamisch, nachhaltig: Die Naturprodukte aus dem Nildelta sind international zertifiziert und was immer angebaut oder produziert wird, reißt man Hussein Fakhry aus den Händen - neben Jasmin etwa Bitterorange, Zitronenbasilikum und Honig. Das ist ein gutes Zeichen, meint der gelernte Wissenschaftler Fakhry, denn die Menschen begreifen langsam, dass es wichtig ist, was sie essen und wie unsere Lebensmittel hergestellt werden.

15:40 - 16:35, arte
Wundersames Norwegen

Der französische Musiker Mathias Malzieu sieht sich selbst als Geschichtenerzähler. Vor vier Jahren musste er eine Knochenmarktransplantation über sich ergehen lassen. Gefangen in einem sterilen Krankenzimmer, abgeschirmt vom Rest der Welt, war seine Vorstellungskraft die einzige Möglichkeit auszubrechen. Damals gab er sich das Versprechen, dem Wunderbaren in seinem Leben mehr Raum zu geben und eine Reise nach Norwegen zu unternehmen. Gesagt, getan: Auf seinem Weg vom Süden des Landes zum Nordkap legt der Musiker mehr als 3.000 Kilometer zurück und überquert den Polarkreis. Als treuer Begleiter immer mit dabei: sein Skateboard. Mathias Malzieus Abenteuer beginnt im grünen Tal von Hallingdal, von wo aus er zu einer zauberhaften Wanderung im Hallingskarvet-Gebirge aufbricht. Im Anschluss begibt sich Mathias in den kleinen Ort Fjærland, das erste Buchdorf des Landes. Das Projekt wurde vor 20 Jahren ins Leben gerufen, um Touristen anzulocken. Hier lernt Mathias die Märchenerzählerin Gurun kennen, die es liebt, den Kindern der Umgebung die schönsten Erzählungen Norwegens näherzubringen. Auf der Insel Arnøya trifft er den Rentierzüchter Niels, der mit Stolz seine traditionell bestickte Tracht zur Schau stellt. Schließlich erreicht Mathias sein Ziel, den Nordkap. Die 107 Meter hohe Felswand ist der nördlichste Punkt Europas. Sie bietet einen atemberaubenden Blick auf den Übergang von Atlantik zum arktischen Ozean. Umgeben von dichtem Nebel bewundert Mathias Malzieu die umliegende Landschaft und ihre seltsam-faszinierende Schönheit. Erneut gibt er sich ein Versprechen: Er will weitermachen.
16:25 - 17:15, B3
Wildes Albanien - Im Land der Adler

Das Symboltier Albaniens ist noch etwas zerzaust: Die zwei Steinadler-Küken haben sich gerade erst aus ihren Eiern gepellt. Vor ihrem Nest breiten sich die Albanischen Alpen aus, die von den Einheimischen auch "Verwunschene Berge" genannt werden. Der ganz im Norden Albaniens liegende und von Gletschern geformte Gebirgszug ist reich an Wäldern und Wiesen, unzugänglich und deshalb von jeher dünn besiedelt. Ein idealer Lebensraum für die Steinadler. Berge machen in Albanien gut die Hälfte der Landesfläche aus. Unzählige Flüsse durchziehen sie in ostwestlicher Richtung. Alle münden in der Adria und geben der 362 Kilometer langen Küste ein unverwechselbares Gesicht. Das Land zwischen Meer und Bergen offenbart auch eine außergewöhnliche Artenvielfalt. Auf der Schlickinsel in der Karavasta-Lagune herrscht im Frühsommer großer Trubel. Die Kolonie der Krauskopfpelikane hat viel Zuwachs bekommen. Auf dem kleinen Eiland sind sie sicher vor den Schakalen, die bei Dämmerung ihre Verstecke im Unterholz verlassen. Kulturdenkmäler ziehen nicht nur Menschen in ihren Bann. Fledermäuse flattern in der Kirche der Heiligen Maria zwischen Jesus am Kreuz und gut erhaltenen Fresken umher. Sumpfschildkröten setzen sich im Amphitheater von Butrint eindrucksvoll in Szene. Zusammen mit dem Tierfilmer Alexander Sommer begibt sich die Autorin Cornelia Volk auf eine Entdeckungsreise durch "Shqipëria" - ein Land, das wohl getrost als der letzte weiße Fleck auf der Europakarte bezeichnet werden kann. Aus der Adlerperspektive nähert sich die Kamera den verborgenen Naturschätzen und gewährt dabei zugleich Einblicke in eine bewegte und bewegende Geschichte. Dramatische Tiergeschichten, beschauliche Naturbeobachtungen und Expeditionsberichte - die Themen von natur exclusiv sind alle Naturerscheinungen: Pflanzen und Tiere genauso wie Landschaften und Ökosysteme sowie die Dynamik unseres Planeten Erde. Umfassende Reihen vermitteln Überblicke und ermöglichen Orientierung.

18:10 - 18:25, arte
Afghanistan - Ein zerklüftetes Land

Von Afghanistan, der Heimat von Kommandant Massud, zeichnete schon Joseph Kessel in seinem Roman „Les Cavaliers“ ein sehr einprägsames Bild. Einen Großteil des Landes am Hindukusch bedecken unüberwindliche Berge. Nicht zuletzt aus dieser zerklüfteten Topografie erklären sich die ethnische Vielfalt Afghanistans und das unbeirrbare Unabhängigkeitsstreben seiner Bewohner. Auch die afghanische Geschichte ist ausgesprochen komplex und von einem beinahe permanenten Kriegszustand gekennzeichnet: Kolonialkonflikte zwischen Großbritannien und Russland, Einmarsch der Sowjetunion, Invasion der USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001, nicht zu vergessen die angespannten Beziehungen zum benachbarten Pakistan, die ebenso zentrale wie unheilvolle Rolle der Taliban sowie heute die Präsenz der Terrormiliz „Islamischer Staat“ im Land.

18:25 - 19:10, arte
St. Bernhard - Von Menschen und Hunden

Der Große Sankt Bernhard ist die Grenze von der Schweiz nach Italien. Bis Anfang Juni ist die Passstraße zugeschneit und das legendäre Hospiz an der höchsten Stelle des Passes nur zu Fuß erreichbar. Fünf Geistliche des Augustinerordens kümmern sich jeden Winter um rund 6.000 Gäste. Ihnen geht es nicht nur um das leibliche Wohl – es geht um die Ruhe, die der Ort ausstrahlt, um das Selbstvertrauen, es bis hierher geschafft zu haben, und um die menschliche Zuneigung, die jedem Bedürftigen durch die Seelsorger zuteil wird. Doch längst ist die Betreuung der Gäste auch eine logistische Herausforderung. Bernhardiner züchten die Chorherren des Hospizes am höchsten Punkt des Passes nicht mehr. Dies hat nun eine Stiftung übernommen, denn die Hunderasse ist aufgrund ihrer bewegten Vergangenheit Schweizer Nationalgut. Die Bernhardiner wurden vermutlich lange vor dem 19. Jahrhundert als Rettungshunde bei der Suche nach Lawinenopfern eingesetzt – der berühmteste Bernhardiner namens Barry hat über 40 Menschen das Leben gerettet. Heute sind die Hunde charaktervolle und liebenswerte Begleittiere. Das Hospiz jedoch gibt es noch immer. Fünf Geistliche und ein Dutzend Angestellte betreuen rund ums Jahr die Gäste: Es sind Wanderer, Pilger, Skisportler, Einzelpersonen oder Familien, die hier eine warme Suppe, ein Bett, fast immer aber auch die meditative Ruhe oder geistlichen Beistand suchen. Trotz der unterschiedlichen Beweggründe der Gäste hierherzukommen, eint alle eines: die spirituelle Anziehungskraft dieses Ortes und seiner Menschen. Acht Monate dauert der Winter hier oben – und das Weihnachtsfest ist für alle ein Höhepunkt.
19:15 - 19:30, ARD alpha
Quebec (Kanada) - Das französische Herz Nordamerikas

Im Jahre 1603, als französische Seefahrer unter der Leitung von Samuel de Champlain am Mündungstrichter des St. Lorenz-Stromes an Land gingen, stand dort nur eine Siedlung der Irokesen am Ufer unter der hochragenden Felsklippe. Ursprünglich wollte de Champlain lediglich eine kleine Handelsniederlassung errichten - 80 Jahre später stand auf dem Handelsplatz die Barockkirche "Notre Dame de Victoires", die älteste Steinkirche Nordamerikas. Immer mehr Siedler kamen aus Frankreich, und bald war eine Stadt entstanden. Quebec wurde zum Kronland Frankreichs unter dem Sonnenkönig, das Land der Indianer hieß Neufrankreich. Mit den Soldaten und Kaufleuten waren auch Missionare an Land gekommen: Franziskaner und Jesuiten brachten das Kreuz nach Quebec. Eine der wertvollsten Kunstschätze der Altstadt: Der barocke Hochaltar des Ursulinenklosters, das im 17. Jhdt. gebaut wurde. Immer wieder hatten die Engländer die französische Siedlung angegriffen; am 13. September 1759 gelang ihnen die endgültige Eroberung. Nach ihrem Sieg bauten die neuen Machthaber die Zitadelle zu einer gewaltigen Schutzburg aus gegen feindliche Angriffe, aber auch gegen die Aufstände der Franzosen in der Stadt. Die Einwohner rächten sich auf besondere Weise für die militärische Niederlage: "die Rache aus der Wiege". Mit 12-15 Kindern trug jede Familie zur Bewahrung des französischen Erbes bei. Das neue Wahrzeichen der verwinkelten Altstadt ist das vieltürmige Chateau Frontenac" - ein Hotel für die Reichen und Mächtigen, das im 19. Jahrhundert gebaut wurde. Besuchern erscheint Quebec als das echteste Stück Frankreich in Nordamerika.

19:20 - 20:00, 3SAT
Gelbe Wut Frankreichs Intellektuelle und die Gelbwesten

Seit Mitte November erschüttert der Aufstand der Gelbwesten Frankreich in seinen Grundfesten – und ein Ende ist nicht in Sicht. Wie konnte es soweit kommen? Und welche Auswege gibt es? Mit einem klassisch roten Peugeot 205 fahren Daniel Böhm und sein Kamerateam quer durch Frankreich, sprechen mit wütenden Demonstranten, befragen Intellektuelle zu ihrer Haltung und begleiten Präsident Macron bei dem Versuch, mit Bürgern in den Dialog zu kommen. Die geballte Wut, die Frankreichs Straßen erfasst hat, spaltet auch Frankreichs Künstler und Intellektuelle wie nie zuvor. Während sich renommierte Autoren wie Annie Ernaux und Édouard Louis mit den Gelbwesten solidarisieren, warnen Ex-68er wie Daniel Cohn-Bendit vor einer reaktionären und gefährlichen Bewegung. Und auf der Straße gibt es mit den Rotschals seit kurzem ein kleines Zeichen Andersdenkender. Keiner hat diese Spaltung Frankreichs so pointiert dargestellt, wie der Rapper D'Ace, der in einem millionenfach geklickten Song beide Positionen gegenüberstellt. Der Musiker mit malischen Wurzeln erklärt aber auch, warum vor allem in den Banlieues die Gelbwestenbewegung nur wenig Zulauf bekommt. Um zu verstehen, warum die chaotische Protestbewegung dennoch so eine Durchschlagskraft hat, begibt sich der Film dorthin, wo der Aufstand begonnen hat: an den Rand des Landes. In Lothringen trifft das Team den Schriftsteller Nicolas Mathieu. Sein Roman "Leurs enfants apres eux" erhielt im November den ältesten und wichtigsten französischen Literaturpreis, den Prix Goncourt. Mathieu beschreibt darin den Niedergang der Industriestadt Hayange – mit Landflucht, De-Industrialisierung und Verarmung. Doch auch hier geht es den Gelbwesten, den Gilets Jaunes, nicht nur um fehlende Jobs. Ihre Wut richtet sich gegen die Elite. Und die rätselt im fernen Paris über die Gründe des Aufstands. Für den Geographen Christophe Guilluy ist er das Resultat einer schon lange gespaltenen Gesellschaft. Auch die ehemalige linke Kulturministerin und Autorin Aurélie Filippetti glaubt, Frankreich fehle es an Demokratie. Sie, die sich selbst als Arbeiterkind bezeichnet, beklagt die Arroganz der politischen Kaste. An der Universität SciencesPo, wo viele Präsidenten und Minister einst ihre Karrieren begannen, schwanken Schüler und Professoren zwischen Selbstkritik und Verständnis. Welche Auswege aus der andauernden Gewalt gibt es? Kann Präsident Emmanuel Macron die Gemüter mit seinem nationalen Dialog wirklich beruhigen? Viele Gelbwesten wollen weiter demonstrieren. Andere suchen Wege in die Politik, so wie Jacline Mouraud, die den Aufstand mit einem Facebook-Video losgetreten hatte. In Orléans gründet sie jetzt ihre eigene Partei. Auch hier ist das Kamerateam für diesen Film mit vor Ort. Am Ende dieser spannenden Drehreise ist noch immer offen, wohin Frankreich letztendlich steuert. Klar aber ist, der Aufstand hat das Land in seinen Grundfesten erschüttert – und wird die Republik verändern.
19:30 - 20:15, arte
Die gefährlichsten Schulwege der Welt

Im Norden Kolumbiens im der Region Bajo Cauca, gut 300 Kilometer nördlich von Medellín, liegt das kleine Dorf Vereda la Escuela. Hier wechseln sich dichter Dschungel und Sumpfgebiete ab. Die Menschen, die hier leben, haben kaum mehr als das Allernötigste. Der einzige Ausweg: ein guter Job in der Stadt. Wer hier der Armut entkommen will, schafft dies meist nur durch eine gute Schulbildung. Doch der einzige Weg zur Schule führt über eine instabile, morsche Brücke, die aus wenigen dünnen, rutschigen und notdürftig zusammengebundenen Holzstämmen besteht. Die zehnjährige Kendys hat jedes Mal Angst, dass ihr oder ihren Freunden etwas passiert. Sie könnten ausrutschen, von der Brücke fallen und sich dann schwer verletzen. Der ebenfalls zehnjährige Juan muss zwar nicht über die Brücke, doch ist sein Schulweg durch Dickicht und Schlamm kaum minder gefährlich. Denn auch Juan muss den Fluss überqueren – in einem wackligen Einbaum. Die Schulwege allein sind bereits beschwerlich genug für die Kinder. Hinzu kommen jedoch ganzjährige Temperaturen von etwa 36 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 97 Prozent – Umstände, die die Schulkinder aus dem kolumbianischen Dorf täglich auf sich nehmen, um zur Schule zu kommen. Denn nur durch den regelmäßigen Unterricht, schaffen sie es, eines Tages ihren Traum von einem besseren Leben Realität werden zu lassen.

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